Trash
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Trash – engl. Müll, Abfall – bezeichnet als deutsches Lehnwort der Postmoderne ein kulturelles Produkt mit geringem geistigen Anspruch, an dem gerade der Aspekt der Geistlosigkeit genossen wird. Auch übt die oft unfreiwillige Komik eine große Faszination auf die Konsumenten aus.
Die Anwendung des Begriffes ist umstritten und schwierig einzugrenzen. Was der eine Betrachter als Kitsch, als Gipfel der Geschmack- und Geistlosigkeit ansieht, birgt für den anderen tiefen künstlerischen Wert. Dies gilt besonders bei Trash der zum Kult gewordenem ist, da hier die rein subjektive Einschätzung das Maß setzte.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Film
Hauptartikel: Trashfilm
Im Filmgeschäft gibt es einen großen Anteil von Trash-Produktionen. Sie sind meist nicht nur billig produziert und haben eine einfache bis absurde Handlung, sondern haben oft auch handwerkliche, dramaturgische und schauspielerische Schwächen. Dieser Trash beim Film lässt sich neben offensichtlichen Filmfehlern leichter als bei anderen Kunstrichtungen abgrenzen. Zu unterscheiden ist zwischen beabsichtigten Billig-Produktionen, die oft zur Kategorie der B-Filme gehören und Filmen, die aufgrund ihres Alters und ihrer Entstehungsgeschichte den heutigen Maßstäben nicht mehr entsprechen, wodurch sie unfreiwillig komisch wirken. Produzenten des Genres wie der berühmte und mittlerweile zum Kult gewordene Regisseur Ed Wood sehen ihre Filme als Kunst an.
[Bearbeiten] Fernsehen
In der medialen und öffentlichen Diskussion um den Qualitätsverlust von Inhalten privater aber auch öffentlich-rechtlicher Fernsehsender wird der Begriff Trash-TV verwendet. Insbesondere einige Formate des Reality-TV wie Big Brother oder Dschungelcamp, in denen nach Meinung der Kritiker Voyeurismus und Zurschaustellung von Ekel stattfinden, werden z.B. von Politikern, Kirchen, Landesmedienanstalten aber auch der Werbeindustrie beanstandet. [1] (vgl auch Affektfernsehen, Unterschichtfernsehen)
[Bearbeiten] Musik
Auch in der Musikszene sind im Laufe der Jahre eine ganze Reihe bewusst als Trash konzipierter Produktionen auf den Markt gekommen. Die wohl erste Platte dieser Art entstand bereits 1928 und hieß „Ich reiß mir eine Wimper aus“. Der Refrain bestand aus diesen Zeilen:
Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot.
Dann nehm ich meinen Lippenstift und mach dich damit rot.
Und wenn du dann noch böse bist, weiß ich nur einen Rat:
Ich bestelle mir ein Spiegelei und bespritz dich mit Spinat.
Seit den 1960ern gelang es der Musikindustrie, mittels hohem Werbebudget vereinzelt derartige Titel hoch in den Charts zu platzieren (Rainbows – My Baby Baby Balla Balla); seit den 1990er Jahren nehmen die Veröffentlichungen überhand. In den letzten Jahren verbreiteten zudem viele „Möchtegern-Künstler“ Trash-Produktionen als MP3-Downloads übers Internet. Zudem ist umstritten, ob einfache Lieder mit geradlinigen Aufbau und wenigen Akkorden, die absichtlich massenkompatibel produziert wurden, auch in die Kategorie fallen.
Erfolgreiche Produzenten beabsichtigter Trashmusik sind und waren z. B. Mo-Do (Eins, Zwei, Polizei; Super Gut), Die Lollipops (Eisgekühlte Coca-Cola; Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad), DJ Ötzi (Burger Dance; The Music Man), Scooter (Hyper Hyper) und Stefan Raab (Hol' mir mal 'ne Flasche Bier; Wadde Hadde Dudde Da; Maschendrahtzaun; Wir kiffen). Als unfreiwilliger Trash, der gerade deswegen bisweilen als Kult verehrt wird, gilt beispielsweise die deutsche Schlagermusik der 1970er Jahre. Interpreten wie Guildo Horn, Dieter Thomas Kuhn sowie in jüngster Zeit Alexander Marcus bieten diese Musik freilich ganz bewusst, aber musikalisch und textlich originalgetreu als Trash dar. Auf diese Weise verschwimmen die Grenzen zwischen beabsichtigter und unbeabsichtigter Komik.
[Bearbeiten] Literatur
- Franziska Roller: Abba, Barbie, Cordsamthosen. Ein Wegweiser zum prima Geschmack. Reclam, Leipzig 1997, ISBN 978-3-3790-1586-8.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Weblinks
- eine Definition von „Trash“ bei film.at

