Talcahuano

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Talcahuano
Talcahuano (Chile)
Talcahuano
Talcahuano
Nach dem Tsunami 2010
Karte der Umgebung

Talcahuano ist eine Stadt in Chile. Sie hat 161.692 Einwohner (Volkszählung 2002) und liegt in der Agglomeration Concepcións in der Región del Bío-Bío. Die Hafenstadt ist militärisch und industriell geprägt.

Geschichte[Bearbeiten]

1544 erreichte Kapitän Juan Bautista Pastene als erster Europäer die Gegend um Talcahuano. 1601 entschied sich Gouverneur Alonso de Ribera einen Hafen auf der Halbinsel Tumbes anzulegen. Die Stadt wurde am 5. November 1764 von 'Antonio de Guill y Gonzaga' offiziell gegründet. In der chilenischen Unabhängigkeit verschanzten sich die spanischen Truppen 1818 in Talcahuano. Am Berg El Cerro la “U” erklärte Bernardo O'Higgins Chile als unabhängig von Spanien. 1872 erhielt Talcahuano einen Eisenbahnanschluss, was die Stadt zu einem der wichtigsten chilenischen Häfen machte. Im Jahr 1875 hatte Talcahuano 2495 Einwohner.

Am 20. Februar 1835 und am 22. Mai 1960 wurde Talcahuano von großen Tsunamis zerstört. Beim Erdbeben 1960 wurde die Stadt zu 65 Prozent zerstört.

Am 15. März 2004 wurde Hualpén mit 85.928 Einwohnern (Volkszählung 2002) aus Talcahuano ausgegliedert und zur selbständigen Gemeinde erklärt. Vom Erdbeben im Februar 2010 war die Stadt besonders stark betroffen.[1] Dabei flutete eine mächtige Welle den Hauptplatz und hinterließ auf den Straßen ein großes Fischerboot.[2] Die Hafenanlagen wurden überflutet, Industriebetriebe und Ölanlagen unter Wasser gesetzt.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auf dem Marinestützpunkt liegt die Huáscar, ein bedeutendes Kriegsschiff und Symbol für die Seemacht Chiles. Sie wurde 1879 im Salpeterkrieg gegen Peru erobert.

Der Dampfschlepper Ram Poderoso ist ein Museumsschiff. Kulinarische Spezialitäten (Empanadas, Meeresfrüchte) gibt es im Fischerort Tumbes. Bekannt ist auch der Fischmarkt Talcahuanos.

Auf der vier Kilometer mal 500 Meter großen und per Boot in 40 Minuten erreichbaren Isla Quiriquina elf Kilometer nördlich von Talcahuano wurde 1915 die Mannschaft des kleinen deutschen Kreuzers SMS Dresden interniert, die nach der Seeschlacht in der Cumberland-Bucht auf den Juan-Fernández-Inseln gefangengenommen wurde. Während der chilenischen Militärdiktatur 1973 nutzte die Armee die Insel als Konzentrations- und Folterlager. Massengräber der KZ-Insassen auf der Insel werden vermutet.

Das Museum und der Park Pedro del Río Zañartu in Hualpén, die Ranch ist ein nationales chilenisches Monument.

Playa Rocoto ist ein beliebtes Camping- und Meeresangel-Gebiet; Playa Ramuntcho ist ein langer Badestrand.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Talcahuano ist ein wichtiger Verladehafen für chilenischen Weizen. Im Hafen gibt es einen petrochemischen Terminal und einen Fischereibereich. Ein Eisenbahnanschluss dient als wichtige Vorsorgungsroute für die Region IX (Región de la Araucanía). Der Hafen von Talchuano wie auch die Nachbarhäfen San Vicente und Lirquen wurden bei dem Erdbeben vom 27. Februar 2010 durch eine Flutwelle (Tsunami) schwer beschädigt.

Die Anlagen des Stahlwerks von Huachipato bilden einen wichtiges Standbein des Hafens.

Talcahuano ist zusätzlich ein wichtiger Marinestützpunkt, der U-Bootflotte. Die Stadt verfügt über einen eigenen Flughafen, den Carriel Sur Airport (neun Kilometer östlich der Stadt).

In Talcahuano befindet sich mit ASMAR (Astilleros y Maestranzas de la Armada) eine Werft der chilenischen Marine,

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Talcahuano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. earthquake.usgs.gov
  2. www.nytimes.com
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMehr als hundert Überlebende unter Hochhaus-Trümmern begraben. In: Spiegel Online. 28. Februar 2010, abgerufen am 7. Dezember 2014.

-36.716666666667-73.116666666667Koordinaten: 36° 43′ S, 73° 7′ W