Łasin

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Łasin
Wappen von Łasin
Łasin (Polen)
Łasin
Łasin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Grudziądzki
Gmina: Łasin
Geographische Lage: 53° 31′ N, 19° 5′ OKoordinaten: 53° 31′ 3″ N, 19° 5′ 1″ O
Einwohner: 3347 (31. Dez. 2016)
Postleitzahl: 86-320
Telefonvorwahl: (+48) (+48)056
Kfz-Kennzeichen: CGR
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz



Łasin (deutsch Lessen) ist eine Stadt im Powiat Grudziądzki der Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwa 8100 Einwohnern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im ehemaligen Westpreußen, südlich der Danziger Bucht, etwa 25 Kilometer (Luftlinie) südöstlich von Kwidzyn ( Marienwerder) und 22 Kilometer ostnordöstlich von Grudziądz (Graudenz).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Die ersten menschlichen Spuren auf dem Stadtgebiet stammen aus der Jungsteinzeit, aus den Jahren 2500–1700 v. Chr. In den Jahren 1298–1461 gehörte die Stadt dem Deutschritterorden. Der Deutschritterordensmeister Meinhard von Querfurt verlieh der Siedlung 1298 das Lokationsprivileg, wodurch die Stadt auf der Grundlage des Magdeburger Rechtes gegründet wurde.

Zwischen 1466 und 1772 gehörte die Stadt zum unter polnischer Schirmherrschaft stehenden autonomen Königlichen Preußen. Im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens 1772 kam Lessen an das Königreich Preußen.

Vermutlich nach 1800 erfolgte der Zuzug von jüdischen Familien. Begräbnisse jüdischer Personen fanden seit 1817 auf einem Areal neben dem kommunalen Friedhof statt. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es im Ort eine Synagoge. Zwischen 1920 und 1939 gehörte die Stadt zur Zweiten Polnischen Republik.

Bis 1919 gehörte Lessen zum Landkreis Graudenz im Regierungsbezirk Marienwerder der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste Lessen 1920 aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zur Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden. Durch den Überfall auf Polen 1939 kam Lessen mit dem Kreis Graudenz völkerrechtswidrig zum Deutschen Reich und wurde dem Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet, zu dem es bis 1945 gehörte.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region.

Bevölkerungszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 1.089 [1]
1852 1.977 [2]
1864 2.187 davon 492 Evangelische und 1.352 Katholiken[1][3]
1875 2.342 [4]
1880 2.286 [4]
1890 2.190 davon 540 Evangelische, 1.414 Katholiken und 230 Juden[4]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Łasin gehören die Stadt und 19 Dörfer mit Schulzenämtern und weitere kleinere Ortschaften.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nördlich der Stadt gelegene Bahnhof Łasin war bis 1979 der Endbahnhof der Bahnstrecke Gardeja–Łasin. Einige Jahre später wurde der vormalige Bahnhof Szonowo Szlacheckie an der heute ebenso stillgelegten Bahnstrecke Jabłonowo Pomorskie–Prabuty zu Łasin Pomorski umbenannt. Dieser Bahnhof lag einige Kilometer östlich der Stadt.

Łasin liegt an der Landesstraße 16 und der Woiwodschaftsstraße 538.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christine Poniatovska (1610–1644), polnische Schriftstellerin und Seherin
  • Ludwig Lessen (Louis Salomon) (1873–1943), deutscher Journalist und Schriftsteller
  • Heiner Stadler (1942–2018) deutsch-amerikanischer Komponist und Musikproduzent

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katherinenkirche
  • Wasserturm von 1893
  • Magistratsgebäude von 1900

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, S. 19, Nr. 25.
  2. Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats'. Berlin 1856, S. 347.
  3. E. Jacobson: Topographisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Marienwerder. Danzig 1868, Ortschafts-Verzeichniß des Regierungsbezirks Marienwerder, S. 22–23, Nr. 96.
  4. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. dan_graudenz.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).