Żnin

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Żnin
Wappen von Żnin
Żnin (Polen)
Żnin
Żnin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Żniński
Gmina: Żnin
Fläche: 8,35 km²
Geographische Lage: 52° 41′ N, 17° 42′ OKoordinaten: 52° 41′ 0″ N, 17° 42′ 0″ O
Höhe: 85 m n.p.m.
Einwohner: 14.092 (31. Dez. 2016)
Postleitzahl: 88-400 bis 88-401
Kfz-Kennzeichen: CZN
Wirtschaft und Verkehr
Straße: GnieznoBydgoszcz
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica



Żnin [ˈʒɲin] (deutsch Znin; Juni 1941–1945: Dietfurt, älter auch Schinen[1]) ist eine Stadt im Powiat Żniński der Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen. Die Stadt etwa 14.100 Einwohnern ist Sitz des Powiats und der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwas mehr als 24.400 Einwohnern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Żnin liegt beiderseits der Gąsawka (deut. Gonsawka) zwischen den Seen Duże Żnińskie und Małe Żnińskie (Großer und Kleiner Zniner See) etwa 30 km südwestlich von Bydgoszcz (Bromberg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Żnin südwestlich der Stadt Bromberg und nordöstlich der Stadt Posen auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung)
Stadtzentrum von Żnin

Die Entstehung des Ortes geht wahrscheinlich auf das 11. Jahrhundert zurück. Die älteste schriftliche Erwähnung findet sich in einem päpstlichen Dokument aus dem Jahr 1136, welches diesen und weitere 29 Orte in das Eigentum des Erzbischofs von Gnesen übergab (Erzbistum Gniezno). 1148 wurde in Żnin ein eigenes Bistum eingerichtet. Zu dieser Zeit war die Stadt auch Sitz einer Kastellanei. Als Datum der Erhebung zur Stadt wird manchmal 1272 angegeben, jedoch gingen die entsprechenden Dokumente schon im Mittelalter verloren. 1331 wurde Żnin von Deutschordensrittern niedergebrannt. Nach dem Wiederaufbau wurde die Stadt befestigt. König Kasimir der Große hielt sich mehrmals in Żnin auf und bestätigte die alten Privilegien der Stadt. Ab 1374 war Żnin auch eine bevorzugte Residenz der Erzbischöfe von Gnesen. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entvölkerten Pest, Hunger und wiederholte Brände die Stadt. Durch die erste Teilung Polens kam Żnin 1772 an Preußen. Während der Napoleonischen Zeit wurde sie 1807 Teil des Herzogtums Warschau, wurde aber vom Wiener Kongress 1815 erneut Preußen zugesprochen. 1919 kam die Stadt nach Posener Aufstand und Versailler Vertrag zurück an Polen.

Nach dem Polenfeldzug 1939 und der Wiederangliederung an das Deutsche Reich erhielt die Stadt den Namen Dietfurt.[2] 1942 befand sich dort ein Lager für die Abteilung K 4 / 36 des Reichsarbeitsdienstes (RAD). Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region von der Roten Armee besetzt und ist seitdem wieder polnisch.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Żnin gehören die Stadt und 37 Dörfer mit Schulzenämtern.

Städte- und Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hatte einen Bahnhof an der Bahnstrecke Inowrocław–Drawski Młyn, in Żnin zweigte die Bahnstrecke Żnin–Szubin ab.

Darüber hinaus gab es die heute teilweise als Museumseisenbahn betriebene Żnińska Kolej Powiatowa (Zniner Kreisbahn). Im Dorf Wenecja, durch die diese Bahnstrecke führt, befinden sich das Schmalspurbahnmuseum Wenecja und die oft besuchte Burgruine.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein Baszta Żnin hat eine Abteilung für Motorbootrennsport, die seit 1979 regelmäßig jährlich ein Motorbootrennen auf dem kleinen See veranstaltet. Dabei geht es fast immer um Welt- und Europameistertitel. 2011 gewann hier erstmals ein deutscher Teilnehmer die Goldmedaille, Manuel Saueressig aus Brodenbach wurde Europameister der Klasse F-4S.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 442–443
  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Band 2: Topographie von Westpreußen. Marienwerder 1789, S. 92–93

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Żnin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://ulb.georeferencer.com/map/5pMaUq0HBFHjRHq6oihzHf/201512021119-VIiuy3/visualize
  2. Am 12. Juni 1941 ordnete Reichsinnenminister Wilhelm Frick Namensänderungen für einige Städte in den vom Deutschen Reich annektierten Ostgebieten an ([1])