62. Armee (Rote Armee)

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Die 62. Armee (russisch 62-я армия*) war ein Großverband der Roten Armee in der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Sie war maßgeblich an der Verteidigung Stalingrads gegen die deutsche 6. Armee beteiligt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die 62. Armee wurde im Juli 1942 aus der 7. Reservearmee zwischen Tschir und Don zusammen mit der 64. Armee im Rahmen der Stalingrader Front gebildet. Im Rahmen der Operation Blau näherte sich die deutsche 6. Armee Ende Juli 1942 dem Scheitelpunkt der Donschleife bei Kalatsch am Don. Die Stawka entschied sich dafür, die Donübergänge in diesem Gebiet zu verteidigen und konzentrierte die neu aufgestellte 1. Panzerarmee (unter General Moskalenko) und die 62. Armee (unter General Lopatin) im hügeligen Gelände westlich von Kalatsch. Die während der Kesselschlacht bei Kalatsch durch das XIV. Panzerkorps angesetzte Umfassung war erfolgreich. Bis zum 11. August kapitulierten nach deutschen Angaben 57.000 Rotarmisten. Die 6. Armee bildete einen Brückenkopf über den Don, das letzte Hindernis vor Stalingrad war mit zwei Wochen Verspätung überwunden. Stalingrad konnte infolge dieses Widerstandes von der Wehrmacht erst am 22. August erreicht werden. Die 62. Armee trug in der Schlacht von Stalingrad die Hauptlast bei der Abwehr der Angriffe des deutschen LI. Armeekorps auf das Stadtzentrum. Die Truppen General Tschuikows hielten die folgenden Monate im Häuserkampf auf einem schmalen Streifen am westlichen Wolgaufer allen deutschen Angriffen stand. Auf Grund der bewiesenen Standhaftigkeit erhielt die 62. Armee den Gardetitel und ab 16. April 1943 erfolgte die Umbenennung in 8. Gardearmee. Diese Armee war auch an der Berliner Operation 1945 beteiligt. Mit dem Leninorden erhielt dieser Kampfverband die höchste sowjetische Auszeichnung.

Nach Kriegsende 1945 gehörte die 8. Gardearmee zur Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland und war überwiegend im Süden der DDR stationiert (Bezirke Halle, Leipzig und Erfurt). Sie bezeichnete sich auch hier noch im Beinamen als „Stalingrader Armee“. Ihre Auflösung erfolgte im Zuge des Abzugs der russischen Streitkräfte aus Deutschland im Juli 1992.

Oberkommando 1942–1945[Bearbeiten]

62. Armee[Bearbeiten]

8. Gardearmee[Bearbeiten]

  • Generalleutnant W.I. Tschuikow (April 1943–Mai 1945)==Gliederung 1942–1943==

7. Reservearmee[Bearbeiten]

Stand: 1. Juli 1942; Stawka-Reserve

  • 33. Gardeschützendivision
  • 147., 181., 184., 192., 196. Schützendivision

62. Armee[Bearbeiten]

Stand: 1. Februar 1943; Donfront

  • 39. Gardeschützendivision
  • 13., 45., 95., 138., 284. Schützendivision
  • 92. Schützenbrigade
  • 156. Befestigtes Gebiet

8. Gardearmee[Bearbeiten]

Stand: 1. Juli 1943; Südwestfront

  • 28. Gardeschützenkorps (39., 79., 88. Gardeschützendivison)
  • 32. Schützenkorps (259., 266., 279. Schützendivision)
  • 78. Schützendivision

Stand: 31. Dezember 1943; 3. Ukrainische Front

  • 4. Gardeschützenkorps (35., 47., 57. Gardeschützendivision)
  • 28. Gardeschützenkorps (39., 79., 88. Gardeschützendivision)
  • 29. Gardeschützenkorps (27., 74., 82. Gardeschützendivision)

Gliederung der 8. Gardearmee 1991[Bearbeiten]

Der Sitz des Stabes der 8. Gardearmee befand sich in Nohra (bei Weimar).

  • 27. Garde-Mot. Schützendivision (General-Maerker-Kaserne, Halle (Saale))
    • 68. Garde-Mot. Schützenregiment (Halle)
    • 243. Garde-Mot. Schützenregiment (Halle)
    • 244. Garde-Mot. Schützenregiment (Schlotheim)
    • 28. Panzerregiment (Halle)
    • 54. Garde-Artillerieregiment (Halle)
  • 39. Garde-Mot. Schützendivision (Ohrdruf)
    • 117. Garde-Mot. Schützenregiment (Meiningen)
    • 120. Garde-Mot. Schützenregiment (Ohrdruf)
    • 172. Garde-Mot. Schützenregiment (Gotha)
    • 585. Garde-Mot. Schützenregiment (Ohrdruf)
    • 87. Garde-Artillerieregiment (Gotha)
  • 57. Garde-Mot. Schützendivision (Naumburg)
    • 170. Garde-Mot. Schützenregiment (Naumburg)
    • 174. Garde-Mot. Schützenregiment (Weißenfels)
    • 241. Garde-Mot. Schützenregiment (Leipzig)
    • 51. Garde-Panzerregiment (Zeitz)
    • 128. Garde-Artillerieregiment (Zeitz)
  • 79. Garde-Panzerdivision (Jena)
    • 17. Garde-Panzerregiment (Saalfeld)
    • 45. Garde-Panzerregiment (Nohra)
    • 211. Garde-Panzerregiment (Jena)
    • 247. Garde-Mot. Schützenregiment (Nohra)
    • 172. Garde-Artillerieregiment (Rudolstadt)
    • 79. Flugabwehrregiment (Jena)