ZBOR

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Emblem der Zbor

Die Jugoslawische Nationalbewegung Zbor (serbisch Југословенски народни покрет Збор/Jugoslovenski narodni pokret Zbor) war eine serbische faschistische Partei im Königreich Jugoslawien. Zbor (Versammlung) war dabei das Akronym für Zadružna borbena organizacija rada (Gemeinschaftliche Kampforganisation der Arbeit).[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Als Konsequenz der, durch die kroatische Ustascha und mazedonische IMRO geplante, Ermordung von König Alexandar verbanden sich am 6. Januar 1935[2] (andere datieren es auf Dezember 1934[3]), unter Dimitrije Ljotić, mehrere faschistische Gruppen zur Vereinigung der „Jugoslawienkämpfer“ unter dem Namen ZBOR.[3]

ZBOR unterstütze offen den Nationalsozialismus und rief bereits Mitte der 1930er Jahre zum Kampf gegen die Juden auf.[3] Sie orientierte sich an den faschistischen Bewegungen in Italien und Deutschland. Politischer Hauptgegner der ZBOR war die Kommunistische Partei Jugoslawiens (KPJ).

Nachdem die Bewegung auch als Partei anerkannt war trat sie bei den Wahlen 1935 und 1938 an ging aber beide Male mit 0,84 % bzw. 1,01 % der Stimmen ohne Mandate aus, was zur Intensivierung außenparlamentarischer Aktivitäten und Auseinandersetzungen mit den politischen Gegnern, vor allem den Kommunisten, führte.[2][4]

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und den militärischen Erfolgen des Deutschen Reichs radikalisierte sich Ljotićs Haltung und ab 1940 setzte auch eine Militarisierung der Bewegung ein.[4] Am 23. Oktober 1940 kam es zu einer blutigen Auseinandersetzung als die Jugendsektion des Zbor Beli orlovi (Weiße Adler) die Universität von Belgrad stürmte und kommunistische und linksorientierte Studenten angriff, woraufhin die Bewegung verboten wurde.[2][4] Es kam zu Verhaftungen von über 160 Mitgliedern und zu Durchsuchungen von Versammlungsräumen, wo auch Waffen sichergestellt wurden.[4] Aus Angst vor den Achsenmächten wurden die festgenommenen Mitglieder jedoch milde geahndet.[2] Ljotić selbst versteckte sich bis zur deutschen Invasion 1941 in einem Kloster und unterstützte nach der Besetzung Serbiens durch deutsche Truppen das von Milan Nedić geführte Kollaborationsregime.[4]

Die Partei bildete Ende 1941, analog zur NSDAP und PNF, ihren eigenen paramilitärischen Verband, die sogenannten Ljotićevci oder auch das Serbische Freiwilligenkorps (Srpski dobrovoljački korpus, SDK) genannt, welcher einen Bestandteil von Milan Nedićs Streitkräften darstellte und sich im Holocaust als Hilfstruppe der Gestapo erwies.[3]

Mitglieder[Bearbeiten]

Die Mitgliederzahl hat sich, vor Kriegsausbruch, nach Schätzungen auf 5.000 bis 6.000 (einschließlich Jugendsektion) belaufen[2] und soll nie auf über 6.000 angewachsen sein.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Miloš Martić: Dimitrije Ljotic and the Yugoslav National Movement Zbor : 1935–1945. In: East European Quarterly. Bd. 14, Nr. 2, 1980, S. 219–239.
  •  Mladen Stefanović: Zbor Dimitrija Ljotića : 1934–1945. Belgrad 1984.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Ratko Parežanin: Drugi svetski rat i Dimitrije V. Ljotić. Iskra, München 1971, S. 33.
  2. a b c d e  Srećko Matko Džaja: Die politische Realität des Jugoslawismus (1918–1991) : mit besonderer Berücksichtigung Bosnien-Herzegowinas. Oldenbourg, München 2002, ISBN 3-486-56659-8, S. 40.
  3. a b c d  Hajo Funke, Alexander Rhotert: Unter unseren Augen : Ethnische Reinheit: Die Politik des Milosevic-Regimes und die Rolle des Westens. 1. Auflage. Das Arabische Buch, Berlin 1999, ISBN 3-86093-219-5, S. 46 f (http://books.google.de/books?id=Md1Tozvt_fIC&pg=PA46&lpg=PA46&dq=zbor+ljotic+holocaust&source=bl&ots=yxO8n2C91T&sig=5ZVY-BkY7ZdFvf7tN7X3lvT_EKE&hl=de&sa=X&ei=XvSyUaqzKfGK4gTgroDwAQ&ved=0CEYQ6AEwAw#v=onepage&q=zbor%20ljotic%20holocaust&f=false).
  4. a b c d e f  Marija Vulesica, Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus : Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Walter de Gruyter GmbG & Co. KG, Berlin/Bostin 2012, ISBN 978-3-598-24078-2, S. 651 f.