Weihenstephan

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Weihenstephan (Begriffsklärung) aufgeführt.

48.39502777777811.727841666667455Koordinaten: 48° 23′ 42″ N, 11° 43′ 40″ O

Weihenstephan
Große Kreisstadt Freising
Höhe: 455 m ü. NN
Postleitzahl: 85354
Vorwahl: 08161
Weihenstephan und Kloster Weihenstephan, Blick vom Domberg in Freising, 2007

Weihenstephan ist ein Stadtteil von Freising in Oberbayern. Es liegt auf dem nach der Abtei Weihenstephan benannten „Weihenstephaner Berg“ im Westen der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1020 lebten im Kloster Weihenstephan Säkularkanoniker („weltgeistliche Chorherren“). Diese versetzte der Freisinger Bischof Egilbert von Moosburg in das damals verödete Freisinger Kloster Sankt Veit und ersetzte sie durch Benediktinermönche aus dem Moosburger Kloster St. Kastulus. Die Klosterkirche wurde Sankt Stephan geweiht.

Weihenstephan war eine Klosterhofmark – zu der auch das Dorf Vötting gehörte – mit Niedergerichtsbarkeit.

Im Zuge der Säkularisation in Bayern wurde die Abtei 1803 aufgelöst. Im Februar 1812 wurde die zur Pfarrkirche erhobene Abteikirche abgebrochen. Gebäude und Stallungen, Felder und Wälder des säkularisierten Klosters wurden verkauft bzw. der im Herbst 1803 aus München übersiedelten Forstschule und einem neu gegründeten „Musterlandwirtschaftsbetrieb“ übertragen.

Die um 1040 im Kloster Weihenstephan begründete und 1803 verstaatlichte Brauerei ist seit 1921 „Bayerische Staatsbrauerei“.

Der Ort Weihenstephan gehörte zur 1818 gegründeten Gemeinde Vötting und wurde am 1. April 1937 als Ortsteil von Vötting in die Kreisstadt Freising eingegliedert.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Auf dem Weihenstephaner Berg hat die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan ihren Sitz, sie ging aus der Klosterbrauerei hervor.

Die „Staatliche Molkerei Weihenstephan“ zog im Jahre 1998 vom „Weihenstephaner Berg“ auf das ehemalige Schlütergut südlich von Freising, wurde 2000 privatisiert und wird seither als Tochtergesellschaft der Unternehmensgruppe Theo Müller fortgeführt.

Bildungs- und sonstige Einrichtungen[Bearbeiten]

Aus der nach der Säkularisation gegründeten Forstschule und dem Musterlandwirtschaftsbetrieb entstand der heutige Campus Freising-Weihenstephan mit zwei Hochschulen und weiteren Forschungs- und Bildungseinrichtungen, darunter

  • das Wissenschaftszentrum Weihenstephan
  • die Staatliche Fachschule für Blumenkunst
  • die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
  • die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF)
  • die Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan
  • das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan
  • das Agrarwissenschaftszentrum Weihenstephan
Panorama von Weihenstephan und Kloster Weihenstephan; ganz rechts im Bild der Freisinger Dom, 2005

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 601.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bodo Uhl: Die Hofmarks- und Braurechte des Klosters Weihenstephan. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Freising. 29 1979, S.9–53.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weihenstephan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien