Total Commander

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Total Commander
Bildschirmfoto vom Total Commander
Basisdaten
Entwickler Christian Ghisler
Aktuelle Version 8.51a (Windows)
30. April 2014
2.04 (Android)
22. Januar 2013
Betriebssystem Android, Windows, Windows CE, Windows 3.11
Programmier­sprache Borland Delphi
Kategorie Dateiverwalter
Lizenz Shareware, Windows-CE- und Android-Version: Freeware
Deutschsprachig ja
www.ghisler.com

Total Commander ist ein zweispaltiger Dateimanager für Microsoft Windows nach dem Vorbild des Norton Commanders. Das Shareware-Programm wird von dem Schweizer Christian Ghisler entwickelt. Es gibt auch eine kostenlose Variante für Microsoft Windows Mobile und für das Smartphone- und Tabletbetriebssystem Android.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste öffentliche Version des Programms wurde in der Programmiersprache Turbo Pascal programmiert und erschien am 29. September 1993 unter dem Namen Windows Commander für die DOS-Betriebssystemerweiterung Windows. Für größere Dateioperationen nutzen viele „Power-User“ aber lieber den original Norton Commander in Verbindung mit diversen Befehlszeilenprogrammen direkt in der DOS-Ebene. Mit einigen Tricks war dies auch nach der Einführung von Windows 95 und langen Dateinamen möglich. 1998 kam die langersehnte Windows-Version des Norton Commanders haeraus. Allerdings unterstützte diese einige der unter der MS-DOS-Version gewohnten Tastaturbefehle nicht mehr, war teuer und wirkte technisch überholt.

Unter anderem wegen dieser konzeptionellen Fehler konnte sich der Windows Commander gegen den Norton Commander durchsetzen, denn er beherrschte nicht nur alle seine Funktionen und Tastenkombinationen, sondern auch noch zusätzliche, die sich als sehr hilfreich erwiesen.

Im Jahr 2002 wurde der Name Windows Commander in den heutigen Namen Total Commander geändert, um rechtliche Probleme mit dem von Microsoft eingetragenen Warenzeichen Windows zu vermeiden.

Seit der Version 6.50 2004 passt die Installationsdatei nicht mehr auf eine 1,44-MB-Diskette, was Christian Ghisler nicht ohne Wehmut bekannt gab.

Inzwischen wird der Total Commander in Lazarus / Free Pascal entwickelt[1] und ist einer der bekanntesten Vertreter der zweispaltigen Dateimanager nach dem Vorbild des Norton Commanders.

Funktionen[Bearbeiten]

Das Programm kann auf vielfältige Weise an die Bedürfnisse des Nutzers angepasst werden und lässt sich vollständig wahlweise über die Maus und die Tastatur steuern, wobei sich die Tastenkombinationen am Norton Commander (für MS-DOS) orientieren.

Er bietet unter anderem folgende Funktionalitäten:

  • Verzeichnis-Tabs
  • erweiterte Suchfunktion (z. B. Volltextsuche in beliebigen Dateien, über mehrere Laufwerke hinweg und mit Unterstützung regulärer Ausdrücke)
  • Dateivergleich nach Inhalt, um Verzeichnisse zu synchronisieren
  • integrierter ZIP-kompatibler Packer
  • interne Entpacker für ZIP-, ARJ-, LHA-, tar-, gzip-, CAB-, RAR- und ACE-Dateien, Öffnen von komprimierten Dateien als Verzeichnisse
  • integrierter FTP-Client (SSL optional)
  • gleichzeitiges Umbenennen mehrerer Dateien (Reguläre Ausdrücke möglich)
  • Kodieren und Dekodieren von Dateien (UUE-, XXE- und MIME-Format)
  • eingebaute Dateivorschau für diverse Audio-, Video- und Grafikformate
  • Funktion für das Aufspalten und Zusammenfügen von Dateien mit vorgebbarer Größe
  • Wechsel zwischen mehr als 15 Benutzeroberflächensprachen bei laufendem Betrieb
  • Druckfunktion von nahezu beliebig formatierbarer Datei- bzw. Verzeichnisliste
  • Unicode-fähig (seit 7.5)
  • Unterstützung für Dateinamen länger als 259 Zeichen (bis zu 1022) (seit 7.5)
  • Passwortschutz für gespeicherte FTP-Passwörter (AES256-Verschlüsselung) (seit 7.5)
  • Waagerechte und senkrechte Schaltflächen zum Schnellstart von externen Programmen (seit 7.5)

Über die Plug-in-Unterstützung ist sowohl die Einbindung externer Plugins als auch normaler Programme (zum Beispiel Editoren) möglich. Die integrierte Vorschau nutzt auf Wunsch die Routinen eines installierten IrfanView oder XnView zur Bilddarstellung.

Total Commander läuft unter allen Windows-Versionen ab Windows 3.11 und NT 3.1. Eine 16-bit-Version für Windows 3.11 wird weiterhin unterstützt. Der portable Betrieb ist durch Anpassung der INI-Datei möglich. Spezielle Installationspakete zur Installation auf USB-Memory-Sticks oder U3-Sticks sind gleichfalls erhältlich.

Ab dem 8.0-Beta-Release steht der Total Commander zusätzlich als 64-Bit-Version zur Verfügung. Die bisherigen 32-Bit-Plugins funktionieren damit nicht und werden schrittweise angepasst.[2] Beide Versionen (32- und 64-Bit) können in das gleiche Verzeichnis installiert werden und teilen damit die Einstellungen wie z. B. die Belegung der Button-Bars mit Programmstart-Icons. Seit Mitte Mai 2012 ist die finale Version 8.0 verfügbar.

Verkaufsmodel[Bearbeiten]

Der Total Commander wird für Windows als Shareware vertrieben. Dabei wird vor Programmstart eine Zahlungsauforderung Eingeblendet, die mit wechselnden Ziffern weggeklickt wird, eine weitere Einschränkung oder Beschneidung der Funktionen existiert nicht. Mit dem Kauf einer Key-Datei entfällt diese Aufforderung auch für zukünftige Versionen - seit 1993 unbegrenztes Updaterecht.

Total Commander für Android[Bearbeiten]

Nach einer längeren Beta-Testphase wird der Total Commander für das Smartphone-Betriebssystem Android angeboten. Seit dem 20. Dezember 2011 konnten Freigabekandidaten (englisch Release Candidate) heruntergeladen werden.[3] Ab dem 18. Mai 2012 sind die endgültigen Versionen als Download verfügbar. TC4Android bleibt Freeware und hat eine unbegrenzte Laufzeit. Die aktuelle Version 2.01 final ist seit Ende November verfügbar

Die programmtypische Zweifenster-Darstellung wird in der Vertikaldarstellung dadurch realisiert, dass mittels einer horizontalen „Wischgeste“ zwischen dem rechten und linken Fenster gewechselt wird. Befindet sich der Bildschirm im horizontalen Modus, teilt sich die Anzeige in die bekannten zwei Hälften.

Der Dateimanager hat ähnliche Funktionen wie der Total Commander für das Betriebssystem Windows Mobile wie beispielsweise das Kopieren, Verschieben, Löschen von einzelnen oder markierten Dateien und ganzen Verzeichnissen. Textdateien sind erstell-, betracht- und änderbar.

Mit Hilfe von Erweiterungen (Plugins) besteht die Möglichkeit, zusätzliche Funktionen zu integrieren. Eine Erweiterung ermöglicht beispielsweise den Zugriff auf die im Funknetz (WLAN) befindlichen Netzwerkrechner.

Die Freigabekandidaten waren nicht über den Google Play Store (früher: Android Market), sondern nur über einen direkten Download von der Herstellerwebsite erhältlich. Die Version 1.01 sowie alle Nachfolgeversionen einschließlich der Plugins sind über den Google Play Store erhältlich.

Ab der Version 2.01 verfügt der TC4Android über einen internen Audio- und Videoplayer. Mediendateien können nun direkt vom Netzwerkspeicher (bei installiertem LAN-Plugin) oder über das Internet abgespielt werden und müssen nicht erst vor dem Abspielen auf das Android-Gerät geladen werden.[4]

Für verschiedene Cloudspeicher wie beispielsweise Dropbox oder Google Drive lassen sich entsprechende Plugins nachinstallieren, die einen Zugriff auf die Internetdatenspeicher in der dateimanagertypischen Weise ermöglichen.

Pocket PC[Bearbeiten]

Die Variante für Pocket PC kann den integrierten Datei-Explorer bezüglich des Funktionsumfangs ersetzen. Zusätzlich zu den Basisfunktionalitäten bietet die Pocket-PC-Variante:

  • Registry-Editor
  • Zugriff auf das Extended-ROM
  • vielseitige Möglichkeiten zur Dateiverwaltung

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Artikel im Total Commander - Forum
  2. Liste von 64bit PlugIns für den TC64
  3. Download des TC für Android
  4. TC4Android: Versionshistorie (englisch)