Theodor von Oppolzer

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Theodor Oppolzer

Theodor Egon Ritter von Oppolzer (* 26. Oktober 1841 in Prag; † 26. Dezember 1886 in Wien) war ein österreichischer Astronom deutschböhmischer Herkunft, der vor allem durch seinen Canon der Finsternisse (1887) weltweit bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Theodor war der Sohn des Mediziners Johann von Oppolzer (1808–1871) und dessen Ehefrau Maria Pleischl, einer Tochter des Chemikers Adolf Pleischl. Ab seinem neunten Lebensjahr erhielt Oppolzer Unterricht durch Privatlehrer und 1859 erreichte er als „Externer“ die Matura am Piaristengymnasium. Anschließend studierte er auf „dringenden Wunsch“ seines Vaters Medizin in seiner Heimatstadt und beendete dieses Studium 1865 mit einer Promotion.

Parallel dazu hörte er aber schon astronomische und mathematische Vorlesungen. Auf Grund seiner umfassenden Kenntnisse in Astronomie wurde Oppolzer 1866 ohne entsprechende Promotion und ohne Habilitationsschrift in diesem Fach habilitiert. Bis zu diesem Jahr hatte er bereits beinahe 80 Arbeiten in seinem Spezialfach veröffentlicht. Im Garten des elterlichen Anwesens ließ er in diesen Jahren auch eine leistungsstarke private Sternwarte errichten.

1865 heiratete Oppolzer in Baden (Niederösterreich) Coelestine Mautner von Markhof. Mit ihr hatte er sechs Kinder, darunter der spätere Astronom Egon von Oppolzer.

1870 ernannte man Oppolzer zum außerordentlichen Professor der theoretischen Astronomie. Fünf Jahre später nahm er einen Ruf an die Universität Wien an, wo er als o. Prof. für Astronomie und Geodäsie Ordinarius wurde. 1872 berief man ihn in die Kommission der europäischen Gradmessung und im darauffolgenden Jahr in den Vorstand des k.k. Gradmessungsbureaus.

Oppolzer berechnete und beobachtete die totale Sonnenfinsternis vom 18. August 1868 in Aden, den Venustransit 1874 in Iași, Rumänien, und die Merkurdurchgänge 1868 und 1878 in seiner privaten Sternwarte.

1879 wurde er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und 1882 wählte ihn die Akademie der Wissenschaften in Wien als wirkliches Mitglied. Drei Jahre später wurde er auch ordentliches Mitglied bei der Leopoldina (Deutsche Akademie der Naturwissenschaftler). 1885 konnte Oppolzer seinen Canon der Finsternisse vorstellen, die Berechnung von etwa 8000 Sonnen- und über 5000 Mondfinsternissen zwischen 1208 v. Chr. und 2163 n. Chr.

Im Alter von 45 Jahren starb Theodor Egon von Oppolzer am 26. Dezember 1886 in Wien. Seine letzte Ruhestätte fand er in der oppolzerschen Familiengruft in den alten Arkaden auf dem Wiener Zentralfriedhof.

Im Jahr 1874 wurde in Wien Innere Stadt (1. Bezirk) die Oppolzergasse nach ihm und seinem Vater Johann von Oppolzer benannt. Ebenso wurden nach ihm der Asteroid (1492) Oppolzer benannt, außerdem der Mondkrater Oppolzer.

Schriften[Bearbeiten]

  • Canon der Finsternisse (1887)
  • Lehrbuch der Bahnbestimmung der Kometen und Planeten (1870)
  • Über die Sonnenfinsterniss des Schu-king, In: Monatsbericht der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin vom Februar 1880, S. 166-185

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]