Urwahl

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Eine Urwahl ist eine Wahl, bei der zu repräsentierende Personen, wie zum Beispiel die Wahlberechtigten eines Landes oder die Mitglieder einer Partei, selbst wahlberechtigt sind, etwa zur Wahl eines Wahlmännerausschusses.[1]

Die Urwahl war zwischen 1848 und 1918 der erste Wahlgang bei der indirekten Wahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus, in dessen Rahmen die Wahlberechtigten entsprechend den Regeln des Dreiklassenwahlrechts die Wahlmänner wählten, welche wiederum die Abgeordneten bestimmten.

In neuerer Zeit wird die direkte Wahl zur Besetzung eines Spitzenamtes innerhalb einer Partei durch ihre Mitglieder als Urwahl bezeichnet. Im Regelfall werden Parteivorsitzende und Spitzenkandidaten von einem Parteitag gewählt. Hiervon abweichend gibt es in einigen Parteien, so zum Beispiel in der SPD, die Möglichkeit, den Vorsitzenden und/oder Spitzenkandidaten per Urwahl, also direkt durch alle Parteimitglieder, zu bestimmen. Als erste Partei in Deutschland führte Bündnis 90/Die Grünen im Oktober 2012 eine Urwahl zur Bestimmung der beiden Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013 durch.[2]

Das Votum einer Urwahl kann eine Empfehlung für einen gesondert abzuhaltenden Parteitag sein, wie bei der Wahl Rudolf Scharpings zum SPD-Vorsitzenden, oder es entfaltet unmittelbare Wirksamkeit wie bei der Wahl Ingrid Stahmers, Walter Mompers oder Harald Ringstorffs zu den Spitzenkandidaten ihrer Landesverbände bei den anstehenden Landtagswahlen.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Urwahl, duden.de, abgerufen am 10. November 2012
  2. Spiegel Online: „Grünen-Basis macht Göring-Eckardt und Trittin zum Spitzenduo“, 10. November 2012
  3. Definition: Urwahl, Die Welt kompakt vom 28. August 2012