Tretboot

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Festgemachtes Tretboot
Zwei festgemachte Tretboote
Modernes Tretboot mit Propellerantrieb

Tretboote (schweizerisch: Pedalos) sind heutzutage hauptsächlich im Freizeitbereich anzutreffen. Die Bezeichnung Tretboot geht auf die Art des Antriebs zurück, bei dem die zur Fortbewegung benötigte Energie mit Muskelkraft über Pedale umgesetzt wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Das vermutlich erste Tretboot wurde 1810 von Joseph von Baader erfunden[1] und 2005 von Piotr Ramczykowski im Rahmen einer Diplomarbeit an der Fachhochschule München nachgebaut.

Konstruktionsmerkmale typischer Tretboote[Bearbeiten]

Meist werden Tretboote durch die auf eine Art Kurbelwelle einwirkende Beinkraft von zwei Personen angetrieben. Die eingeleitete Beinkraft wird über eine Antriebskette auf ein Schaufelrad weitergeleitet, welches sich meist am Heck des Tretboots befindet. Am Heck befinden sich ebenso die Ruder, welche über ein Gestänge synchronisiert und über ein Lenkrad sowie Seilzüge oder ein Gestänge angesteuert werden. Manchmal sitzt das Schaufelrad vorne direkt auf der Kurbelwelle.

Tretboote zeichnen sich zumeist dadurch aus, dass sie sehr robust gebaut sind, um auch bei der Benutzung durch unerfahrene Benutzer keinen Schaden zu nehmen. So besteht der Rumpf eines Tretboots meist aus Aluminium oder glasfaserverstärktem Kunststoff, was ihn sehr widerstandsfähig macht. Weitere Maßnahmen, um eventuelle Schäden an Mensch und Boot zu begrenzen, sind das sehr robust ausgelegte Schaufelrad, sowie die Rumpfform, welche die Maximalgeschwindigkeit eines Tretbootes auf etwa Schrittgeschwindigkeit begrenzt.

Regattatretboote[Bearbeiten]

Neben diesen robusten Leichttretbooten gibt es auch noch sportliche Regattatretboote. Diese sind leicht gebaut, um hohe Geschwindigkeiten (Verdränger bis zehn kn, als Tragflügelboot bis zu 20 kn) zu erreichen. Der Antriebsstrang ist möglichst einfach ausgelegt, um Reibungsverluste zu minimieren. Daher werden bevorzugt Propeller eingesetzt, aber auch über einen Exzenter (welcher einen hohen Wirkungsgrad besitzt) gesteuerte Schaufelräder sind z. B. für Verdränger denkbar.

Meisterschaften[Bearbeiten]

Weitere Unterscheidungen sind nach der IHPVA Ein- und Mehrpersonenboote. Die Regatten werden als Europameisterschaften in den geraden Jahren (2004/2006/…) und in ungeraden Jahren als Weltmeisterschaften ausgetragen. Die Weltmeisterschaften werden im Wechsel mit Europa in den geraden Jahren in den USA ausgerichtet.

Weiter gibt es im Frühjahr (zumeist im April/Mai) noch eine studentische Meisterschaft (International Waterbike Regatta/IWR), die dem Erfahrungsaustausch und der Vernetzung der europäischen Schiffbaustudenten dient.

Ein Weltrekord für 24-Stunden-Fahren mit stündlich wechselnder Besatzung wurde am 28. April 2013 am Weißensee in Kärnten durch 42 Athleten des Trieste Waterbiketeam auf einem Dreisitzer-Katameran mit 270,5 km Distanz aufgestellt.[2]

Den Weltrekord für 24-Stunden-Fahren (nonstop) stellte der Extremsportler Ingo-Kai Schoffer aus Esslingen am Neckar am 2. September 2001 mit seinem Kanubike, einem als Liegefahrrad konzipierten Tretboot, auf dem Neckar auf. Nach 24 Stunden hatte der damals 31-Jährige 194 Kilometer zurückgelegt und damit die alte Bestleistung des Amerikaners John Howard um 28 Kilometer übertroffen – neuer Weltrekord in der Kategorie „HumanPowered Boots”.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tretboot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Baader'sche Wasserschlitten. In: Annalen der Physik. Band 38, Nummer 2, 1811. S. 234-235.
  2. http://kaernten.orf.at/news/stories/2581983/ 24 Stunden Tretbootfahren: Weltrekord, kaerntem.orf.at vom 28. April 2013
  3. http://ingokaischoffer.de/sportliche-erfolge/weltrekord-2001/ Der Kanubike-Weltrekord wurde nach Deutschland geholt: Weltrekord, 2. September 2001