Thunderbirds

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Dieser Artikel behandelt die Fernsehserie; für weitere Bedeutungen siehe Thunderbird.
Seriendaten
Deutscher Titel Thunderbirds (am Anfang noch: Donnervögel)
Originaltitel Thunderbirds
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1964–1966
Länge 45 Minuten
Episoden 32
Genre Sci-Fi
Idee Gerry Anderson, Sylvia Anderson
Musik Barry Gray
Erstausstrahlung 2. Oktober 1965 (GB)
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
23. September 1986 auf ARD
Besetzung
Original-Stimmen

Thunderbirds ist eine englische Marionetten-Science-Fiction-Serie der Animationsfirma von Gerry und Sylvia Anderson. Die Serie wurde von 1964 bis 1966 produziert. Thunderbirds war die vierte Serie, die von Gerry Andersons Firma „AP-Films“ (APF, später umbenannt in „Century 21 Productions“) im Verfahren Supermarionation hergestellt wurde. Sie war die kommerziell erfolgreichste und erlebte insgesamt zwei Staffeln mit 32 Episoden. Die Erstausstrahlung erfolgte im September 1965. Die Stimmen der Figuren kamen zum Teil von den Andersons selbst. Die Musik zur Serie schrieb der englische Komponist Barry Gray, der auch schon die anderen Serien von Anderson vertont hatte.

Inhalt[Bearbeiten]

In der Serie geht es um eine international operierende Rettungsgruppe International Rescue, deren Hauptquartier sich in einem Versteck auf einer Insel im Pazifik befindet. Geleitet wird diese Organisation von dem ehemaligen Astronauten Jeff Tracy. Ihm zur Seite stehen seine fünf Söhne, denen jeweils ein spezielles Raumschiff / Fahrzeug für unterschiedliche Rettungsmissionen zur Verfügung steht. Die Söhne sind alle nach ehemaligen US-amerikanischen Astronauten aus dem Mercury-Programm benannt:
Scott (fliegt Thunderbird 1, benannt nach Scott Carpenter), Virgil (Thunderbird 2, Virgil Grissom), Alan (Thunderbird 3, Alan Shepard), Gordon (Aquanaut von Thunderbird 4, Gordon Cooper) und John (Astronaut der Raumstation Thunderbird 5, John Glenn).

Zusätzlich bekommen die Tracys Unterstützung von dem Genie Brains, der für die vielen Erfindungen zuständig ist, sowie von dem Diener der Familie, Kyrano, und dessen Tochter TinTin.

Bei Gefahren großen Ausmaßes, bei denen die örtlichen Hilfstruppen nicht ausreichen, kommt die Rettungsgruppe zum Einsatz. Dank ihrer technisch fortschrittlichen Einsatzfahrzeuge gelingt ihnen jeder Einsatz. Oft sind die Unglücksfälle, bei denen International Rescue eingreifen muss, von dem genialen Bösewicht The Hood verursacht worden, dessen tatsächlicher Name jedoch niemals bekannt wird. Bei dessen Bekämpfung erhalten die Tracys auch Unterstützung durch die englische Agentin Lady Penelope Creighton-Ward, die an ihre Einsatzorte mit einem stark um technische Spielereien erweiterten Rolls-Royce mit der Bezeichnung FAB 1 gelangt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Für das Grundgerüst der Geschichten ließ sich Anderson von den Berichten über das deutsche Minenunglück von Lengede inspirieren, bei dem schwere Ausrüstung herantransportiert werden musste, um die verunglückten Bergleute zu retten. Das „Rennen gegen die Zeit“ war das Hauptproblem bei dem Rettungsunternehmen und dieses ist auch eines der Hauptthemen in den verschiedenen Serienfolgen.

Den Namen für die Serie wählte Anderson, nachdem er einen Brief seines älteren Bruders gelesen hatte, in dem dieser einen Luftwaffenstützpunkt namens „Thunderbird Field“ erwähnte.

Der Produktionsstab von Andersons Firma APF wurde gegenüber der Vorläuferserie „Kommando Stingray“ nochmals erweitert und die Dreharbeiten fanden in einem größeren Studio in der englischen Stadt Slough statt.

Die Pilotfolge Trapped In The Sky dauerte eine Stunde und der Chef des Senders ITC Entertainment, Lew Grade, war so begeistert von der Geschichte, dass er Anderson den Auftrag gab, alle Folgen von den ursprünglich vorgesehenen 25 Minuten auf eine Stunde zu erweitern

Nach den Erfahrungen dieser Puppentrickserien blieb Anderson der Science-Fiction treu. Allerdings drehte er nicht nur Puppentrickserien wie z.B. "Captain Scarlet und die Rache der Mysterons", sondern auch Realserien mit echten Schauspielern. Dies waren die Serien „UFO“ (1970), „Mondbasis Alpha 1“ (1975) und "Space Cops – Tatort Demeter City (1994). Außerdem gab es 2005 von "Captain Scarlet" ein CGI-Reboot mit dem Titel "Gerry Anderson's New Captain Scarlet".

Sonstiges[Bearbeiten]

Folgen[Bearbeiten]

Die nachfolgende Aufstellung ist den DVDs entnommen.

DVD 1

  1. Das fliegende Gefängnis
  2. Im Krater gefangen
  3. Lady Pennys Abenteuer
  4. Desaster in New York

DVD 2

  1. Red Arrow außer Kontrolle
  2. Zwölf Stunden Angst
  3. Rennen gegen die Uhr

DVD 3

  1. Der versunkene Schatz
  2. In der Sackgasse
  3. Das Geheimnis der Pyramide

DVD 4

  1. Unternehmen Sonnensonde
  2. Operation Fireflash
  3. Ein Todsicherer Safe

DVD 5

  1. Die Supermaus
  2. Stadt in Flammen
  3. Doppelgänger

DVD 6

  1. Der Mann vom M.I.5
  2. Blinder Alarm
  3. Gefahr aus dem Meer
  4. Keine falsche Bewegung!

DVD 7

  1. Das Gemälde der Herzogin
  2. Am Rande des Unglücks
  3. Angriff der Alligatoren

DVD 8

  1. Gefährlicher Dreh
  2. Der Chamcham-Trick
  3. Das Sicherheitsrisiko

DVD 9

  1. Inferno im Atlantik
  2. Pfad der Zerstörung
  3. Ein gewisser Mr. Hackenbacker

DVD 10

  1. Lord Parker macht Ferien
  2. Piratensender außer Kurs
  3. Der Weihnachts-Coup

Spielfilme[Bearbeiten]

Nr. Englischer Titel Deutscher Titel Episoden Produktionsjahr Länge Bemerkungen
1. Thunderbirds To The Rescue (nicht in Deutschland veröffentlicht) Trapped in the Sky & Operation Crash-Dive 1965/1980 95 Minuten Kompilationsfilm
2. Thunderbirds In Outer Space (nicht in Deutschland veröffentlicht) Sun Probe & Ricochet 1965-66/1981 92 Minuten Kompilationsfilm
3. Countdown To Disaster (nicht in Deutschland veröffentlicht) Terror in New York City & Atlantic Inferno 1965-66/1982 91 Minuten Kompilationsfilm
4. Thunderbirds Are Go Feuervögel startbereit - 1966 93 Minuten erster Kinofilm
5. Thunderbird 6 Thunderbird 6 - 1968 89 Minuten zweiter Kinofilm
6. Thunderbirds Thunderbirds (Film) - 2004 95 Minuten Kinofilmremake als Realverfilmung

Weitere Fernsehserien[Bearbeiten]

In den USA wurde "Thunderbirds" im "Power Rangers"-Stil als "Turbocharged Thunderbirds" recycled. Weiterhin gab es eine japanische Zeichentrickversion aus dem Jahr 1982 mit Titel Thunderbirds 2086. Bei Youtube ist außerdem ein Trailer zu "Thunderbirds IR" zu finden (ein Demo-Kurzfilm zu einer geplanten CGI-Serie). Am 11. Januar 2011 wurde Gerry Anderson von BBC Radio 5 interviewt, bei dem eine neue “Thunderbirds”-TV-Serie angekündigt wurde. Gerry Anderson durfte nicht viel sagen, weil er eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben hatte, aber er sagte, dass sie definitiv produziert werde. Es wird eine CGI-Serie werden, ähnlich wie Gerry Anderson’s New Captain Scarlet. Es wird neue Handlungsorte geben, aber Charaktere und Fahrzeuge werden in modernisierter Form beibehalten. Am 15. Januar 2011 schreib die Zeitung „The Sun“, dass Gerry Anderson die Handlung für die erste Episode noch nicht aufgeschrieben hatte, aber sie schon in seinem Kopf sei. Gerry Anderson erkrankte jedoch an der Alzheimer-Krankheit und starb schließlich am 26. Dezember 2012. Die Zukunft der neuen Serie schien somit zunächst unsicher. Eine Presse-Mitteilung vom 4. Februar 2013 bestätigte, dass ITV Studios und Pukeko Pictures eine neue „Thunderbirds“-TV-Serie drehen werden, und zwar 26 Episoden mit einer Länge von je 22 Minuten. Es wird dafür eine Mischung aus CGI-Animation und echten Modell-Bühnen verwendet. Die neue Fernsehserie wird voraussichtlich ab 2015 bei CITV (= Children’s ITV, Digital-Sender von ITV) in England ausgestrahlt. Gerry Andersons Sohn Jamie hat außerdem kürzlich stapelweise bislang nicht verfilmte Drehbücher seines verstorbenen Vaters gefunden. Die ältesten Drehbücher stammen aus den 1970er Jahren. Wenn man alles verfilmen würde, würde das Material für viele Jahre reichen.

Außerdem erschien unter der Regie von "William T. Riker"-Darsteller Jonathan Frakes eine Realverfilmung. The Hood wird beispielsweise von Sir Ben Kingsley dargestellt, der Darsteller von Brains ist Anthony Edwards aus der Serie "Emergency Room". Das Mädchen TinTin wird von Vanessa Hudgens gespielt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Sylvia Anderson: Yes, M´Lady, London (Smith Gryphon Publishers) 1991. ISBN 1-85685-011-0
  • Simon Archer/Marcus Hearn: What made Thunderbirds Go! The authorized biography of Gerry Anderson, London (BBC Worldwide Limited) 2002. ISBN 0-563-53481-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dinky Toys - Die Spielzeuge zur Serie (gerry-anderson-serien.de), abgerufen am 25. Juni 2014