Uíge

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Uíge
Uíge (Angola)
Uíge
Uíge
Koordinaten 7° 37′ S, 15° 3′ O-7.616666666666715.05Koordinaten: 7° 37′ S, 15° 3′ O
Basisdaten
Staat Angola

Provinz

Uíge
Município Uíge
Comuna Uíge
Einwohner 200.000 (2009)
Gründung 1917
Politik
Bürgermeister Altamiro Benjamim[1]
Straßenszene in Uíge
Straßenszene in Uíge

Uíge (auch Uíje) ist eine Stadt in Angola.

Geschichte[Bearbeiten]

Uíge wurde durch Erlass vom 6. April 1917 als Militärstützpunkt und Ortschaft durch die Portugiesische Kolonialverwaltung gegründet. Kurz zuvor hatte der Hauptmann Manuel José Pereira hier einen befestigte Stützpunkt errichtet, auf dem Weg von einer Erkundungsexpedition nach Camabatela zurück zur Fortaleza de Bembe, der Festung von Bembe. Der Name ist vermutlich dem Kikongo-Wort für Ankunft entlehnt, Uigidi, im Zusammenhang mit den ankommenden portugiesischen Soldaten.

Uíge gehörte zu Bembe, bevor es am 25. Juli 1956 Sitz eines eigenen Kreises wurde. Zuvor war die Kleinstadt (Vila) Uíge 1955 in Vila Marechal Carmona oder kurz Vila Carmona umbenannt worden, nach dem 1951 gestorbenen portugiesischen Staatspräsidenten António Óscar de Fragoso Carmona. Nachdem sie später zur Stadt (Cidade) erhoben wurde, hieß sie lediglich Carmona. Nach der Unabhängigkeit 1975 gab die Stadt ihren portugiesischen Namen wieder ab und heißt seither erneut Uíge.[2]

Uíge liegt im Gebiet, in dem der Portugiesische Kolonialkrieg 1961 seinen Beginn nahm. Entsprechend unternahmen die portugiesischen Streitkräfte und die späteren FNLA-Rebellen hier eine Vielzahl Operationen, bis sich die Kämpfe nach der Unabhängigkeit Angolas 1975 und dem Ausbruch des Angolanischen Bürgerkriegs (1975–2002) intensivierten und dabei zunehmend nach Süden verlagerten. Uíge erlitt danach weniger Zerstörungen, als der zuvor weitgehend verschonte Süden des Landes. Da der Wiederaufbau im Land jedoch erst seit Mitte der 2000er Jahre spürbar anlaufen konnte, erfährt auch Uíge erst seit einigen Jahren wieder eine positive Entwicklung. Der Kaffeeanbau in Uíge, der bis 1975 ein bedeutender nationaler Wirtschaftsfaktor war, ist jedoch noch weit entfernt von seiner früheren Bedeutung, so dass die Entwicklung vorerst hinter einigen anderen Regionen zurück bleibt.(Stand 2014)

Verwaltung[Bearbeiten]

Uíge ist Sitz eines gleichnamigen Kreises (Município) in der Provinz Uíge. Sie besteht aus nur einer Gemeinde (Comuna), die ebenfalls Uíge heißt. Die Stadt hat etwa 200.000 Einwohner (Schätzung 2009).[2] Genaue Zahlen sind unbekannt und sollen durch die Volkszählung 2014 ermittelt werden.

Bildung[Bearbeiten]

Im Zuge der staatlichen Wiederaufbauprogramme wurden in Uíge auch eine Reihe Schulen neu errichtet. So konnten im Jahr 2013 27.500 Schüler in 1.323 Klassenräumen an 1.018 Schulen im Kreis unterrichtet werden.[1]

Sport[Bearbeiten]

Der erst 2012 gegründete Fußballverein União Sport Clube do Uíge spielt in der höchsten angolanischen Spielklasse, dem Girabola (Stand 2014). União do Uíge bestreitet seine Heimspiele im 1.500 Zuschauer fassenden Estádio 4 de Janeiro.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Uíge gilt als eine Hauptstadt der Kaffeeproduktion in Angola. Vor der Unabhängigkeit Angolas 1975 existierten hier bis zu 112 Kaffeeschälanlagen, und die hiesige Produktion trug maßgeblich zu den zwischen 1973 und 1974 erreichten 204.000 Tonnen Kaffee bei. Damit war Angola der größte Kaffeeproduzent Afrikas. Mit Ausbruch des Angolanischen Bürgerkriegs 1975 verließen die portugiesischen Kaffeepflanzer ihre Plantagen, und der Kaffeeanbau verfiel.[4] Seit 2009 wird der Anbau von Kaffee hier wieder verstärkt gefördert. So wurden in Uíge etwa 100 frühere Kaffeeplantagen reaktiviert, und das staatliche Kaffeeinstitut (Instituto Nacional do Café, INCA) bietet in Zusammenarbeit mit verschiedenen Banken Kredite und andere Unterstützungsprogramme.[5]

Daneben werden im Kreis Uíge Maniok, Ölpalmen, Erdnüsse, Süßkartoffeln, Bohnen, Kakao und Sisal zur Herstellung der Sisalfaser angebaut.[6]

Die neu ausgebaute Überlandstraße von Uíge nach Caxito und Luanda

Verkehr[Bearbeiten]

Drei Kilometer nordwestlich der Stadt befindet sich ein Flugplatz, IATA-Code UGO.

Eine neu ausgebaute Überlandstraße verbindet die Stadt mit Caxito

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Uíge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Artikel vom 30. Dezember 2013 zum Jahresrückblick des Kreisrates von Uíge, staatliche Nachrichtenagentur ANGOP, abgerufen am 19. April 2014
  2. a b Artikel vom 12. Juli 2009 zum 92. Stadtjubiläum, Website der Zeitung Jornal de Angola, abgerufen am 19. April 2014
  3. Seite zum Verein auf der Website der Liga Girabola, abgerufen am 19. April 2014
  4. Jean Charles Pinheira: Em paz por terras de Angola. 1. Auflage, Zebra Publicações, Lissabon 2010, S. 64f (ISBN 978-989-8391-03-2)
  5. Artikel vom 1. Juni 2009 der Zeitung O País, abgerufen am 19. April 2014
  6. www.ao.all.biz, abgerufen am 19. April 2014