Étienne-Maurice Gérard

Étienne-Maurice, comte Gérard (* 4. April 1773 in Damvillers; † 17. April 1852 in Paris) war ein französischer General und Staatsmann, Pair und Marschall von Frankreich. Er kämpfte in den Revolutionskriegen, den Kriegen Napoleon Bonapartes, der Belgische Revolution und war Kriegs- und Premierminister von Frankreich.
Biografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Étienne-Maurice Gérard kämpfte im Ersten Koalitionskrieg 1794 als Freiwilliger in der Nordarmee in der Schlacht bei Fleurus. Er wurde Capitaine und Adjutant Bernadottes und diente unter diesem am Rhein und in Italien. Nach dem Frieden von Campo Formio begleitete er Bernadotte 1798 nach Wien, wo er ihm in einem Volksauflauf das Leben rettete, nahm dann am letzten Feldzug in der Vendée.
Als Colonel diente Étienne-Maurice Gérard im Zweiten Napoleonischer Krieg. Er kämpfte in der Schlacht bei Austerlitz.
Als Général de brigade machte er den Vierten Koalitionskrieg 1806 mit und zeichnete sich als Generalstabschef des IX. Armeekorps unter Bernadotte in der Schlacht bei Wagram, dann in den Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel aus.
Im Russlandfeldzug 1812 trug er zur Einnahme von Smolensk wesentlich bei, wofür er zum Grafen erhoben wurde. Er führte in der Schlacht bei Walutino (19. August) die Division des gefallenen Generals Gudin und deckte beim Rückzug an der Bjaresina mit einer Abteilung des Neyschen Korps den Übergang.
1813 befehligte er eine Division des XI. Armeekorps unter Jacques MacDonald. Er hatte das größte Verdienst am Sieg in der Schlacht bei Bautzen, worauf er das Kommando über das XI. Armeekorps erhielt. In der Völkerschlacht bei Leipzig schwer verwundet, übernahm er doch bereits gegen Ende des Jahres den Oberbefehl über das aus Rekruten gebildete Reservekorps von Paris. In der Schlacht bei La Rothière kommandierte er den rechten Flügel und erkämpfte bei Montereau einen bedeutenden Vorteil über ein feindliches Korps.
Nach Napoleons Abdankung erhielt er den Auftrag, die Garnison von Hamburg zurückzuführen; dann erhielt er die Generalinspektion über die 5. Militärdivision.
Während der Herrschaft der Hundert Tage 1815 erhielt er, zum Pair ernannt, den Befehl über eine Division im Korps Grouchys, kämpfte bei Ligny, erhielt das Kommando über das IV. Korps. Er drängte am 18. Juni Grouchy vergeblich dazu, in der Schlacht bei Waterloo einzugreifen. Der dadurch fehlende Entsatz für die Schlacht bei Waterloo gilt als mitverantwortlich für die entscheidende Niederlage Napoleons. In der Schlacht bei Wavre schwer verwundet, begab er sich nach Brüssel, von wo er 1817 nach Frankreich zurückkehrte.
1822 wurde Étienne-Maurice Gérard als Deputierter in die Kammer gewählt, schloss er sich der liberalen Opposition an. Nach der Julirevolution ernannte ihn Louis-Philippe zum Kriegsminister und zum Marschall. Im Oktober 1830 trat er zurück, übernahm aber im August 1831 den Oberbefehl über die Armee, die Belgien gegen Holland zu Hilfe eilte. Er drängte die Holländer in einem 13-tägigen Feldzug aus Belgien und erzwang am 24. Dezember 1832 in der Belagerung von Antwerpen die Übergabe der hartnäckig verteidigten Zitadelle.
Im Juli 1834 wurde er erneut zum Kriegsminister ernannt und diente als Premierminister der Julimonarchie, trat jedoch am 29. Oktober zurück. 1835 wurde er als Nachfolger von Marschall Mortier zum Großkanzler der Ehrenlegion ernannt und 1838 zum Kommandeur der Nationalgarde des Départements Seine. Da er inzwischen erblindet war, musste er 1842 dieses Amt niederlegen. 1852 wurde er Senator des Zweiten Kaiserreichs (vor dessen formeller Einführung). Étienne-Maurice Gérard starb am 17. April 1852 in Paris und ruht auf dem Friedhof von Villers-Saint-Paul.
Auszeichnungen und Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1814: Großkreuz der Ehrenlegion (Großkanzler 1835)
- 1855: Errichtung einer Statue in Damvillers
- 1856: Errichtung einer Statue in Paris
Sein Name ist am Triumphbogen in Paris in der 14. Spalte eingetragen.
Mitgliedschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1842 wurde Gérard von Charles Henry Dessalines d’Orbigny als Mitglied Nummer 251 der Société Cuvierienne vorgestellt.[1]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Société Cuvierienne: Nouveaux membres admis dans la Société curvienne. In: Revue Zoologique par La Société Cuvierienne. Band 5, 1842, S. 68 (biodiversitylibrary.org).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Société cuviérienne, S. 68.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
Louis-Auguste-Victor de Ghaisnes de Bourmont Nicolas Jean-de-Dieu Soult | Kriegsminister von Frankreich 31. Juli 1830 – 17. November 1830 18. Juli 1834 – 10. November 1834 | Nicolas Jean-de-Dieu Soult Simon Bernard |
Édouard Mortier Charles Oudinot | Großkanzler der Ehrenlegion 4. Februar 1836 – 17. März 1839 21. Oktober 1842 – 19. März 1848 | Charles Oudinot Baron Jacques Subervie |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gérard, Étienne-Maurice |
| ALTERNATIVNAMEN | Gérard, Étienne-Maurice comte (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer General und Staatsmann, Pair und Marschall von Frankreich |
| GEBURTSDATUM | 4. April 1773 |
| GEBURTSORT | Damvillers |
| STERBEDATUM | 17. April 1852 |
| STERBEORT | Paris |