Kunst und Revolution

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Dieser Artikel behandelt die Performance des Wiener Aktionismus; die Schrift von Richard Wagner findet sich unter Die Kunst und die Revolution.
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Die Aktion Kunst und Revolution, auch bekannt unter der von Boulevardmedien geprägten Bezeichnung Uni-Ferkelei[1], fand am 7. Juni 1968 vor rund 300 Zuschauern im Hörsaal 1 des NIG (Neues Institutsgebäude) der Universität Wien statt und wurde von den Aktionisten Günter Brus, Otto Muehl, Peter Weibel und Oswald Wiener ausgeführt. Weiters war Malte Olschewski beteiligt. Valie Export lehnte die Teilnahme an der Aktion ab mit den Worten "Spinnst? I' hab' a Kind!"[2]

Die nahezu vollständig versammelten Protagonisten des Wiener Aktionismus brachen in einem Hörsaal an der Wiener Universität gleich mehrere Tabus: Nacktheit, das Verrichten der Notdurft, Masturbation, Auspeitschen, Selbstverstümmelung, das Verschmieren der eigenen Exkremente am eigenen nackten Körper und das Erbrechen durch Reizung des Ösophagus – und das alles unter Absingen der österreichischen Bundeshymne[3] und auf der ausgebreiteten österreichischen Nationalflagge. Eine der Szenen bestand darin, dass der (am Kopf mit Verbandzeug umwickelte) Teilnehmer Malte Olschewski („Laurids“) einen Text verlas, während Otto Muehl versuchte, das Papierblatt mit einem Gürtel zu zerfetzen, dabei aber den Lesenden traf.[4] Das führte zur Bezeichnung „Masochist Laurids“ für den – zunächst unbekannt gebliebenen – Olschewski.

Im Hörsaal anwesende Boulevardjournalisten berichteten ablehnend über die Aktion (die Kronenzeitung prägte den Ausdruck „Uni-Ferkelei“), die österreichische Justiz antwortete mit Gefängnisstrafen. Der umstrittene Gerichtsgutachter und Psychiater Heinrich Gross war beauftragt, die Aktionisten für das Gericht zu begutachten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Lackner: Der fünfte Mann. In: profil. Das unabhängige Nachrichtenmagazin Österreichs. Heft Nr. 23 vom 2. Juni 2008. 39. Jahrgang. ISSN 1022-2111. Seiten 30–32.
  • Thomas Dreher: Performance Art nach 1945. Aktionstheater und Intermedia. Fink, München 2001, S. 273–280, ISBN 3-7705-3452-2 (Beschreibung und Interpretation der Aktionen in „Kunst und Revolution“).

Dokumentation[Bearbeiten]

  • Mein Leben - Peter Weibel (ZDF/ORF/arte, 50 Min., 2010, ein Film von Marco Wilms; Heldenfilm), beinhaltet kurze Filmaufnahmen der Aktion "Kunst und Revolution"

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1968 - Kunst und Revolution. KÖR Kunst im öffentlichen Raum GmbH, abgerufen am 19. Dezember 2013.
  2. Die Presse: Die Welt bis gestern: „...matte sache, das ganze, bisher...“
  3. bestritten vom Teilnehmer Olschewski in Der fünfte Mann, Seite 32.
  4. Der fünfte Mann, Seite 32.