Werner Lierse

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Werner Lierse (* 5. November 1928 in Berlin; † 21. April 1993 in Hamburg) war ein deutscher Anatom und Hochschullehrer in Hamburg.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1949 begann Lierse eine Dentistenausbildung, bis er 1954 das Medizinstudium an der FU Berlin aufnehmen konnte. Nach dem Staatsexamen promovierte er 1955 in Berlin zum Dr. med..[1]

Er ging als wissenschaftlicher Assistent zu Kurt Goerttler in der Anatomie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Dort untersuchte er als erster die glatte Muskulatur der Gebärmutter.[2] 1959 wechselte er zu Ernst Horstmann in der Anatomie vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. 1961 habilitierte er sich über Kapillaren des Gehirns. Nach einer kurzen Zeit als Professor an der Universität Basel nahm er 1969 den Ruf auf den Hamburger Lehrstuhl für Neuroanatomie an. Sein besonderes Interesse an klinischer Anatomie, besonders der Muskulatur von Speiseröhre und Enddarm, brachte ihm die freundschaftliche Kooperation mit vielen Chirurgen ein. Schon als Privatdozent erneuerte er den anatomischen Unterricht. Seine Vorlesungen waren berühmt. Er betreute 150 Doktoranden und sieben eigene und viele fachfremde Habilitanden. Er brachte drei Anatomie-Ordinarien hervor. Er stand für 286 Publikationen, war Autor von fünf und Herausgeber von 26 Monografien. Über viele Jahre war er Herausgeber der Acta Anatomica und der Bibliotheca Anatomica.

1991/92 war er Präsident des Rotary Clubs Norderstedt. Er starb in seinem Institut an einem geplatzten Aortenaneurysma. Er hinterließ seine Frau Ingeborg, mit der er seit 1956 verheiratet war. Beerdigt ist er auf dem Heidefriedhof in Quickborn.

Handbücher[Bearbeiten]

  • Werner Lierse: Applied anatomy of the pelvis. Berlin, New York 1987.
  • Ernst Richter, Werner Lierse: Radiologische Anatomie des Neugeborenen. München 1990.
  • Karl Kremer, Werner Lierse, Werner Platzer, Hans W. Schreiber: Chirurgische Operationslehre. Thieme, Stuttgart 1995:
Darm
Hals, Gefäße
Bauchwand, Hernien, Relaparotomie, Retroperitoneum, Urologische Notfälle, Gynäkologische Notfälle
Peritoneum, Staging-Laparotomie, Leber, Pfortader, Milz
Schultergürtel, obere Extremität
  • Karl Kremer, Werner Lierse, Werner Platzer, Hans W. Schreiber, Siegfried Weller: Chirurgische Operationslehre Paket II - Unfallchirurgie. Stuttgart.
  • Hans W. Schreiber, Karl Kremer, Otmar Trentz, Siegfried Weller, Werner Lierse, Werner Platzer: Posttraumatische Defekt- und Infektsanierung. Schädel, Achsenskelett, Becken. Stuttgart 1996.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Lierses Grab
  1. Dissertation: Experimentelle Untersuchungen über den Einfluß weiblicher Geschlechtshormone auf die Milzen von Katzen und Kaninchen
  2. Die Konstruktion der Nahtstelle zwischen Cervix uteri und Vagina, 1960

Literatur[Bearbeiten]

  • Jobst Sievers: In memoriam Professor Dr. med. Werner Lierse. Special Issue, Cells Tissues Organs 1/150 (1994)
  • Peter Kaufmann: Prof. Dr. med. Werner Lierse. Acta Anatomica 150 (1994), S. 7–15, Digitalisat (mit vollständiger Publikationsliste)

Weblinks[Bearbeiten]