Über die Unendlichkeit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Filmdaten
Deutscher TitelÜber die Unendlichkeit
OriginaltitelOm det oändliga
ProduktionslandSchweden, Deutschland, Norwegen
OriginalspracheSchwedisch
Erscheinungsjahr2019
Länge76 Minuten
Stab
RegieRoy Andersson
DrehbuchRoy Andersson
ProduktionPernilla Sandström
KameraGergely Pálos
Besetzung

Über die Unendlichkeit (schwedischer Originaltitel Om det oändliga) ist ein Filmdrama von Roy Andersson, das am 3. September 2019 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig seine Weltpremiere feierte und im Laufe des Jahres in die US-amerikanischen Kinos kommen soll. Die Geschichten im Film sind lose von den Märchen aus Tausendundeiner Nacht inspiriert.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Feenstimme erzählt von alltäglichen Geschehnissen im Leben verschiedener Menschen, ähnlich der Erzählerin Scheherazade. Da ist ein Mädchen, das zum ersten Mal die Hand des Jungen ergreift, den sie liebt, ein Vater der seiner Tochter im strömenden Regen die Schnürsenkel bindet, ein anderer Vater, der seinen toten Sohn in den Armen hält und ein verkrüppelter Kriegsveteran der am Straßenrand sitzt. Ein katholischer Priester mittleren Alters gelangt zu der Erkenntnis, dass er seinen Glauben verloren hat. Zum ersten Mal bittet er nicht bei Gott um Rat, sondern konsultiert einen Psychiater. In seinen letzten Tagen betritt Adolf Hitler seinen engen Bunker und wird von seinen verbliebenen Kollegen mit einem müden „Sieg Heil“ begrüßt, während die besiegten deutschen Truppen in ordentlicher Formation in ein Kriegsgefangenenlager marschieren. Ein Vater begeht an seiner Tochter einen Ehrenmord.[1][2]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film ist eine schwedisch-deutsch-norwegische Produktion. Als Produzentin fungierte Pernilla Sandström. Koproduziert wurde der Film von der 4½ Fiksjon AS und Essential Films in Zusammenarbeit mit der Société Parisienne de Production, der Sveriges Television AB, ARTE France Cinéma, dem ZDF, Film Capital und dem Stockholm Fund.[3] Regie führte Roy Andersson, der sich bei seiner Arbeit von den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht inspirieren ließ.[4][5]

Von der Film- und Medienstiftung NRW und vom Medienboard Berlin-Brandenburg erhielt der Film eine Produktionsförderung von je 100.000 Euro sowie vom Schwedischen Film Institut in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Eine weitere Förderung wurde vom Nordisk Film & TV Fond gewährt.

Die Dreharbeiten fanden von 2. Januar bis 31. Oktober 2017 statt. Als Kameramann fungierte Gergely Pálos.

Erste Szenen aus dem Film stellte Andersson im Februar 2018 vor.[1] Am 3. September 2019 feierte der Film seine Uraufführung im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig, wo er um den Goldenen Löwen konkurrierte. Kurz zuvor wurde der erste Trailer veröffentlicht.[6] Im September 2019 lief der Film beim Toronto International Film Festival in der Sektion Masters. Im Oktober 2019 feierte er seine Deutschlandpremiere beim Film Festival Cologne[7] und seine Österreichpremiere bei der Viennale. Im weiteren Verlauf des Jahres soll der Film in die US-amerikanischen Kinos kommen. Ein Kinostart in Österreich ist für den 13. März 2020[8] angekündigt, in Deutschland für den 19. März 2020.[9] Die internationalen Verkäufe werden vom Coproduction Office abgewickelt.[3]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film konnte bislang alle Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen und erhielt hierbei eine durchschnittliche Bewertung von 8,6 der möglichen 10 Punkte.[10]

Michael Meyns von der Gilde deutscher Filmkunsttheater schreibt, der Film zeichne sich durch eine Erzählweise aus, die fast vollkommen frei von klassischer Narration ist. Statt eine Geschichte zu erzählen, zeige Roy Andersson kurze Vignetten, die lose um Themen kreisten, zwischen denen sich bisweilen Verbindungen herstellen ließen, die Assoziationsräume öffneten, manchmal Kunst- und Filmgeschichte zitierten, es vor allem aber dem Zuschauer erlaubten, sich eigene Überlegungen zum Geschehen zu machen.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film befand sich in einer Vorauswahl für den Europäischen Filmpreis 2019.[12] Im Folgenden weitere Auszeichnungen und Nominierungen.

Guldbagge 2020

Europäischer Filmpreis 2019

Film Festival Cologne 2019

Internationale Filmfestspiele von Venedig 2019

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jordan Raup: First Look at Roy Andersson’s 'About Endlessness'. In: thefilmstage.com, 14. Februar 2018.
  2. https://variety.com/2019/film/reviews/about-endlessness-review-1203321319/
  3. a b https://cineuropa.org/en/newsdetail/377551
  4. Hannah Woodhead und Adam Woodward: 25 films we’d like to see at the 2019 Cannes Film Festival. In: lwlies.com, 2. März 2019.
  5. https://www.moviepilot.de/movies/about-endlessness
  6. https://www.firstshowing.net/2019/first-trailer-for-roy-anderssons-about-endlessness-premiering-in-venice/
  7. Film Festival Cologne: Festivalprogramm. In: filmfestival.cologne. Abgerufen am 5. Oktober 2019.
  8. https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=13732
  9. Starttermine Deutschland In: insidekino.com. Abgerufen am 21. September 2019.
  10. About Endlessness. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 5. September 2019.
  11. Über die Unendlichkeit. In: programmkino.de. Abgerufen am 14. Januar 2020.
  12. EFA Includes Two More Films in Feature Film Selection. In: europeanfilmacademy.org, 26. September 2019.
  13. Jan Lumholdt: And Then We Danced wins big at Sweden’s Guldbagge Awards. In: cineuropa.org, 21. Januar 2020.
  14. Best of Cinema Fiction. In: filmfestival.cologne. Abgerufen am 6. November 2019.