Tilburg

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Dieser Artikel behandelt eine niederländische Gemeinde. Zum niederländischen Fußballtorhüter siehe Henk van Tilburg.
Gemeinde Tilburg
Flagge der Gemeinde Tilburg
Flagge
Wappen der Gemeinde Tilburg
Wappen
Provinz Nordbrabant
Bürgermeister Peter Noordanus
Sitz der Gemeinde Tilburg
Fläche
 – Land
 – Wasser
118,88 km²
117,40 km²
1,48 km²
CBS-Code 0855
Einwohner 210.252 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 1769 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 34′ N, 5° 4′ O51.575.07Koordinaten: 51° 34′ N, 5° 4′ O
Vorwahl 013
Postleitzahlen 5011–5049
Website www.tilburg.nl
Lage von Tilburg in den Niederlanden

Tilburg ( anhören?/i) ist eine Gemeinde in den Niederlanden, Provinz Nordbrabant. Die Gemeinde umfasst die Stadt Tilburg und die Dörfer Udenhout und Berkel-Enschot. Die Gesamtfläche der Gemeinde beträgt 118 km². Die Einwohnerzahl des schnell wachsenden Orts lag am 1. Januar 2014 bei 210.252.

Lage, Wirtschaft und Kultur[Bearbeiten]

Tilburg liegt in der Mitte der Provinz, zwischen Breda im Westen und ’s-Hertogenbosch und Eindhoven im Osten. Von diesen Städten führen Auto- und Eisenbahnen sowie Kanäle für die Binnenschifffahrt nach Tilburg.

Tilburg hat eine vielseitige Industrie, unter anderem Chemie, Foto- und Bürobedarf (Fuji), Druckereien und einen großen Schlachthof. Im Dienstleistungsbereich sind der Hauptsitz einer Bank und zweier großer Versicherungsgesellschaften (Interpolis, CZ Groep) zu nennen. Dazu gibt es noch viele kleinere Unternehmen aller Art.

Tilburg hat eine Universität, eine wichtige Musik- und mehrere andere Fachhochschulen.

Geschichte[Bearbeiten]

Tilburg entstand spätestens im 11. Jahrhundert aus etwa acht kleinen Dörfern, im Brabanter Dialekt „herdgangen“ genannt. Die alten Dorfkerne sind noch in den Namen von Stadtvierteln wiederzuerkennen, wie de Heuvel, ‘t Heike, Korvel, Veldhoven, Broekhoven, Oerle, Hasselt und ‘t Goirke. Erst 1809 erhielt Tilburg durch königlichen Beschluss Stadtrechte.

Um 1600 fing man an, die Wolle der vielen Schafe in der weiten Umgebung zentral in Manufakturen, nach 1850 in Fabriken zu verarbeiten. Im frühen 20. Jahrhundert gab es in Tilburg zahlreiche Wolle- und Textilfabriken, neben Enschede und Hengelo war die Stadt einer der bedeutendsten Standorte in den Niederlanden. Für den Produktionsvorgang in der Textilindustrie wurde von etwa 1600 bis 1840 menschlicher Urin benötigt. Die Tilburger Arbeiter mussten den Harn dazu in Tonkrügen aufbewahren und mit zur Arbeit nehmen. Das brachte den Tilburgern den Spottnamen „Kruikenzeikers“ (Krugpisser) ein.

Der niederländische König Wilhelm II. schätzte Tilburg sehr. Er machte es sogar vorübergehend zur Residenz, indem er 1847 hier einen Palast erbauen ließ. Das weiße Gebäude ist heute Teil des Rathauskomplexes.

Im 20. Jahrhundert ersetzten andere Industriebetriebe die Zigarren- und Textilindustrie. In den 1980er Jahren überstieg die Arbeitslosigkeit sogar 20 %. Der Strukturwandel führte dann aber zum jetzt immer noch dauernden Wachstum der Stadt. Dies ging einher mit einer Veränderung in der Stadtverwaltung, als „Tilburger Modell“ in Fachkreisen bekannt: eine Verwaltung wie einen Betrieb führen.

Seit 1993 hat Tilburg drei Hochhäuser entlang der Bahnlinie westlich und östlich des Hauptbahnhofes, die im niederländischen Maßstab als Wolkenkratzer angesehen werden: zum einen die Hauptverwaltung der Versicherung Interpolis und der „Westpoint“-Wohnturm (143 m hoch, kurzzeitig war er das höchste Hochhaus der Niederlande), zum anderen ergänzte 2006 der Wohnturm „De Stadsheer“ das Stadtbild.

Seit den 1960er Jahren profilierte sich die Stadt als „Herz von Brabant“. Mit den Reformen in der Verwaltung änderte sich der Slogan zu „Tilburg, moderne Industriestadt“. Inzwischen besteht der Slogan schlicht aus einem unifarbenen Quadrat mit einem weißen „T“ in der Mitte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Niederländisches Textilmuseum (Nederlands Textielmuseum) mit vielen erhaltenen Maschinen, ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH)
  • Museum für Schreibwaren, Schreibmaschinen und Büroeinrichtung Scryption
  • De Pont Museum voor Hedendaagse Kunst
  • Safaripark Beekse Bergen, wenige südöstlich in der Nachbargemeinde Hilvarenbeek
  • Freizeitpark De Efteling nördlich der Stadt
  • 013, benannt nach der Telefonvorwahl von Tilburg, ein in den ganzen Niederlanden bekanntes Zentrum für Musik. Viele bekannte Bands und Artisten treten hier gerne auf.
  • Zisterzienserabtei Unsere Liebe Frau von Koningshoeven

Galerie[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Das internationale Festival Incubate (vor 2009 ZXZW) findet jedes Jahr im September statt.
  • Jedes Jahr im Juli findet in Tilburg etwa zehn Tage lang die größte Kirmes der Niederlande statt.
  • Im September finden im Stadtzentrum die Tilburg Ten Miles statt, ein Straßenlauf mit internationaler Beteiligung über zehn englische Meilen.
  • Im April findet im o.g. "013" sowie im benachbarten "Het Patronaat" jährlich das Roadburn-Festival statt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Aus Tilburg stammen auch die Bands Krezip, Textures und VOF de Kunst.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tilburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande