William Beckford der Ältere

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William Beckford (Stich nach einer Statue, Beinecke Library, Yale)

William Beckford der Ältere (* 19. Dezember 1709; † 21. Juni 1770) war ein englischer Politiker. Er war zweimal (1762 und 1769) Lord Mayor of London. Er ist der Vater des Schriftstellers und Baumeisters William Beckford, der auf der Familiensitz Fonthill ein exzentrisches Bauwerk, Fonthill Abbey, errichtete, das zu seiner Zeit Gespräch in ganz England war.

Leben[Bearbeiten]

Seine Jugend verbrachte er in Jamaika, wo seine Familie umfangreiche, von seinem Großvater Peter Beckford erworbene Besitzungen hatte. 1723 wurde er zur weiteren Ausbildung nach England geschickt, wo er an der Westminster School studierte.

1744 erwarb er Fonthill Gifford in der Nähe von Salisbury in Wiltshire. Er baute den elisabethanischen Besitz aus, doch 1755 wurde er von einem Feuer zerstört. Daraufhin erbaute er Fonthill Splendens, ein Schloss im Stil Palladios. Dieses wurde von seinem Sohn zunächst teilweise und schließlich ganz abgerissen, als dieser Fonthill Abbey ab 1795 errichtete.

1752 wurde er Alderman und 1754 Member of Parliament für die City of London. Mit seinem erheblichen Wohlstand unterstützte er die Partei von William Pitt und die Whigs − und die Interessen der jamaikanischen Zuckerrohrpfanzer. 1762 und erneut 1769 wurde er zum Bürgermeister (Lord Mayor of London) gewählt. Am 8. Juni 1756 hatte er Maria Hamilton, eine direkte Nachfahrin von Maria Stuart, geheiratet und 1760 kam als einziger Nachkomme aus dieser Verbindung sein Sohn William Thomas Beckford in Fonthill zur Welt.

Beckford unterstützte John Wilkes, für dessen Freilassung aus der Haft er sich einsetzte, und er forderte am 23. Mai 1770 den König Georg III. wegen der vorgefallenen Wahlunregelmäßigkeiten öffentlich auf, das Parlament aufzulösen und seine Berater zu entlassen. Der König war über diese ungehörige Anrede sehr erbost, das Common Council der City of London Corporation aber so entzückt, das man ihm eine lebensgroße Statue errichtete, auf deren Sockel Beckfords Worte in Gold eingraviert waren (siehe Abbildung).

Man machte sich auf Seiten seiner politischen Tory-Gegner über seinen breiten Kolonialakzent und seine derbe Ausdrucksweise lustig, gab ihm Spottnamen wie „William Hurricane“ oder „Rumford Sugarcane“, konnte aber ihm (bzw. dem von ihm repräsentierten Reichtum) den Respekt nicht versagen.[1]

Bei seinem Tod hinterließ er ein Barvermögen von über 1.000.000 Pfund Sterling (etwa 110 Mio. £ nach heutiger Kaufkraft), umfangreiche Besitzungen, einen legitimen Erben und sechs uneheliche Nachkommen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Elke Heinemann: Babylonische Spiele : William Beckford und das Erwachen der modernen Imagination. München 2000, S. 13f