Volkswirtschaft
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Als Volkswirtschaft wird die Gesamtheit aller in einem Wirtschaftsraum (üblicherweise ein Staat oder Staatenverbund) verbundenen und gegenseitig abhängigen Wirtschaftssubjekte (Haushalte, Unternehmen und der Staat) bezeichnet. Oft wird auch der Wirtschaftsraum selbst als Volkswirtschaft bezeichnet.
Die Volkswirtschaft ist Hauptgegenstand der Volkswirtschaftslehre (VWL), die u.a. untersucht, wie Angebot und Nachfrage Preise auf dem Gütermarkt, Löhne auf dem Arbeitsmarkt, Zinsen auf dem Geldmarkt bilden und in welchen Abhängigkeiten diese Teilmärkte untereinander stehen. Da Volkswirtschaften über den Außenhandel in gegenseitigem Kontakt stehen, werden auch diese Abhängigkeiten untersucht.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Größen in einer Volkswirtschaft
Zentrale Punkte bei der Betrachtung einer Volkswirtschaft sind die Fragen nach ihrer Leistung (Bruttoinlandsprodukt, Volkseinkommen) und Verteilung (Einkommensverteilung), ihrer Preisentwicklung, ihrer Struktur, dem Grad ihrer Beschäftigung (Arbeitslosigkeit) und ihrer Offenheit (Außenhandel). Darüber hinaus können Veränderung dieser Größen mit der Konjunktur und ihren Zyklen in Verbindung gebracht und betrachtet werden. Im Vergleich zu anderen Volkswirtschaften kann auch der Grad der Entwicklung anhand sozio-ökonomischer Faktoren verglichen werden. Die zahlenmäßige Darstellung der Transaktionsgrößen erfolgt in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.
[Bearbeiten] Die Volkswirtschaft im Modell
Um die gegenseitigen Abhängigkeiten zu verstehen werden in der VWL Modelle eingesetzt, die stark von der Wirklichkeit abstrahieren, die grundsätzlichen Gesetzmäßigkeiten aber darstellen. Hier unterscheidet man die geschlossene Volkswirtschaft von einer offenen Volkswirtschaft.
[Bearbeiten] Das Zwei-Sektoren-Modell
siehe Hauptartikel Zwei-Sektoren-Modell
Die einfachste Darstellung der Aktivitäten einer geschlossenen Volkswirtschaft bietet das Zwei-Sektoren-Modell. Es betrachtet lediglich private Haushalte und Unternehmen und zeigt wie sich das Volkseinkommen aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage bestimmt. Haushalte bieten ihre Arbeitskraft den Unternehmen an und fragen Güter und Dienstleistungen der Unternehmen nach (Konsum C). Unternehmen wiederum fragen Arbeitskraft nach und bieten Güter und Dienstleistungen den Haushalten, aber auch anderen Unternehmen (Investitionen I), an. Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage
wird definiert als
[Bearbeiten] Erweiterte Modelle
Zieht man den Staat, als Nachfrager von Gütern und Dienstleistungen (im Modell G für staatliche Nachfrage), in die Betrachtungsweise hinzu, so lässt sich das Zwei-Sektoren-Modell erweitern. Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage wird dann definiert als
Erweitert man dieses Modell und zieht andere Volkswirtschaften hinzu (mit Exporten Ex und Importen Im), dann betrachtet man eine offene Volkswirtschaft. Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage wird dann definiert als
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Michael Heine, Hansjörg Herr: Volkswirtschaftslehre: Paradigmenorientierte Einführung in die Mikro- und Makroökonomie. 3. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2003. ISBN 3486272934




