Éric Vuillard

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Eric Vuillard (2014)

Éric Vuillard (* 4. Mai 1968 in Lyon, Frankreich) ist ein französischer Autor und Filmemacher.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Éric Vuillard veröffentlichte seinen ersten Band mit Erzählungen im Jahre 1999, dem bis heute mehrere Poesiewerke, Romane und weitere Erzählungen folgten. Der Autor ist bekannt für seine Methode, Geschichte in kurzen Momenten zu kondensieren und neu zu erzählen.[1] So erzählte er in Conquistadors (2009) von der Eroberung des Inkareichs in Perus durch Pizarro, in Congo (2012) von der Berliner Kongokonferenz (1884–1885) [2][3][4], in Tristesse de la terre (2014) von Buffalo Bill und dem Wilden Westen [5][6] und in 14 juillet (2016) von der Französischen Revolution. Im deutschsprachigen Raum wurde Vuillard insbesondere durch La Bataille d’Occident (2012) bekannt, das 2014 in Deutschland unter dem Titel Ballade vom Abendland erschien und den Ersten Weltkrieg thematisiert. [7]

2017 erhielt Vuillard für L’ordre du jour (dt.: „Die Tagesordnung“) den Prix Goncourt zuerkannt. In dem Buch schildert er das Geheimtreffen Adolf Hitlers am 20. Februar 1933 mit Vertretern der deutschen Großindustrie, sowie den Anschluss Österreichs 1938 und rückt willfährige Politiker wie Kurt Schuschnigg in den Mittelpunkt.[1] [8]

Neben der Arbeit als Schriftsteller schrieb Vuillard am Drehbuch zum Spielfilm Verraten und verkauft (2002) von Philippe Grandrieux mit. 2009 übernahm er Regie und Drehbuch an dem Spielfilm Mateo Falcone mit Hiam Abbass, nach der gleichnamigen Erzählung von Prosper Mérimée.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Chasseur. Erzählung. Éditions Michalon, Paris 1999
  • Bois vert. Gedichte. Éditions Léo Scheer, Paris 2002
  • Tohu. Poesie. Éditions Léo Scheer, Paris 2005
  • Conquistadors. Roman. Éditions Léo Scheer, Paris 2009
  • La Bataille d'Occident. Erzählung. Reihe: Un endroit où aller. Éditions Actes Sud, Arles 2012
  • Congo. Erzählung. Reihe: Un endroit où aller. Actes Sud, Arles 2012
  • Tristesse de la terre. Une histoire de Buffalo Bill Cody. Erzählung. Reihe: Un endroit où aller. Actes Sud, Arles 2014
  • 14 juillet. Erzählung. Actes Sud, Arles 2016, ISBN 978-2-330-06651-2
  • L’ordre du jour. Erzählung. Actes Sud, Arles 2017 ISBN 978-2-33007897-3

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2002: Verraten und verkauft (Originaltitel: La Vie nouvelle, Drehbuch)
  • 2006: L'Homme qui marche (Regie und Drehbuch)
  • 2009: Mateo Falcone (Regie und Drehbuch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Dirk Fuhrig: Wichtigster französischer LiteraturpreisWer gewinnt den Prix Goncourt?, deutschlandfunkkultur.de, 6. November 2017, abgerufen am 6. November 2017.
  2. Deutschlandfunk 25. Mai 2015: Erzählung. Als Europa Afrika unter sich aufteilte
  3. Deutschlandfunk 26. Februar 2010: Auf Kosten Afrikas
  4. Neue Zürcher Zeitung 24. Juni 2015: Rhapsodie in Schwarz
  5. Bayerischer Rundfunk 11. Juli 2017: "Traurigkeit der Erde". Éric Vuillard über Buffalo Bill Cody
  6. literaturkritik.de 17. Oktober 2017: How the West Was Won. In „Traurigkeit der Erde“ thematisiert Éric Vuillard die massentaugliche Inszenierung des Genozids an den nordamerikanischen Indianern
  7. literaturkritik.de 18. Juli 2014: Der letzte Spaziergang auf dem Chemin des Dames. Éric Vuillard hat mit seiner „Ballade vom Abendland“ eine faszinierende Rhapsodie über den Ersten Weltkrieg geschrieben
  8. Deutschlandfunk 29. März 2018: Éric Vuillard "Die Tagesordnung". Was Hitler stark machte
  9. Zwei Vertiefer. Franz-Hessel-Preis verliehen, FAZ, 22. Januar 2013, S. 32
  10. Denis in der Übersetzer-Datenbank, Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke, VdÜ
  11. Andreas Kilb: Warum können Deutsche das nicht? FAZ, 5. April 2014, S. 13. Auch als E-Book