Portugiesischer Kolonialkrieg

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Helikopter der portugiesischen Armee während des Krieges in Afrika
Situation in Portugals Kolonien Ende 1970

Der Portugiesische Kolonialkrieg (pt. Guerra Colonial), in Portugal auch Überseekrieg (pt. Guerra do Ultramar) genannt, war eine militärische, politische und ideologische Auseinandersetzung zwischen Portugal und den aufstrebenden Unabhängigkeitsbewegungen in den portugiesischen Kolonien in Afrika zwischen 1961 und 1974.

Anders als andere europäische Nationen in den 1950er und 1960er Jahren war das damalige portugiesische Regime autoritär-korporativistischer Prägung nicht bereit, seine afrikanischen Kolonien aufzugeben. Es ging dazu über, diese als Überseeprovinzen (províncias ultramarinas) zu bezeichnen und in der Verfassung festzulegen, dass es sie als Teil Portugals betrachtete.[1]

Im selben Zeitraum entstanden vor allem in Angola, Mosambik und Portugiesisch-Guinea verschiedene bewaffnete Unabhängigkeitsbewegungen. Die meisten standen ideologisch dem sozialistischen Gedankengut nahe und schlossen sich zur (Conferência das Organizações Nacionalistas das Colónias Portuguesas) (CONCP, Vereinigung der nationalistischen Organisationen der portugiesischen Kolonien) zusammen. Zur CONCP gehörten auch Unabhängigkeitsbewegungen von Kap Verde und von São Tomé und Príncipe, die allerdings auf den bewaffneten Kampf verzichteten.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten die zwei verbliebenen Großmächte, die USA und die Sowjetunion, ihre weltweiten Einflusssphären auszudehnen. Widerstandsgruppen wurden von beiden Großmächten ideologisch, finanziell und militärisch unterstützt. Beispielsweise unterstützten die USA in Angola die UPNA.

Das portugiesische Regime war nicht in der Lage, die Kontrolle über die Überseeprovinzen aufrechtzuerhalten.

Portugal war seit 1949 Mitglied der NATO.

Die portugiesische Führung, inklusive Salazar, verteidigte die Politik des Lusotropikalismus als den Weg, die portugiesischen Kolonien und deren Bevölkerung enger an Portugal anzubinden. Die Assimilado-Regelung erlaubte es einigen wenigen Schwarzafrikanern in der Theorie, zu gleichberechtigten Bürgern Portugals zu werden. „Assimilierten“ Schwarzafrikanern in Portugiesisch-Afrika war es gestattet, hohe Positionen in Militär, Verwaltung, Lehrkörper, Gesundheitswesen und andere Posten in der zivilen Verwaltung oder in der Privatwirtschaft einzunehmen. Gelegentlich kam es zu Mischehen zwischen Portugiesen und Afrikanern. Die Portugiesen gründeten in den 60er Jahren zwei große staatliche Universitäten, die Universidade de Luanda in Angola und die Eduardo-Mondlane-Universität in Mosambik. In Portugal gab es zur selben Zeit nur 4 staatliche Universitäten, davon zwei in Lissabon. (Heute gibt es in Portugal 14 Universitäten). Der Zugang zu einer höheren Ausbildung wurde in den Kolonien für Weiße und Schwarze ausgebaut, doch blieb der Großteil der Bevölkerung weiterhin Analphabeten (wie auch ein nicht zu vernachlässigenswerter Anteil der Einwohner des portugiesischen Mutterlandes). Die meisten der wenigen Assimilados, die während der portugiesischen Herrschaft studiert hatten, wurden während und nach dem Krieg bekannte Persönlichkeiten. Darunter waren Samora Machel, Eduardo Mondlane, Agostinho Neto, Amílcar Cabral, Joaquim Chissano und Graça Machel. Einer der größten Sportstars der portugiesischen Geschichte, der schwarze Fußballspieler Eusébio, ist ein weiteres Beispiel für Assimilation in den portugiesischen Kolonien.

Krieg 1961 bis 1973[Bearbeiten]

Als 1961 die ersten Kämpfe ausbrachen, waren die Portugiesen nur schlecht ausgerüstet und nicht auf einen Guerillakrieg vorbereitet. Bis dahin war es üblich gewesen, das nicht mehr benötigte und veraltete Material in die Kolonien zu schicken. Die portugiesischen Soldaten in den Kolonien mussten zunächst Funkgeräte aus dem Zweiten Weltkrieg und veraltete Karabiner verwenden. Die portugiesische Armee war schnell gezwungen, moderne Waffen zu kaufen.

Die meisten Waffen der portugiesischen Armee stammten aus Frankreich, Westdeutschland, Südafrika, Belgien und Israel. Diese mussten jedoch - unter Verletzung des UNO-Waffenembargos gegen Portugal - von den Portugiesen teuer eingekauft werden. Portugal war international isoliert und beide Großmächte waren der Präsenz Portugals in Afrika offen feindlich gesinnt. Die USA unterstützten die FNLA in Angola und die FRELIMO in Mosambik, die Sowjetunion und China unterstützten die PAIGC in Guinea-Bissau sowie die UNITA in Angola. Dazu kamen die Sanktionen der UNO und der meisten afrikanischen Staaten. Nur Rhodesien und Südafrika standen den Portugiesen zur Seite.

Im Gegensatz zum Vietnamkrieg konnte sich Portugal den Großeinsatz von Helikoptern nicht leisten. Nur die Truppenteile, die an Angriffen beteiligt waren, also vor allem Kommandotruppen und Fallschirmjäger, wurden mit Helikoptern transportiert. Die meisten Truppenbewegungen fanden jedoch entweder zu Fuß oder mit Lastwagen statt. Die Helikopter waren für die Feuerunterstützung der Bodentruppen und die Evakuierung der Verletzten reserviert.

Die portugiesische Luftwaffe litt am meisten unter dem Mangel an Material. Durch das Embargo fehlte es an den nötigen Ersatzteilen. In Guinea-Bissau verfügten die Portugiesen 1966 nur noch über ein kampffähiges Flugzeug, als ihnen der Kauf von 8 Fiat-G-91-Flugzeugen der deutschen Luftwaffe gelang. Die kleine portugiesische Rüstungsindustrie war nie in der Lage, die Bedürfnisse der Armee abzudecken. Während der ganzen Zeit des Krieges wurden nur Ausrüstung für die Bodentruppen und Boote für die Küstenwache geliefert.

Auch die portugiesische Marine war veraltet. Es mangelte an Patrouillenbooten, um die Küsten von Guinea-Bissau, Angola und Mosambik zu kontrollieren, und an Fregatten, um den Güterverkehr oder Truppentransporte zwischen den Kolonien zu schützen.

Seit 1961 setzten die Portugiesen vermehrt schwarze Soldaten ein; dies auch, um den Vielvölkeraspekt des Staates zu unterstreichen. Die Rolle der Afrikaner während des Krieges reichte von untergeordneten Funktionen bis hin zu Elitetruppenteilen. Während des Krieges nahm die Bedeutung der Afrikaner für die Portugiesen immer mehr zu. 1974 stellten die Afrikaner bereits 50 % der kämpfenden Truppen in den Kolonien.

Angola[Bearbeiten]

Zu Beginn der 1950er Jahre begannen Portugiesen, angespornt von dem Regime António de Oliveira Salazars, sich verstärkt in Angola als Siedler niederzulassen. Gleichzeitig bildeten sich erste Untergrundgruppen, die den afrikanischen Widerstand gegen die portugiesische Kolonialherrschaft zum Ziel hatten. 1958 wurde das Movimento Popular de Libertação de Angola (MPLA) (Volksbewegung zur Befreiung Angolas) gegründet, das aus Gruppierungen in Luanda entstand. Parallel dazu bildeten sich unter den Bakongo des Nordostens Gruppen, die sich zu União das Populações de Angola (UPA, Union der Völker Angolas) zusammenschlossen.[2]

In den Provinzen Zaire, Uíge und Cuanza Norte im Norden Angolas kam es zu Beginn der 1960er Jahre zu einem unorganisierten Aufstand gegen die Portugiesen. Die Portugiesen nannten das Gebiet Zona Sublevada do Norte (ZSN oder Rebellische Nördliche Zone). In der ZSN-Region wurde die UPA, die ihren Namen 1962 in Frente Nacional da Libertação de Angola (FNLA) änderte. Die von den USA unterstützte FNLA wollte ursprünglich das Wiedererstehen das historischen Königreich Kongo, später die nationale Selbstbestimmung Angolas, während die Portugiesen an ein assimilierendes multi-ehnisches Überseeimperium glaubten, dessen Erhalt es rechtfertigte, Krieg zu führen.

Im Januar 1961 revoltierten angolanische Baumwollpflücker in der Provinz Malanje. Sie verbrannten ihre Ausweise und griffen portugiesische Händler in Maria's War an. Daraufhin bombardierte die portugiesische Armee zwanzig Dörfer mit Napalm und es gab etwa 7.000 Tote. Am 4. Februar 1961 griff die Movimento Popular de Libertação de Angola (MPLA), mit etwa 250 Kämpfern, das São-Paulo-Gefängnis von Luanda an und tötete dabei sieben Polizisten und 40 Häftlinge. Bei der Beerdigung der getöteten Polizisten am 5. Februar 1961 kam es zu einem Aufruhr unter den Portugiesen und zu Ausschreitungen gegen Angolaner. Am 10. Februar 1961 griff die MPLA erneut ein Gefängnis an und als Reaktion darauf griffen portugiesische Zivilisten, mit Hilfe der Polizei, erneut Angolaner an.

In den folgenden Wochen gelang es den Portugiesen, die MPLA aus Luanda zu vertreiben. Die MPLA zog sich in die Region Dembos zurück.

Am 15. März 1961 griff die Frente Nacional da Libertação de Angola (FNLA), unter ihrem Anführer Holden Roberto und mit 4.000 bis 5.000 Kämpfern den Norden Angolas an. Die FNLA griff Bauernhöfe, Regierungsaußenposten und Handelsposten an. Auf ihrem Vormarsch tötete die FNLA über 1.000 Weiße und eine unbekannte Anzahl Angolaner. Die Fotos dieser Gräuel, darunter Bilder von enthaupteten europäischen und afrikanischen Frauen und Kindern, tauchten später bei der UNO auf. Kurz nach Erscheinen der Fotos ließ Präsident Kennedy Salazar eine Botschaft zukommen, in der er diesen ultimativ aufforderte, die Kolonien sofort zu verlassen. Salazar, der kurz zuvor einen von den USA unterstützten Putsch (Abrilada) gegen ihn überstanden hatte, sandte unverzüglich Verstärkung, und der Krieg begann. Ähnliche Vorgänge fanden in den anderen portugiesischen Kolonien statt.

Nach kurzer Zeit gingen die Portugiesen jedoch zum Gegenangriff über und vertrieben die FNLA aus allen eroberten Gebieten. Am 20. September 1961 eroberten die Portugiesen Pedra Verde, den letzten Stützpunkt der FNLA im Norden Angolas zurück. Zu diesem Zeitpunkt waren etwa 2.000 Portugiesen und 50.000 Angolaner getötet worden und etwa 400.000 bis 500.000 flohen nach Zaire. Die FNLA-Kämpfer mischten sich unter die Flüchtlinge und führten daraufhin die Überfälle von Zaire aus weiter. Die Portugiesen konnten nicht verhindern, dass sich die Guerillaaktionen auf andere Regionen Angolas, wie Cabinda, den Osten, Südosten und das Zentralplateau ausbreiteten.

Im Mai 1966 eröffnete die MPLA unter Führung von Daniel Chipenda eine Front im Osten. Es gelang der MPLA, zunächst weit ins Land vorzustoßen, als aber die Portugiesen zum Gegenschlag ausholten, brach der Widerstand der MPLA rasch zusammen.

Am 25. Dezember 1966 fand der erste Angriff der UNITA auf die Benguelabahn bei Teixeira de Sousa, an der Grenze zu Sambia statt. 1967 ließ die UNITA zweimal Züge auf dieser Linie entgleisen. Die Regierung Sambias war jedoch auf diese Zugverbindung und den darauf stattfindenden Kupferexport angewiesen. Präsident Kenneth Kaunda ließ daraufhin die 500 UNITA-Kämpfer in Sambia ausweisen. Savimbi floh zuerst nach Kairo, kehrte ein Jahr später nach Angola zurück, wo er mit der portugiesischen Armee zusammen gegen die MPLA vorging.

In den späten 1960er Jahren kämpften die FNLA und MPLA genau so heftig gegeneinander wie die FNLA gegen die Portugiesen.

1971 begann die MPLA, Einheiten mit 100 bis 150 Mann aufzustellen. Diese Einheiten, ausgerüstet mit 60-mm- und 81-mm-Mörsern, griffen nun portugiesische Außenposten an. Ab 1972 begannen die Portugiesen mit Gegenangriffen und zerstörten die Basen der MPLA. Südafrika unterstützte die portugiesischen Bemühungen, Angola wieder zu befrieden. Die Portugiesen nannten daraufhin ihre südafrikanischen Verbündeten primos (Cousins). Im Februar 1973 griff die südafrikanische Armee die Stellungen der MPLA in Moxico an, zerstörte die Stützpunkte der Kommunisten und vertrieb diese aus dem Osten des Landes. Der geschlagene Anführer der MPLA, Agostinho Neto, zog sich mit den 800 verbliebenen Kämpfern in die Republik Kongo zurück.

Im Verlauf des Krieges steigerte Portugal rapide die Mobilisierung seiner Truppen. Das portugiesische Regime hatte bereits seit längerem eine dreijährige Dienstpflicht für alle männlichen Portugiesen eingeführt. Am Ende des Krieges 1974 war der Anteil der Schwarzen in der Armee so weit angestiegen, dass fast die Hälfte der Kolonialtruppen aus Einheimischen bestand.

Die Portugiesen waren bereits so lange in Afrika, dass starke Bande zwischen ihnen und der lokalen Bevölkerung bestanden. Es gelang den Portugiesen, die einheimische Bevölkerung auf ihre Seite zu ziehen. Dadurch verloren die Rebellen ihre Unterstützung in der Bevölkerung und bald darauf auch die Unterstützung der USA.

In Angola bestand eine im Vergleich zu den anderen kolonialen Kriegsschauplätzen günstigere militärische Situation für die Portugiesen. Die Geographie des Landes und die enormen Distanzen verhinderten, dass die Rebellen, die von der Demokratischen Republik Kongo und Sambia unterstützt wurden, in die Bevölkerungszentren vorstoßen konnten. Die Portugiesen nannten den Osten Angolas auch Terras do Fim do Mundo (Land am Ende der Welt). Dazu kam, dass die drei nationalen Gruppen, die FNLA, die MPLA und die UNITA, untereinander zerstritten waren und mindestens ebenso viel Zeit damit verbrachten, sich gegenseitig wie die Portugiesen zu bekämpfen. Der Oberbefehlshaber der portugiesischen Truppen in Angola war General Costa Gomes. Seine Strategie, nicht nur das Militär in den Konflikt einzubeziehen, sondern auch zivile Organisationen, führte zu einer erfolgreichen Kampagne und ließ die Stimmung der Bevölkerung auf Seiten der Portugiesen kippen. 1974 war der Krieg an einem militärischen Patt angelangt.

Als es am 25. April 1974 in Portugal zur Nelkenrevolution kam, handelten die MPLA, FNLA und die UNITA einzeln Waffenstillstandsabkommen mit der neuen portugiesischen Regierung aus und begannen, um die Kontrolle um Luanda und das Land zu kämpfen. Im Juli 1974 trafen sich die Anführer der drei Bewegungen Holden Roberto, Agostinho Neto und Jonas Savimbi in Bukavu, Zaire, und verabredeten als Einheit mit den Portugiesen über die Unabhängigkeit zu verhandeln.

Zwischen dem 10. und 15. Januar 1975 trafen sich alle Parteien in der Algarve in Portugal und unterschrieben das Abkommen von Alvor, in dem das Datum der Unabhängigkeit auf den 11. November festgelegt wurde.

Ab dem 31. Januar 1975 bis zum Tag der Unabhängigkeit wurde die Übergangsregierung durch den portugiesischen Hochkommissar Rosa Coutinho geleitet.

Die portugiesische Übergangsregierung versuchte alles, um den massiven Exodus der weißen Angolaner zu verhindern. Diese waren jedoch vom politischen Leben praktisch ausgeschlossen.

Bald hatten die verschiedenen Bürgerkriegsfraktionen mehr Kämpfer als das portugiesische Militär.

Anfang Juli 1975 begann ein offener Bürgerkrieg. Die noch im Lande stationierten portugiesischen Soldaten waren in der Unterzahl, schlecht ausgerüstet und demoralisiert und konnten die Kämpfe nicht mehr unterbinden.

Am 10. November verließen die letzten portugiesischen Soldaten und Funktionäre das Land.

Während des Krieges in Angola entstanden viele neue Militäreinheiten:

  • Das Sonderoperationstruppenzentrum (Caçadores Especiais) war bereits in Angola, als der Krieg 1961 begann.
  • Die Treuen (Fiéis) waren eine Einheit, die aus vertriebenen Schwarzen der Region Katanga bestand, die sich gegen die Herrschaft von Mobutu zur Wehr setzten.
  • Die Loyalen (Leais) waren eine Einheit, die aus vertriebenen Schwarzen der Region Sambia bestand, die sich gegen die Herrschaft von Kenneth Kaunda zur Wehr setzten.
  • Die Sondergruppen (Grupos Especiais), waren Einheiten, die aus freiwilligen schwarzen Soldaten bestanden und über eine Kommandoausbildung verfügten und auch in Mozambique zum Einsatz kamen.
  • Die Sondertruppen (Tropas Especiais) war der Name von Sondereinheiten in Cabinda
  • Die Pfeile (Flechas) war eine Einheit unter dem Kommando der PIDE und bestand aus San. Die Einheit war spezialisiert auf Verfolgung, Aufklärung und pseudo-terroristische Operationen. Die Einheit war der Ursprung für die rhodesischen Selous Scouts und kam auch in Mozambique zum Einsatz.
  • Die 1. Kavalleriegruppe (Grupo de Cavalaria Nº1) war eine berittene Einheit, die mit Heckler-&-Koch-G3-Gewehren bewaffnet war und mit Aufklärung und Patrouille beauftragt wurde. Die Einheit war auch unter dem Namen „Angolanische Dragoner" (Dragões de Angola) bekannt. Die Rhodesier übernahmen dieses Konzept und gründeten die Grey's Scouts.
  • Das Kavalleriebataillon 1927 (Batalhão de Cavalaria 1927) war eine Panzereinheit, die mit M5A1-Panzern ausgerüstet war und entweder die Infanterie oder schnelle Eingreiftruppen unterstützen sollte. Auch dieses Konzept wurde von den Rhodesiern übernommen (Rhodesian Armoured Car Regiment).

Portugiesisch-Guinea[Bearbeiten]

Kontrollposten der PAIGC 1974

Guinea-Bissau und Kap Verde waren seit 1446 im Besitz der Portugiesen und wurden ab 1952 zu Überseeprovinzen Portugals.

Der Krieg in Portugiesisch-Guinea war das „Vietnam Portugals“. Die PAIGC war gut ausgerüstet und trainiert und die Nachbarstaaten Senegal und vor allem Guinea waren vorzügliche Basen für die Guerilleros.

Des Weiteren war Guinea-Bissau für Portugal wirtschaftlich vollkommen unwichtig. Die Kolonie warf keinerlei Gewinne ab und war für die Portugiesen bereits vor Ausbruch des Krieges eine finanzielle Belastung, da sie die Infrastruktur, medizinische Versorgung und Verwaltung finanzieren mussten. Während des Krieges stiegen die Ausgaben um ein Vielfaches und viele portugiesische Offiziere und Soldaten hinterfragten die portugiesische Politik. Auch war der Bevölkerungsanteil der „Weißen“ verschwindend gering.

Die portugiesische Regierung rechtfertigte den Krieg mit verschiedenen Argumenten:

  • Portugal sei der neutrale Garant für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Ethnien.
  • Die Machtübernahme der Kommunisten der PAIGC müsse verhindert werden.
  • Ohne Portugal würde der Lebensstandard (medizinische Versorgung usw.) rapide sinken.
  • Dazu kam, dass Guinea-Bissau seit den 1960er Jahren für die Portugiesen einen wichtige strategische Bedeutung erhielt. Als in den 1960er Jahren viele der ehemaligen französischen und britischen Kolonien die Unabhängigkeit erlangten und diese neuen Staaten den Portugiesen die Landung von Flugzeugen oder das Anlegen von Schiffen verwehrten, war Guinea-Bissau zu einem wichtigen Zwischenhalt für die Reise zu den Kolonien Angola und Mosambik geworden.
  • Auch befürchteten die Portugiesen, dass ein Rückzug eine Signalwirkung für die anderen Kolonien haben könnte. Vor allem die von zahlreichen Portugiesen besiedelten Kapverden schienen unmittelbar gefährdet, da auch dort die PAIGC aktiv war.

Am 3. August 1959 organisierte die marxistische PAIGC (Afrikanische Unabhängigkeitspartei von Guinea und Kap Verde) einen Streik der Hafenarbeiter in Bissau. Die Kolonialverwaltung ließ den Streik brutal niederschlagen; dies führte zu einer breiten Unterstützung der PAIGC durch die Bevölkerung.

1960 verlegte die PAIGC ihr Hauptquartier nach Conakry, ins benachbarte Guinea und richtete dort mehrere Trainingslager ein, um den bewaffneten Kampf vorzubereiten. In Portugiesisch-Guinea begannen unter Führung der PAIGC die Kämpfe im Januar 1963. Die Kämpfer der PAIGC griffen das portugiesische Hauptquartier in Tite im Süden von Bissau an. Ähnliche Angriffe fanden daraufhin in der ganzen Provinz statt.

Im Januar 1964 gelang es der portugiesischen Armee, in der Operation Tridente, die PAIGC aus den südlichen Inseln zu vertreiben. Es war bis dahin die größte amphibische Operation der Portugiesen. 1.200 Mann Infanterie, Marineinfanterie und Fallschirmspringer, unterstützt von luft- und seegestützten Bombardements, griffen die etwa 300 Kämpfer der PAIGC an und vertrieben diese von den Inseln.

1965 breitete sich der Krieg in den Ostteil des Landes aus und im gleichen Jahr führte die PAIGC mehrere Angriffe im Norden durch. Dort war bis dahin nur die kleine Guerilliaorganisation Front for the Liberation and Independence of Guinea (FLING) aktiv. Die PAIGC erhielt bis zum Ende des Krieges militärische Unterstützung durch den Ostblock, hauptsächlich von Kuba. Seit 1965 hielten sich kubanische Militärberater in den Lagern der PAIGC auf und bildeten die Kämpfer aus.

In Guinea verhielt sich die portugiesische Armee hauptsächlich defensiv. Man beschränkte sich darauf, die gehaltenen Gebiete zu verteidigen. Dieses Vorgehen war verheerend für die Truppen, die unter den ständigen Angriffen der PAIGC litten. Dazu kam, dass der Einfluss der Unabhängigkeitsbefürworter in der Bevölkerung ständig wuchs und diese in großer Anzahl von der PAIGC rekrutiert wurden. Guinea-Bissau ist relativ klein (36'125 km²) und der portugiesischen Armee fehlte die strategische Tiefe, um angemessen auf die Angriffe der Unabhängigkeitskämpfer reagieren zu können. Die umgebenden Staaten Guinea und Senegal waren den Portugiesen feindlich gesinnt und gewährten der PAIGC Unterstützung. Auch die Geographie des Landes machte es den Portugiesen nicht einfach die Lage in den Griff zu bekommen. Das Land ist von Flüssen durchzogen und es existierte praktisch keine Infrastruktur außerhalb der großen Städte. Die Küste ist in weiten Teilen eine Sumpflandschaft und sehr flach. Dies erschwerte den Transport von Truppen erheblich.

Anfang 1968 waren die etwa 25.000 portugiesischen Soldaten mit etwa 8.000 bis 10.000 Kämpfern der PAIGC konfrontiert. Die PAIGC begann in den von ihr kontrollierten Gebieten eine eigene Verwaltung aufzubauen und die Lage wurde für die Portugiesen immer schwieriger. Der Oberbefehlshaber der portugiesischen Armee in Guinea-Bissau und Gouverneur seit 1964, General Arnaldo Schultz, war der Lage nicht gewachsen und es wurde befürchtet, dass die portugiesische Armee militärisch geschlagen werde.

Der portugiesische Präsident Salazar sah sich gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen. Er setzte 1968 General Arnaldo Schultz ab und General António de Spínola übernahm das Kommando. Der Krieg war ab dann auch eine direkte Auseinandersetzung zwischen dem Führer der PAIGC, Amílcar Cabral, und Spinola. Unter Spínola kam zu einem Strategiewechsel. Die Portugiesen gingen nun vermehrt in die Offensive. Auch wurden häufiger Hubschrauber eingesetzt und Search and Destroy-Missionen durchgeführt, wie dies die Amerikaner in Vietnam taten. Spinola standen seit der Machtübernahme von Marcelo Caetano auch größere finanzielle Mittel zur Verfügung. Die portugiesische Truppenstärke wurde um 10.000 Mann auf etwa 35.000 Mann erhöht. Spinola besuchte vielfach die Truppen, teilweise auch wenn diese unter feindlichem Feuer standen und versuchte deren Moral zu heben. Er entließ einige ältere Offiziere und ersetzte diese durch junge Offiziere.

Spinola versuchte auch die verschiedenen Ethnien des Landes in den politischen Entscheidungsprozess mit einzubinden. Auch versuchte er mit Hilfe des portugiesische Geheimdiensts, die PAIGC zu unterwandern und mit den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, Sondervereinbarungen abzuschließen (beispielsweise mit den Fulbe). Des Weiteren versuchte er das schlechte Bild der Portugiesen in den internationalen Medien zu revidieren.

Die Portugiesen erzielten einige Erfolge und kontrollierten wieder vollständig die Städte und die Mehrzahl der Bevölkerung. Es wurde jedoch bald klar, dass Portugal nur den Krieg beenden konnte, wenn es gelang, die PAIGC in ihren Stützpunkten in Guinea zu vernichten. Der portugiesische Geheimdienst brachte in Erfahrung, dass der Großteil des Nachschubs der PAIGC über das Meer und die Flüsse ins Land gelangten. Die PAIGC verfügte über eine ganze Flotte von Schiffen, Kanonenboote, Sturmboote (aus sowjetischer Produktion) und Motorboote, mit denen sie den Transport von Truppen, Material und Waffen organisierte. Die Einheit für Kommandoeinsätze der portugiesischen Armee unter der Leitung von Oberleutnant Guilherme Alpoim Calvão begann nun mit Operationen gegen die Nachschubwege der PAIGC. Die Portugiesen legten den Versorgungskonvois der PAIGC Hinterhalte und griffen diese mit Schlauchbooten an. Im August 1969 führten die Portugiesen die Operation Nebulosa durch. Es gelang ihnen, das Schnellboot Patrice Lumumba der PAIGC zu versenken. Im Februar 1970 führten die Portugiesen, in Guinea die Operation Gata Brava durch. Sie versenkten dabei das PAIGC-Schiff Bandim. Der Nachschub der PAIGC geriet ins zwar ins Stocken, aber die kleinen Boote der PAIGC und die Angriffe aus dem Gebiet von Guinea heraus waren weiterhin eine Gefahr für die portugiesischen Schiffe.

1970 versuchten die Portugiesen in der Operation Mar Verde (Grünes Meer), den Präsidenten von Guinea, Sekou Toure, mit Hilfe von guineischen Exilanten zu stürzen. Die Operation war jedoch nicht erfolgreich. Es gelang nicht, Sekou Touré von der Macht zu verdrängen. Jedoch wurden die portugiesischen Kriegsgefangenen befreit und die Schiffe der PAIGC zerstört. Nigeria und Algerien unterstützten daraufhin Guinea und die Sowjetunion entsandte Kriegsschiffe des zukünftigen 7. Geschwaders in die Region.

Im gleichen Jahr versuchten die Portugiesen vergeblich Amílcar Cabral gefangen zu nehmen und setzen daraufhin Agenten in der PAIGC ein, um Cabral auszuschalten.

Zwischen 1968 und 1972 gelang es der portugiesischen Armee, mit vermehrten Angriffen auf die PAIGC die Lage zu stabilisieren. Zu dieser Zeit begannen die Portugiesen auch mit subversiven Methoden, die Aufständischen zu bekämpfen, indem sie die politischen Strukturen der PAIGC angriffen. Der Höhepunkt war 1973 die Ermordung von Cabral. Am 20. Januar 1973 gelang es einem portugiesischen Agenten Amílcar Cabral in Conakry zu töten. Die PAIGC führte jedoch den Kampf weiter und brachte die Portugiesen erneut in eine schwierige Lage. Die Situation verschlimmerte sich noch zusätzlich, als die PAIGC sowjetische Fla-Waffen erhielt. Vor allem die Strela-2-Einmann-Fla-Raketen unterminierte die portugiesische Lufthoheit. Nach und nach eroberte die PAIGC immer weitere Gebiete.

Am 24. September 1973 erklärte Guinea-Bissau einseitig seine Unabhängigkeit von Portugal, im Jahr zuvor war in Conakry eine Exilregierung gebildet worden. Zu diesem Zeitpunkt kontrollierten die PAIGC-Rebellen 70 bis 80 Prozent der Kolonie. Provisorische Hauptstadt wurde Madina do Boé. Dieser Schritt wurde von der UN-Generalversammlung mit 93 zu 7 Stimmen unterstützt. Portugiesischer Gouverneur und Oberbefehlshaber war von 1968 bis 1972 António de Spínola. Dessen Buch Portugal e o Futuro (Portugal und die Zukunft), in dem er sich auch mit den Kolonialkriegen beschäftigte, setzte die Bewegung in Gang, die am 25. April 1974 in die Nelkenrevolution mündete. Als Oberbefehlshaber konnte er einige Erfolge verbuchen, indem er wie die USA im gleichzeitig stattfindenden Vietnamkrieg auf den Einsatz von Napalm und Agent Orange setzte. Dennoch unterstrich er in seinem Buch nachdrücklich, daß der Kolonialkrieg für Portugal militärisch nicht zu gewinnen sei.

1974 stagnierten die Erfolge der Widerstandskämpfer in Angola und Mozambique, nur noch Hinterhalte beunruhigten die Portugiesen. In Portugiesisch-Guinea gelang es ihnen hingegen überhaupt nicht, die von den Nachbarländern unterstützte Guerilliabewegung unter Kontrolle zu bringen. Als Salazar 1968 starb und Marcello Caetano neuer Ministerpräsident Portugals wurde, erlaubte man General Spínola die Möglichkeit zu erkunden, Verhandlungen mit den Rebellen aufzunehmen, 1972 wurden die Verhandlungen aufgegeben.

Nach der Nelkenrevolution einigten sich beide Seiten schnell auf ein Ende des Krieges und Portugal erkannte die Unabhängigkeit Guinea-Bissaus am 10. Oktober 1974 an.

Während des Krieges in Portugiesisch-Guinea kamen folgende Sondereinheiten der portugiesischen Armee zum Einsatz:

  • Die Comandos Africanos (etwa: Afrikanische Fernspäher) waren Kommandoeinheiten, die nur aus schwarzen Soldaten und Offizieren bestanden.
  • Die Fuzileiros Especiais Africanos (Afrikanische Marineinfanterie) war eine Einheit der portugiesischen Marine, die aus schwarzen Mannschaften bestand. Die Offiziere waren sowohl aus den Kolonien als auch aus der Metropole.

Mosambik[Bearbeiten]

Mosambik war die letzte Kolonie, in der die Kämpfe ausbrachen. Der Aufstand wurde durch die marxistisch-leninistischen Frente da Libertação de Moçambique (FRELIMO), unter Führung von Eduardo Mondlane organisiert.

Die portugiesische Armee stand unter dem Kommando von General António Augusto dos Santos. Er war ein Befürworter einer entschlossenen Antiguerillataktik. Augusto dos Santos förderte die Zusammenarbeit mit Rhodesien, um Aufklärungstruppen aus Einheimischen aufzustellen und zusammen mit Rhodesien Militäroperationen durchzuführen.

Zu Beginn des Krieges hatte die FRELIMO nur geringe Aussichten, diesen auch zu gewinnen. Sie verfügte über etwa 7.000 Kämpfer, während die Portugiesen ihre Truppen zwischen 1964 und 1967 von 8.000 auf 24.000 Mann aufstockten. Die Portugiesen hoben auch 23.000 Einheimische aus, und ab 1969 wurden 860 Mann Kommandotruppen ausgebildet.

Am 24. September 1964 begann die FRELIMO von ihren Basen in Tansania aus den bewaffneten Aufstand mit einem Angriff auf die Post der Stadt Chai in der Provinz Cabo Delgado.

Die FRELIMO führte einen klassischen Guerillakrieg, mit Überfällen auf Militärpatrouillen, Sabotage der Kommunikations- und Transportwege und Überfällen auf koloniale Außenposten und anschließender Flucht ins Hinterland. Die Aufständischen waren meist mit Gewehren und Maschinenpistolen bewaffnet und nützten vielfach die Monsunzeit für ihre Angriffe. Wegen des schlechten Wetters war es für die portugiesische Luftwaffe schwierig, die Aufständischen aufzuspüren oder zu verfolgen. Auch war es für die portugiesischen Bodentruppen schwierig, sich während der Regenzeit über längere Distanzen fortzubewegen. Die Aufständischen verfügten nur über eine leichte Ausrüstung, und es war ihnen ein Leichtes, im Buschland (das mato) und unter der dortigen Bevölkerung unterzutauchen.

Die Kämpfe weiteten sich rasch aus und erreichten bald die Provinz Niassa und die Stadt Tete, in der Mitte des Landes. Ein Militärbericht des 558. Bataillone der portugiesischen Armee erwähnt jedoch bereits am 21. August 1964 heftige Kämpfe in Cabo Delgado. Zu Beginn des Konflikts setzte die FRELIMO nur kleine Truppenverbände (10–15 Mann) ein und griff nur wenig oder gar nicht verteidigte Außenposten der Portugiesen an. Das Ziel war es, die portugiesischen Truppen zu zersplittern.

Am 16. November 1964 erlitten die Portugiesen ihre ersten Verluste in der Region von Xilama. Die FRELIMO konnte in dieser Zeit ihre Kräfte mit Hilfe der lokalen Bevölkerung verstärken und profitierte von der geringen Anzahl von portugiesischen Soldaten und Siedlern. Sie begann nach Süden, Richtung Meponda und Mandimba vorzustoßen.

Die FRELIMO versuchte, mit Hilfe der Republik Malawi in die Provinz Tete vorzudringen. Obwohl das Gebiet, in dem die FRELIMO aktiv war, immer größer wurde, behielt sie ihre Taktik bei, mit einer geringen Anzahl Kämpfer kleine administrative Außenposten der Portugiesen anzugreifen und als Transport- und Kommunikationswege den Fluss Rovuma und den Malawisee zu benutzen.

1965 gelang es der FRELIMO, ihre Truppenstärke aufzustocken. Sie eröffnete Agenturen im benachbarten Tansania, die sich um die vor den Kämpfen geflüchteten Mosambikaner kümmerten. Damit gelang es ihr, ihre Popularität in der Bevölkerung erheblich zu verbessern.

Eine F-84 der portugiesischen Luftwaffe (FAP) in Afrika. Die F-84 war das Rückgrat der portugiesischen Luftwaffe bis zur Einführung der Fiat G.91 im Dezember 1968

Die FRELIMO-Einheiten umfassten nun teilweise 100 Mann und mehr, und die FRELIMO begann, auch Frauen in ihre Reihen aufzunehmen.

Am 10. oder 11. Oktober 1966 wurde Filipe Samuel Magaia, der von der Front zurückkehrte, von Lourenço Matola (ebenfalls Mitglied der FRELIMO) erschossen. Es ist bis heute nicht geklärt, ob Matola im Dienste der Portugiesen stand.

Bis 1967 war die FRELIMO in der Region Tete nicht aktiv, da sie ihre Anstrengungen in die zwei nördlichsten Provinzen konzentrierte. Im Norden wurden von beiden Seiten großflächig Landminen eingesetzt. In der Region von Niassa versuchte die FRELIMO, einen Korridor nach Sambia zu erobern.

Ende 1967 kontrollierte die FRELIMO etwa 15 Prozent der Bevölkerung und 20 Prozent der Fläche des Landes und verfügte über etwa 8.000 Kämpfer.

Insgesamt war Mondlane jedoch mit den Erfolgen der FRELIMO unzufrieden und suchte deshalb die Hilfe der Sowjetunion und Chinas. Diese lieferten der FRELIMO großkalibrige Maschinengewehre, Flugabwehrgeschütze und Raketenwerfer.

1968 hielt die FRELIMO ihren zweiten Kongress ab, der zu einem Propagandasieg wurde, da die Portugiesen den Tagungsort bombardierten, den Kongress jedoch nicht verhindern konnten.

Als Antwort auf die steigende militärische Bedrohung durch die FRELIMO starteten die Portugiesen ein großes Infrastrukturprogramm. Dabei wurden neue Straßen, Eisenbahntrassen, Schulen und Spitäler gebaut. Das Programm sollte die Wirtschaft des Landes ankurbeln und den Rückhalt der Portugiesen in der Bevölkerung stärken. Ein wichtiger Teil des Programms war der Bau der Cabora-Bassa-Talsperre (heute: Cahora-Bassa-Talsperre). Der Bau begann 1969 und wurde bald zum Prüfstein für die Fähigkeit Portugals, die Sicherheit im Land gewähren zu können. Die Portugiesen sahen im Bau des Dammes ihre „zivilisatorische Mission” und hofften, dass dieser den Glauben der Bevölkerung an die Stärke und Fähigkeit Portugals wieder verbessern würde. Die Portugiesen entsandten 3.000 Mann neuer Truppen und über eine Million Landminen, um das Dammprojekt zu schützen. Die FRELIMO begriff rasch die symbolische Bedeutung des Projekts und versuchte die Fertigstellung zu verhindern. Alle direkten Angriffe auf den Damm wurden von den Portugiesen abgewehrt, jedoch verzögerten die Angriffe der FRELIMO auf die Versorgungskonvois den Bau erheblich. Die FRELIMO protestierte auch auf diplomatischem Wege gegen das Projekt und als daraufhin ein großer Teil der ausländischen Geldmittel ausblieb, kamen die Portugiesen noch mehr in Verzug. Der Damm konnte erst im Dezember 1974 fertig gestellt werden.

Am 3. Februar 1969 starb Eduardo Mondlane durch eine Briefbombe. Bis heute gibt es keine Beweise, wer genau hinter dem Attentat stand. Nach Meinung der meisten Historiker waren die Portugiesen und der Geheimdienst Gladio für den Anschlag verantwortlich.

Die interne Untersuchung der FRELIMO kam jedoch zum Schluss, dass ihr Mitglied Silverio Nungo für die Tat verantwortlich war. Dieser wurde später hingerichtet. Auch Lazaro Kavandame, der Befehlshaber der FRELIMO in der Cabo-Delgado-Region wurde beschuldigt. Es war bekannt, dass er und Mondlane zerstritten waren. Dazu kam, dass die tansanische Polizei Kavandame beschuldigte, mit dem portugiesischen Geheimdienst zusammenzuarbeiten. Im April 1969 lief Kavandame zu den Portugiesen über.

Bis zum April 1970 erhöhte sich die militärische Aktivität der FRELIMO ständig, dies vor allem unter der Führung von Samora Machel in der Region von Cabo Delgado. Die FRELIMO setzte vermehrt auf den Einsatz von Landminen und von 1970 bis 1974 waren drei von vier portugiesischen Ausfällen auf Landminen zurückzuführen. Die portugiesischen Soldaten litten sehr unter der Angst vor Minen. Diese Angst und die Frustration den Feind nie zu Gesicht zu bekommen untergrub die Moral der Truppen.

Die Cahora-Bassa-Talsperre (aus dem Weltall gesehen)

1970 führten die Portugiesen die Operation Nó Górdio (Gordischer Knoten) während 7 Monaten durch. Die konventionelle militärische Operation hatte zum Ziel, die Guerillastützpunkte im Norden entlang der tansanischen Grenze zu zerstören. Insgesamt beteiligten sich an der Operation 35.000 portugiesische Soldaten. Die Portugiesen wendeten die Taktik der USA im Vietnamkrieg an, indem sie kleinere Truppenverbände in FRELIMO-Gebieten absetzen, diese dann mit schweren Bombardements unterstützten, während die Bodentruppen versuchten, die FRELIMO-Kämpfer einzukreisen und zu eliminieren. Die Portugiesen setzen auch Kavallerieeinheiten ein, um die Flanken von Patrouillen zu decken oder dort, wo das Gelände den Einsatz von motorisierten Einheiten nicht zuließ. Auch kamen Einheiten zum Einsatz, die aus gefangenen oder desertierten Rebellen bestanden und über internes Wissen der FRELIMO verfügten.

Als jedoch die Monsunzeit einsetzte, kam die Operation ins Stocken. Die portugiesischen Soldaten waren schlecht ausgerüstet und es mangelte an Koordination zwischen den Bodentruppen und der Luftwaffe. Es mangelte vor allem an Luftunterstützung für die Bodentruppen. Als die Verluste auf portugiesischer Seite jenen der FRELIMO gleichkamen, griff Lissabon ein.

Am Ende der Offensive zählten die Portugiesen 651 getötete Rebellen (die Zahl von 440 Getöteten ist jedoch wahrscheinlicher) und 1.840 Gefangene, bei eigenen Verlusten von 132 Mann. Auch seien 61 Stützpunkte der FRELIMO und 165 Lager zerstört worden. Weiterhin seien alleine in den ersten zwei Monaten 40 Tonnen Munition sichergestellt worden. Das Unternehmen war jedoch ein Fehlschlag, da es nicht gelang, die FRELIMO kampfunfähig zu machen.

Portugiesische Soldaten auf Patrouille

Der Bau des Cabora-Bassa-Damms band etwa die Hälfte aller portugiesischen Truppen in Mosambik und erlaubte der FRELIMO, in die Provinz Tete im Süden vorzudringen und sich somit den Städten und den bevölkerungsreichen Regionen anzunähern.

Begräbnis eines gefallenen portugiesischen Soldaten

Im März 1970 wurde General António Augusto durch General Kaúlza Oliveira de Arriaga ersetzt. Kaúlza de Arriaga bevorzugte eine direktere Methode die Aufständischen zu bekämpfen und setzte auch auf den vermehrten Kampfeinsatz von portugiesischen Truppen. Seine Taktik wurde auch durch ein Treffen mit dem amerikanischen Vietnamgeneral William Westmoreland beeinflusst.

1972 wechselten die Portugiesen ihre Taktik und gingen, gemäß dem britisch-amerikanischen Vorbild zu „Search-and-destroy“-Operationen (dt.: suchen und zerstören) über. Auch starteten die Portugiesen das Programm „Aldeamentos“. Diese sollte die Stimmung in der Bevölkerung zu Gunsten der Portugiesen wenden. Es war jedoch mehr eine Zwangsumsiedlung der Bevölkerung aus bestimmten Gebieten. Viele Offiziere und Kaúlza de Arriagas Stellvertreter General Francisco da Costa Gomes verlangten einen vermehrten Einsatz von Einheimischen Truppen, wie beispielsweise die Flechas-Einheiten. Costa Gomes ging davon aus, dass die Einheimischen-Einheiten günstiger seien und besser im Stande, einen guten Kontakt zur Bevölkerung herzustellen.

Am 9. November 1972 startete die FRELIMO eine Offensive in der Teteprovinz. Die Portugiesen reagierten mit Vergeltungsangriffen, um die Unterstützung der FRELIMO in der lokalen Bevölkerung endgültig zu brechen. Am 16. Dezember 1972 töteten die Portugiesen die Bewohner des Dorfes Wiriyamu, das 30 Kilometer von der Stadt Tete entfernt liegt. Es liegen keinen genauen Opferzahlen vor und diese schwanken zwischen 60 und 400 getöteten Dorfbewohnern, die man der Zusammenarbeit mit der FRELIMO beschuldigte.

Ab 1973 begann die FRELIMO auch Dörfer und Städte zu verminen und hoffte dadurch das Vertrauen der Zivilbevölkerung in die Portugiesen, für Sicherheit zu sorgen, zu untergraben.

Auch gab die FRELIMO unter ihrem neuen Kommandanten Machel die Politik Mondlanes auf, die portugiesischen Siedler zu verschonen. Bei vielen Siedlern brach Panik aus und es kam zu Demonstrationen gegen die Regierung in Lissabon. Die Proteste, das Massaker von Wiriyamu und die wiedererstarkte FRELIMO zwischen 1973 und Frühjahr 1974 waren ein Grund für den Sturz der Regierung in Lissabon.

Gegen Ende des Konfliktes gelang es der FRELIMO, sich eine begrenzte Anzahl Strela-2-Flugabwehrraketen aus China zu beschaffen. Es gelang ihr jedoch nie, ein portugiesisches Flugzeug abzuschießen. Das einzige abgestürzte portugiesische Flugzeug war eine Fiat G.91 von Leutnant Emilio Lourenço, das nach der Explosion der eigenen Bewaffnung abstürzte.

Während des Krieges unterstützte Rhodesien die Portugiesen und führte sogar eigene militärische Operationen durch. 1973 war das Land zum größten Teil unter Kontrolle der Portugiesen. Anfang 1974 begann die FRELIMO mit Mörserangriffen auf Vila Pery (heute Chimoio).

Bis auf die umkämpften Gebiete im Nordwesten und einigen Regionen des Zentrums hatten die Portugiesen in den übrigen Regionen die Lage zunächst weiterhin im Griff, alle Städte und die meisten Dörfer waren unter ihrer Kontrolle.

Am 25. April 1974 kam es in Portugal zur Nelkenrevolution und kurz darauf begannen viele Siedler Mosambik zu verlassen. Das neue Staatsoberhaupt General Antonio de Spinola rief einen Waffenstillstand aus. Die von den Portugiesen durchgeführten Wahlen führten nur zu noch heftigeren Angriffen der FRELIMO und die portugiesische Armee gab ihre nördlichen Stellungen auf und zog sich in den Süden zurück. Auch verweigerten viele Soldaten nun den Dienst und blieben in den Kasernen. Gleichzeitig dehnte die FRELIMO ihren Kampf auch auf den Süden des Landes aus. Am 24. Juni 1974 unterbrachen FRELIMO-Rebellen die strategisch wichtige Bahnlinie von Beira nach Tete an 28 Stellen, am 17. Juli eroberten sie die strategisch wichtige Stadt Morrumbala in der Region Zambezia.

Am 8. September 1974 wurde ein Waffenstillstandsvertrag unterzeichnet und darin die formelle Unabhängigkeit des Landes von Portugal für den 25. Juni 1975 festgelegt.

Während des Krieges in Mosambik kamen ebenfalls Sondereinheiten der portugiesischen Armee zum Einsatz:

  • Die Sondergruppen (Grupos Especiais), waren Einheiten, die aus freiwilligen schwarzen Soldaten bestanden und über eine Kommandoausbildung verfügten und auch in Angola zum Einsatz kamen.
  • Spezialfallschirmgruppen (Grupos Especiais Pára-Quedistas): freiwillige afrikanische Soldaten, die ein Fallschirmtraining durchliefen.
  • Sonderaufklärungsgruppen (Grupos Especiais de Pisteiros de Combate) waren speziell für die Aufklärung ausgebildet.
  • Die Pfeile (Flechas) waren eine ähnliche Einheit wie diejenige in Angola.

Rolle der Organisation für Afrikanische Einheit[Bearbeiten]

Die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) unterstützte die internationale Anerkennung der Revolutionären Regierung Angolas (GRAE) im Exil, bestehend aus Mitgliedern der Frente Nacional da Libertação de Angola (FNLA). 1964 erkannte die OAU die PAIGC als legitimen Vertreter von Guinea-Bissau und Kap Verde an. 1965 erkannte die OAU, die FRELIMO als offiziellen Vertreter von Mosambik an. Ab 1967 unterstützte die OAU auch die MPLA, mit ihrem Anführer, Agostinho Neto. Im November 1972 wurden beide Organisationen von der OAU offiziell anerkannt.

Innerportugiesischer Widerstand[Bearbeiten]

Die Regierung stellte die Tatsache, dass die Kolonien integraler Bestandteil Portugals waren, als allgemeinen Konsens dar. Die Kommunisten waren die erste Partei, die öffentlich der Regierungsmeinung widersprachen und das Selbstbestimmungsrecht der Kolonien hervorhoben. Während des 5. Kongresses des illegalen Partido Comunista Português (PCP) forderten sie die totale Unabhängigkeit der Kolonien von Portugal.

Auch andere Oppositionelle außerhalb der PCP hatten antikoloniale Standpunkte. Darunter waren einige Kandidaten der Präsidentschaftswahlen, wie beispielsweise Norton de Matos (1949), Quintão Meireles (1951) und Humberto Delgado (1958).

Nach dem Tod Salazars 1968 kam es nicht wirklich zu einer Veränderung der Kolonialpolitik. Bei vielen jungen Portugiesen führte der langandauernde Krieg zu einer politischen Radikalisierung. Die Universitäten spielten hierbei einen Schlüsselrolle. Es kam zur Gründung von mehreren Zeitungen und Zeitschriften, wie beispielsweise Cadernos Circunstância, Cadernos Necessários, Tempo e Modo und Polémica.

In diesem Klima entstand in den späten 1960er Jahren die Acção Revolucionária Armada (ARA) (Bewaffnete revolutionäre Aktion). Die Organisation war der bewaffnete Arm der portugiesischen kommunistischen Partei. Im Oktober 1970 begann die ARA ihre Aktionen und führte diese bis August 1972 weiter. Am 8. März 1971 griff die Ara den Militärflugplatz Tanco an und zerstörte mehrere Helikopter. Im Oktober des gleichen Jahres griff sie das NATO-Hauptquartier in Oeiras an.

Daneben entstanden auch die Revolutionären Brigaden (Brigadas Revolucionárias, BR), eine linksextreme Organisation, die viele Sabotage- und Bombenangriffe auf militärische Ziele durchführte.

Die BR begann ihre bewaffneten Aktionen am 7. November 1971 mit einem Sabotageangriff auf den NATO-Stützpunkt Pinhal de Armeiro. Die letzte Aktion fand am 9. April 1974 statt, als die BR einen Truppentransporter in Lissabon angriff, der Truppen bringen sollte. Die BR war selbst in den Kolonien aktiv. Am 22. Februar 1974 zündete sie eine Bombe im Armeehauptquartier von Bissau.

Wirtschaftliche Folgen des Krieges[Bearbeiten]

Entwicklung der Militärausgaben während des Krieges. Dunkelrot: Ausgaben in Übersee; hellgelb: sonstige Militärausgaben. Angaben in „contos“ (1 conto = 1000 Escudos)

Seit dem Beginn des Krieges 1961 nahmen die Ausgaben der Regierung für die Kriegsführung stark zu. Unter Marcelo Caetano stiegen diese Ausgaben sogar noch weiter an.

Inwieweit der Krieg in den Kolonien den Staatshaushalt Portugals belastete, ist umstritten. Auf der einen Seite stehen die im Vergleich zur Wirtschaftsleistung des Landes enormen Kriegskosten. Auf der anderen Seite waren die Bodenschätze der Kolonien eine große Einnahmequelle. Angola war beispielsweise zu jener Zeit der größte Erdölproduzent Westafrikas. Alleine die Einnahmen aus dem Erdölverkauf deckten die gesamten Kosten des Krieges. Dazu kamen weitere Bodenschätze wie beispielsweise Diamanten. Die Bodenschätze der Kolonien spielten auch eine Schlüsselrolle in den Bürgerkriegen, die in den ehemaligen Kolonien nach der Unabhängigkeit ausbrachen.

Das Wirtschaftswachstum Portugals betrug während der Kriegsjahre etwa sechs Prozent. Nach der Nelkenrevolution betrug das jährliche Wachstum 2,3 Prozent.

Die Nelkenrevolution hatte auf viele Bereiche der portugiesischen Wirtschaft, wie beispielsweise Schiffbau, chemische Industrie, Finanzen, Landwirtschaft usw. negative Folgen. Der plötzliche Verlust der Kolonien fügte dem Land einen größeren wirtschaftlichen Schaden zu als der Krieg selber. Auch für die ehemaligen Kolonien verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation nach deren Unabhängigkeit.

1974[Bearbeiten]

In den frühen 1970er-Jahren erreichte Portugal die Grenzen seiner militärischen Leistungsfähigkeit. Zu diesem Zeitpunkt war der Krieg jedoch bereits gewonnen und die militärische Bedrohung durch die Rebellen war sehr gering. Durch die verbesserte Wirtschafts- und Sicherheitslage in den Kolonien nahm die Einwanderung aus dem Mutterland nach Angola und Mozambique sogar wieder zu.

Die Sowjetunion erkannte, dass ihre militärischen Anstrengungen in den portugiesischen Kolonien nicht den gewünschten Erfolg zeigte und vollführte nun einen radikalen Strategiewechsel. Die Sowjetunion konzentrierte sich nun auf Portugal selber. Im Mutterland war die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Die Verluste an Menschen und die finanziellen Aufwendungen des Staates für den Krieg waren enorm. Es gelang den Kommunisten, Einfluss auf viele junge Offiziere der portugiesischen Armee zu gewinnen. Viele dieser Offiziere waren von Idealen angetrieben, kannten aber die für die Portugiesen gute militärische und wirtschaftliche Lage in den Kolonien nicht.

Am 25. April 1974 kam es in Portugal zur Nelkenrevolution. Die Provinzen Mosambik und Angola wurden am 25. Juni bzw. 11. November 1975 unabhängig.

Folgen[Bearbeiten]

Als im April 1974 der Krieg endete und die Kolonien unabhängig wurden, flüchteten Tausende von portugiesischen Zivilisten, Militärs, Weiße und Schwarze aus den Kolonien. Der Flüchtlingsstrom wurde durch die ausbrechenden Bürgerkriege in Angola und Mosambik noch verstärkt.

Portugal musste hunderttausende Menschen, die sogenannten „Retornados“, aus den Kolonien aufnehmen, die erst im Verlaufe mehrerer Jahre voll integriert werden konnten. [3], In beiden Ländern verblieb jedoch eine Minderheit von Portugiesen, die die angolanische bzw. mosambikanische Staatsbürgerschaft annahm. Seit den 1990er Jahren ist aufgrund des Wirtschaftsaufschwungs in Angola eine wachsende Zahl von Portugiesen auf Arbeitssuche nach Angola ausgewandert; Schätzungen reichen von 130 000 bis 200 000.

Durch den Abzug der Portugiesen wurden die beiden letzten „weißen“ Staaten in Afrika, Rhodesien und Südafrika weiter isoliert.

Verluste auf portugiesischer Seite[Bearbeiten]

  • Verluste des portugiesischen Heeres in Angola, Guinea und Mosambik von 1961-1974: 8290 Tote[4]
    • Davon kamen durch Kampfhandlungen ums Leben: 4027
    • Durch Unfälle mit Waffengebrauch umgekommen: 785
    • Durch Verkehrsunfälle umgekommen: 1480
    • Aus anderen Gründen umgekommen: 1998
  • Verletzte und Verwundete der portugiesischen Streitkräfte (offenbar unter Einschluss der Marine und der Luftstreitkräfte): 15507[5]
    • Davon bei der Ausbildung verletzt: 2743
    • Psychische Erkrankungen (Doenças mentais): 1183

Nach Einschätzung der 1974 gegründeten Associação dos Deficientes das Forças Armadas (ADFA) lag die Zahl der Angehörigen der Streitkräfte, die aufgrund von im weitesten Sinne psychischen Erkrankungen aus dem Kampfgebiet evakuiert wurden, bei ca. 25.000. Die ADFA zweifelt daher die offizielle Statistik über Zahl der psychisch Erkrankten an.

  • Die Verluste der portugiesischen Marineinfanterie (fuzileiros navais sowie fuzileiros especiais) betrugen insgesamt 155 Mann, davon in:[6]
    • Guinea: 86, davon 55 bei Kampfhandlungen
    • Angola: 44, davon 13 bei Kampfhandlungen
    • Mosambik: 23, davon 13 bei Kampfhandlungen
    • Kapverden: 2, davon 0 bei Kampfhandlungen

Belletristik[Bearbeiten]

  • Pepetela (d.i. Artur Carlos Mauricio Pestana dos Santos): Mayombe, Bonn 1985.
  • Antonio Lobo Antunes: Leben, auf Papier beschrieben. Briefe aus dem Krieg, München 2007.
  • Antonio Lobo Antunes: Elefantengedächtnis. München 2004.
  • Antonio Lobo Antunes: Der Judaskuß. München 2006.
  • João Vieira: Os Anos da Guerra, 1961-1975. Os Portugueses in África. Crónica, Ficção e História.
  • (José) Luandino Vieira: A Vida Verdadeira de Domingos Xavier (Das wahre Leben des Domingos Xavier, Frankfurt a.M. 1981).
  • José Luandino Vieira: Nós, os do Maculusu.
  • Manuel dos Santos Lima: As Lágrimas e o Vento.
  • Arlindo Barbeitos: Angola, Angolé, Angolema.
  • Luís Bernardo Honwana: Nós Matámos o Cão-Tinhoso.
  • José Manuel Mendes: Ombro, Arma!
  • Mario de Carvalho: Era Uma Vez Um Alferes (1984).
  • Mario de Carvalho: Os Alferes (1989).
  • Carlos Coutinho: Uma Noite na Guerra (1978).
  • Christóvão de Aguiar: Ciclone de Setembro.
  • Reis Ventura: Sangue no Capim. Cenas da guerra em Angola. 7. Auflage. Braga 1972.
  • António S. Viana: Primeira Coluna de Napainor.
  • João de Melo: Autópsia de Um Mar de Ruínas.
  • Fernando Dacosta: Um Jeep de Segunda Mão.
  • Liberto Cruz: Jornal de Campanha.
  • Álvaro Guerra: O Capitao Nemo e Eu. 1973.
  • José Martins Garcia: Lugar de Massacre.
  • Rui de Azevedo Teixeira: A Guerra Colonial e o Romance Português. Lissabon 1998.
  • Isabel Moutinho: The colonial wars in contemporary Portuguese fiction. Woodbridge u.a. 2008.

Quellen[Bearbeiten]

  • Estado-Maior do Exército, Comissão para o Estudo das Campanhas de África (1961 - 1974) (Hrsg.): Resenha histórico-militar das campanhas de África (1961 - 1974). Vols. 1-8, Lissabon 1988-2008.
  • Aniceto Afonso, Carlos de Matos Gomes: Guerra Colonial. Lissabon 2000.
  • Kaúlza De Arriaga: Veröffentlichte Werke des Generals Kaúlza de Arriaga
  • Ian Becket: A Guerra no Mundo - Guerras e Guerrilhas desde 1945. Verbo, Lissabon 1983.
  • Borges Coelho, João Paulo: Troops in the Portuguese Colonial Army, 1961-1974: Angola, Guinea-Bissau and Mozambique. In: Portuguese Studies Review. 2002.
  • José Brandão: Cronologia da guerra colonial. Angola, Guiné, Moçambique, 1961-1974. Lissabon 2008.
  • John P. Cann: Counterinsurgency in Africa: The Portuguese Way of War, 1961-1974. Hailer Publishing, 2005.
  • Tom Cooper: Central, Eastern and South African Datebase, Mozambique 1962–1992. ACIG, 2003
  • Brendan F. Jundanian: The Mozambique Liberation Front. Institut Universitaire de Hautes Etudes Internationales, Genf 1970.
  • Kenneth W. Grundy: Guerrilla Struggle in Africa: An Analysis and Preview. Grossman Publishers, New York 1971, ISBN 0-670-35649-2.
  • F. X. Maier: Revolution and Terrorism in Mozambique. American Affairs Association, New York 1974.
  • A. H. de Oliveira Marques: História de Portugal. Vol. III, 6. Auflage. Palas Editora, Lissabon 1981.
  • Moita Marques: As duas faces da guerra colonial. Lissabon 2007.
  • Dalila Cabrita Mateus: A PIDE/DGS na guerra colonial (1961-1974). Lissabon 2004.
  • Dalila Cabrita Mateus & Álvaro Mateus, Angola 61: Guerra Colonial, Causas e Consequências. O 4 de Fevereiro e o 15 de Março, Alfragida: Texto Editores, 2011.
  • José Mattoso: História Contemporânea de Portugal. Lissabon, Amigos do Livro, 1985 Bände Estado Novo und "25 de Abril",
  • José Mattoso: História de Portugal. Ediclube, Lissabon 1993.
  • R. Maxwell: The Making of Portuguese Democracy. 1995.
  • Walter C. Opello Jr.: A Journal of Opinion. Vol. 4, Nr. 2, 1974,
  • Thomas Pakenham: The Scramble for Africa. Abacus, 1991, ISBN 0-349-10449-2.
  • René Pélissier: As Campanhas Coloniais de Portugal 1841-1941. Lissabon 2006.
  • René Pélissier: Le naufrage des caravelles. Études sur la fin de l´Empire portugais (1961-1975). Orgeval 1979.
  • António Reis: Portugal Contemporâneo. Alfa, Lissabon 1989.
  • Fernando Rosas, J. M. Brandão Brito: Dicionário de História do Estado Novo. Bertrand Editora, Venda Nova 1996.
  • Al J. Venter: Portugal's guerrilla wars in Africa. Lisbon's three wars in Angola, Mozambique and Portugese Guinea, 1961-74, Solihull (Helion) 2013. ISBN 978-1-909384-57-6
  • John Frederick Walker: A Certain Curve of Horn: The Hundred-Year Quest for the Giant Sable Antelope of Angola. 2004.
  • William C. Westfall, Jr.: Mozambique-Insurgency Against Portugal, 1963–1975.
  • Douglas L. Wheeler: A Document for the History of African Nationalism. 1970.
  • Verschiedene Autoren: Guerra Colonial. edição do Diário de Notícias.
  • Jornal do Exército. Estado-Maior do Exército, Lissabon.

Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Portugiesischer Kolonialkrieg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1972 wurde die offizielle Bezeichnung für Angola und Mosambik dann "Estado", was der brasilianischen Bezeichnung für die dortigen Bundesländer nachempfunden war und ausdrücken sollte, daß man zu einer föderalistischen Staatsform übergegangen war.
  2. John Marcum, The Angolan Revolution, vol. I, The Anatomy of an Explosion (1950-1962), Cambridge/Maa. & London, MIT Press, 1969
  3. Aus Angola und Mosambik gingen allerdings viele portugiesische Siedler nach Südafrika, aus Angola auch nach Brasilien
  4. Angaben nach: Aniceto Afonso, Carlos de Matos Gomes: Guerra Colonial. Lissabon 2000, S. 528.
  5. Angaben nach: Humberto Sertório Fonseca Rodrigues: Feridas de guerra. In: Aniceto Afonso, Carlos de Matos Gomes: Guerra Colonial. Lissabon 2000, S. 566–569, hier S. 568.
  6. Angaben nach: "Gente mais ousada". Fuzileiros. In: Aniceto Afonso, Carlos de Matos Gomes: Guerra Colonial. Lissabon 2000, S. 220–227, hier S. 227.