Hella von Sinnen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hella von Sinnen (2006)

Hella von Sinnen (* 2. Februar 1959 in Gummersbach; eigentlich Hella Kemper[1]) ist eine deutsche Fernsehunterhalterin und Komikerin.

Karriere[Bearbeiten]

Die Komikerin Hella von Sinnen 2012 am Comedia Theater in der Kölner Südstadt.

Hella von Sinnen machte 1977 gemeinsam mit Jürgen Domian Abitur, die beiden pflegen bis heute eine enge Freundschaft.[2] Im Anschluss studierte sie in Köln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Pädagogik, schloss das Studium aber nicht ab.[3] 1979 gründete sie mit Dada Stievermann und Dirk Bach die Kabarettgruppe „Stinkmäuse“.[4] Als ihr Entdecker gilt der Film- und Theaterregisseur Walter Bockmayer, in dessen Theater in der Filmdose sie Ensemblemitglied war.

Bekannt wurde sie 1988 durch die RTL-plus-Show Alles nichts oder?!, die sie zusammen mit Hugo Egon Balder moderierte. Dabei stach sie bei jeder Aufzeichnung mit einem neuen und extravaganten Kostüm hervor, was ebenso zu ihrem damaligen Markenzeichen wurde wie ihre pausenfüllende Lautmalerei „Tschacka-Tschacka“. Die Kostüme wurden von Kölner Kunststudenten entworfen und geschneidert. Erfolgreich war auch ihr Bühnenprogramm Ich bremse auch für Männer, mit dem sie zwei Jahre über Deutschlands Kleinkunstbühnen tourte. 1994 sprach sie den Part der Hyäne Shenzi in der deutschen Fassung des erfolgreichen Zeichentrickfilms Der König der Löwen, im Original von Whoopi Goldberg gesprochen. Zusammen mit Dirk Bach, mit dem sie in einer WG gelebt hatte und eng befreundet war, synchronisierte sie einige Figuren in Little Britain.

Hella von Sinnen war außerdem regelmäßiger Gast in Ralph Morgensterns Sendung Blond am Freitag im ZDF. Von 2003 bis 2010 gehörte sie zusammen mit Bernhard Hoëcker zum ständigen Rateteam der Sendung Genial daneben – Die Comedy Arena von und mit Hugo Egon Balder auf Sat.1. 2005 erhielt sie für diese Sendung die Goldene Romy für die beste Programmidee. Obwohl sie und Balder sich in der Sendung siezen und einander gelegentlich beleidigen, sind die beiden gut befreundet. Seit Juni 2011 moderiert sie auf RTL 2 die Clipshow „Klick-Stars“. Mit ihrer eigenen Firma Komikzentrum entwickelt Hella von Sinnen Ideen für das Fernsehen.

Privatleben und sozialpolitische Aktivitäten[Bearbeiten]

Hella von Sinnen ist die Lebensgefährtin von Cornelia Scheel, der Tochter Mildred Scheels und Adoptivtochter des ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel. Die beiden nahmen 1992 gemeinsam an der „Aktion Standesamt“ des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD) teil, dem sie auch als Mitglieder angehören. Aus diesem Engagement entstand das zusammen mit der deutschen Band Rosenstolz produzierte Lied „Ja, ich will“, in dessen Video von Sinnen und Scheel mitwirkten. Hella von Sinnen ist maßgeblich am Kampf gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben beteiligt und engagiert sich in vielen Projekten. Sie und Cornelia Scheel leben in Köln.

1990 produzierte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung einen Werbespot zum Thema Gib Aids keine Chance. Hella von Sinnen spielte dort eine Kassiererin im Supermarkt und Ingolf Lück einen verschüchterten Kunden, der versucht, ganz unauffällig Kondome zu kaufen. Als der Kunde an der Reihe ist, ruft die Verkäuferin mit lauter, durchdringender Stimme durch den ganzen Laden: „Rita, wat kosten die Kondome?“. Der Spot musste damals in „Tina, wat kosten die Kondome?“ umsynchronisiert werden, um einen möglichen Bezug zur früheren Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth zu vermeiden.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

persönlich
als Ensemblemitglied von Genial daneben

Filmografie[Bearbeiten]

Moderatorin/Teilnehmerin in einer Show

Schauspielerin

Synchronsprecherin

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1999: Ja, ich will – Rosenstolz mit Hella von Sinnen
  • 2004: Die Warteschleife – The Beez feat. Hella von Sinnen

Werke[Bearbeiten]

  • 1994: Ich bin's, von Sinnen
  • 1998: Jenseits der Scham. Protokolle und Kommentare (mit Jürgen Domian)
  • 2002: Die Darwin Awards für die skurrilsten Arten, zu Tode zu kommen (Hörbuch)
  • 2003: Kleiner Eisbär wohin fährst du? (Hörbuch)
  • 2003: Kleiner Eisbär komm bald wieder (Hörbuch)
  • 2003: Die Bettelprinzess (Hörbuch)
  • 2004: Als ich aufwachte, war ich Bundeskanzler (Hörbuch)
  • 2004: Die Prinzessin auf der Erbse (Hörbuch)
  • 2005: Die Entdeckung der Faulheit (Hörbuch)
  • 2006: Der kleine Eisbär rettet die Rentiere (Hörbuch)
  • 2007: Matilda (Hörbuch)
  • 2009: Liebe, Lust und Leidenschaft – Die Ducks von Sinnen
  • 2010: Hummel hilf! (Hörbuch)
  • 2010: Nackt duschen streng verboten (Hörbuch)
  • 2010: Kein Alkohol für Fische unter 16 (Hörbuch)
  • 2011: Des Wahnsinns fette Beute: Macken und Marotten auf der Spur (mit Cornelia Scheel)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hella von Sinnen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Persönlichkeiten von schwulem Interesse. 16. Januar 2004, abgerufen am 23. Februar 2012.
  2.  Jürgen Domian, Hella von Sinnen: Jenseits der Scham. Protokolle und Kommentare. Köln 1998, ISBN 978-3802513794, S. 5f.
  3. MUNZINGER Personen: Hella von Sinnen. Abgerufen am 5. Februar 2014.
  4. Katrin Jäger: Hella von Sinnen: Ulknudel oder feministische Tunte? 27. Oktober 1998, abgerufen am 23. Februar 2012 (PDF; 50 kB, Vortrag).
  5. Ulrike Filgers: Rita, wat kosten die Kondome? Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen, 1990, abgerufen am 23. Februar 2012.
  6. Gay in May 2009. gayinmay.de, abgerufen am 23. Februar 2012.
  7. Zunft Kölsch präsentiert den OA-Jahresrückblick 'Lokales': April bis Juni. Oberberg Aktuell, 23. Dezember 2009, abgerufen am 23. Februar 2012.
  8. CSD Köln zeichnet Hella von Sinnen aus. Queer.de, 1. Juli 2009, abgerufen am 23. Februar 2012.