Willem Frederik Hermans

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Willem Frederik Hermans, 1977

Willem Frederik Hermans (* 1. September 1921 in Amsterdam; † 27. April 1995 in Utrecht) war ein niederländischer Schriftsteller.

Leben und Schaffen[Bearbeiten]

Während seiner Kindheit hatte Willem Frederik Hermans ein schwieriges Verhältnis zu seinen Eltern und insbesondere zu seiner älteren Schwester Corry, in deren Schatten er stand. Als diese 1940 Selbstmord beging, veränderte dies sein Weltbild und er nahm in einigen seiner späteren Werke darauf Bezug (Ich habe immer Recht und Herinneringen van een Engelbewaarder).

Auf Drängen seines Vaters begann er 1940 Sozialgeographie an der Universität von Amsterdam zu studieren. Ein Jahr später wechselte er in die Physische Geographie. Als er sich weigerte, die Loyalitätserklärung gegenüber den deutschen Besatzern abzulegen, musste er sein Studium beenden. Während des Zweiten Weltkrieges begann Hermans mit dem Schreiben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Hermans bei verschiedenen literarischen Zeitschriften. Hier wurden auch Teile seiner ersten Romane veröffentlicht, die für viel Aufsehen sorgten. Am 4. Juli 1950 heiratete er die Surinamerin Emmy Meurs, mit der er 1955 einen Sohn bekam. 1953 wurde er an die Reichsuniversität Groningen berufen, zunächst als Assistent, später als Lektor für physische Geographie. Am 6. Juli 1955 promovierte er. Besondere Aufmerksamkeit erregte er Ende der 1960er Jahre, als er den jüdischen Widerstandshelden Friedrich Weinreb in mehreren scharf formulierten Artikeln als Hochstapler bezeichnete. Laut eigener Aussage Hermans steckte er soviel Energie in diese Sache, dass dadurch das Schreiben mehrerer Romane verhindert wurde. 1973 verließ er die Universität Groningen nach zahlreichen Unstimmigkeiten und rechnete in späteren Werken mit ihr und der Stadt Groningen ab. Im gleichen Jahr ging er nach Paris ins Exil. 1977 wurde er mit dem Prijs der Nederlandse Letteren ausgezeichnet. Für Hermans war dies die bedeutendste Ehrung seiner Werke. 1990 wurde er zum Ehrendoktor der Universität Lüttich und der Universität von Pretoria ernannt.

Zu seinen Hobbys zählten vor allem das Fotografieren und die anschließende Filmentwicklung. Außerdem sammelte er alte Schreibmaschinen, die nach seinem Tod im Museum Scryption in Tilburg ausgestellt wurden. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Essays, Gedichte, Erzählungen und Dramen. Obwohl ihm zahllose Literaturpreise verliehen wurden, lehnte er diese meist ab. Einige seiner Werke gehören in den Niederlanden zur Schullektüre.

Zusammen mit Harry Mulisch und Gerard Reve gehört er zu den Großen Drei der niederländischen Nachkriegsliteratur.

Werke (auf Deutsch)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]