Wilanów

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Wilanów
Bezirk von Warschau
Karte
Koordinaten 52° 10′ 0″ N, 21° 5′ 0″ O52.16666666666721.083333333333Koordinaten: 52° 10′ 0″ N, 21° 5′ 0″ O
Fläche 36,73 km²
Einwohner 14.032 (2003)
Bevölkerungsdichte 382 Einwohner/km²
Website www.wilanow.pl
Kfz-Kennzeichen WW
Politik
Bürgermeister Rafał Miastowski

Wilanów (von italienisch: Villanova) ist heute ein südlicher Stadtbezirk von Warschau am westlichen Ufer der Weichsel. Die südliche Grenze von Wilanów stellt gleichzeitig die Stadtgrenze von Warschau dar. Von 1994 bis 2002 war Wilanów ein Stadtbezirk mit dem Status einer selbstständigen Gemeinde.

Mit einer Zahl von 14.000 Einwohnern ist Wilanów der bevölkerungsmäßig kleinste und mit 355 Einwohnern/km² der am dünnsten besiedelte Stadtbezirk der polnischen Hauptstadt.

Wilanów-Palast[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wilanów-Palast und Palastmuseum Wilanów
Wilanów-Palast von Jan Sobieski

Wilanów ist insbesondere bekannt durch seinen Palast, Palais Wilanów, der von 1677 bis 1679 von Augustyn Wincenty Locci im Auftrag von König Jan III. Sobieski erbaut wurde und als polnisches Versailles bezeichnet wird. Die barocke Ausstattung glorifizierte die Siege Jan III. Sobieskis und die Tugenden seiner Gemahlin Königin Marysieńka. Nach dem Tod von Jan III. Sobieski residierte sein Nachfolger König August der Starke hier bis 1700. Er war berühmt für die großen und ausschweifenden Feste, die er im Schloss veranstaltete. Danach ging der Palast nacheinander in den Besitz der Magnatenfamilien Sieniawski, Lubomirski, Czartoryski, Potocki und Branicki über, die den Palast im Stil der folgenden Epochen umgestalteten. Der Palast wurde 1944 nach dem Warschauer Aufstand von der deutschen Wehrmacht geplündert und niedergebrannt. Ihr ursprüngliches Ziel, dieses Symbol der polnischen Nation vollständig zu zerstören, konnten sie jedoch aufgrund des Vorrückens der Roten Armee nicht mehr verwirklichen. Der Palast wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in der ursprünglichen Barockform wiederaufgebaut.

Die Innenausstattung umfasst die Stilrichtungen Barock, Rokoko und Klassizismus. Zu besichtigen sind die Bibliothek, das Potocki-Museum mit zahlreichen Skulpturen und die Wohnräume mit zahlreichen Gemälden, darunter das bekannte Portrait von Jan Sobieski als Türkenbekämpfer zu Pferde. Die Sammlung von barocken Grabportraits ist die größte der Welt. Die parkseitige Fassade besitzt eine Sonnenuhr des Danziger Astronomen Hevelius, die neben der Uhrzeit auch das Tierkreiszeichen anzeigt.

Schlosspark[Bearbeiten]

Parkanlagen östlich vom Schloss

Der Park von Wilanów wurde im 17. Jahrhundert im Barockstil nach italienisch-französischem Vorbild auf einer Fläche von 43 ha angelegt. Später wurden Teile im romantischen Stil umgestaltet. Zahlreiche Parkbauten und Skulpturen schmücken den Park. Der älteste Teil des Gartens wurde von Gerard Ciołek auf den Terrassen vor dem Schloss in geometrischen Formen mit Fontänen und Figuren rekonstruiert. Im Englischen Park nördlich des Schlosses gibt es mehrere Sarkophage der Schlosseigentümer, Obelisken und Säulen. Im Stil der Neorenaissance ist der Rosengarten westlich des Palastes gehalten.

Potocki-Gruft[Bearbeiten]

Das Potocki-Grabmal

Insbesondere das neogotische Grabmal über der Potocki-Gruft verdient Aufmerksamkeit. Das Mausoleum wurde 1799 bis 1892 errichtet, das Grabmal 1832 nach dem Projekt von Henryk Marconi mit den Skulpturen von Jakub Tatarkiewicz und Konstanty Hegel fertiggestellt.

Orangerie und chinesischer Pavillon[Bearbeiten]

Der Palastgarten besitzt eine Orangerie und einen chinesischen Pavillon im Englischen Park. Das bedeutende Plakatmuseum ist in der Nähe der Orangerie untergebracht.

Plakatmuseum[Bearbeiten]

St.-Anna-Kirche

Das Plakatmuseum in Wilanów ist der Kunst des Plakates gewidmet. Es sammelt Plakate aus Polen und aus aller Welt. Es befindet sich im umgebauten Gebäude der ehemaligen Reitschule auf dem Gelände des Königsschlosses Wilanów.

St.-Anna-Kirche[Bearbeiten]

Die St.-Anna-Kirche im Park wurde in den Jahren 1772 bis 1775 für Adam Kazimierz Czartoryski im klassizistischen Stil errichtet und 1857 bis 1870 von Henryk Marconi und Jan Kacper Heurich im Stil der Neorenaissance umgebaut.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wilanów – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien