Turkmenenfront des Irak

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Irak Türkmen Cephesi (ITC)
Flagge der Partei
Partei­vorsitzender Erşet Salihi
Gründung 24. April 1995 durch Turhan Ketene
Aus­richtung Turkmenischer Nationalismus
Farbe(n) blau (Flagge der Turkomanen)
Parlamentsmandate Im Parlament Kurdistans: 1 von 111
Website www.kerkuk.net

Die Turkmenenfront des Irak (türkisch Irak Türkmen Cephesi), auch kurz ITC genannt, ist eine turkmenische Partei des Irak.

Sie hat sich zum Ziel gesetzt, alle Turkmenen des Irak zu repräsentieren und strebt den Autonomiestatus des Gebietes Türkmeneli an. Der derzeitige Vorsitzende ist Erşet Salihi.

Die ITC errang drei Sitze im neuen irakischen Parlament. Sie hat sich allerdings der Vereinigten Irakischen Allianz angeschlossen.

Die Partei betreibt den Fernsehsender Türkmeneli TV, eine Zeitung und eine Website.

Die ITC ist allerdings nicht die einzige turkmenische Partei.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ITC wurde am 25. April 1995 als Zusammenschluss von mehreren Parteien gegründet:

  • Provinzialische Turkmenenpartei
  • Irakisch turkmenische nationale Partei
  • Bewegung unabhängiger Turkmenen
  • Irakisch turkmenische Gerechtigkeitspartei
  • Turkmenisch islamische Bewegung des Iraks

Seit dem Sturz von Saddam Hussein 2003 beansprucht die ITC die Kontrolle über Kirkuk und andere Städte mit turkmenischer Bevölkerung. Allerdings liegen diese Gebiete in der Autonomen Region Kurdistan. Auch lehnt die ITC einen föderalen Staat ab, der auf Ethnien aufbaut. Denn das würde bedeuten, dass die Kurden die meisten turkmenischen Gebiete beherrschen würden. Sie befürworten eher eine Aufteilung nach den jetzigen Provinzgrenzen. Allerdings hat die ITC auch den Wunsch nach einer autonomen turkmenischen Region geäußert, die sich von Tal Afar bis quer nach Kirkuk ziehen soll.

Bei der Wahl vom 30. Januar 2005 erhielt die ITC nur 90.000 Stimmen und erreichte damit nur 1,1 Prozent. Die ITC führte dieses schlechte Ergebnis auf Repressionen der kurdischen Seite zurück. Es seien viele Turkmenen an der Wahl gehindert oder aber keine Wahlurnen in turkmenischen Stadtteilen aufgestellt worden. Auch war die ITC dagegen, den Kurden, die nach Kirkuk zurückkehrten, das Wahlrecht zu gewähren. Andere Parteien waren mit schiitischen oder kurdischen Parteien Wahlbündnisse eingegangen.

Weblinks[Bearbeiten]