Tuam (Irland)

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Tuam, High Street (2009)
Das Tuam Cross

Tuam (irisch: Tuaim) ist eine Stadt im County Galway in der Republik Irland mit 2997 Einwohnern (Stand 2006). Die Stadt liegt westlich der Midlands und nordöstlich von Galway.

Tuam liegt an der stillgelegten westlichen Eisenbahnverbindung von Limerick nach Sligo. Es gibt eine Kampagne, diese Verbindung wieder zu eröffnen, um sie als westliche Nord-Süd-Verbindung zu verwenden. Die Stadt hat eine lange Tradition im Gaelic Football. Das St. Jarlath College ist Rekordsieger im Hogan Cup (der nationalen Meisterschaft für Secondary Schools). Seit 1946 konnte man sich 12 Mal in die Siegerliste eintragen, zuletzt im Jahr 2002. Tuam hat den Ruf, ein angenehmer Ort zu sein. Es gibt einen Spruch, der besagt: Wenn eine Person aus Tuam stirbt und zum Himmelstor kommt, dann wird der Engel sagen: „Dir wird es hier nicht gefallen, es ist nicht Tuam“.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ortschaft ist eine Gründung des Hl. Jarlath am Übergang vom 5. zum 6. Jahrhundert und heute noch Erzdiözese.

Religion[Bearbeiten]

Die Stadt hat zwei Kathedralen. Die ältere, St. Mary's Cathedral aus dem 14. Jahrhundert, wurde unter Elisabeth I. anglikanisiert. Sie brannte 1767 teilweise nieder und wurde mit Veränderungen restauriert. In ihr stehen zwei der bekanntesten Hochkreuze Irlands. Das eine ist mit einem Gebet für den König Turlough O´Conner beschriftet. Erst 1827–37 konnte die unterdrückte katholische Diözese die neue Kathedrale Mariä Himmelfahrt errichten.

Tuam erlangte im Juni 2014 Bekanntheit, als eine später als Unterstellung entlarvte Horrorstory durch die Presse ging: Nachdem die zwei Jungen Francis Hopkins und Barry Sweeney 1975 versehentlich eine zerbrochene Betonplatte über einer früheren Klärgrube verschoben hatten, seien ihnen darunter Kinderskelette aufgefallen. Damals kam es zu keiner Untersuchung; lediglich wurde das Massengrab durch einen Priester gesegnet. Angeblich 769 Leichen wurden dem von Nonnen geführten Heim St. Mary's Mother and Baby Home für unverheiratete Mütter und ihre neugeborenen Kinder zugeschrieben. Laut Melderegister starben in dem Heim von 1925 bis 1961 im Schnitt in der Woche zwei Kinder. Erst 2014 wurden polizeiliche Ermittlungen aufgenommen, nachdem die Historikerin Catherine Corless nachgeforscht und erste Ergebnisse veröffentlicht hatte.[1] Ihre Vermutungen über massenhafte Todesfälle durch Unterernährung stellten sich bald als haltlos heraus [2]; der Großteil der Todesfälle ließ sich auf damals oft tödliche Infektionskrankheiten zurückführen, die Sterblichkeit in der Einrichtung war geringer als der Durchschnitt zu dieser Zeit und das "Massengrab" stellte sich als kleines Grab heraus, welches nichts mit irgendeiner Klärgrube zu tun hatte. Auch andere in der Presse geäußerte Vorwürfe stellten sich als Unterstellungen heraus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die Mitglieder der Band The Saw Doctors sind unter den Berühmtheiten der Stadt zu erwähnen; die Stadt liegt an der Straße N17, wie einer der Songs der Band heißt.

Außerdem ist Mike Cooley, der 1981 den Right Livelihood Award erhielt, hier geboren.

Eine weitere wichtige Persönlichkeit war Leutnant Richard W. "Dick" Dowling. Mit 47 Männern und sechs Kanonen zwang er eine gegnerische Einheit mit 2.000 Soldaten im Amerikanischen Bürgerkrieg im Zweiten Gefecht am Sabine Pass zur Umkehr.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Irland: Massengrab mit Kinderleichen entdeckt, sueddeutsche.de, 4. Juni 2014
  2. Media exaggerated horror tale at Irish orphanage, Associated Press, 23. Juni 2014

53.514722222222-8.8513888888889Koordinaten: 53° 31′ N, 8° 51′ W