Washington Luís Pereira de Sousa

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Washington Luís Pereira de Sousa

Washington Luís Pereira de Sousa (* 26. Oktober 1869 in Macaé, RJ; † 4. August 1957 in São Paulo) war ein brasilianischer Politiker. Er war Präsident von 1926 bis 1930.

Washington Luís Pereira de Sousa kam aus dem Bundesstaat São Paulo und entstammte einer aus Portugal ausgewanderten Kalé Familie[1]. Er studierte Rechtswissenschaften. Seine politische Karriere begann er 1897 als Bürgermeister der Stadt Batatais. In der Folge war Luís in mehreren Ämtern des Bundesstaates São Paulo tätig, darunter als Justizminister des Staates São Paulo, Bürgermeister der Stadt São Paulo und dann Präsident des Bundesstaates São Paulo. Im Jahr 1925 wurde er in den brasilianischen Senat gewählt.

Im Jahr 1926 kandidierte er gegen eine unorganisierte Opposition um das Amt des brasilianischen Präsidenten. Nach seinem Wahlsieg hob er den Ausnahmezustand, den sein Vorgänger verhängt hatte, auf. Jedoch schränkte er durch Zensur die Pressefreiheit ein; ebenso wurde die Versammlungsfreiheit begrenzt.

In die Amtszeit von Washington Luís fiel die Weltwirtschaftskrise, verbunden mit der Kaffeekrise in Brasilien. Wegen der dramatisch gefallenen Nachfrage nach Kaffee saß Brasilien plötzlich auf riesigen Auslandsschulden und Bergen von Kaffee, der im Ausland unverkäuflich war.

Als sich die Amtszeit von Washington Luís im Jahr 1930 dem Ende zuneigte, versuchten er und seine Regierung, einen Nachfolger für das Präsidentenamt aus den Reihen der Kaffee-Oligarchie des Staates São Paulo zu etablieren und lancierten am 1. März 1930 die Wahl von Júlio Prestes de Albuquerque. Die Opposition weigerte sich, dessen Wahl und die Niederlage ihres Kandidaten Getúlio Dornelles Vargas anzuerkennen. Die Opposition verbrüderte sich mit dem ebenfalls durch die Kaffee-Oligarchie an den Rand gedrängten Militär. Es kam zu einem Militärputsch, der vom südlichen Staat Rio Grande do Sul aus auf die Hauptstadt Rio de Janeiro zurollte. Am 24. Oktober 1930 verweigerte Washington Luís in einer Regierungssitzung den Rücktritt. Er wurde vom Militär im Guanabara-Palast eingekesselt, festgenommen und ins Exil gezwungen. Er lebte anschließend in den USA sowie Europa und kehrte erst 1947 nach Brasilien zurück. Ein Angebot seiner Anhänger in die Politik zurückzukeheren hat er jedoch abgelehnt.

Chronologie seiner politischen Ämter[Bearbeiten]

  • Gemeinderat von Batatais - 1897-1898
  • Intendente (gleichbed. mit Bürgermeister) von Batatais - 1898-1900
  • Abgeordneter zum Landtag - 1904-1905
  • Landessekretär für Sicherheit von São Paulo - 1906-1912
  • Abgeordneter zum Landtag - 1912-1913
  • Bürgermeister von São Paulo - 1914-1919
  • Präsident des Bundesstaates São Paulo - 1920-1924
  • Senator der Republik - 1925-1926
  • Präsidente Brasiliens - 1926-1930

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arquivo Público do Estado do Espírito Santo
Vorgänger Amt Nachfolger
Artur da Silva Bernardes Präsident von Brasilien
1926–1930
Júlio Prestes