Terrot

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Dieser Artikel befasst sich mit dem deutschen Unternehmen Terrot. Zum ehemaligen Fahrzeughersteller siehe Établissements Terrot, und zu Personen siehe Charles Terrot.
Terrot GmbH
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2006
Sitz Chemnitz, Deutschland
Leitung Peter Schüring, Andreas von Bismarck
Branche Textilmaschinenbau
Produkte RundstrickmaschinenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.terrot.de

Die Terrot GmbH ist ein deutscher Textilmaschinenhersteller mit Sitz in Chemnitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 16. April 1862 gründete Charles Terrot (* 12. Oktober 1831 in Kyllburg, Eifel; † 1903) zusammen mit dem Kaufmann Wilhelm Stücklen in Cannstatt (Württemberg) die Firma „Stücklen u. Terrot“ zur Herstellung von Rundwirkmaschinen, genannt „Französischer Rundstuhl“, die ab 1878 unter „C. Terrot“ firmierte und bis heute als Terrot GmbH existiert.

1887 eröffnete C. Terrot eine Filiale in Dijon. Die Leitung des neuen Werkes Établissements Terrot wurde seinem Sohn Franz und seinem Schwiegersohn Wilhelm Duttlinger übertragen. Die Rundwirkmaschinen (Rundstühle) und später auch Rundstrickmaschinen wurden in Cannstatt unter „C. Terrot Söhne“ weiter produziert.

Rundwirkmaschinen und Rundstrickmaschinen[Bearbeiten]

Zwischen den beiden Weltkriegen entwickelte sich C.Terrot Söhne ständig weiter. Die Rundstrickmaschinen verdrängten immer mehr die Rundwirkmaschinen. Im Zweiten Weltkrieg, in der Nacht zum 20. Oktober 1944, wurde das Werk in Schutt und Asche gelegt. Der Wiederaufbau in der Nachkriegszeit war von einem ständig steigenden Bedarf an Rundstrickmaschinen geprägt. 1958 ergab sich die Gelegenheit, die Firma „Textilmaschinenbau Wahlstedt GmbH“ in Wahlstedt / Schleswig Holstein zu übernehmen. Am 1. März 1959 entstand so die Firma „C.Terrot Söhne & Co.“ in Wahlstedt. In Wahlstedt wurden zu diesem Zeitpunkt speziell für die Produktion feiner Unterwäsche geeignete Rundstrickmaschinen, sogenannte „Transfermaschinen“ gebaut. Später dann auch weitere Maschinen der Terrot-Programmes. Die 1960er Jahre bis in die erste Hälfte der 1970er Jahre waren von einer gewaltigen Nachfrage nach Rundstrickmaschinen gekennzeichnet, getrieben vor allem durch die weltweit herrschende Jersey-Mode, denn Jersey wird auf Rundstrickmaschinen hergestellt. Terrot erbaute ein weiteres Werk in Waiblingen (Inbetriebnahme 1972). Das Werk Wahlstedt wurde 1973/74 ausgebaut.

Doch dem Aufschwung folgte ein steiler Absturz. Das Werk Wahlstedt wurde 1976 geschlossen. Die daraus entstehenden Lasten trieben die Stammfirma C.Terrot Söhne 1977 in den Konkurs. Unmittelbar nach der Konkurseröffnung gründeten neue Gesellschafter die neue Firma „Terrot Strickmaschinen GmbH“, die sich, befreit von vielen Altlasten, am Stammsitz Stuttgart-Bad Cannstatt erfolgreich weiterentwickelte.

Bis 2001 konzipierten und produzierten 700 Mitarbeiter in zwei Werken über 1000 Rundstrickmaschinen im Jahr. 1993 wurde die ehemalige „Chemnitzer Strickmaschinenbau“ übernommen und als zweites Werk neben Bad Cannstatt ausgebaut. Im Jahre 2001 kam die Firma infolge der Asienkrise und innerbetrieblicher Probleme in finanzielle Probleme und musste Insolvenz anmelden. Dies führte dazu, dass der Stammsitz in Stuttgart-Bad Cannstatt aufgelöst wurde. Seit 1. Juni 2006 ist der Firmensitz in Chemnitz. Hier produziert die Firma als neu gegründete Terrot GmbH mit etwa 150 Mitarbeitern und neuer Unternehmensleitung, die durch einen privaten Investor (Matterhorn Private Equity) gestellt wird. Die indische Voltas Ltd. hält 24 % der Anteile von Terrot.[1] Eine Jahresproduktion von 400 bis 600 Maschinen wird angestrebt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Voltas Ltd: Company Analysis. Hem Securities Limited, 26. Mai 2007, S. 3 (PDF, 81 kB, online, abgerufen am 19. Juni 2007).