Tierheim Berlin

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Tierheim Berlin, Haupteingang
Innenbereich
Tierfriedhof

Das Tierheim Berlin wird vom Tierschutzverein für Berlin und Umgebung Corp. e. V. betrieben. Mit einer Fläche von 16 Hektar zählt es zu den größten Tierheimen Europas. Die Anlage befindet sich am Hausvaterweg in Berlin-Falkenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgänger des Tierheims Berlin ist das Tierheim Lankwitz, das seit 1901 in der Dessauerstraße im heutigen Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf beheimatet war. Es galt als eines der ersten Tierasyle Deutschlands. An der Stelle des alten Tierheims entstand 2001 das Kurfürstenviertel, eine Einfamilienhaussiedlung. Nach dem Fall der Mauer übernahm der Tierschutzverein auch die Aufgaben des Ostberliner Tierheims, das bis 1991 in der Schicklerstraße im damaligen Bezirk Mitte ansässig war.

Der Grundstein für den Neubau wurde am 18. August 1999 gelegt, die offizielle Eröffnung erfolgte am 9. Juni 2002. In Betrieb ging das Tierheim bereits einige Monate zuvor im September 2001.

Entworfen wurde das futuristisch anmutende Tierheim von dem Berliner Architekten Dietrich Bangert. Es zeichnet sich durch verbauten Sichtbeton und weite Wasserflächen aus. Das Tierheim umfasst drei Katzenhäuser, fünf Hundehäuser, ein Haus für Kleintiere, ein Wasservogelhaus, eine Tierklinik sowie einen Tierfriedhof und einen Hundespielplatz. Im Sommer 2008 wurde das Tierheim zudem Auffangstation für notleidende Tiere aus der Landwirtschaft wie Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde und Hühner. Diese Einrichtung dient gleichzeitig dem Tierschutzunterricht der Berliner Tierschutzjugend. Im Jahre 2009 kamen eine neue Auffangstation für Exoten und Reptilien, ein Seniorenkatzen-Vermittlungshaus sowie ein Freigehege für so genannte Straßenkatzen dazu. Im Herbst 2010 sollen die Arbeiten für ein Rehabilitations- und Trainingszentrum mit Hundevermittlungshaus beginnen.

Aktuelle Daten[Bearbeiten]

Im Tierheim Berlin werden jedes Jahr 12.000 in Not geratene Tiere aufgenommen, versorgt und an neue Besitzer vermittelt. Außerdem befindet sich im Tierheim die amtliche Tiersammelstelle des Landes Berlin, eine zentrale Anlaufstelle für Fundtiere. Der Tierschutzverein für Berlin und Umgebung e. V. beschäftigt in seinem Tierheim ca. 120 hauptamtliche Mitarbeiter, darunter 98 Tierpfleger, technische Angestellte und Sachbearbeiter sowie 15 Tierärzte und Tierarzthelfer.

Sonstiges[Bearbeiten]

Das moderne Tierheim dient zudem als Film- und Fotokulisse. Unter anderem wurden hier als „Institut für experimentelle Molekularmedizin“ Teile der 610. Tatort-Folge Leiden wie ein Tier (2005) gedreht.[1] Für den US-amerikanischer Science-Fiction-Film Aeon Flux (2005) diente das Tierheim sowohl als Kulisse[2][3] als auch als architektonische Vorlage für einen Komplex der fiktiven Architektur.[4] 2009 wurde das Tierheim Berlin in der zehnteiligen ZDF-Serie SOS für alle Felle vorgestellt.[5] Anlässlich des Tages der offenen Tür 2014 wurde ein Buddy Bär durch den Präsidenten des Tierschutzvereins für Berlin, Wolfgang Apel, enthüllt. Gegen eine Spende können sich Tierheimbesucher ab sofort mit einem farbigen Handabdruck und ihrem Namen auf dem Buddy Bären verewigen.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. tatort-fundus.de: Leiden wie ein Tier. Dreharbeiten im Tierheim. Abgerufen am 8. Januar 2011.
  2. Aeon Flux Pictures: Aeon Flux Images. Szenenbild mit Haupteingang des Tierheims Berlin. IGN, archiviert vom Original am 23. Februar 2014, abgerufen am 23. Dezember 2010.
  3. Aeon Flux Pictures: Image 81 of 117. Szenenbild mit Außenfassade der Hundehäuser des Tierheims Berlin. IGN, abgerufen am 13. Januar 2014.
  4. Aeon Flux Pictures: Image 1 of 117. Fiktiver Handlungsort analog dem Tierheim Berlin. IGN, abgerufen am 23. Dezember 2010.
  5. http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/20/0,1872,7607220,00.html
  6. Berlin-Online: "1600 Tiere und 8000 Menschen im größten Tierheim Europas", 23. Juni 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tierheim Berlin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

52.57416666666713.546111111111Koordinaten: 52° 34′ 27″ N, 13° 32′ 46″ O