Ölschnitz (Weißer Main)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ölschnitz
Ölschnitz (Weißer Main) im Kurpark Bad Berneck

Ölschnitz (Weißer Main) im Kurpark Bad Berneck

Daten
Gewässerkennzahl DE: 24112
Lage Deutschland
Bayern
Oberfranken
Flusssystem Rhein
Abfluss über Weißer Main → Main → Rhein → Nordsee
Quelle Im Dorf Solg (Ortsteil von Münchberg)
50° 9′ 59″ N, 11° 43′ 27″ O
Quellhöhe ca. 600 m ü. NN
Mündung bei Bad Berneck in den Weißen MainKoordinaten: 50° 2′ 33″ N, 11° 40′ 6″ O
50° 2′ 33″ N, 11° 40′ 6″ O
Mündungshöhe ca. 376 m ü. NN
Höhenunterschied ca. 224 m
Länge 22,1 km[1]
Einzugsgebiet 99,65 km²[1]
Abfluss am Pegel Bad Berneck[2]
AEo: 99,8 km²
Lage: 200 m oberhalb der Mündung
NNQ (21.07.2003)
MNQ 1982–2006
MQ 1982–2006
Mq 1982–2006
MHQ 1982–2006
HHQ (28.05.2006)
51 l/s
352 l/s
1,61 m³/s
16,1 l/(s km²)
18,9 m³/s
46 m³/s

An der Ölschnitz in Bad Berneck

An der Ölschnitz in Bad Berneck

Die Ölschnitz ist ein gut 22 km langer rechter und nördlicher Nebenfluss des Weißen Mains am Nordrand des Fichtelgebirges.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ölschnitz entspringt in einer gefassten Quelle mit Quellstein aus Granit in Solg, einem Ortsteil von Münchberg. Sie mündet bei Bad Berneck in den Weißen Main. Die Ölschnitz fließt von Solg aus in breiter Talmulde zum Dorf Ölschnitz, dann nach Tennersreuth, unterquert die A 9, lieferte einst Wasser für die Streitauermühle und erreicht den Ortsteil Böseneck der Stadt Gefrees. Ab dort wird das windungsreiche Tal zunehmend enger, zunächst auf kurzen Strecken bei der Entenmühle und am Bogen um den Bergsporn bei Stein. Das steile, felsige Engtal auf den letzten zwei Kilometern vor dem Kurpark von Bad Berneck durchschneidet einen Diabaszug und weist eine reiche Flora auf. Es gilt als eines der schönsten Täler des Fichtelgebirges und wird vom Westweg und dem Jean-Paul-Weg durchzogen. Nach gut 22 Kilometern mündet die Ölschnitz in Bad Berneck in den Weißen Main. Sie führt dort im Mittel 1,63 m³/s Wasser, fast die Hälfte mehr als der Weiße Main mit 1,12 m³/s.[3]

Flusssystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigenes Flusssystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flusssystem Weißer Main[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Querenbach (links), 0,6 km, in Stammbach-Oelschnitz
  • Lahmabach (rechts), 1,6 km, südlich von Oelschnitz
  • Benkersbach (links), 1,9 km, südöstlich von Steinfurth
  • Grundbach (rechts), 0,8 km, nordöstlich von Tennersreuth
  • Angerbach (rechts), 1, 0 km, in Tennersreuth
  • Rieglersbach (links), 6,3 km, 5,8 km² , südlich von Gefrees-Bechertshöfen
  • Schleifenbach (rechts), 3,8 km, in Böseneck
  • Lübnitzbach (links), 10,4 km, 35,5 km² , südwestlich Gefrees-Grünstein
  • Steingraben (rechts), 1,3 km, südwestlich von Stein
  • Metzlersreuther Bach (links), 8,8 km, 14,2 km² , südsüdöstlic von Bad Berneck-Gertrudslust
  • Knodenbach (rechts), 5,1 km, 6,0 km² , in Bad Berneck
  • Bärnreuther Graben (links), 2,0 km, in Bad Berneck

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ölschnitz fließt durch folgende Ortschaften:

Wirtschaftliche Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang des Bachlaufs wurden mit der Wasserkraft viele Mühlräder angetrieben. 1536 hatten die Bernecker Fischrechte in der „Ölsnitz“, 1692 wurde sie als „bester Forellenbach des Fichtelbergs“ bezeichnet. 1732 erließ der Bayreuther Markgraf für die Ölschnitz eine Schutzverordnung für die dort vorkommenden Flussperlmuscheln. Zwischen 1733 und 1810 erntete man 6000 Perlen, die Perlenfischerei unterstand der Aufsicht eines Perlinspektors nach 1810 der bayerischen Forstverwaltung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konrad Arneth/Ernst Eichler: Slawische Flurnamen in der ehemaligen Markgrafschaft Bayreuth, in: Jahrbuch für Fränkische Landesforschung 1966, S. 191.
  • Dietmar Herrmann: Perlen in der Ölschnitz, in: Der Siebenstern 2003, S. 11.
  • Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2.
  • Rudolf Klupp: Fischerei in Oberfranken, 1985, S. 214.
  • Chr. Seidel: Eine Ölschnitzwanderung von der Quelle bis zur Mündung, in: Der Siebenstern 1937, S. 169.
  • Ludwig Vogt: Die Gewässernamen des Fichtelgebirges, in: Der Siebenstern 1959, S. 113.
  • Max Wirth: Die Ölschnitzquelle in Solg bei Münchberg, in: Der Siebenstern 1970, S. 118.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ölschnitz (Weißer Main) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 2 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 3,3 MB)
  2. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Rheingebiet, Teil II 2006 Bayerisches Landesamt für Umwelt, S. 63, abgerufen am 4. Oktober 2017, Auf: bestellen.bayern.de (PDF, deutsch, 23,6 MB).
  3. MQ-Daten der beiden Pegel Bad Berneck an beiden Flüssen kurz vor der Mündung (abgerufen beim Hochwassernachrichtendienst Bayern am 7. September 2013)