Unterleutnant
| Nationale Volksarmee, Unterleutnant | |
|---|---|
Pioniertruppe (links) / Volksmarine (rechts) |
|
| Dienstgradgruppe | der Leutnants |
| NATO-Rangcode | OF-1 vergleichbar |
| Dienstgrad Heer/Luftwaffe | Unterleutnant |
| Dienstgrad Marine | Unterleutnant |
| Abkürzung (in Listen) | ULt |
| Besoldungsgruppe | |
Der Unterleutnant (NVA-Originalabkürzung Ultn.) ist ein Soldat im niedrigsten Offiziersdienstgrad. Er gehört zur Dienstgradgruppe der Leutnante bzw. Subalternoffiziere. Der Rang war 1662/74 erstmals in Frankreich eingeführt worden und ist von anderen Armeen übernommen worden.
Inhaltsverzeichnis |
Deutschland [Bearbeiten]
In einigen deutschen Heeren des 19. Jahrhunderts gab es vor 1871 die Abstufung Oberleutnant (Premierlieutenant) – Leutnant (Secondelieutenant) ohne den Grad "Unterleutnant". Einen Unterleutnant zur See gab es bis 1898 in der Kaiserlichen Marine, er entsprach dem Seconde-Lieutenant des deutschen Heeres.
In der Reichswehr, der Wehrmacht und der Bundeswehr gab es den Dienstgrad Unterleutnant zu keiner Zeit.
DDR [Bearbeiten]
In Anlehnung an die sowjetischen Streitkräfte und die anderen Streitkräfte des Warschauer Pakts war in den Bewaffneten Organen der DDR der Unterleutnant der rangniedrigste Offizier.
Die offizielle Dienstgradbezeichnung der Volksmarine war anfangs Unterleutnant zur See, wurde aber später in Unterleutnant geändert. Im individuellen Sprachgebrauch hingegen blieb die traditionelle Bezeichnung Unterleutnant zur See weiterhin erhalten.
| Dienstgrad | ||
| niedriger: Stabsoberfähnrich (bis 1974 Stabsfeldwebel) |
Unterleutnant |
höher: Leutnant (Leutnant zur See) |
Für Offiziere der NVA betrug die Regelstehzeit für die Beförderung vom Unterleutnant zum Leutnant zwei Jahre.
Ausbildung [Bearbeiten]
Unterleutnante der NVA waren seitdem in der Regel keine Berufsoffiziere, sondern Zeitsoldaten oder „Offiziere auf Zeit“ (OaZ), die sich nach Erlangung der Hochschulreife (Abitur) für eine aktive Wehrdienstzeit von mindestens drei, ab 1982 mindestens vier Jahren in der NVA verpflichteten. Ihre militärische Ausbildung erfolgte in der Regel durch ein einjähriges Studium an einer Offiziershochschule, das mit der Ernennung zum Unterleutnant abschloss. Unmittelbar danach erfolgte die Versetzung zum Truppendienst in den verschiedenen Teilstreitkräften der NVA. Dort wurden Unterleutnante regelmäßig in der Dienststellung des Zugführers eingesetzt, soweit sie nicht – zum Beispiel auf Grund spezieller Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Kenntnisse – in speziellen Verwendungen eingesetzt werden konnten.
Bei Bedarf und Vorliegen bestimmter Voraussetzungen, beispielsweise einem Reserveoffizierslehrgang während des Studiums, wurden auch geeignete Reservisten mit erfolgreich abgeschlossenem zivilem Hochschulstudium nach einer Einberufung zum Reservistenwehrdienst zum Unterleutnant der Reserve ernannt. Absolventen von Fachschulen konnten ebenfalls zum Unterleutnant der Reserve ernannt werden. Teilweise wurden auch besonders befähigte langgediente Stabsfeldwebel zum Unterleutnant ernannt.
Übernahme in die Bundeswehr [Bearbeiten]
Unterleutnante wurden nach der Auflösung der NVA im Jahre 1990 nur in Ausnahmefällen in die Bundeswehr übernommen. Auf Antrag, bei Bedarf, Eignung und erfolgreicher Einzelfallprüfung vor einem unabhängigen Prüfungsausschuss, der MAD-Befragung, der ersten Sicherheitsüberprüfung und einer vorläufigen Beurteilung konnte eine Übernahme als Zeit- oder Berufssoldat erfolgen. In der Regel war eine Übernahme in die Bundeswehr mit der Herabsetzung im Dienstgrad verbunden. Die bundeswehrüblichen Ausbildungsnachweise mussten in jedem Fall erbracht oder nachgeholt werden. Sofern die nachfolgenden Sicherheitsüberprüfungen oder Sicherheitsermittlungen, die grundsätzlich mit einer Einzelfallprüfung auf eine frühere Stasi-Tätigkeit verbunden war, Umstände ergaben, die für die weitere Tätigkeit in der Bundeswehr ein Sicherheitsrisiko darstellten, erfolgte die sofortige, fristlose und unehrenhafte Entlassung. Von den 39.000 ehemaligen NVA-Offizieren wurden dennoch ca. 3.600 vor allem dienstzeitjüngere sehr gut ausgebildete und gut beurteilte Soldaten übernommen. Die weiblichen ehemaligen NVA-Offiziere wurden alle ausnahmslos entlassen. Hier war eine Übernahme als zivile Mitarbeiterin nach den bundesüblichen Festlegungen, Vorschriften und Verfahren möglich.
Österreich [Bearbeiten]
Im österreichischen Bundesheer existiert der Rang des Unterleutnants nicht, es gibt jedoch den Dienstgrad des Vizeleutnants, welcher allerdings ein Unteroffizier (und somit nicht dem Unterleutnant gleichzusetzen) ist. Entsprechend dem NATO-Schema ist in Österreich der NATO-Unterleutnant ein Leutnant (ein goldener Stern), der NATO-Leutnant ein Oberleutnant (zwei goldene Sterne).
Andere Länder Warschauer Pakt [Bearbeiten]
Den Unterleutnant gab es als niedrigsten Rang der Dienstgradgruppe der Offiziere auch in anderen Streitkräften des Warschauer Pakts.
Bulgarien,
Sowjetunion ⇒ Mladschi leitenant
Rumänien ⇒ ro:Sublocotenant
Tschechoslowakei ⇒ Podporučík
Ungarn ⇒ hu:Alhadnagy
In Polen hat es diesen Rang nicht gegeben.
Gegenwart [Bearbeiten]
Auch gegenwärtig ist der Offiziersrang Unterleutnant nach dem NATO-Rangcode OF-D noch in einigen Länder vorhanden. Beispiel dafür sind die Rangbezeichnungen sous-lieutenant, subleutenanto, subteniente, sottotenente, mladschi lejtenant, podporucik etc. die dem deutsch Begriff Unterleutnant vergleichbar sind. Zum Teil werden für OF-D-Dienstgrade auch anders lautende Bezeichnungen, wie beispielsweise Officer candidate in der US-Navy, verwendet.
Der Unterleutnant OF-D ist auch in gegenwärtigen Streitkräften ein Offiziersdienstgrad, auch wenn dieser aus einigen Sprachen mit Fähnrich (Ensign, Alferez) übersetzt wird. So entspricht in Spanien der Alferez dem Unterleutnant (ebenso in Portugal), der Subteniente aber dem Fähnrich. Ausgerechnet in den spanischsprachigen Staaten Südamerikas ist es genau umgekehrt. In Skandinavien (Norwegen, Schweden) sowie Finnland ist der Fähnrich der niedrigste Offiziersgrad und entspricht damit dem dänischen Sekondeløjtnant bzw. dem Unterleutnant.
- Beispiele für den niedrigsten Offiziersrang Unterleutnant (UL) OF-D
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US-Navy Officer-candidate
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Mehrheitlich, so auch in der Bundeswehr, ist der OF-1-Rang jedoch der niedrigste Offiziersdienstgrad, der dem Leutnant, Second lieutenant oder Pilot officer vergleichbar ist.
Der österreichische Vizeleutnant hingegen ist ein Unteroffiziersdienstgrad (vergleichbar dem historischen preußische Feldwebelleutnant), er entspricht etwa einem (Ober-)Stabsfeldwebel oder Fähnrich der Bundeswehr.
