Gefrees

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gefrees
Gefrees
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gefrees hervorgehoben
Koordinaten: 50° 6′ N, 11° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bayreuth
Höhe: 500 m ü. NHN
Fläche: 50,08 km²
Einwohner: 4467 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 95482,
95236 (Hinterbug)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 09254
Kfz-Kennzeichen: BT, EBS, ESB, KEM, MÜB, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 72 139
Stadtgliederung: 44 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstr. 22
95482 Gefrees
Webpräsenz: www.gefrees.de
Bürgermeister: Harald Schlegel (SPD)
Lage der Stadt Gefrees im Landkreis Bayreuth
Landkreis Nürnberger Land Bayreuth Bayreuth Landkreis Hof Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Kulmbach Landkreis Lichtenfels Landkreis Bamberg Landkreis Forchheim Landkreis Tirschenreuth Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Amberg-Sulzbach Prüll Warmensteinacher Forst-Nord Waidacher Forst Waidacher Forst Veldensteiner Forst Neubauer Forst-Nord Waischenfeld Lindenhardter Forst-Südost Lindenhardter Forst-Nordwest Langweiler Wald Bayreuth Heinersreuther Forst Goldkronacher Forst Glashüttener Forst Forst Neustädtlein am Forst Gemeindefreies Gebiet Fichtelberg Emtmannsberg Haag (Oberfranken) Seybothenreuth Creußen Warmensteinach Weidenberg Schnabelwaid Prebitz Plech Mistelgau Mistelbach (Oberfranken) Hummeltal Hummeltal Heinersreuth Goldkronach Glashütten (Oberfranken) Gesees Gefrees Eckersdorf Bischofsgrün Bischofsgrün Bindlach Betzenstein Bad Berneck im Fichtelgebirge Speichersdorf Kirchenpingarten Waischenfeld Plankenfels Pegnitz (Stadt) Mehlmeisel Hollfeld Fichtelberg (Oberfranken) Aufseß Ahorntal Bischofsgrüner Forst Pottenstein (Oberfranken)Karte
Über dieses Bild
Gefrees von Südosten her gesehen

Gefrees ist eine Stadt im Landkreis Bayreuth im Regierungsbezirk Oberfranken in Bayern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefrees liegt am äußeren Hang des westlichen Hufeisenschenkels des Fichtelgebirges zwischen Waldstein und Ochsenkopf. Im Norden öffnet sich die Münchberger Gneisplatte, von Westen nähern sich Ausläufer des Frankenwaldes und im Süden erstreckt sich nach Westen das Maintal.

Durchs Gemeindegebiet fließen Oelschnitz, Lübnitz und Kornbach. Letzterer fließt in der Stadt der Lübnitz zu, die zwischen Böseneck und der Entenmühle in die Oelschnitz mündet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet umfasst 44 Ortsteile:[2]

  • Ackermannshof
  • Bechertshöfen
  • Böseneck
  • Bucheck
  • Entenmühle
  • Falls
  • Gefrees
  • Gottmannsberg
  • Grünhügel
  • Grünstein
  • Haidlas

Lochnerseinzel ist kein amtlich benannter Ortsteil.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im nördlichsten Zipfel des Landkreises Bayreuth gelegen, etwa 26 Kilometer nördlich der Kreisstadt Bayreuth, umgeben Gefrees im Süden die Gemeinde Bischofsgrün und die Stadt Bad Berneck im Fichtelgebirge, im Westen der Landkreis Kulmbach mit dem Markt Marktschorgast, im Norden der Landkreis Hof mit den Märkten Stammbach und Zell und im Osten der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge mit der Stadt Weißenstadt.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort Gevreatze her, was „Fressen“ oder „Schlemmerei“ bedeutet. Die Lage an einer bedeutenden Straßenkreuzung von europäischer Dimension prägte den Ort und machte ihn zum Rastplatz.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsansicht um 1900
Einweihung des Bahnhofs, 1902
Hauptstraße in der Ortsmitte

Seit 1336 gehörte Gefrees zur Herrschaft der zollernschen Burggrafen von Nürnberg, der späteren Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth. 1366 wurde der Ort in einem Schiedsspruch, der einen Streit zwischen den Pfarreien Marktschorgast und Münchberg um die Zuständigkeit für Gefrees beendete, erstmals schriftlich erwähnt.[3] In Urkunden aus den Jahren 1403 und 1444 wird Gefrees Stadt genannt. Ab 1500 lag die Stadt im Fränkischen Reichskreis.

1557 waren die Einwohner noch gehalten, ihr Bier aus Bayreuth zu beziehen, 1581 wurde bereits Ungeld, eine Steuer auf im Ort gebrautes Bier, gezahlt. Im Jahr 1692 wurden fünf Gasthöfe erwähnt, 1721 eine Apotheke. 1875 gab es im damals etwa 1500 Einwohner zählenden Gefrees 16 Bäcker und 27 Metzger.[3]

Im Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs wurde Gefrees mehrmals geschädigt, so z. B. 1632 von 200 einfallenden Kroaten. Im Mai 1815 kehrte Napoleon auf dem Weg nach Preußen im Ort ein, 1838 Zarewitsch Alexander von Russland.[3]

Das Oberamt des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth fiel mit diesem im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und wurde 1810 von Napoleon an das Königreich Bayern verkauft.[4] 1809 fand die Schlacht bei Gefrees statt, in deren Verlauf 6000 Österreicher der Einkesselung durch 7500 Franzosen entgehen konnten. Etwa 2400 Tote oder Verwundete wurden gezählt.

Vor 1872 standen die Häuser mit den Giebeln zur Hauptstraße, die Kirche hingegen parallel zu ihr. Nahe der Kirche befand sich das alte Rathaus. Beim verheerenden Stadtbrand jenes Jahres wurde der Ort fast vollständig zerstört. Ein neues Rathaus entstand an anderer Stelle, die Ausrichtung der Häuser und der 1878 neu errichteten Johanneskirche änderte sich. Gewerbe und Industrie, u. a. die Möbelfabrik Großmann, verliehen dem Ort zunehmend Bedeutung. Im Jahr 1900 wurde der Bau einer Eisenbahnstrecke genehmigt, am 5. Juli 1902 erreichte von Falls her der erste Zug den Ort.[5]

Hauptartikel: Bahnstrecke Falls–Gefrees

Gefrees besaß das Stadtrecht mit magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Gefrees mit den Ortschaften Böseneck, Cremitz, Gefrees, Grünhügel, Grünstein, Kastenmühle, Lübnitz, Neuenreuth, Oberneuenreuth und Wundenbach. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern in den 1970er Jahren wurden folgende Gemeinden in Gefrees eingegliedert:

  • Falls mit Falls, Höflas, Wagnerseinzel und Bahnhof Falls
  • Kornbach mit Haidlas, Knopfhammer und Kornbach
  • Lützenreuth mit Ackermannshof, Kesselberg (hinterer), Kesselberg (vorderer), Lützenreuth, Meyernhof, Hinter-Moos, Vorder-Moos, Neubau und Stein
  • Metzlersreuth mit Entenmühle, Gottmannsberg, Hämmerlas, Hermersreuth, Metzlersreuth, Schamlesberg und Schweinsbach
  • Streitau mit Hinterbug, Hollenreuth, Kirschbaum, Mittelbug, Neubau, Oberbug, Petzet, Streitau mit Mühle und Unterbug
  • Witzleshofen mit Bechertshofen, Bucheck, Hutschenreuth, Sand und Witzleshofen
  • Zettlitz

Bis 1929 gehörte Gefrees zum Bezirksamt Berneck, nach dessen Auflösung zum Bezirksamt bzw. ab 1939 Landkreis Münchberg. Im Zuge der bayerischen Kreisgebietsreform schloss sich die Stadt am 1. Juli 1972 nach einer Abstimmung dem Landkreis Bayreuth an.

Am 27. September 1936 erfolgte die Freigabe des Abschnittes Schleiz–Berneck der Reichsautobahn München–Berlin.[6] 1973 wurde der Personentransport mit der Eisenbahn, 1993 der Eisenbahngütertransport eingestellt, die Strecke nach Falls stillgelegt und rückgebaut. 2005 wurde die letzte Eisenbahnanbindung, der Haltepunkt Falls, zuletzt nur noch Halt auf Zuruf, aufgelassen.

Streitau

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits am 1. August 1926 wurde Wundenbach eingemeindet. Grünstein folgte am 1. April 1927.[7]

Am 1. Juli 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Lützenreuth und Zettlitz eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Kornbach hinzu.[8] Metzlersreuth folgte am 1. Januar 1973. Die Eingliederung der ehemals selbständigen Gemeinden Falls, Streitau und Witzleshofen, die am 1. Mai 1978 in Kraft trat, rundete die Reihe der Eingemeindungen ab.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 ergaben jeweils folgende Sitzverteilung im Stadtrat:

Wahltag CSU SPD FW WG Gefrees-Land Junge Liste Gesamt Listenverbindungen
2. März 2008 5 6 2 2 1 16 CSU & Wahlgemeinschaft Gefrees-Land, SPD & Junge Liste
3. März 2002 5 7 2 2 16 CSU & Wahlgemeinschaft Gefrees-Land

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 61,3 % zu folgendem Ergebnis:

CSU SPD FW WG Gefrees-Land Gesamt
Sitze 4 6 3 3 16
Stimmenanteil 25,0 % 39,6 % 16,3 % 19,1 % 100 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1975–1984 Arthur Peetz
  • 1984–2002 Rudolf Ruckdeschel (CSU)
  • seit 2002 Harald Schlegel (SPD)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Das Gefreeser Wappen ist gespalten. Vorne geviert von Schwarz und Silber und hinten in Gold über einer roten Zinnenmauer eine wachsende, rot bewehrte schwarze Bracke mit rotem Halsband.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Gefrees

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Donnerstag vor dem zweiten Sonntag im Juli bis zum Montag danach findet jährlich das über die Region hinaus bekannte Volks- und Wiesenfest statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 2 führt mitten durch die Stadt, sie ist die Bedarfsumleitung für die parallel verlaufende Bundesautobahn 9 mit der Anschlussstelle 37 Gefrees, beide durchqueren das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung.
Der Bahnhof Gefrees lag an der Bahnstrecke Falls–Gefrees. Der Personenverkehr wurde am 30. September 1973 eingestellt. Am 31. Dezember 1993 wurde die Strecke stillgelegt.
Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Marktschorgast, Stammbach und Münchberg an der Bahnstrecke Bamberg–Hof, sie alle liegen oberhalb der Schiefen Ebene an der Kursbuchstrecke 850.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefrees ist geprägt von der Textilindustrie. Ein Geschäftsbereich der Helsa Group International, der Ende der 1980er Jahre seine Aktivitäten mit der Entwicklung von Kabinenluftfiltern aufnahm, wurde 2004 an einen Finanzinvestor verkauft und firmierte seither unter dem Namen helsa-automotive GmbH & Co. KG. 2008 wurde helsa-automotive vom Ludwigsburger Automobilzulieferer MANN+HUMMEL GMBH übernommen. Die Maschinenfabrik und Eisengießerei Herold & Co. GmbH stellt Drehkolbenpumpen her für die Zucker-, Nahrungsmittel- und chemische Industrie.[10][11]. Die Firma Müller Stanz- u. Umformtechnik GmbH & Co. KG war ein weltweit agierender Hersteller von Pressen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadthalle mit Hallenbad, Kegelbahn, Schießstand, Saal für Sport und Versammlungen und Tagungsräume und Restaurant

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grund- und Hauptschule Gefrees
  • Jacob-Ellrod-Schule, evangelische Ganztagsrealschule, gegründet 1967

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gefrees – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landkreis Münchberg (Hrsg.): Einwohner- und Geschäftshandbuch des Landkreises Münchberg. Grau, Hof (Saale) 1950

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111030/122747&attr=OBJ&val=1151
  3. a b c d Die Straße brachte Leben und Tod in: Nordbayerischer Kurier vom 18. Januar 2016, S. 19
  4. Von Napoleon verkauft in: Nordbayerischer Kurier vom 13. Januar 2016, S. 12
  5. Gefreeser Geschichte in vier Bildern in: Nordbayerischer Kurier vom 22. Februar 2016, S. 20
  6. http://www.autobahn-online.de/altefreigaben.html
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 434.
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 526.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 675 und 676.
  10. Geschichte der Firma Herold & Co. GmbH
  11. Weltkonzern SKF verleiht höchste Auszeichnung an Firma Herold in Gefrees