Vito Genovese

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Vito Genovese

Vito Genovese (* 27. November 1897 in Risigliano, Provinz Neapel; † 14. Februar 1969 in Springfield, Missouri) war ein US-amerikanischer Mobster der La Cosa Nostra und Oberhaupt der nach ihm klassifizierten Genovese-Familie.

Leben[Bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Genovese emigrierte mit seiner Familie im Jahre 1913 im Alter von 16 Jahren in die USA und lebte zunächst im New Yorker Stadtteil Queens, wo sein Vater ein kleines Architektenbüro betrieb. Dort geriet Genovese in Kontakt mit dem Organisierten Verbrechen, insbesondere dem Ableger der neapolitanischen Camorra, angeführt von Pellegrino Morano. Er stand unter dem Kommando von Alessandro Vollero, dem Anführer der Navy St. Gang. Genovese lernte dort unter anderem Charles „Lucky“ Luciano kennen, mit welchem er, zusammen mit Morano und Vollero, ab 1917 gemeinsame Raubüberfälle ausführte, sowie dem Schmuggel und Rauschgifthandel nachging. Ihr Finanzier war der Gangster Arnold Rothstein.

1937 musste Genovese aufgrund einer Anklage wegen Mordes nach Sizilien fliehen. Dort unterstützte er den Diktator Benito Mussolini (Mord an Carlo Tresca), wechselte jedoch nach dem Einmarsch der Alliierten in Italien die Seiten und etablierte sich im florierenden Schwarzmarkt der Nachkriegszeit.

Oberhaupt der Familie[Bearbeiten]

1945 kehrte Genovese in die USA zurück und strebte die Vorherrschaft über die größte der Fünf Familien der La Cosa Nostra in New York an, denn Lucky Luciano war (fast im Gegenzug) nach Italien abgeschoben worden und Frank Costello hatte nicht den Rückhalt bei den einfachen Mitgliedern in den Streetgangs des Clans. Deshalb begann Genovese, die Verbündeten Costellos zu beseitigen. Albert Anastasia, Willie Moretti und Anthony Carfano wurden ermordet und auch auf Costello wurde am 2. Mai 1957 ein Anschlag verübt. Dieser schlug fehl, führte jedoch zu Costellos Rückzug aus seiner führenden Rolle in der damals noch nach Joe Masseria benannten Familie.

Genovese war fortan Oberhaupt der Familie und organisierte im November 1957 das Apalachin-Treffen, dessen Scheitern eine persönliche Niederlage für ihn darstellte, da es der Polizei durch einen Zufall gelang, die Teilnehmer zu identifizieren.

Das Ende[Bearbeiten]

Im Rahmen einer Rauschgiftoperation der Polizei wurde Genovese 1959 festgenommen und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Der Hinweis, welcher zur Festnahme von Genovese führte, soll von Charles „Lucky“ Luciano und Meyer Lansky gekommen sein, die sich auf diese Weise dafür revanchiert haben sollen, dass Genovese sie auf dem Apalachin-Treffen auch aus der Kommission des National Crime Syndicate drängen wollte.

Im Zuge seiner Rache soll Genovese u. a. 1962 die Ermordung von Anthony Strollo angeordnet haben, weil dieser (weiterhin) in Kontakt mit Luciano gestanden hatte und damit, als einer der Hauptorganisatoren des Drogenhandels der Familie, potentiell in die Intrige des Hinweises an die Polizei verstrickt war.

Vito Genovese starb am 14. Februar 1969 an einer Herzattacke im United States Medical Center for Federal Prisoners in Springfield, Missouri.[1]. Er wurde auf dem St. John Cemetery, Queens in Middle Village, Queens beigesetzt.[2]

Adaptionen[Bearbeiten]

Dokumentationen[Bearbeiten]

2012: Im Netz der Mafia – Die Geheimakten des FBI: Der Killer: Vito Genovese; britisches Doku-Drama

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charles Grutzner: Ruled 'Family' of 450. Genovese Dies in Prison at 71. 'Boss of Bosses' of Mafia Here. In: New York Times, 16. Februar 1959. Abgerufen am 30. November 2011.  „Vito Genovese's throne, from which he ruled as "Boss of All Bosses" of the Mafia in the New York area, rested on the coffins of several predecessors -- in whose murders he is believed to have conspired. ...“ 
  2. "Vito Genovese" Find A Grave.
  3. Boss of Bosses. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 16. Januar 2012.
  4. The Valachi Papers. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 16. Januar 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Frank Costello Oberhaupt der „Genovese-Familie“ der La Cosa Nostra
1957–1969
Thomas Eboli