Big Brother (Fernsehshow)

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Seriendaten
Originaltitel Big Brother
International Logo of Big Brother.png
Produktionsland Deutschland
Jahr(e) 2000–2011
Produktions-
unternehmen
Endemol
Länge Highlights der Show auf RTL II und 24 Stunden-Livestream auf Clipfish Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
täglich auf RTL II ; 24 Stunden-Livestream auf Clipfish
Genre Reality-Show
Erstausstrahlung 28. Februar 2000 auf RTL II
Länder mit einer eigenen Version von Big Brother

Die Fernsehshow Big Brother ist ein international erfolgreiches und in fast 70 Ländern ausgestrahltes, aber auch stark umstrittenes TV-Sendeformat. Es wurde zum ersten Mal 1999 in den Niederlanden ausgestrahlt. Die Rechte an der jeweils lokal produzierten Show besitzt die niederländische Firma Endemol Entertainment. In Deutschland wurde Big Brother auf dem privaten Sender RTL II und seit der fünften Staffel auf Premiere bzw. ab der zehnten Staffel bei Sky Deutschland (ehemals Premiere) sowie Clipfish als 24-Stunden-Livestream, der rund um die Uhr Bilder aus dem Big-Brother-Haus sendet, ausgestrahlt.[1] Nach dem Ende der elften Staffel 2011 wurde das Format in Deutschland nicht mehr weiter produziert. 2013 startete Sat. 1 mit Promi Big Brother einen eigenen Ableger.

Konzept[Bearbeiten]

Im von Land zu Land leicht variierendem Konzept der Sendung lebt eine Gruppe von Menschen zum Teil mehrere Monate lang in einem als Wohnumgebung eingerichteten Fernsehstudio („Container“). Der Tagesablauf wird von der Produktionsfirma strukturiert und durch vorgegebene Wettbewerbe und Spiele aufgelockert. Das Leben der Teilnehmenden wird rund um die Uhr von Fernsehkameras und Mikrofonen aufgezeichnet und regelmäßig live oder als Zusammenschnitt von „Highlights“ im Fernsehen ausgestrahlt. Am Ende der Sendung steht der Projektgewinner eines – in Deutschland einkommenssteuerpflichtigen[2] – Preisgeldes fest. Es ist die Person, welche im Container überlebt und diesen somit als Letzte verlässt.

Der Name Big Brother[Bearbeiten]

Der Name Big Brother ist abgeleitet aus George Orwells 1949 erschienenen dystopischen Science-Fiction-Roman 1984. In dieser düsteren Zukunftsvision wird eine totalitär regierte Gesellschaft beschrieben, die unter ständiger Überwachung durch den Großen Bruder (englisch: „Big Brother“) steht. Überwachungskameras zur Videoüberwachung (sogenannte „Televisoren“ oder in neueren Übersetzungen „Teleschirme“), Fernsehempfänger mit Großbildschirmen und integrierten Mikrofonen zur Entgegennahme von Befehlen sind überall, auch in den Wohnräumen, präsent und schaffen eine allgegenwärtige, fast lückenlose Überwachung der Individuen. Privatsphäre existiert so nicht mehr.

Die Sendung bezieht sich in ihrem Titel auf diese lückenlose Videoüberwachung und den Verlust der Privatsphäre. Obwohl der Name der Sendung der Anrede des Herrschers aus Orwells Roman entspricht, enthält sie keine eigene politische Ausrichtung, verherrlicht somit auch nicht die Diktatur oder den Überwachungsstaat.

Kritik an der Show[Bearbeiten]

Das bei seiner Einführung heftig umstrittene Format wurde zu Beginn als gesellschaftlicher Tabubruch erlebt. Kritisiert wurde die Zurschaustellung privaten Lebens in der medialen Öffentlichkeit und damit verbunden der als ethisch fragwürdig empfundene Eingriff der Fernsehsender in das Privatleben der Bewohner. Des Weiteren werde den Bewohnern ohne ihr Wissen ein bestimmtes Image verpasst, welches negative Auswirkungen auf das Leben nach Big Brother haben kann. Häufig würden in den Tageszusammenfassungen nur Szenen gezeigt, die die Bewohner in einer starken emotionalen Gefühlslage zeigen, Streitszenen und Mobbing würden zu Unterhaltungszwecken in den Vordergrund gestellt. Auch wurde kritisiert, dass die Kandidaten der Show psychisch teilweise unter sehr großem Druck stünden, was traumatisierend wirken könne. Die ständige Beobachtung durch Kameras sowie das Zusammenleben mit fremden Menschen auf engstem Raum stelle eine hohe Belastung dar. Diese sei zwar selbstgewählt, werde aber hauptsächlich in Anbetracht der hohen Gewinnsumme in Kauf genommen.[3][4]

Big Brother in Deutschland[Bearbeiten]

Die Show wurde in bislang elf Staffeln produziert. Die erste Staffel lief in Deutschland im Jahr 2000. Im Jahr 2005 startete bereits die sechste Staffel, die als endlos gelten sollte, doch aufgrund von zu niedriger Einschaltquoten am 26. Februar 2006 eingestellt wurde. Die achte Staffel begann am 7. Januar 2008. Daraufhin folgte am 8. Dezember 2008 die neunte Staffel. Die Ausstrahlung der zehnten Staffel endete am 10. August 2010 und am 2. Mai 2011 begann die elfte Staffel.

In der Pause zwischen sechster und siebter Staffel sendete Premiere vom 26. Februar 2006 bis zum 5. Juni 2006 einen Format-Klon namens Der Container Exklusiv, ebenfalls von Endemol produziert. Moderator dieser Sendung war Christian Möllmann, bekannt aus der zweiten Staffel.

1. Staffel[Bearbeiten]

Alle zwei Wochen nominiert jeder Bewohner zwei Kandidaten, die seiner Ansicht nach das Big-Brother-Haus verlassen müssen. Er spricht diese Nominierungen isoliert von den anderen Bewohnern in einem speziellen Raum vor den Fernsehzuschauern aus. Das Fernsehpublikum entscheidet dann per Abstimmung, welcher von den nominierten Hausbewohnern gehen muss. Dies geschieht so lange, bis nur noch drei Kandidaten übrig sind. Danach bewerten die Zuschauer die drei verbliebenen Kandidaten. Der Gewinner erhält die Gewinnsumme. Zusätzlich können Wochen- und Tagesaufgaben gelöst werden, die den Bewohnern bei Erfolg zu Geschenken in Form von Musik, Essen etc. verhelfen. Die Staffel begann am 28. Februar und endete nach 102 Tagen am 9. Juni 2000.

Die Kandidaten wohnten zusammen in einem Wohncontainer (153 m² Wohnfläche) mit Garten auf dem Gelände der NOB Studios in Hürth bei Köln. Sollte ein Kandidat freiwillig das Haus verlassen, so zieht ein Ersatz-Kandidat für diesen ein. Die Show wurde vom Sender RTL II übertragen. Die Gewinnsumme betrug 250.000 DM. Der Titelsong dieser Staffel war „Leb“ von Die 3. Generation.

Percy Hoven moderierte die erste Staffel, unterstützt wurde er dabei von Thorsten Wember. Außenreporterin war Sophie Rosentreter.

2. Staffel[Bearbeiten]

Nachdem sich in der ersten Staffel zirka 15.000 Kandidaten beworben hatten, waren es für die 106 Tage andauernde 2. Staffel - sie begann am 16. September und endete zu Silvester 2000 - bereits über 70.000. Nach den Telefon-Castings fanden die Kamera-Castings in fünf deutschen Großstädten statt. An einem psychologischen Test müssen alle Bewerber, die in die enge Auswahl kommen, teilnehmen. Eine „aparte“ Mischung der Teilnehmer sollte an den Erfolg der ersten Staffel anschließen. Motto: „Weg vom Auf-der-Couch-Sitzen hin zu mehr Intrigen, verrückteren Charakteren und verschärften Regeln!“ Das Konzept weicht von dem der ersten Staffel nur unwesentlich ab. Alle zwei Wochen nominiert jeder Bewohner unter Pflicht-Angabe von Gründen zwei Kandidaten, die seiner Ansicht nach das Big-Brother-Haus verlassen müssen. Er spricht diese Nominierungen isoliert von den anderen Bewohnern in einem speziellen Raum live vor den Fernsehzuschauern (RTL) aus. Das Fernsehpublikum entscheidet dann per Telefon-Abstimmung, welcher der nominierten Hausbewohner in der Folgewoche gehen muss. Dieses Procedere geschieht so lange, bis nur noch drei Kandidaten übrig sind. Danach bewerten die Zuschauer die drei verbliebenen Kandidaten. Der Gewinner erhält die Gewinnsumme. Während der gesamten Staffel müssen zusätzlich Wochen- und Tagesaufgaben gelöst werden, die den Bewohnern bei Erfolg zu Geschenken in Form von Zusatzbudget, Musik, Essen etc. verhelfen.

Neu in der zweiten Staffel ist, dass die Kandidaten „back to basic“, das heißt ohne garantierte Essensrationen, warmes Wasser oder Kosmetika auskommen bzw. sich diese „Extras“ erarbeiten müssen.

Die Kandidaten wohnten zusammen in einem Wohncontainer (153 m² Wohnfläche) mit Garten auf dem streng-bewachten Gelände der NOB Studios in Hürth bei Köln, wie schon in der ersten Staffel. Die Tages-Shows wurden vom Sender RTL II, die Nominierungs- und Auszugs-Shows am Samstag von RTL übertragen. Die Gewinnsumme betrug 250.000 DM. Erstmals konnten die Zuschauer über den Sender Single-TV sowie per Live-Stream im Internet rund um die Uhr in den Wohncontainer schauen.

Titelsong dieser Staffel war Zeig mir dein Gesicht von Berger. Zusätzlich zu der Staffel gab es das tägliche Nacht-Quiz (Big Brother – Das Quiz) mit Maike Tatzig, eine Morning-Call-in-Show (Big Brother – Dein Gewinn) sowie permanente Beiträge auf nahezu allen privaten Fernsehsendern. Die Werbe-Kooperationen zum Beispiel mit Pepsi, der Bild-Zeitung und anderen wichtigen Werbepartnern machten Big Brother im Jahre 2000 zu dem Medienereignis, das viele Kritiker auf den Plan rief und eben dadurch den Erfolg der Staffeln 1 und 2 verstärkte.

Oliver Geissen moderierte zusammen mit Gudrun Loeb durch die Live-Sendungen. Außenreporterin war Aleksandra Bechtel.

3. Staffel[Bearbeiten]

Das Konzept weicht von dem der ersten Staffel nur wenig ab. Alle zwei Wochen nominiert jeder Bewohner zwei Kandidaten, die seiner Ansicht nach das Big-Brother-Haus verlassen müssen. Er spricht diese Nominierungen isoliert von den anderen Bewohnern in einem speziellen Raum vor den Fernsehzuschauern aus. Das Fernsehpublikum entscheidet dann per Abstimmung, welcher von den nominierten Hausbewohnern gehen muss. Dies geschieht so lange, bis nur noch drei Kandidaten übrig sind. Danach bewerten die Zuschauer die drei verbliebenen Kandidaten. Der Gewinner erhält die Gewinnsumme. Zusätzlich können Wochen- und Tagesaufgaben gelöst werden, die den Bewohnern bei Erfolg zu Geschenken in Form von Musik, Essen, etc. verhelfen. Die dritte Staffel startete am 27. Januar. Nach 106 Tagen war diese am 12. Mai 2001 zu Ende.

In dieser Staffel gab es jedoch etwas Neues: den „Maulwurf“, welcher auf Kommando von Big Brother im Haus agierte und verhindern sollte, dass die Tages- bzw. Wochenaufgaben erfolgreich gelöst werden. Seine Funktion blieb geheim, flog aber nach einiger Zeit auf. Dieser Maulwurf war die Bewohnerin Silvia. Außerdem war erstmals ein Pärchen dabei, Coco und Katja, wovon man sich viel Reibungspotential versprach.

Die Kandidaten wohnten zusammen in einem Wohncontainer (153 m² Wohnfläche) mit Garten auf dem Gelände der NOB Studios in Hürth bei Köln. Die Show wurde von den Sendern RTL und RTL II übertragen. Auch in dieser Staffel gab es das Nacht-Quiz mit Maike Tatzig auf RTL II (Big Brother – Das Quiz) sowie eine 3 minütige Gewinnchance auf 1.000 DM kurz vor der aktuellen Big Brother Folge (Big Brother – Der Countdown). Die Gewinnsumme betrug 300.000 DM. Der Titelsong dieser Staffel war „Nur die Wahrheit Zählt“ von Ayman & Naima.

Das Moderatorengespann wurde aus der letzten Staffel vollständig übernommen und bestand somit aus Oliver Geissen, Gudrun Loeb und Aleksandra Bechtel (Außenreporterin).

4. Staffel[Bearbeiten]

Die vierte Staffel sollte sich von den anderen abgrenzen. „The Battle“ versuchte, weniger Langeweile und mehr Spannung zu versprechen. Statt des alten Containers gab es ein Haus mit einem luxuriösen und einem kargen Bereich, welche durch eine rote Absperrungskordel voneinander getrennt waren. Die Bewohner wurden in Teams aufgeteilt und mussten um Wohnzeit im luxuriösen Bereich ständig gegeneinander in Wettkämpfen antreten. Diese Spiele wurden entweder im Haus, wo sich die Teilnehmer beider Bereiche an der „roten Kordel“ gegenüberstanden, oder aber auf dem eigens dafür geschaffenen „Battlefield“, einer eingezäunten Sand- und Rasenfläche, ausgetragen. Die Anweisungen für diese Matches und Battles bekamen die Bewohner direkt vom Matchmaster „Mac“ (Sven Steffensmeier, Creative Producer Endemol), welcher auch als Schiedsrichter der Spiele fungierte.

Die Kandidaten wohnten zusammen in einem Haus mit Garten auf dem Gelände des Coloneums in Köln. Die Show wurde von den Sendern RTL II, Tele 5 und MTV2 Pop übertragen. Die Gewinnsumme betrug 90.000 Euro. Der Titelsong dieser Staffel war Alles ändert sich von Oli.P & Lukas.

Alleinige Moderatorin war in der 4. Staffel Aleksandra Bechtel. Die Staffel begann am 31. März und endete nach 99 Tagen am 7. Juli 2003.

5. Staffel[Bearbeiten]

Die Staffel dauerte vom 2. März 2004 bis zum 1. März des Folgejahres und nahm damit 365 Tage in Anspruch. Neue Regeln beinhalten nun einen Bereich für „Survivor“ (Arme), „Normale“ und „Reiche“.

Der Bereich der Survivor ist ähnlich wie ein Aufenthalt auf einem Campingplatz. Geschlafen wird in Schlafsäcken auf Isomatten. Sie erhalten täglich eine knappe Nahrungsmittelration, die überwiegend aus Rohkost und anderen Lebensmitteln im natürlichen Zustand besteht. Als Herd dient ein mit selbst gehacktem Brennholz befeuerter offener Ofen.

Der Bereich der Normalen repräsentiert die gesellschaftliche Mittelschicht. Die Bewohner müssen, um ihr Haushaltsgeld aufzubessern, sogenannte Wochenaufgaben lösen, zum Beispiel die Herstellung von 1000 Papierblumen oder das Bewältigen verschiedener Denksportaufgaben. Die hergestellten Artikel kommen meist Krankenhäusern und Kindereinrichtungen zugute.

Im Bereich der Reichen herrscht Überfluss. Dort gibt es zum Beispiel Artikel wie gemütliche Betten, luxuriöse Badewannen, Flachbildschirme und Pools. Zu den Nahrungsmitteln zählen unter anderem Champagner und Lachs. Persönliche Trainer oder Friseure können ebenfalls in das Haus bestellt werden. Täglich können Bewohner des normalen Teams für Dienstleistungen wie Putzen und Bügeln entgeltlich in Anspruch genommen werden.

Nach Wechselmatches entscheidet sich, welches Team in welchen Bereich wechseln darf. So kann also das Team „Reich“ durchaus mehrere Wochen im Bereich der Survivor leben und umgekehrt. Natürlich ist auch ein Wechsel in den „normalen“ Bereich möglich. Dazu gibt es die Herausforderungen, „Challenge“ genannt. Bei diesen muss ein bestimmter Bewohner alleine eine besonders schwierige Aufgabe bewältigen, zum Beispiel einen Sprung aus einem fliegenden Hubschrauber in einen im Wasser schwimmenden drei Meter durchmessenden Ring. Die „Challenge“ zieht je nach Ausgang Belohnungen oder Bestrafungen nach sich. Die „Matches“ und „Challenges“ wurden von Matchmaster „Mac“ (Sven Steffensmeier, Creative Producer Endemol) und der Matchmasterin „Miss Mac“ (Anna Pauli, Creative Producer Endemol) entwickelt und wechselweise durchgeführt.

Nebst Petra, die ursprünglich auch als Kandidatin geführt wurde, aber von Big Brother geleugnet wird (die aber von den Premiere-Zuschauern gesehen wurde), gab es auch einen Kurzbesucher, der über einen Baum in den Survivor-Bereich eindrang und ein kurzes Treffen (zirka 15 Minuten) bei den Bewohnern abhielt, da er unbedingt an Big Brother teilnehmen wollte.

Zu Beginn der letzten zwei Monate der Staffel wurde das Survivor-Team aufgelöst und die Personen in die Teams Normal und Reich verschoben. Der Survivor-Bereich dient als Bestrafungsbereich. Solche und andere Veränderungen ergaben sich durch die immer niedrigere Anzahl von Bewohnern im Haus, da seit dieser Endphase wöchentlich nur noch jemand rausgewählt wurde, statt ausgewechselt zu werden.

Übertragen wurde die Show von den Sendern RTL II, Tele 5, Premiere, MTV2 Pop und VIVA. Die Gewinnsumme betrug 1.000.000 Euro. Der Titelsong dieser Staffel war Alles was du willst von Lex.

Ruth Moschner führte durch die wöchentlichen Entscheidungsshows und wurde dabei vom Ex-Bewohner der 2. Staffel, Christian Möllmann, unterstützt. Oli P. war Außenreporter.

6. Staffel[Bearbeiten]

Ursprünglich sollte die Show nicht zeitlich begrenzt sein. Der Sender wollte diese Staffel so lange fortsetzen, wie das Zuschauerinteresse besteht. Am 25. November 2005 wurde in einer Pressemitteilung seitens RTL II mitgeteilt, dass die sechste Staffel nun doch nicht „unendlich“ laufen werde, sondern am 26. Februar 2006 in einem großen Finale beendet werde. Die Staffel begann am 1. März 2005 und dauerte damit 363 Tage.

Die öffentlichen Bewerbungen fanden im Dezember 2004 in einigen deutschen Großstädten statt. Entgegen ersten Gerüchten wurde doch kein komplettes Dorf mit Kirche und Wald simuliert; es blieb bei einem (relativ großen) Container, welcher aber in einigen Dingen einem Dorf glich. Dieses „Dorf“ stand in unmittelbarer Entfernung zum Big-Brother-V-Haus in Köln-Ossendorf. Wieder sind die Kandidaten in Reiche (die „Chefs“), Normale (die „Assistenten“) und Arme (die „Hiwis“) eingeteilt worden, die in ihren unterschiedlichen Wohnwelten leben. Die drei Bereiche befanden sich in den Häusern 3, 7 und 9, welche jeweils vom Marktplatz aus über separate Hauseingänge zu erreichen waren. Zusätzlich gibt es die Häuser 11 und 13, in welchen Matches abgehalten werden, sowie die Arena (analog zum Matchfield in der V. Staffel). Die Bewohner können nunmehr ihr Budget in Arbeitsbereichen (KFZ-Werkstatt, Bauernhof mit Hühner-, Schaf-, Kuh- und Schweinestall sowie Modeatelier) erwirtschaften, denn erstmals in einer Big Brother-Staffel verdienen sich die Bewohner ihren Spielgewinn zu einem großen Teil selber.

Wöchentlich galt es in den drei Arbeitsbereichen, ein montags von Big Brother vorgegebenes Wochenziel zu erreichen. Freitags wurde diese „Wochenaufgabe“ dann in den einzelnen Bereichen präsentiert und Big Brother entschied, zu wie viel Prozent das Wochenziel erreicht wurde. Gelang es dem Arbeitsteam 100 % zu erreichen, erhielt es 1200 € (bei Prozentzahlen darunter, anteilig), welche sowohl für den Jackpot erspielt wurden, als auch unter dem Arbeitsteam als Lohn aufgeteilt wurden. Ein Arbeitsteam bestand aus einem Chef, zwei Assistenten und zwei Hiwis. Die Aufteilung des Lohnes oblag dem jeweiligen Chef. BB gab dabei zwar die Vorgabe, dass den Chefs 500 €, den Assistenten 250 € und den Hiwis 100 € zu zahlen sind, letztendlich entschied aber der Chef selber. Zusätzlich durfte er noch wöchentlich den „Goldenen Punkt“ an den Mitarbeiter vergeben, welcher sich am meisten angestrengt bzw. den größten Arbeitseinsatz gezeigt hat. Ein Hiwi stieg mit zwei Goldenen Punkten zum Assistenten auf, dafür musste der Chef dann einen Assistenten zum Hiwi degradieren. Ein Assistent erhielt mit dem zweiten Goldenen Punkt 500 € auf sein virtuelles Konto. Erreichte ein Chef dreimal nicht das vorgegebene Wochenziel (schlechter als 85 %), verlor er seinen Chefposten und wurde automatisch zum Hiwi. Die Zuschauer entschieden dann in einem Telefonvoting, welches der anderen Teammitglieder zum Chef aufsteigen durfte.

Diese Arbeitsbereiche wurden im Oktober 2005 bis auf den Bauernhof aufgelöst.

Das Mode-Atelier dient seit 26. November 2005 als Big-Brother-Hotel. Die ehemalige KFZ-Werkstatt beheimatete eine Zeit lang die „Big Brother – Morning-Show“, welche vom 28. November 2005 bis 30. Dezember 2005 vormittags zwischen 8:55 und 9:55 Uhr auf RTL II, anstelle der Wiederholung der Tageszusammenfassung vom Vortag, gesendet wurde. Moderator war René Travnicek VIVA-Moderator („Inscene“) und Publikumsanheizer (unter anderem für „Nur die Liebe zählt“, „Schillerstrasse“), der dann durch den Gewinner der V. Staffel, Sascha Sirtl, abgelöst wurde. Zusätzlich wurde die ehemalige KFZ-Werkstatt für die Hochzeit von Bewohner Marco und Ex-Bewohnerin Bettina in eine Hochzeitskapelle sowie Anfang Januar in eine Eishalle umgewandelt.

Über ein internes Telefon besteht für die Kandidaten der unterschiedlichen Bereiche die Möglichkeit mit anderen Dorfbewohnern zu kommunizieren. In einer neuen Arena (600 Quadratmeter Fläche) und zwei Matchräumen finden auch weiterhin Matches statt; auch Challenges gibt es wieder. Den Bewohnern stehen auch eine Kneipe (Big Bar) und ein Fitnesscenter zur Verfügung.

Die sechste Staffel bestand am Einzugstag 1. März 2005 aus 11 Bewohnern (drei Chefs, vier Assistenten, vier Hiwis), welche dann in den darauf folgenden Wochen auf 15 Bewohner aufgestockt wurden.

Nominiert wurde zu Anfangs nach dem „Herausforderersystem“. Die Phase zwischen Nominierung und Rauswurf eines Bewohners dauert drei Wochen. In der ersten Woche nominieren die Bewohner drei Kandidaten. Aus diesen drei Kandidaten wählen die Zuschauer, noch in derselben Sendung, per Telefonanruf zwei Kandidaten aus, welche sich die Woche über duellieren werden. Eine Woche darauf müssen die Zuschauer aus diesen beiden Kandidaten eine Person wählen, die sich einem Herausforderer stellen muss. Der Herausforderer wird für eine Probewoche in den Bereich des Nominierten einziehen. Nun haben der Nominierte und der Herausforderer eine Woche Zeit das Publikum von sich zu überzeugen. In der dritten Woche wird von den Zuschauern schließlich der Auszug eines der beiden Kandidaten bestimmt. Da sich das „Herausforderersystem“ bei den Zuschauern aber nicht bewährt hatte, ging man nach dreimal zum „normalen“ Nominierungssystem über.

Bei diesem Nominierungssystem setzen die Bewohner (jeweils eine Stimme) und die Zuschauer (zwei Stimmen) gemeinsam zwei der Bewohner auf die Nominierungsliste. Zuvor wurde von Big Brother bekanntgegeben, welche Bewohnergruppe nominiert werden kann (Frauen, Männer, Arbeitsteams, Hausteams). Diese beiden Nominierten stellten sich dann den Zuschauern eine Woche lang im Telefonvoting. Derjenige, welcher die meisten Stimmen erhielt, musste das Dorf verlassen.

Jeder Bewohner besitzt ein persönliches virtuelles BB-Konto. Dieses Konto kann der Bewohner durch Lohn, Matches und Challenges aufstocken. Sollte er von den Zuschauern rausgewählt werden, erhält er den auf seinem BB-Konto befindlichen Betrag als Gewinn ausgezahlt. Verlässt der Bewohner allerdings freiwillig das Dorf, verfällt sein bis dahin erzielter Betrag.

Der von den Bewohnern durch Löhne angesammelte Jackpot wird insgesamt vier Mal ausgespielt. Die Zuschauer entscheiden in einem Beliebtheitsvoting darüber, wer prozentual wie viel Geld bekommt. Beim ersten Jackpot am 29. Mai 2005 musste der unbeliebteste Mann (André) sowie die unbeliebteste Frau (Shire) das Dorf noch am selben Abend verlassen, während Parsifal und Bettina als die beiden beliebtesten Bewohner den größten Teil des Jackpots auf ihr virtuelles Konto übertragen bekamen. Beim zweiten Jackpot am 4. September 2005 mussten sogar die vier unbeliebtesten Bewohner (Martin, Frank, Benjamin, Nugy) das Dorf sofort verlassen, um Platz für die einziehenden Prominenten zu machen, während Marco (Platz 1) und Bettina (Platz 2) die beiden beliebtesten Bewohner waren. Beim dritten Jackpot am 4. Dezember 2005 siegte wiederum Marco, welcher mehr als doppelt soviel Prozentpunkte erreichte als der zweitplazierte Giuseppe, während Christopher als unbeliebtester Bewohner das Dorf verlassen musste.

Zusätzlich zum Jackpot werden in dieser Staffel zweimal 250.000 € ausgelost. Gewinner der ersten 250.000 € wurde nach mehreren Runden, in welchen die Zuschauer per Telefonvoting abstimmten sowie der Fakirwoche, Giuseppe. Die zweiten und letzten 250.000 € wurden in der Finalshow am 26. Februar 2006 vergeben.

Auch in dieser Staffel sind der Matchmaster „Mac“ (Sven Steffensmeier, Creativ Producer Endemol) und „Miss Mac“ (Anna Pauli, Creativ Producer Endemol) für die Entwicklung, Durchführung und Überwachung der Matches und Challenges verantwortlich. Übertragen wird die Show von den Sendern RTL II, Tele 5 (bis einschließlich 21. September 2005. Nachtfalke, danach aufgrund der Neuorientierung des Senders zum Spielfilmsender eingestellt) und Premiere. Der Titelsong dieser Staffel ist Deine Welt.

Wegen der weit unter den Erwartungen liegenden Einschaltquoten in der Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer wurden vom Produzenten der Show Änderungen am Konzept erarbeitet; auch ein Ende der Staffel im August 2005 soll laut Medienberichten bei den Verantwortlichen des Senders RTL II im Gespräch gewesen sein, wurde aber von offizieller Seite stets dementiert.

Das Big-Brother-Hotel am Marktplatz wurde am 26. November 2005 eröffnet. Der Besucher darf am Dorfleben teilnehmen, wie alle anderen Bewohner auch. Aber er hat auch die Möglichkeit, sich in sein Luxusgemach zurückziehen und es sich richtig gut gehen zu lassen. Dafür steht ihm rund um die Uhr ein Big-Brother-Hotelservice zur Verfügung, welcher vom jeweiligen Team in Haus 7 übernommen wird. Genau wie im gesamten Big-Brother-Dorf sind auch im Hotelzimmer zahlreiche Kameras angebracht.

Seit dem 26. Dezember 2005 sind Bewohner Marco und Ex-Bewohnerin Bettina verheiratet. Sie gingen im Rahmen einer Live-Show den Bund der Ehe ein. Offizieller Hochzeitstermin war der 28. Dezember 2005 im Standesamt Bonn-Beuel. Danach durfte Bettina in Verbindung mit dem Match „Die versteckte Braut“ noch bis zum 1. Januar 2006 im Dorf bleiben.

Beim großen Finale am 26. Februar 2006 setzte Michael sich gegen Thomas durch und gewann die zweiten 250.000 €.

Die Moderation führte zunächst Ruth Moschner fort, am 29. Mai 2005 stieg sie jedoch aus. Der vorherige Außenreporter Oli P. übernahm von dort an ihren Job. Co-Moderator war Jochen Bendel.

7. Staffel[Bearbeiten]

Die 7. Staffel lief vom 5. Februar bis 2. Juli 2007 und dauerte 148 Tage. Unter dem Motto „Wer bist du wirklich?“ sollte es eine der ersten Staffel ähnelnde Fernseh-Show werden.

Die 7. Staffel hatte eine Dauer von 148 Tagen und nur einen Bereich. Im neuen Big Brother-Haus kämpften zwölf Kandidaten um bis zu 250.000 €. Aus der fünften und sechsten Staffel wurden die Matches und Challenges übernommen, die, neben Bestrafungen für Regelverstöße, einen Einfluss auf die Gewinnsumme haben sollten. Die Nominierungen ähnelten den frühen Staffeln nur im Prinzip, welches häufig durch Sonderregelungen eingeschränkt wurde. Big Brother 7 war die erste Staffel, in der dem Publikum keine offiziellen Spielregeln mitgeteilt wurden. Der Titelsong Ich sehe was, was du nicht siehst wurde gesungen von Senta-Sofia Delliponti.

Wie auch in den vergangenen Staffeln hielten Endemol und RTL II am bekannten Sendeschema fest: Um 19:00 Uhr startete täglich die Tageszusammenfassung des Vortages. Lediglich am Wochenende gab es während der Staffel eine Veränderung: Anders als bislang konnten RTL-II-Zuschauer eine komplette Zusammenfassungs-Show des Wochenendes am Montag um 19:00 Uhr sehen, am Sonntag wurde die Zusammenfassung während der Staffel abgesetzt. Die wöchentliche Entscheidungs-Show wurde aus einem neuen Studio im Kölner Coloneum (Studio 50) gesendet. Diese war montags um 21:15 Uhr zu sehen. Darüber hinaus übertrug Premiere wieder täglich live rund um die Uhr.

Als Sieger der Staffel erhielt der Bewohner Michael eine Prämie von 250.000 Euro, wobei die Produzenten des Formats den durch Matches, Challenges und Strafen reduzierten Betrag aufgerundet hatten.

Die Moderation übernahmen in dieser Staffel Charlotte Karlinder und Jürgen Milski (Außenreporter).

8. Staffel[Bearbeiten]

Die achte Staffel begann am 7. Januar 2008 und endete nach 183 Tagen am 7. Juli 2008. Der Sieger erhielt am Ende 250.000 Euro. Auf RTL II wurde montags bis samstags um 19 Uhr eine Tageszusammenfassung mit den Höhepunkten des Vortages ausgestrahlt. Die wöchentliche Liveshow begann montags um 21:15 Uhr. Dazu gab es wieder einen 24-Stunden-Live-Kanal bei Premiere, der für 5  € am Tag bzw. 15  € im Monat abonniert werden konnte. Als weiterer Medienpartner war in dieser Staffel 9Live vertreten. Hier gab es montags bis donnerstags um 23:00 Uhr ein tägliches „Best Of“ und ab 23:15 Uhr „Call Big Brother“ (ein Call-In-Format rund um Big Brother); freitags und sonnabends waren die Sendetermine 21:15 Uhr bzw. 21:30 Uhr.

Neu an dieser Staffel war die Einführung einer 30-sekündigen Verzögerung des Premiere-Livekanals, die gegen Ende der Staffel eingeführt wurde.[5] Zudem bestand das Haus erstmals aus zwei Etagen.

Auf der Medien-Plattform sevenload ist Big Brother als zentrales Element in die Website integriert. Besucher von sevenload haben die Möglichkeit, an einem Online-Chat mit ausgeschiedenen Haus-Bewohnern teilzunehmen und für den Einzug von Bewerbern, deren Bewerbungsvideos auf sevenload zu sehen sind, zu stimmen. Zudem sind Videos von Aufnahmen aus dem Big-Brother-Haus zu sehen.

Titelsong der Staffel war Choose to Be Me von Sunrise Avenue.

Die zwölf Bewohner, von denen am 7. Januar zunächst acht einzogen, waren diesmal wieder in zwei Bereiche aufgeteilt (arm und reich). Wechsel zwischen den Bereichen waren durch Wettkämpfe („Wechselmatches“) möglich. Die Wochenaufgabe wurden nur noch von Bewohnern des reichen Bereiches bewältigt – Lohn und Strafe erhielten die Armen. In dieser Staffel gab es auch wieder ein Haustier: ein Kugelfisch, der von den Bewohnern den Namen „Dori“ erhielt und dessen Aquarium auf der Grenze zwischen den beiden Bereichen stand.

Bei der Nominierung bekam jeder Bewohner eine Stimme, mit der er einen anderen Bewohner nominiert. Die Zuschauer konnten häufig einen Bewohner durch ein Telefonvoting vor der Nominierung schützen. Die zwei oder drei Bewohner mit den meisten Stimmen standen eine Woche auf der Nominierungsliste und konnten von den Zuschauern geschützt oder rausgewählt werden. Frisch eingezogene Bewohner standen unter „Welpenschutz“ und durften nicht nominiert werden.

Am 7. Juli gewann Isi mit 54,6 % der Stimmen die Siegesprämie von 250.000 Euro.

Die Moderation übernahm zunächst wieder Charlotte Karlinder, nach der dritten Show ging sie jedoch in die Babypause und wurde von Miriam Pielhau vertreten. Außenreporter war Jürgen Milski.

9. Staffel[Bearbeiten]

Die neunte Staffel startete am 8. Dezember 2008 und endete nach 211 Tagen am 6. Juli 2009.[6] Der Gewinn betrug wieder 250.000 Euro.[6] Das Motto der Staffel lautete „Himmel und Hölle“.[7] Die eine Hälfte der Bewohner lebte im „Himmel“, einem luxuriösen Wohnbereich. Durch eine Mauer war dieser Bereich von der „Hölle“ abgegrenzt. Die Bewohner dieses Bereichs trugen Einheitskleidung und hatten diverse Dienste für die Bewohner des „Himmels“ zu leisten. Das Haus bestand aus 2 Etagen, durch eine Wendeltreppe gelangte man in die Schlafräume. Wechsel zwischen den Bereichen konnten zum Beispiel durch gewonnene Matches oder Regelverstöße erfolgen. Eine Rutsche führte von der 2. Etage direkt in die „Hölle“ Das Konzept wurde jedoch, aufgrund von anhaltend schwachen Quoten, bereits am 6. Januar 2009 nahezu komplett überarbeitet. Das Motto lautete nun „Big Brother Reloaded“. Sowohl Regelwerk und Soundtrack, als auch die Möblierung des Hauses wurden verändert. Während der Umgestaltung lebten die Bewohner im Matchraum. Die Bereiche waren nun klarer voneinander abgegrenzt, die Bewohner der „Hölle“ lebten nur noch auf einem eingegrenzten Stück im Garten. Der komplette Innenbereich gehörte zum „Himmel“. Mehrere Male stattete ein Drill-Instructor den Bewohnern einen Besuch ab. Jeder Bewohner, der das Haus nach dem Voting der Zuschauer verlassen musste, konnte symbolisch einen Giftpfeil verschießen. Der benannte Bewohner hatte dann zumeist eine Strafe zu absolvieren. Des Weiteren zogen zum ersten Mal Ex-Bewohner aus vergangenen Staffeln wieder als reguläre Bewohner ins Big-Brother-Haus ein.

Auf RTL II wurde montags bis samstags um 19 Uhr eine Tageszusammenfassung mit den Höhepunkten des Vortages ausgestrahlt. Die wöchentliche Liveshow begann montags um 21:15 Uhr. Erstmals wurden die Folgen in 16:9 ausgestrahlt.[8] Die Staffel wurde von sevenload und Premiere 24 Stunden live aus dem Haus übertragen.[9][10] Sevenload betrieb auch wieder die Big-Brother-Website. Ferner gab es auf 9Live eine Quizshow „Call Big Brother“ sowie Liveschaltungen und Tageszusammenfassungen zu sehen. Die zeitweise in „Big Planet“ umbenannte Sendung „Planet 9“ wurde wieder umbenannt und zuletzt als „Planet“ ausgestrahlt.

Am 6. Juli gewann Daniel mit 55 % der Stimmen die Siegesprämie von 250.000 Euro vor Marcel.

Miriam Pielhau moderierte die Entscheidungsshows. Außenreporterin war Alida-Nadine Lauenstein.

10. Staffel[Bearbeiten]

Die zehnte Big Brother-Staffel ging am 11. Januar 2010 auf RTL 2 auf Sendung und endete nach 211 Tagen am 9. August.[12] Der Gewinn betrug wie in den Staffeln zuvor 250.000 Euro, während der Zweitplatzierte ein Auto und der Drittplatzierte eine Reise erhielten. RTL II strahlte täglich um 19:00 Uhr eine einstündige Tageszusammenfassung mit den Höhepunkten des Vortages aus. Bis zum 7. Juni zeigte der Sender montags anstatt einer Tageszusammenfassung ein Spezial über die Highlights der vergangenen Staffeln, welches aufgrund schwacher Einschaltquoten jedoch eingestellt wurde.[13] Die wöchentliche Entscheidungsshow begann montags um 21:15 Uhr und wurde erstmals seit der vierten Staffel wieder von Aleksandra Bechtel moderiert, während Alida Kurras erneut die Außenmoderation übernahm. Erstmals gab es mit Ulrich Potofski einen Live-Kommentator, der in der Eröffnungsshow die Einzüge und in den anschließenden Liveshows die Matches im Außenbereich des Hauses begleitete. Das Motto der zehnten Big Brother-Staffel lautete „Jeder hat ein Geheimnis“, der Titelsong „Schöne neue Welt“ wurde von der deutschen Popgruppe Culcha Candela gesungen.

Die zehnte Staffel bestand zunächst aus zwei Häusern, die räumlich komplett voneinander getrennt gewesen sind, das „Big Brother-Haus“ und das sogenannte „Secret-Haus“. Das Big-Brother-Haus war sehr modern, nobel und großräumig eingerichtet, während das deutlich kleinere Secret-Haus mit seinen im Haus verteilten Abfällen einem Messie-Haus glich. Die Bewohner des Secret-Hauses wussten nichts von der Existenz des anderen Hauses, die Bewohner des Big Brother-Hauses wiederum wurden nach bereits einem Tag von dem Dasein des Secret-Hauses unterrichtet und durften daraufhin die dortigen Geschehnisse durch Videoaufzeichnungen mitverfolgen.

In der ersten Entscheidungsshow wurde Pisei La als erste Kandidatin infolge einer Nominierung aus dem Secret- in das Big Brother-Haus umgesiedelt, doch wurden die Bewohner des Secret-Hauses in dem Glauben gelassen, La hätte das Projekt Big Brother komplett verlassen müssen. Während der darauffolgenden Woche mussten alle Bewohner des Secret-Hauses einzeln zu einer Wissensrunde antreten, bei deren Nicht-Bestehen der sofortige Auszug drohte. Doch verließen die Kandidaten, von denen kein einziger auch nur eine Fragerunde erfolgreich bestehen konnte, nicht das Projekt, sondern zogen in das tatsächliche Big Brother-Haus. Die übrigen Bewohner im Secret-Haus dachten jedoch erneut, dass die umgesiedelten Kandidaten aus dem Big Brother-Projekt ausgeschieden seien. Erst in der Live-Show vom 25. Januar zogen Uwe Schüder und Kristina Source als die beiden letzten im Secret-Haus verbliebenen Bewohner in das Big Brother-Haus. In der gleichen Sendung gab Big Brother neue, härtere Regeln bekannt. So war das Duschen mit warmem Wasser fortan nur noch mit Duschmarken möglich und auch Essen, Trinken und weitere Luxusartikel konnten nur noch durch erfolgreich bestandene Matches und Wochenaufgaben gewonnen werden. Dazu kam ein vergitterter „Strafbereich“ im Garten, in welchen die Bewohner bei Regelverstößen und nach verlorenen Matches ziehen mussten. Am 1. Februar wurde zudem erstmals die „White Box“ eingesetzt, ein begehbarer, überdimensionaler Würfel, wo Gedächtnis- und Geschicklichkeitsmatches durch die Anwendung bestimmter Lichttechniken stattfanden.

Die zehnte Staffel ist bekannt für ihre zahlreichen Konflikte und verbale Auseinandersetzungen zwischen den Bewohnern, die das Haus zumeist in zwei einander verfeindete Lager gespaltet haben. Allen voran der Bewohner Klaus Aichholzer war durch sein provokantes Auftreten für Missstimmung verantwortlich und sorgte durch sein offenes Taktieren dafür, dass die von ihm nominierten Bewohner fast immer auf der Auszugsliste standen und anschließend von den Zuschauern herausgewählt wurden.[14] Dies führte letztendlich dazu, dass das Finale erstmals ausschließlich aus Kandidaten bestand, die nicht einmal die Hälfte der Staffelzeit im Big Brother-Haus verbracht haben. Am 9. August gewann schließlich Timo Grätsch mit 75,2 % der Stimmen die Siegesprämie von 250.000 Euro.

Die Einschaltquoten übertrafen mit durchschnittlich 8,6 % Marktanteil bei den werberelevanten Zuschauern alle Erwartungen und machten die zehnte Big Brother-Staffel zur erfolgreichsten seit Staffel fünf. Endemol und RTL II entschieden sich aufgrund dieses großen Erfolges erstmals in der deutschen Big Brother-Geschichte dafür, eine laufende Staffel zu verlängern und Staffel zehn damit nicht bereits am 7. Juni, sondern erst am 9. August zu beenden.[15]

11. Staffel[Bearbeiten]

Das Logo der 11. deutschen Big Brother Staffel

Die elfte Staffel startete am 2. Mai 2011 mit dem Untertitel „The Secret“ und sollte 100 Tage dauern. Das Finale war für den 8. August 2011 geplant. Am 30. Juni 2011 gab Endemol bekannt, dass Big Brother 11 um 35 Tage verlängert wird und das Finale am 12. September stattfand. Aleksandra Bechtel moderierte diese Staffel. Die Eröffnungsshow wurde von Sonja Zietlow moderiert, da sich Bechtel zu diesem Zeitpunkt noch in Mutterschutz befand. Wie bereits in der ersten Staffel wurde erneut „Leb“ von Die 3. Generation als Titellied verwendet.

15 Bewohner lebten im Haus. Am Ende gewann der Sieger Rayo 125.000 Euro. Das Motto der elften Staffel hieß „The Secret“. Das besondere an dieser Staffel war ein neues Element, das Endemol erstmals einführte. Jeder Bewohner, der ins Haus einzog, hatte ein individuelles Geheimnis, das es zu bewahren galt. Deckte ein Bewohner das Geheimnis eines Mitbewohners auf, so erhielt er ein „Goldenes Ticket“ für das Finale und war somit vor Nominierungen sicher. Dieses behielt er so lange, bis ein anderer Bewohner ein anderes Geheimnis aufgedeckt hatte. Wurde das Geheimnis eines Bewohners aufgedeckt, so war dieser automatisch auf der Nominierungsliste. Das Gleiche geschah, wenn jemand versuchte, das Geheimnis zu lösen, jedoch falschlag.

Gewonnen hatte Rayo mit 53,9 % der Anrufer. Als zweite platzierten die Zuschauer Daggy 46,1 %. Dritter wurde Leon mit 22,5 %. Vierter Cosimo mit 18,5 % und fünfter Benny mit 6,2 %.

Prominenten-Auftritte Staffel 1-6[Bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten]

Viele der Big-Brother-Teilnehmer haben nach ihrem Aufenthalt Musikproduktionen auf den Markt gebracht. In fünf Staffeln wurde bereits im Haus ein gemeinsames Album oder eine Single aufgenommen.

Kritik[Bearbeiten]

Im Jahr 2004 kam die Sendung in die Kritik, weil explizit mitgefilmt wurde, als sich eine Bewohnerin ein Brustwarzenpiercing stechen ließ. Dies sahen die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) und die Hamburgische Anstalt für neue Medien (HAM), in Anbetracht der Sendezeit im Nachmittagsprogramm, als unpassend an.[18]

Zu Beginn der 5. Staffel wurde die Bewohnerin Sandra in der Boulevardpresse als Herzlos-Mutter tituliert, weil sie, um in das Big-Brother-Haus ziehen zu können, ihren kleinen Sohn zu ihren Großeltern gegeben hatte. Infolge der negativen Presse durfte das Kind für eine Stunde zu seiner Mutter in das Haus. Kirche und Politik kritisierten das Vorgehen des Senders, welcher daraufhin gegen den Willen der Produktionsfirma die Bewohnerin aus dem Spiel herausnahm.[19]

Immer wieder machten Bewohner durch eklatantes Fehlverhalten auf sich aufmerksam. So musste der Bewohner Adrian (Staffel 8) aufgrund eines Pädophilienwitzes ebenso das Haus verlassen, wie seine Mitbewohnerin Rebecca wegen einer nationalsozialistischen Äußerung.[20][21] Auch in der elften Staffel wurde ein Bewohner wegen einer nationalsozialistischen Geste aus dem Haus entfernt. Damals hatte der Bewohner René mit seinen Fingern einen Hitlerbart angedeutet.[22]

Im Verlauf der 10. Staffel rieb der Bewohner Klaus seinen Po an dem Kopfkissen von Mitbewohnerin Lilly.[23] Das Haus verlassen musste er jedoch genauso wenig wie Carlos, der gegen Ende einer Liveshow die Zuschauer, eine Mitbewohnerin und deren behinderten Sohn auf das schlimmste beleidigte, letzterem sogar den Tod wünschte.[24] Während der offenen Nominierung in der Live Show am 21. Juni 2010 kam es zu einem Eklat, der vom Bewohner René ausgelöst wurde. Als dieser Daniel nominierte, führte er eine „zutiefst beleidigende, verletzende und pietätlose“ Nominierungsbegründung an, indem er seinem Mitstreiter vorwarf, seine Schicksalsschläge, gemeint waren seine zwei verstorbenen Tanten und seine verstorbene Großmutter, im Fernsehen zu verkaufen, um Mitleid von den Zuschauern zu bekommen. Die anderen Bewohner waren von dieser Nominierungbegründung geschockt und fassungslos, woraufhin René mit sofortiger Wirkung vom Projekt Big Brother ausgeschlossen wurde.[25][26]

Promi Big Brother in Deutschland[Bearbeiten]

Hauptartikel: Promi Big Brother

Aufgrund des großen Erfolges von Berlin – Tag & Nacht wurde 2012 kein Big Brother produziert. Am 13. November 2012 sprach Endemol-Deutschland-Geschäftsführer Marcus Wolter aber von einer Fortsetzung der Sendung.[27] Nach zwei Jahren Pause wechselte die Show zu Sat.1 und wird dort seit dem 13. September 2013 unter dem Titel Promi Big Brother ausgestrahlt.[28] Am 15. August 2014 startet die zweite Staffel, die den Beinamen Das Experiment tragen wird.[29]

Big Brother in der Schweiz[Bearbeiten]

Big Brother Schweiz wurde produziert von Endemol und umfasste zwei Staffeln, welche auf TV3 ausgestrahlt wurden. Die erste Staffel im Jahr 2000 war ein grosser Erfolg und zog dementsprechend eine weitere Big Brother-Ausgabe nach sich, welche 2001 stattfand. Obwohl sie nicht an die Quoten der ersten Staffel herankam, war auch die zweite Ausgabe erfolgreich.

Nach dem offiziellen Rückzug der US-amerikanisch-luxemburgischen SBS Broadcasting Group (SBS) im Januar 2001 musste der Medienkonzern Tamedia AG (Tages-Anzeiger) den Fernsehsender TV3 allein finanzieren. Schließlich wurde der Sender am 23. Dezember 2001 eingestellt, womit auch das Ende von Big Brother Schweiz besiegelt war.

1. Staffel[Bearbeiten]

Am 3. September 2000 zogen die Kandidaten in einem Wohncontainer (153 m² Wohnfläche) mit Garten auf dem streng bewachten Gelände der Filmstudios Glattfelden bei Zürich. Am 30. Dezember 2000 endete die erste Big-Brother-Ausgabe in der Schweiz nach 106 Tagen. Mit Daniela gewann zum ersten Mal überhaupt eine Frau eine Big Brother-Staffel. Daniela veröffentlichte nach ihrem Erfolg eine CD, ebenso wie andere Bewohner, unter anderem Fabian und Nadim mit einem gemeinsamen Song. Stefan veröffentlichte hingegen ein Kochbuch mit Rezepten, die er unter anderem im Container zubereitet hatte.

Daniel Fohrler moderierte die 1. Staffel, unterstützt wurde er dabei von der Aussenmoderatorin Karin Lanz. Der offizielle Song stammte von „Lasso“ mit dem Titel „Bisch parat“. Zudem erschien wöchentlich das Big Brother-Magazin, auch ein PC-Spiel wurde veröffentlicht.

2. Staffel[Bearbeiten]

Knapp einen Monat nach der ersten Staffel startete am 28. Januar 2001 die zweite Ausgabe von Big Brother Schweiz aus Glattfelden. Diese umfasste 106 Tage und dauerte bis zum 13. Mai 2001. Moderiert wurde die 2. Staffel dieses Mal von Eva Wannenmacher. Die Außenmoderation übernahm Yves Schifferle.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Balke, Gregor Schwering, Urs Stäheli (Hrsg.): Big Brother. Beobachtungen, Bielefeld: transcript 2000
  • Thomas Bohrmann: Big Brother. Medienethische Überlegungen zu den Grenzen von Unterhaltung. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 41-42/2000, S. 3–10 (online)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „‚Big Brother 10‘: Videoclip-Portal Clipfish ist neuer Internet-Partner“ (PresseEcho.de am 17. Dezember 2009)
  2. Bundesfinanzhof, Pressestelle, 6. Juni 2012, "Big Brother"-Gewinn einkommensteuerpflichtig
  3. „Das Fernsehen kommt zu sich selbst – Kommunikationskultur im Zeichen von ‚Big Brother‘“ (medienheft.ch am 28. August 2000)
  4. „Big Brother: Alles nur ein Spiel? – Eine medienethischen Anfrage“ (medienheft.ch am 20. März 2001)
  5. „Live-‚Big Brother‘ jetzt mit Sicherheitspuffer“ (DWDL.de am 16. Mai 2008)
  6. a b „Schlüsseldaten für neue «Big Brother 9» bekannt“ (Quotenmeter.de am 23. Oktober 2008)
  7. „RTL II gibt neues ‚Big Brother‘-Motto bekannt“ (DWDL.de am 12. November 2008)
  8. „RTL II zeigt «Big Brother» in 16:9“ (Quotenmeter.de am 2. Dezember 2008)
  9. „Jetzt gibt es den Big Brother-Livestream!“ (sevenload.de am 10. Dezember 2008)
  10. „Premiere zeigt auch ‚Big Brother 9‘ 24 Stunden live“ (DWDL.de am 1. Dezember 2008)
  11. „Big Brother Sondermeldung: Mario Barth bricht in TV-WG ein!“ (BILD.de am 6. März 2009)
  12. „Das gab's noch nie: RTL II verlängert «Big Brother»“ (Quotenmeter.de am 22. April 2010)
  13. „RTL II streicht «Big Brother spezial»“ (Quotenmeter.de am 11. Juni 2010)
  14. „Finale am Montag: Wer siegt im «Big Brother»-Haus?“ (Quotenmeter.de am 5. August 2010)
  15. „Quotencheck: «Big Brother 10»“ (Quotenmeter.de am 10. August 2010)
  16. René wegen Hitlerbart-Geste rausgeworfen
  17. 2. Staffel von "Deutschland sucht das Sexy Sport Clips Model"
  18. „HAM beanstandet Brustwarzenpiercing bei ‚Big Brother‘“ (inside-digital.de am 5. Dezember 2006)
  19. „Big Brother – Rausschmiss sorgt für Kontroverse“ (stern.de am 19. März 2004)
  20. „Big Brother – Eklat nach Pädophilen-Witz“ (focus.de am 14. Januar 2008)
  21. „Big Brother Rauswurf: Rebecca muss wegen Hitlergruß gehen“ (topnews.de am 15. März 2008)
  22. "Big Brother-Rauswurf: René wegen Hitlerbart-Geste" (bz-berlin.de am 4. Juni 2011)
  23. „Big Brother 10: Klaus verschmutzt Lillys Kissen – Strafe von BB“ (erdbeerlongue.de am 12. Mai 2010)
  24. „Big Brother: Carlos ist ausgetickt“ (hegau-frau.de am 9. Februar 2010)
  25. „BB- Nomi: Geht Rene zu weit oder spricht er Tacheles?“ (bb-unzensiert.de am 21. Juni 2010)
  26. „Rene musste das Haus sofort verlassen – Exitvoting zwischenzeitlich ausgesetzt (UPDATE)“ (bb-unzensiert.de am 22. Juni 2010)
  27. quotenmeter.de: Marcus Wolter über Big Brother 12
  28. 'Promi Big Brother: Sat.1 sendet täglich aus Berlin ' (BBfun.de am 30. Juli 2013)
  29. 'Promi Big Brother: Starttermin steht fest' (BB-Unzensiert.de am 2. Juli 2014)

Weblinks[Bearbeiten]