Walter Bockmayer

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Walter „Wally“ Bockmayer (* 4. Juli 1948 in Fehrbach, jetzt Pirmasens) ist ein deutscher Schriftsteller und Regisseur. Er lebt in Köln.

Leben[Bearbeiten]

Aufgewachsen ist Walter Bockmayer in dem Dörfchen Fehrbach, das heute zu Pirmasens gehört. Walter Bockmayer begann eine Lehre zum Großhandelskaufmann, die er jedoch abbrach, um in den USA als Kantinengehilfe zu arbeiten. 1968 ging er nach Köln, wo er sich zunächst sein Geld als Garderobier im Kölner Opernhaus verdiente. Dort lernte er auch seinen Lebensgefährten und späteren Mitregisseur Rolf Bührmann kennen. 1972 gründete er die Produktionsfirma „Enten-Produktion“, die erstmals für den Kinofilm Carmen (1972) eingesetzt wurde. Benannt ist die Filmproduktionsfirma nach Bockmayers Watschelgang, weswegen er zuhause „aal Ent“ (alte Ente) genannt wurde. 1975 eröffnete er das Lokal Filmdose, wo er auf einer Bühne seine Inszenierungen aufführen ließ.

Sein Frühwerk ist geprägt durch Filme wie etwa Jane bleibt Jane (Premiere: 4. April 1977 in Köln), in dem die als Ariel-Clementine bekannte Schauspielerin Johanna König eine Altersheimbewohnerin spielt, die sich für Tarzans Witwe hält. Ferner drehte er den Film Flammende Herzen (22. Februar 1978), in dem der Junggeselle Peter Huber in einem Preisausschreiben eine Reise nach New York gewinnt, in der U-Bahn eine Blondine aufliest und mit dieser zu einer Oktoberfest-Kopie zieht. Dort wird das Pärchen zum Kornblumen-Königspaar gewählt, gewinnt eine lebende Kuh und zieht mit dieser durch Manhattan. Der Streifen wurde auf den Internationalen Filmfestspiele Berlin (1978) gezeigt. Für seinen Film Looping - der lange Weg zum Glück (17. September 1981 auf dem Toronto Film Festival) erhielt er vier Bundesfilmpreise.[1]

1984 eröffnete er in Köln das Kaiserhof-Theater, in dem er die von ihm verfassten, frivol-vulgären und in Kölsch gesprochenen Bühnenstücke aufführt, und das Theater in der Filmdose. Walter Bockmayer spielt in Helmer von Lützelburgs Komödie „Im Himmel ist die Hölle los“ die Rolle der Frau Sommer (Premiere am 31. Oktober 1984). Der bekannteste Film Bockmayers ist die Satire Die Geierwally (28. Januar 1988) auf Wilhelmine von Hillerns Geierwally. Im Jahre 2000 wurde das Gebäude, in dem sich das Kaiserhof-Theater befand, verkauft und umgebaut. Letzte Aufführung hier war Wallys wilde Sechziger (2000), im April 2001 beendete er die Aufführungen im Kaiserhof-Theater. Er fand mit dem Kölner Scala-Theater eine neue Heimat, wo als erstes Bühnenstück Ich möch zu Foß noh Kölle jonn (2. Oktober 2003) aufgeführt wurde. Im Scala-Theater, wo 260 Personen Platz finden, wurden im jährlichen Turnus ab September Bockmayers neue Bühnenstücke aufgeführt. Berühmte Opern wie Carmen (1995) oder La Traviata (1998) verlegte er in das Milieu vom Kölner Klapperhof bzw. in einen Massagesalon.[2]

Bockmayer gilt als Entdecker und Förderer von Hella von Sinnen, Dirk Bach, Ralph Morgenstern und Veronica Ferres. Zum festen Ensemble gehört seit 1994 Gigi Herr (* 28. Dezember 1942), die Nichte der verstorbenen Trude Herr.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Spiegel 18/1981 vom 27. April 1981, Kopfschuss, S. 224
  2. Der Spiegel 42/1995 vom 16. Oktober 1995, Carmen klappert Kölsch, S. 255