8e armée (Frankreich)

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Die 8e armée (huitième armée, deutsch 8. Armee) war eine Armee des französischen Heeres, die in beiden Weltkriegen zum Einsatz kam.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Formation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 8e armée (1. Formation) ging während der Frühphase des Ersten Weltkrieges am 16. November 1914 aus dem Détachement d’armée de Belgique (D.A.B.) (1. Formation) hervor und bestand in dieser Form bis zum 4. April 1915, als sie wiederum in Détachement d’armée de Belgique (2. Formation) zurückbenannt wurde. Sie stand für die meiste Zeit ihres Bestehens unter dem Befehl von General Victor d’Urbal, erst im Zuge ihrer Umbenennung übernahm am 2. April 1915 General Gabriel Henri Putz das Kommando.

Das Détachement d’armée de Belgique wurde im Zuge der Ersten Flandernschlacht am 22. Oktober 1914 unter dem Befehl von General d’Urbal gebildet und umfasste zu diesem Zeitpunkt ein Armeekorps (IX.), das Groupement Bidon mit zwei Territorialdivisionen und das II. Kavalleriekorps unter General Antoine de Mitry. Es wurde im Verlauf der Schlacht um drei weitere Armeekorps (XVI., XXXII. und XX.) und das I. Kavalleriekorps des Generals Louis Conneau verstärkt. Das Hauptquartier befand sich in Roesbrugge-Haringe. In den heftigen Kämpfen der Flandernschlacht kooperierte das D.A.B. mit der belgischen Armee und dem britischen Expeditionskorps bei der Abwehr der deutschen Angriffe zwischen Mesen und Diksmuide in Belgisch-Flandern.

Nach der Umbenennung in 8e armée und dem Abflauen der Kämpfe wurde die Armee bis zum Jahreswechsel auf drei Armeekorps reduziert. Im April 1915 erfolgte die erneute Umbenennung in Détachement d’armée de Belgique, das bis 22. Mai 1915 bestand und in der Zweiten Flandernschlacht an der Seite der britischen Verbände zum Einsatz kam. An letzterem Datum erfolgte die Umformung zum XXXVI. Armeekorps, das weiterhin in Flandern eingesetzt blieb.

2. Formation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 8e armée (2. Formation) ging am 2. Januar 1917 aus dem seit März 1915 bestehenden, in Lothringen kämpfenden Détachement d’armée de Lorraine (D.A.L.) hervor. Ihr erster und einziger Oberbefehlshaber war General Augustin Gérard. Das D.A.L. hatten zuvor die Generäle Humbert, Gérard und Deprez geführt. Das Hauptquartier befand sich in Saint-Nicolas-de-Port, bei der Umbenennung in 8e armée wurde es nach Tantonville verlegt und im Mai 1917 nach Flavigny-sur-Moselle. Ihre Nachbarn waren links die 2. Armee und rechts die 7. Armee. Im Januar 1918 wurde links der 8. Armee die 1. Armee eingeschoben, was im März 1918 wieder rückgängig gemacht wurde. Von Mitte Juli bis Ende August wurde die Armee durch insgesamt fünf US-amerikanische Divisionen verstärkt, die sich an diesem relativ ruhigen Frontabschnitt auf ihren Einsatz im Rahmen der First United States Army vorbereiteten. Letztere wurde am 30. August in die Front links der 8. Armee eingeschoben. Auch die 1. Schützendivision der polnischen Blauen Armee wurde zeitweilig im Bereich der 8. Armee eingesetzt.

Nach dem Waffenstillstand von Compiègne besetzte die Armee die damals bayerische Pfalz und bestand noch bis Oktober 1919 fort. Das Hauptquartier befand sich in Landau in der Pfalz. Danach wurde sie mit der 10e armée zur Armée française du Rhin zusammengelegt.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Mobilmachung zum Zweiten Weltkrieg wurde am 2. September 1939 erneut eine 8e armée aufgestellt. Sie stand unter dem Befehl von General Marcel Garchery[1] und verteidigte die Rheingrenze im Oberelsass als Teil der französischen 3. Heeresgruppe unter General Antoine Besson. Zu Beginn des deutschen Westfeldzugs am 10. Mai 1940 unterstanden ihr zwei Armeekorps (VII. und XIII.), ein Festungskorps sowie eine Panzerbrigade.[2] Am 21. Mai erhielt General Émile Laure das Kommando. General Laure geriet mit den meisten seiner Truppen noch vor dem Waffenstillstand vom 22. Juni in Gefangenschaft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Les Armées françaises dans la Grande guerre (AFGG), Tome X/Vol. 1: Ordre de bataille des grandes unités., Paris 1923, S. 415–463, Digitalisat auf Gallica.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GARCHERY Jeanny, Jules, Marcel auf alsace-histoire.org, abgerufen am 9. Juni 2015.
  2. 8e Armée – Order of Battle / Ordre de bataille, 10/05/1940 auf france1940.free.fr, abgerufen am 10. Juni 2015.