Zwei-Lager-Theorie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Zwei-Lager-Theorie wurde seit dem 30. September 1947 durch die führenden Politiker der USA und der UdSSR vertreten.

Sie hatte sich immer deutlicher nach Ende des Zweiten Weltkrieges und dem allmählichen Bruch der Anti-Hitler-Koalition abgezeichnet.

Formuliert wurde sie zunächst durch Harry S. Truman in seiner Truman-Doktrin vom 12. März 1947. Im September 1947 folgte dann eine Rede von Andrei Alexandrowitsch Schdanow, der nun seinerseits aus sowjetischer Sicht die Spaltung der Welt in zwei unterschiedliche Lager darstellte.

Auf einer Tagung im September 1947 formulierte Schdanow (zum damaligen Zeitpunkt Mitglied des Politbüros der KPdSU) die Zwei-Lager-Theorie, welche im Wesentlichen folgende Grundaussagen enthielt:

  • Die USA und ihre Verbündeten seien Imperialisten und Kriegstreiber.
  • Der Marshall-Plan diene der imperialistischen Expansion und der Versklavung Europas.
  • Die Welt sei geteilt in ein imperialistisches, antidemokratisches und ein antiimperialistisches, demokratisches Lager.

Im Rahmen der Zwei-Lager-Theorie versuchte man, jeweils dem anderen Lager ein falsches Demokratieverständnis anzuhängen.

Elemente einer auch realpolitischen Umsetzung der Zwei-Lager-Theorie sind beispielsweise:

Die Zwei-Lager-Theorie steht am Anfang des Kalten Krieges. Aufgegeben wurden sie in einem langsamen Prozess ab der Mitte der 1950er Jahre. Durch die Dekolonialisierung traten immer mehr dritte und neutrale Akteure (Blockfreie Staaten) auf, die in die Zwei-Lager-Theorie nicht mehr passten. Auf sowjetischer Seite ging Chruschtschow nun nicht mehr von einem unvermeidlichem Krieg zwischen Kapitalismus und Kommunismus aus, sondern von Kriegen zwischen den kapitalistischen Staaten, woran der Kapitalismus zerbrechen sollte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Сизов С. Г. К вопросу об организации кинопроката в Сибири во времена "ждановщины".