ÖTI – Institut für Ökologie, Technik und Innovation

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OETI

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Rechtsform GmbH
Gründung 1967
Sitz Wien, Österreich
Leitung Robert Löcker, Geschäftsführer
Mitarbeiterzahl > 50
Branche Prüfung / Zertifizierung von Textilien, persönlichen Schutzausrüstungen, Fussbodenbelägen, Innenraumausstattungsmaterialien
Website www.oeti.biz
Stand: 2018

ÖTI – Institut für Ökologie, Technik und Innovation GmbH (Eigenschreibweise OETI) ist ein Prüfinstitut für Textilien, Persönliche Schutzausrüstungen, Fußbodenbeläge und Innenraumausstattungsmaterialien mit Hauptsitz in Wien und elf weiteren Repräsentanzen weltweit.[1] Das ÖTI wurde 1967 als Österreichisches Teppichinstitut gegründet, 1978 nach einer Fusion in Österreichisches Textilforschungsinstitut umbenannt, und trägt seit 2009 die heutige Firma. Das Unternehmen gehört seit 2013 zum Testex-Konzern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. September 1967 gründen Fußbodenproduzenten das Österreichische Teppichinstitut (ÖTI) in Mödling als Teppichforschungs- und Prüfstelle in der Form eines Vereins.[2] Zum Vorstandsvorsitz wurde Julius Pfeifer berufen. Anfangs bestanden die Einkünfte zu 60–70 % aus Mitgliedsbeiträgen. Institutsleiter wurde Wilhelm Herzog.

Ab 1971 war das OETI an der Erstellung von Teppich-Prüf- und Anforderungsnormen in Österreich und Europa beteiligt. So ist etwa die Einkräuselung von BCF Garnen (Teppichgarnen) die Grundlage für die deutsche Norm. 1977 wurde das Österreichische Teppichforschungsinstitut für die Entwicklung der Prüfverfahren im Bereich textile Bodenbeläge vom Forschungsförderungsfonds der Gewerblichen Wirtschaft gefördert.[3] Ab 1979 war das ÖTI Teil des Internationalen Coordinierungs Committees (ICC), weitere Teilnehmer sind das deutsche Teppichforschungsinstitut und die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in St. Gallen.

1978 fusioniert das ÖTI am Standort in der Spengergasse 20, 1050 Wien mit dem Österreichischen Faserforschungsinstitut und hieß fortan Österreichisches Textilforschungsinstitut.

1989 entwickelte das ÖTI das Test- und Zertifizierungssystem Schadstoffgeprüft nach ÖTN 100, um dem zunehmenden öffentlichen Interesses an Textilökologie und Gesundheit Folge zu leisten. ÖTN ist die Abkürzung von Österreichische Textilforschungsinstituts-Norm. Diese Normen wurden vom OETI erstellt, insgesamt gab es 16 ÖTNs. Aus der ÖTN 100 Serie (ÖTN 100, ÖTN 100 – 115)[4][5] Aus der Schadstoffprüfung von Textilien ging der heutige Standard 100 by Oeko-Tex hervor.[6]

1992 initiierte das Österreichische Textilforschungsinstitut die Gründung der Oeko-Tex-Gemeinschaft.[7][8][9] 1993 begann die CE-Kennzeichnung für persönliche Schutzausrüstungen (PSA); die PSA-Richtlinie wird von der EU erlassen. 1994 wurde das Österreichische Textil-Forschungsinstitut gemäß EN 45001 akkreditiert.[10] Gegenwärtig: ISO 17025 (0012) Akkreditiert durch „Akkreditierung Austria“ (Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort) als Prüfstelle gemäß EN ISO/IEC 17025.[11] ISO 17065 (0942) Akkreditiert durch „Akkreditierung Austria“ (Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort) als Prüfstelle gemäß EN ISO/IEC 17025.[12]

1995 erfolgte die Notifizierung in Brüssel als notifizierte Stelle 0534 für Baumusterprüfungen und Überwachung der Qualitätssicherung für das Endprodukt von persönlichen Schutzausrüstungen entsprechend PSA-SV, BGBL. 596/1994 und PSA-Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstungen.[13] sowie für Bauprodukte nach der Bauprodukteverordnung 305/2011.[14]

2009 erfolgte die Umfirmierung zur GmbH. Das OETI heißt seitdem ÖTI – Institut für Ökologie, Technik und Innovation GmbH. 2013 übernahm die Schweizer Testex 100 % der Anteile des ÖTI. In der Jahresabschluss 2013/14 der Testex AG wurde die Beteiligung an der ÖTI mit 1 Mio. EUR bilanziert.[15]

Geschäftsfelder und Niederlassungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das OETI hat vier Geschäftsbereiche: Ökologie, Fußbodentechnik und Innenraumausstattung, persönliche Schutzausrüstung und Innovation.

Als Gründungsmitglied und Prüfinstitut der Internationalen Oeko-Tex-Gemeinschaft[16] zertifiziert das OETI Produkte entlang der textilen Kette nach Standard 100 by Oeko-Tex und entlang der Leder-Kette nach Leather Standard by Oeko-Tex sowie Produktionsstätten nach dem Zertifizierungssystem Step by Oeko-Tex. Mit dem Konsumentenlabel Made in Green by Oeko-Tex zeichnet das OETI schadstoffgeprüfte Textilien aus nachhaltiger Produktion aus. Mit dem Eco Passport by Oeko-Tex zertifiziert es Färbemittel, Hilfsmittel und Chemikalien.

Detox to Zero by Oeko-Tex bereitet Betriebsstätten auf die Anforderungen der „Detox“-Kampagne von Greenpeace vor.

Mit seinen elf Verkaufsrepräsentanzen in Ägypten, Iran, Israel, Italien, Marokko, Mazedonien, Moldawien, Serbien, Tschechien, Türkei und Ukraine[17] verfügt das OETI gemeinsam mit seiner Muttergesellschaft Testex AG[18] global über 26 Niederlassungen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. OETI Website. In: Firmenwebsite. Abgerufen am 6. April 2018
  2. ÖTI wird 50 und expandiert In: Österreichische Textilzeitung, Nr. 19/2017, S. 11
  3. Forschungsförderungsfonds der Gewerblichen Wirtschaft, Bericht 1978, Seite 48
  4. Nennung des ÖTN 100 und ÖTN 100/1 – 7, OETI (Hrsg.), in: ÖTI-Nachrichten, Ausgabe 60/1989, Seite 31.
  5. Auflistung der Öko-Tex Standards 100 bis 115 und 200 und erste Abbildung des Oeko-Tex Labels, OETI (Hrsg.), in: ÖTI-Nachrichten, Ausgabe 67/1992, Seite 3.
  6. Nicola Tanaskovic; Gütezeichen als Instrument zur Überwindung von Qualitätsunserheit auf dem Markt für ökologische Produkte: Untersuchung der Verbraucherakzeptanz am Beispiel des Bio-Siegels. Diplomica Verlag GmbH, 2004, ISBN 978-3-8324-8611-2, Seite A-26.
  7. Gründung der Internationalen Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textilökologie, OETI (Hrsg.), in: ÖTI-Nachrichten, Ausgabe 66/1992, Seite 6.
  8. Gründung der OEKO-TEX Gemeinschaft und Festlegung der OEKO-TEX Statuten. In: Website. Abgerufen am 6. April 2018
  9. Albrecht, H. Fuchs, W. Kittelmann (Hrsg.); Nonwoven Fabrics: Raw Materials, Manufacture, Applications, Characteristics, Testing Processes. W. S. Wiley-VCH 2003. ISBN 3-527-30406-1, Seite 694.
  10. Das Österreichische Textil-Forschungsinstitut ist akkreditiert nach EN 45 001, OETI (Hrsg.), in: ÖTI-Nachrichten, Ausgabe 70/1994, Seite 1.
  11. Bundesministerium Akkreditierung OETI, abgerufen am 12. April 2018
  12. Bundesministerium Akkreditierung OETI, abgerufen am 12. April 2018
  13. European Commission Notified body, abgerufen am 12. April 2018.
  14. European Commission Notified body, abgerufen am 12. April 2018.
  15. Geschäftsbericht 2013/14 der Testex AG, Anhang per 30. Juni 2014, S. 22.
  16. Prüfinstitut für Internationale OEKO-TEX Gemeinschaft, abgerufen am 12. April 2018
  17. OETI Website Niederlassungen im Überblick, Abgerufen am 6. April 2018
  18. TESTEX Website, abgerufen am 12. April 2018