Geschichte des französischen Heeres

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Ordonnanzfahne des Régiment de La Reine bis 1791
Standarte de Régiment de Condé-dragons 1814

Die Geschichte des französischen Heeres als ständige Institution beginnt in der letzten Phase des Dreißigjährigen Krieges mit der Aufstellung stehender Regimenter. Schnell erlangte diese Armee große Bedeutung und sie nahm in den folgenden zwei Jahrhunderten den ersten Rang in Europa ein.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Militärische Einrichtungen im Feudalsystem

Der ursprünglich von der bäuerlichen Bevölkerung getragene Militärdienst war unbefriedigend geworden und die Herrscher gingen dazu über, sich auf ein individuelles Niveau von Lehnsherrn, Vasallen und Knappen einzustellen. Allerdings wurden die Kriege dieser Zeit mehrheitlich im begrenzten, lokalen Rahmen geführt.

Viele Städte stellten Bürgermilizen (milices bourgeoises) auf, um sich selbst schützen zu können, ohne dazu die örtlichen Adeligen in Anspruch nehmen zu müssen. Paradoxerweise gewöhnte sich der König daran, diese Freiwilligen dazu zu benutzen, um gegen große Feudalherrn zu kämpfen oder um sie als Drohung bei seinen Forderungen einzusetzen.

Es entstand so auch ein neuer Schwertadel, die Ritterschaft.

In Kriegszeiten heuerte der König ausländische Söldner an, die in der Hauptsache aus dem Deutschen Reich, der Schweiz und aus Irland kamen. (Es gab allerdings auch einige wenige schottische, dänische, schwedische und polnische Regimenter.) Aus diesen Regimentern wurde in der Regel auch die Leibgarde des Monarchen gebildet.

Die Anfänge der königlichen Armee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem König Charles VII. die Engländer im Hundertjährigen Krieg zurückgedrängt hatte, stellte er einige Kompanien auf, die Ordonnazkompanien (Compagnies d'ordonnance) genannt wurden und die den ersten Versuch darstellten, eine ständig präsente Truppe zu schaffen. Weiterhin wurde eine Art nationaler Infanterie geschaffen, die Compagnies de francs-archers genannt wurde.

Er unternahm alle Anstrengungen, um das Privileg Militär auszuheben auf den König zu beschränken, zahlte der Truppe einen festen Sold und verbesserte so die Disziplin. Unter seiner Regierung begann auch die Entwicklung einer neuen Truppengattung, die sich auf die Schlachtfelder der Zukunft massiv auswirken sollte: die Artillerie.

Das Ancien Régime[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

von Henri IV bis Louvois

Das Regiment als militärische Einheit geht auf Charles IX zurück. Henri IV., dann Richelieu, verbesserten Struktur und Disziplin in diesen Einheiten. Die Art der Rekrutierung wurde zurückhaltender und die Aufstiegsmöglichkeiten wurden verbessert. Es war Nichtadeligen nunmehr möglich, auf Grund von Verdiensten in Ränge aufzusteigen, die bis dahin allein dem Adel vorbehalten waren.

Ein wichtiger Grund für die Schwäche der Armee zu Beginn des 17. Jahrhunderts lag darin, dass man die Aufstellung der Einheiten mit zu großer Hast durchführte und dabei wenig Wert auf die Qualität der angeworbenen Soldaten legte. Auch waren die Regimenter nach dem Ende von Konflikten aus Kostengründen zu schnell wieder entlassen worden, was bei den häufigen Kriegen der damaligen Zeit zu erneuten Anwerbungen mit den bekannten Resultaten führte. Weiterhin war die Unregelmäßigkeit der Soldzahlungen eine gravierende Schwäche in der königlichen Militärverwaltung, was der allgemeinen Disziplin sehr abträglich war.

Die königliche Armee stellte sich in zwei Körpern dar: einerseits die Elitetruppe aus den stehenden Regimentern, den Ordonnanzkompanien und der königlichen Garde - andererseits die Masse der schnell ausgehobenen Einheiten, schlecht bezahlt (viele Regimentsinhaber zweigten gerne einen Teil der Gelder, die sie von der Militärverwaltung zur Unterhaltung ihrer Regimenter erhielten, in die eigene Tasche ab), ohne Disziplin und motivationslos.

Kavallerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reiterei der Linie bestand zu Beginn des stehenden Heeres aus der Kavallerie (Cavalerie) und den Dragonern (Dragons). Letztere waren zwar von der Bestimmung her nur berittene Infanterie, wurden in Frankreich jedoch zur leichten Kavallerie gerechnet. Erste Einheiten von Husaren erschienen im Dreißigjährigen Krieg, jedoch wurde erst nach 1692 auf Befehl des Königs ein erstes reguläres Regiment als „Hussards royale“ aufgestellt. Ab 1779 erfolgte die Aufstellung von sechs Regimentern Jäger zu Pferde (Chasseurs à cheval) und zwischen 1779 und 1788 existierten sechs Regimenter Chevau-légers. Sie wurden in die Jäger zu Pferde eingegliedert. Dazu kamen kleinere Einheiten der königlichen Garde wie die Mousquetaires de la garde, die Grenadiers à cheval, die Maréchaussée und die Gendarmerie de France.

Bei Beginn der Revolution bestanden in der Linie 24 Regimenter Kavallerie, 17 Regimenter Dragoner, 12 Regimenter Jäger zu Pferde und sechs Regimenter Husaren.

Da es oftmals Infanterie- und Kavallerieregimenter mit dem gleichen Namen gab, wurde bei der Kavallerie hinter dem Regimentsnamen der Zusatz „cavalerie“ bzw. „dragons“ angefügt (Régiment Colonel-Général cavalerie).

Reorganisation durch Kriegsminister François Michel Le Tellier de Louvois[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Regentschaft von König Ludwig XIV. war es François Michel Le Tellier de Louvois, der die Reorganisation der Armee fortsetzte, die sein Vater Michel Le Tellier de Louvois begonnen hatte. Letzterer konnte für sich das Verdienst beanspruchen, die erste Armee geschmiedet zu haben, die diesen Namen verdiente, etwas, was Frankreich nie vorher besessen hatte. Die Zahl und Qualität der Offiziere, die erlassenen Vorschriften und die Professionalität der Soldaten machte sie zu etwas, was als erste wirkliche militärische königliche Kraft in Frankreich betrachtet werden kann.

Mit einem ersten Gesetz richtete François Michel Le Tellier de Louvois bei der königlichen Garde eine Militärschule zur Ausbildung der künftigen Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere ein. Er erließ eine bindende Verordnung über die Uniformierung, Ausrüstung und Bewaffnung.

Die Offiziere blieben zwar Besitzer ihrer Kompanien, wurden aber verpflichtet, Tagebücher über die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung strenger Disziplin und Nachweise über die regelmäßige und korrekte Auszahlung des Soldes zu führen.

Er initiierte auch

Es blieb jedoch weiterhin die Käuflichkeit der Offiziers- und Regimentsinhaberstellen, die unter Regie des Königs stand. Die Armee von Louis XIV. erreichte eine Stärke von mindestens 200.000 Mann unter Waffen (manche Quellen sprechen sogar von bis zu 300.000 Mann), was für Europa eine bis dahin unbekannte Zahl gewesen war. Unerwünschte Nebenwirkung waren nicht zu vermeiden, das doch fehlerhafte Rekrutierungssystem führte zu einem gewissen Prozentsatz an unbrauchbaren Offizieren und Mannschaften in den Reihen der Armee.

Auch wenn die Regimenter nur mit Namen bezeichnet wurden, gab es eine numerische Rangliste, in der jedem Regiment eine Nummer zugewiesen war. Diese Nummer sagte viel über das Ansehen der Einheit aus. (Eine niedrige Nummer war sehr begehrt und wurde heiß umkämpft.)

Die Regimenter mit dem Namenszusatz „Royal“ hatten den König als Regimentsinhaber, „de la Reine“ und „du Dauphin“ gehörten der Königin bzw. dem Thronfolger. Diese Regimenter wurden alle von einem „Colonel-lieutenant“ bzw. einem „Mestre de camp-lieutenant“ kommandiert. Ebenso die Regimenter, deren Inhaber ein Prinz von Geblüt war oder sonst ein höherer Adeliger, der kein Interesse hatte, mit seinem Regiment in den Krieg zu ziehen und dabei möglicherweise umzukommen.

Die „sechs großen Alten“ (Les Six Grands Vieux) waren die angesehensten Infanterieregimenter:

Ihnen folgten die „fünf kleinen Alten“ (Petits Vieux)

Dienstgrade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Deutschen Reich war die Hierarchie bis zum Generalissimus klar geregelt; in Frankreich gab es Dienstgrade praktisch nur bis zum Maréchal de camp, was in etwa einem General entsprach. Die großen Heerführer beanspruchten keine Ränge - es genügte wenn der Stab wusste, wer man war. Lieutenant-général, Colonel général und Maréchal de France waren keine Ränge, sondern lediglich Dienststellungen, deren primäre Bedeutung in den damit verbundenen hohen finanziellen Einnahmen bestand.

Auch unterschieden sich (und tun es noch heute) die Rangbezeichnungen erheblich von denen vieler anderer Armeen. Ein Major z.B. war kein Rang, sondern eine Dienststellung - so wurde der Offizier genannt, der für die allgemeine Organisation innerhalb des Regiments verantwortlich war - Brigadier war ein Unteroffiziersdienstgrad; Brigadier des armées du roi dagegen war ein hoher Offiziersrang.

Von Louis XV. bis zur französischen Revolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reorganisation von 1791

Im Jahre 1791 verloren alle Regimenter ihre Namen und wurden von da an nur noch mit Nummern bezeichnet. Hierbei wurde größtenteils die bisher bestehende Rangfolge beibehalten. Das Régiment du Roi mit der Nummer 25, das in Nancy gemeutert hatte, wurde aufgelöst und bald darauf mit der Nummer 105 wieder aufgestellt.

Auch wurden die Regimentsinhaber und die Käuflichkeit der Stellen, sowie der Dienstgrad Mestre de camp abgeschafft.

  • Fremdenregimenter

Nach dem Tod des Königs sahen die im französischen Sold stehenden Schweizer Regimenter ihren Treueid als erloschen an und kehrten, gemäß ihren Kapitulationsbedingungen (Vetraglichen Vereinbarungen), in ihre Heimat zurück. (Das Régiment de Châteauvieux, das in Nancy gemeutert hatte, war bereits aufgelöst worden.) Die anderen Fremdenregimenter (die meisten aus Deutschland) wurden mit dem verbliebenen Personal in das französische Heer eingegliedert. (Nicht wenige ihrer Angehörigen, vorrangig die Offiziere und das komplette Régiment Royal-Allemand cavalerie hatten es jedoch vorgezogen, sich eigenmächtig zu entfernen.)

Uniformen der Revolutionszeit - Husar, Kavallerist, Infanterist
Reorganisation von 1793/4

In den Jahren 1793/94 war eine Reorganisation nötig geworden. Man sah sich nach dem Levée en masse einer riesigen Zahl unausgebildeter und undisziplinierte Freiwilliger (Bataillons de volontaires nationaux) gegenüber, die zu den Waffen strömten. Dagegen waren tausende von Offizieren und die Schweizer Regimenter aus dem Dienst ausgeschieden, indem sie nach dem Tod des Königs einfach nach Hause gingen oder zu den Royalisten überwechselten, die einen Bürgerkrieg gegen die Revolutionäre führten.

Auf Anregung von Edmond Louis Alexis Dubois-Crancé vom 23. Januar 1793 ordnete der Nationalkonvent per Dekret vom 26. Februar und vom 12. August an, den Begriff „Regiment“ durch Demi-brigade de bataille zu ersetzen.[1]

Die Halbbrigade bestand aus jeweils einem Bataillon eines ehemaligen Infanterieregiments und zwei oder mehr Bataillonen an Freiwilligen.

Artikel 2 des Dekrets vom 21. Februar 1793 bestimmte:

„Jede Halbbrigade wird aus einem Bataillon eines vormals genannten „Régiments de ligne“ und zwei Bataillonen Freiwilligen bestehen. Das 1. Bataillon wird dann [z.B.] 1er bataillon du 42e régiment d’infanterie (vormals Limousin) genannt werden.“

Hauptartikel: Premier amalgame
Reorganisation von 1796

War bis dahin die Verbindung der Stammbataillone zu den ehemaligen Regimentern in Folge der Namensgebung noch vorhanden gewesen, so wurde sie mit der zweiten Zusammenlegung (Deuxieme amalgame) endgültig gekappt. Die bisherigen Bataillone der vormaligen Infanterieregimenter verloren nun ihren Namen und wurden nur noch als „1er bataillon de ...demi-brigade d'infanterie“ bezeichnet.

Kavallerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Veränderungen bei der Kavallerie waren weit weniger gravierend. Ein massiver Zustrom an Freiwilligen war nicht zu verzeichnen, da einfach nicht genügend Pferde zur Verfügung standen, jeder hätte zumindest ein Pferd mitbringen müssen - womit das Problem nicht gelöst war, denn Kavalleriepferde benötigten eine gewisse Ausbildung. Der Regimentsverband wurde beibehalten, auch wurde der Rang „Chef de brigade“ anstelle des Colonel nicht eingeführt.

Zeit des Konsulats[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erste Konsul ordnete per Dekret vom „1er vendémiaire an XII“ (24. September 1803) eine Neuorganisation (troisième réorganisation) der französischen Infanterie an. Ziel waren 90 Regimenter Linieninfanterie und 27 Regimenter leichte Infanterie. Eine bestimmte Anzahl von Regimenten wurde aus Gründen der Effektivität der Truppe vakant gelassen und ihre Nummer wurde nicht zugeteilt. (So z.B. das 38e régiment d’infanterie). Diese Maßnahme Napoleons machte das Heer schlagkräftiger und es war möglich geworden eine Truppe zur Verfügung zu haben, die besser ausgebildet, besser versorgt und besser angeführt war als vorher. Dieses System bestand bis zur Restauration

Erstes Kaiserreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre der Errichtung des Kaiserreichs wurden die Demi-brigades d'infanterie in „Régiments d'infanterie de ligne“ umbenannt. Der Dienstgrad „Chef de brigade“ wurde wieder zum „Colonel“.

Mit der kaiserlichen Verordnung vom 18. Februar 1808 wurde die Infanterieregimenter wie folgt gegliedert:

Jedes Regiment besteht aus fünf Bataillonen, davon vier Bataillone zu je sechs Kompanien (eine Grenadierkompanie, eine Voltigeurkompanie, vier Füsilierkompanien) und das 5. Bataillon als Depotbataillon mit vier Füsilierkompanien.

Zwischen 1809 und 1810 waren 30 demi-brigades (auch als Provisorische Regimenter bezeichnet) wie folgt organisiert:

  • 8 demi-brigades (Aktiv) standen bei der Armee in Deutschland
  • 22 demi-brigades (Reserve) standen bei der Armee in Spanien

Ein Teil von diesen Einheiten begann man 1810 aufzulösen, das Personal wurde in die Regimenter eingegliedert, aus denen sie gebildet worden waren.

Zwischen 1808 und 1812 wurden 44 neue Infanterieregimenter der Linie (Nr. 113 bis Nr. 156) und sechs Regimenter leichte Infanterie (Nr. 32 bis Nr. 37) aufgestellt.

Unter Napoléon beherrschte die französische Armee den europäischen Kontinent. Über einen Zeitraum von zehn Jahren - von der Schlacht bei Ballinamuck 1798 [2] bis zur Schlacht bei Bailén 1808 blieb sie ungeschlagen.

Aus Anlass der Invasion Russlands stellte Napoléon die Grande Armée zusammen die in etwa 690.000 Mann stark war und der es dennoch nicht gelang, zum Erfolg zu kommen.

Hauptartikel: Russlandfeldzug 1812

Der Feldzug in Frankreich 1814 und der Feldzug in Belgien während der Herrschaft der Hundert Tage brachten der Armee nur noch Niederlagen und das Ende des Ersten Kaiserreichs.

Nach der ersten Abdankung Napoléons wurde die Stärke der königlichen Armee per Verordnung vom 12. Mai 1814 auf 90 Regimenter Linieninfanterie und 15 Regimenter leichte Infanterie festgesetzt. Die Kavallerie wurde ebenfalls drastisch reduziert.

Kavallerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Napoléon verstärkte die Kavallerie umfangreich. Die „Régiments de cavalerie“ wurden in „Régiments de cuirassiers“ umbenannt und mit dem Küraß ausgestattet. Dazu kamen neue Truppengattungen, so wurden die Chevau-légers wieder errichtet, es gab Ulanen („Lanciers“ genannt), Grenadiere zu Pferd, „Chevau-légers lanciers polonais“ und noch einige andere Formationen, die nach dem Ende Napoléons wieder verschwanden. Im Jahre 1812 gab es in der Linie:

12 Regimenter Kürassiere
2 Regimenter Carabiniers
30 Regimenter Dragoner
30 Regimenter Jäger zu Pferde
6 Regimenter Chevau-légers Lanciers
11 Regimenter Husaren
1 Gendarmeriecorps
Französische Kavallerie während einer historischen Rekonstruktion der Schlacht bei Waterloo : Husaren, Chasseurs à cheval, Chevau-légers lanciers polonais, Grenadiers à cheval de la Garde impériale, Dragoner

Kaiserliche Garde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Kaiserkrönung wurde die bisherige „Konsulargarde“ in „Kaiserliche Garde“ (Garde impériale) umbenannt und massiv aufgestockt. Sie wurde im Laufe der Zeit in die „Junge Garde“ (Jeune Garde), „Mittlere Garde“ (Moyenne Garde) und „Alte Garde“ (Vieille Garde) aufgeteilt und enthielt alle Waffengattungen, sowie zusätzlich exotische Truppenteile wie die Mameluken. Auf ihrem Höhepunkt war sie über 100.000 Mann stark.

Hauptartikel: Garde impériale

Die Armee zwischen 1814 und 1851[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Napoléon auf die Insel Elba ins Exil geschickt worden war, ging König Louis XVIII. daran, die Armee zu reorganisieren und die Regimenter mit einer anderen Nummerierung auszustatten.

Nach seiner Rückkehr aus Elba machte Napoleon per Dekret vom 20. April 1815 die Änderungen des Königs wieder rückgängig und gab den Regimenter die alte Nummer zurück.

Hauptartikel: Armee der Hundert Tage

Nach der endgültigen Abdankung von Napoléon wurde die gesamte Armee pro forma entlassen. Aus politischen Gründen wurden nunmehr neue Einheiten errichtet, die statt Regiment als Department Legionen (légions départementales) bezeichnet wurden. Man wollte dadurch jeden Bezug zum Kaiserreich unterbinden. Diese Legionen waren keine homogenen Einheiten, weswegen man nach einer Verordnung des Königs vom 23. Oktober 1820 wieder zu der Bezeichnung „Régiment“ überging. Es wurden 80 Linieninfanterieregimenter und 20 leichte Infanterieregimenter gebildet. Jedes verfügte über drei Bataillone.

In dieser Gliederung zog die Armee 1823 in die Französische Invasion in Spanien

Im Jahre 1830 veranlasste König Charles X. die Eroberung von Algerien. Am 20. Februar 1830 entschied er über die Zusammensetzung der Bataillone der Expeditionsstreitkräfte. Diese sollten durch Beurlaubte für die Dauer eines Jahres auf einen Stand von 840 Mann gebracht werden. Die leichten Infanterieregimenter stellten zu diesem Zwecke das jeweils erste Bataillon und die Linieninfanterie das jeweils erste und zweite Bataillon ab.[3]

Die Infanterie bestand zu diesem Zeitpunkt aus: [4]

  • Die Gardes du corps: 54 Offiziere - 301 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 6 Regimenter der königlichen Garde: je 88 Offiziere - 1676 Unteroffiziere und Mannschaften.
Gesamt: 528 Offiziere und 10056 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 2 Regimenter Schweizergarde zu je 3 Bataillonen: zusammen 178 Offiziere und 4432 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 64 Regimenter Linieninfanterie, davon:
25 Regimenter zu je 3 Bataillonen: 2 Bataillon zu je 840 Mann und 1 Bataillon zu 485 Mann - zusammen 2200 Offiziere und 54.025 Unteroffiziere und Mannschaften
2 Regimenter Kolonialinfanterie zu je 3 Bataillonen zu je 840 Mann - zusammen 176 Offiziere und 5156 Unteroffiziere und Mannschaften
37 Regimenter Linieninfanterie mit zusammen 3256 Offizieren und 54057 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 4 Leichte Infanterieregimenter zu je 3 Bataillonen davon:
ein Kolonialregiment zu 840 Mann - insgesamt 88 Offiziere und 2578 Unteroffiziere und Mannschaften
drei Kolonialregimenter zu je 1461 Mann - insgesamt 264 Offiziere und 4383 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 16 Regimenter leichte Infanterie zu je zwei Bataillonen davon:
4 Regimenter zu 1 Bataillon mit 840 Mann und 1 Bataillon mit 500 Mann - zusammen 248 Offiziere und 5504 Unteroffiziere und Mannschaften
12 Regimenter mit 62 Offizieren und 1009 Unteroffiziere und Mannschaften - zusammen 744 Offiziere und 12.108 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 4 Schweizer Fremdenregimenter zu je drei Bataillonen mit zusammen 364 Offizieren und 7460 Unteroffiziere und Mannschaften
  • das Regiment Hohenlohe zu drei Bataillonen mit zusammen 88 Offiziere und 1943 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 1 Stabsbataillon zu 5 Kompanien mit zusammen 19 Offizieren und 846 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 1 Pionierbataillon zu 4 Kompanien mit zusammen 16 Offizieren und 620 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 8 Strafkompanien mit 40 Offizieren und 160 Unteroffizieren und Mannschaften
  • 2 Kompanien „de la garde sédentaires“, [5] 10 Kompanien „de sous-officiers sédentaires“,[6] 40 Kompanien „de fusiliers sédentaires“ [7] mit zusammen 156 Offizieren und 5200 Unteroffizieren und Mannschaften

In Afrika wurden Kolonialtruppenteile zur Eroberung Algeriens ausgehoben. Nach der Ankunft in Algerien wurden auf Anordnung von Général Clauzel am 1. Oktober 1830 zwei Bataillone Zuaven mit insgesamt acht Kompanien zu je 100 Mann aufgestellt. Offiziere, Unteroffiziere und Korporäle bestanden aus Freiwilligen der Expeditionsarmee.[8]

Nach der Julirevolution von 1830[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Proklamation der Julimonarchie wurde die Nationalgarde reorganisiert und wieder auf den Stand von 1791 gebracht.

Fahne des 38e régiment d'infanterie de ligne 1830

Mit Anordnung vom 11. August 1830 wurde die königliche Garde aufgelöst und dafür das 65e régiment d’infanterie und das 66e régiment d’infanterie aufgestellt.

Die Infanterie bestand aus:

  • 66 Infanterieregimentern der Linie (zu je 4 Bataillonen) zu je 114 Offizieren und 3000 Unteroffizieren und Mannschaften - zusammen 7524 Offiziere und 198.000 Unteroffizieren und Mannschaften
  • 20 leichte Infanterieregimenter (zu je 3 Bataillonen) mit 87 Offizieren und 2250 Unteroffizieren und Mannschaften - zusammen 1740 Offiziere und 45.000 Unteroffizieren und Mannschaften
  • das Regiment Hohenlohe zu drei Bataillonen mit zusammen 87 Offiziere und 1943 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 1 Stabsbataillon zu 5 Kompanien mit zusammen 28 Offizieren und 1425 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 1 Pionierbataillon zu 4 Kompanien mit zusammen 16 Offizieren und 620 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 8 Strafkompanien mit 40 Offizieren und 160 Unteroffizieren und Mannschaften
  • 12 Kompanien „de sous-officiers sédentaires“ mit je 4 Offizieren und 150 Mann - zusammen 48 Offiziere und 1800 Mann
  • 41 Kompanien „de fusiliers sédentaires“ mit je 4 Offizieren und 150 Mann - zusammen 164 Offizieren und 6150 Unteroffizieren und Mannschaften
  • 81 Kompanien „vétérans sédentaires“ mit 4 Offizieren und 500 Mann je Kompanie - zusammen 344 Offizier und 12.900 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 1 Pionierbataillon mit vier Kompanien - insgesamt 16 Offiziere und 620 Unteroffiziere und Mannschaften
  • 2 Bataillone Zuaven zu acht Kompanien - je Kompanie 7 Offiziere und 200 Unteroffiziere und Mannschaften

Gesamtbestand: 331 Bataillone mit einem Personalbestand von 10.047 Offizieren und 271.1105 Unteroffiziere und Mannschaften

Im Jahre 1831 wurde die Fremdenlegion errichtet. Sie sollte primär zum Dienst in Nordafrika dienen.

Hauptartikel: Légion étrangère

Armee des Zweiten Kaiserreichs 1852 bis 1871[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uniformen der Algerischen Schützen (Tirailleurs algériens) 1852.
Eroberung von Fort Malakow. Ein britischer Offizier grüßt die Trikolore. Gemälde von Horace Vernet 1855.

Die Revolution von 1848 hatte König Louis-Philippe I. abgesetzt und im Dezember Louis-Napoléon Bonaparte zum Präsidenten der zweiten französischen Republik gemacht.

1852 wurde das Zweite Kaiserreich errichtet und per Dekret vom 1. Mai 1854 auch wieder eine Kaiserliche Garde aufgestellt.

1854 existierten in der französischen Armee 25 Regimenter, die als „Leichte Infanterie“ (infanterie légère) bezeichnet wurden. Allerdings gab es außer der Bezeichnung und einigen kleineren Details keine Unterschiede zur Linieninfanterie. Die Aufgaben der „leichten Infanterie“ wurden in der französischen Armee von der Jägertruppe zu Fuß (Chasseurs à pied) wahrgenommen.

Die Regimenter der Leichten Infanterie wurden dann zu Regimentern der Linieninfanterie umgewandelt, was den Offizieren bei Versetzungen zwischen den beiden Waffengattungen half Kosten zu sparen, da sie sonst jedes mal neue Uniformen brauchten.

Neben der Linieninfanterie und der Jägertruppe zu Fuß existierten noch drei (1870 vier) Regimenter Zuaven, ein Regiment Leicht Afrikanische Infanterie, sieben Bataillone „Algerischen Schützen“ (Tirailleurs algériens) und vier Regimenter „Algerischen Jäger“ (Chasseurs algériens)

Die Kavallerie bestand aus:

2 Regimenter Carabiniers
4 Regimenter Kürassiere
4 Regimenter Dragoner
2 Regimenter Jäger zu Pferde
8 Regimenter Husaren
4 Regimenter Spahis (Algerische, Marokkanische und Senegalesische Spahis)

Vor dem drohenden Ausbruch des Sardinischen Krieges erging mit dem 14. März 1859 ein Dekret, alle Linieninfanteriergimenter auf vier Bataillone zu verstärken - davon drei Kampfbataillone zu je sechs Kompanien (zwei davon Stoßkompanien - „companies d'élite“) und ein Depotbataillon mit sechs Schützenkompanien.

Les dernières cartouches, (Die letzten Patronen) Alphonse de Neuville 1873.

Die Armee der Revanche (1871 bis 1914)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1875 entschied der Generalstab, die nordöstliche Landesgrenze zu befestigen und installierte dazu das Système Séré de Rivières. Die Artillerie wurde modernisiert und die Mitrailleuse in die Infanterie eingeführt. Zu Beginn des Jahres 1900 setzte sich in der Armee die Doktrin der Offensive à outrance durch. Alle Kräfte sollten sich nach vorn bewegen, die Artillerie unterstützt die Infanterie, die Kavallerie greift im Falle eines Gegenangriffs ein.

Bereits im Jahre 1909 war die Kampfkraft des französischen Heeres wiederhergestellt, die Personalstärke betrug 850.000 Mann gegenüber 840.000 Mann auf deutscher Seite.

Im Jahre 1911 wandelte der Général Joseph Joffre die alte Armee in eine des 20. Jahrhunderts um. Die Luftwaffe war in den Anfängen und die berühmte Kanone 75 mm modèle 1897 wurde eingeführt.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1914 verfügte das französische Heer über einen Friedensstand von 880.000 Mann. Dazu wurden im August 1914 weitere 290.000 Mann mobilisiert. Im Laufe des Krieges wurden 8.410.000 Mann einberufen, davon 600.000 aus den Kolonien. Die sogenannten „Indigènes“ machten zwar 7 % der Streitkräfte aus, aber nur wenig mehr als 15 % von ihnen wurden im Kampf eingesetzt. [9]

Die schnelle Mobilisation war durch ein sinnvoll angelegtes Eisenbahnnetz möglich, das durch jede Unterpräfektur lief. Somit war der Personalbestand innerhalb kürzester Zeit auf 3.500.000 Mann gebracht werden. 65 % der Kräfte dienten in der Infanterie, 13 % in der Artillerie und 10 % in der Kavallerie. Die restlichen 12 % verteilten sich auf die Pioniere Versorgung und Nachschub, die Gendarmerie u.s.w. Das Heer bestand aus 72 Infanteriedivisionen und 10 Kavalleriedivisionen (mit 79 Kavallerieregimentern). Weiter waren 600.000 Pferde und 600.000 Maultiere eingesetzt, da die Motorisierung noch weitgehend in den Kinderschuhen steckte. Bei Kriegsbeginn steckten die Soldaten noch in den gleichen Uniformen mit den roten Hosen, die sie bereits 1870 getragen hatten. Erst 1915 wurde die horizontblaue Felduniform mit dem Adrian-Helm eingeführt, der das bis dahin getragene Képi ersetzte.

Adrian-Helm

Das Gewehr war das Lebel modèle 1886, dazu ungefähr 5000 Maschinengewehre in acht verschiedenen Typen. Die Artillerie verfügte über 3840 Feldkanonen vom Kaliber 75 mm, die Gebirgstruppe über 120 Kanonen vom Kaliber 65 mm. Dazu kamen 308 schwere Feldgeschütze und 380 Belagerungsgeschütze vom Kaliber 120 mm. Diese waren vom Système de Bange und stammten alle aus den Jahren 1870 bis 1880. [10]

Soldaten des 87e régiment d'infanterie 1916 vor Verdun.

Zu Beginn des Krieges konnten die französischen Kräfte zunächst zurückgedrängt werden, es gelang ihnen jedoch, sich nach einiger Zeit zu fangen und mit britischer Hilfe die Front zu stabilisieren. Es kam zunächst zum Stellungskrieg und dann zu mehreren Schlachten, die aber alle keinen durchschlagenden Erfolg verzeichnen konnten.

Nachdem im Jahre 1917 die USA in den Krieg eingetreten waren machte sich die Materialüberlegenheit der Alliierten zunehmend bemerkbar. Französische Kontingente kämpften auch noch an der Italienfront, im Mazedonien, im Libanon und in Syrien. Bei Kriegsende 1918 verfügte das Heer über 1.540.000 Mann kämpfende Truppe, davon 761.000 Infanteriste, 525.000 Artilleristen, 66.000 Kavalleristen, 103.000 Pioniere sowie 45.000 Flieger und Ballonfahrer.[11] Die Bewaffnung bestand aus 9000 Feldgeschützen, 1600 schweren und überschweren Geschützen, 1600 Minenwerfern, 3600 Flugzeugen und 30.000 Maschinengewehren, für die 50.000 ausgebildete Maschinengewehrschützen vorhanden waren.[12][13] Während des Krieges waren ungefähr 1.400.000 Soldaten gefallen und ungefähr drei Millionen wurden verwundet.

Ausstattung 1914 1918
Feldgeschütze de 75 Modèle 1897 3840 5484
Gebirgsgeschütze 65 mm 120 96
Schwere Feldgeschütze 308 5000
Überschwere Haubitzen und Marinegeschütze - 740
Flugabwehrkanonen 1 404
Maschinengewehre 2000 18000
Kraftfahrzeuge 9000 88000
Flugzeuge 162 3608

Die, mit Panzern ausgerüsteten Kavallerieregimenter behielten ihre traditionellen Regimentsnamen, während die neu aufgestellten Regimenter die Bezeichnung „Régiments de char de combat“ erhielten.

Zwischenkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1920 bestand das Heer noch aus 30 Divisionen mit 872.000 Mann, davon 228.000 Kolonialsoldaten. Obwohl man bemüht war deren Zahl abzubauen, lag der Anteil in der Armee im Jahre 1930 bei 36 %.

Trotz des Rückganges ihres Personalbestandes in der Zwischenkriegszeit, zeigt es die nachstehende Tabelle, dass es eine der schlagkräftigsten Armeen der Welt blieb.[14]

Erwähnenswert bleibt für diese Zeit das Eingreifen in den Rifkrieg in den Jahren 1925 bis 1926.

Jahre Gesamtstärke davon Kolonialsoldaten %
1920 872 000 228 000 26,14
1922 732 000 206 000 28,14
1924 642 000 185 000 28,81
1926 625 000 190 000 30,40
1928 618 000 204 000 33,00
1930 550 000 199 000 36,18
1932 573 000 195 000 34,03
1934 425 664 118 213 27,77
1936 512 409 123 229 24,04
1938 563 419 138 223 24,53
1939 599 570 157 182 26,21

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Char B1 bis als Monument der Schlacht um Stonne 1940

Nachdem in den 1920er Jahren die Armee aus finanzielle Gründen massiv reduziert worden war, wurden die 1930er Jahre durch starke Veränderungen geprägt:

Bei Kriegsbeginn 1939 trat die Armee in den Krieg ein, noch völlig im Bewusstsein des Sieges von 1918 und voller Vertrauen auf seine Artillerie mit 9300 Feldgeschützen und die vorhandenen 2855 Panzer.[15] Schwachpunkte hingegen waren die Flugabwehr und der Fernmeldebereich.

Gut ausgerüstet waren die aktiven Divisionen und die erste Reserve, während die Kategorie B (dritte Welle) schlecht ausgebildet und nur unzureichend ausgerüstet war.

Paris, Deutsche Truppen am Arc de Triomphe am 14. Juni 1940

Diese Armee wurde innerhalb von sechs Wochen geschlagen, wofür es mehrere Gründe gab:

  • das verzetteln der eigenen Panzerkräfte als Infanterieunterstützung, anstatt sie, wie die Deutschen als schnelle Stoßkeile einzusetzen
  • das Vertrauen in die Maginotlinie - nicht bedenkend dass diese einfach im Norden umgangen werden könnte
  • die Überraschung, dass die Deutschen durch die Ardennen vorstießen, hielt man sie doch für Panzerverbände für undurchdringlich
  • die eigene mangelnde Luftunterstützung, die bei den Deutschen vorzüglich funktionierte
  • eine nicht zu unterschätzende Kriegsunwilligekeit sowohl bei der Truppe als auch bei der Führung

Nach dem Waffenstillstand mit den Deutschen am 22. Juni 1940 und mit den Italienern am 24. Juni 1940 waren 1,5 Millionen französische Soldaten in Gefangenschaft geraten. Ein Großteil von Frankreich wurde von den Deutschen besetzt, die Waffenstillstandsarmee im unbesetzt gebliebenen Vichy-Frankreich und in den Kolonien auf 100.000 Berufssoldaten begrenzt. Offensiv einsetzbare Ausrüstung war nicht gestattet.

Die Aufgabe der französischen Armee beschränkte sich in dieser Zeit auf die Kontrolle der Kolonien und die Kämpfe gegen die japanische Invasion in Indochina (1940), gegen Thailand (Oktober 1940 bis Mai 1941), gegen die Briten auf Madagaskar (Operation Ironclad 1941) und in Syrien (Operation Exporter 1941)

Nachdem die Briten und Amerikaner am 8. November 1942 in Nordafrika gelandet waren, (Operation Torch) leisteten die französischen Kräfte einige Zeit Widerstand, letzte Teile mussten dann jedoch am 11. November kapitulieren. Als Ergebnis marschierten die Deutschen in das bis dahin unbesetzte Frankreich ein, die letzten Einheiten der „Waffenstillstandsarmee“ (Armée d'armistice) wurden am 27. November 1942 aufgelöst.

Parade nach der Befreiung von Paris am 26. August 1944 auf der Avenue des Champs-Élysées

Bereits im Juni 1940 bildeten 1300 nach England entkommene Freiwillige die Forces françaises libres (FFL). Diese Truppe vergrößerte sich durch die Eingliederung der Truppen aus Französisch-Äquatorialafrika, die sich unter der Leitung von Gouverneur Félix Éboué von Vichy-Frankreich gelöst hatten. Die Einheiten der FFL kämpften in den Reihen der Alliierten in Gabun 1940, in Syrien 1941, in Libyen in der Schlacht von Bir Hakeim 1942 und in Tunesien 1943. Im gleichen Jahr fusionierte die FFL mit der „Armée d'Afrique“. Es folgte der Einsatz bei der Befreiung von Korsika (September bis Oktober 1943) und anschließend der Feldzug in Italien, die Landung in der Provence im August 1944, die Befreiung von Paris und der Feldzug in Deutschland bis zum Kriegsende. Eingegliedert wurden zwischenzeitlich die Kräfte der Forces françaises de l'intérieur.

Vierte Republik und Entkolonialisierung (1946 bis 1958)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wiedererrichtung der Französischen Armee nach Kriegsende war man nahezu gänzlich auf Material der US-Army angewiesen. Lediglich zwei Panzerregimenter wurden mit etwa 50 liegengebliebene deutschen Panther Panzern ausgerüstet und bis Ende der 1940er Jahre im Einsatz gehalten.

Der Indochinakrieg konnte, trotz massiven Truppeneinsatzes nicht gewonnen werden. Nach der verlorenen Schlacht um Điện Biên Phủ, die in ihrer Gesamtheit von der Fremdenlegion getragen wurde, musste man sich aus der Region zurückziehen.

Jagdkommando des 4e régiment de zouaves während es Algerienkrieges.

Auch der Algerienkrieg ging, trotz großer Anstrengungen und nicht unerheblicher Verluste verloren. Hier wurde die Truppe jedoch noch zur Aufstellung der neuen algerischen Streitkräfte herangezogen.

Ende des Kalten Krieges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parade des 11e régiment de chasseurs der „Forces françaises à Berlin“ am 11. Juni 1988 während des Tages der Alliierten in West-Berlin: als erstes Panzer AMX-30B2, gefolgt von VAB.

Nach dem Ende des Kalten Krieges zogen die Truppen der FFA (Forces françaises en Allemange) allmählich aus Deutschland ab. Lediglich der französische Teil des Stabes der Deutsch-Französischen Brigade befindet sich noch auf deutschem Boden.

Am Zweiten Golfkrieg nahmen die französischen Streitkräfte mit etwa 14.000 Mann teil. (Opération Daguet)

Im Jahre 2008 erschien ein Weißbuch zur Nationalen Verteidigung in dem die Verringerung der Armee festgelegt wurde. Der Personalbestand sollte demnach bis 2015 um 17 % verringert werden.[16]

Ständig wird Frankreich außerdem 5000 Mann einer schnellen Eingreiftruppe bereithalten.[17] Bei einem Gesamtbestand von 131.000 Soldaten wird das Heer eine Operative Truppe von 88.000 Mann unterhalten.[18]

Die Anzahl der Kampfpanzer wird auf 240 reduziert, vier Regimenter werden mit je 60 Panzern Leclerc (Panzer) ausgestattet.

Struktur von 2009 bis 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 wurde ein neues Weißbuch veröffentlicht in dem die bisherigen Zahlen nochmals reduziert wurden. Sie wurden allerdings 2015 nach oben korrigiert:

  • Personalbestand 2013 vorgesehen: 66000 Mann - 2015 auf 77.000 korrigiert
  • 200 Kampfpanzer ;
  • 250 Radpanzer ;
  • 2700 gepanzerte Fahrzeuge ;
  • 140 Aufklärungs- und Kampfhubschrauber ;
  • 115 Transporthubschrauber ;
  • etwa 30 Drohnen.
Ein Maschinengewehrschütze der Heeresflieger während der „Opération Barkhane“ in der Sahel (Burkina Faso) 2014.

Die innere Bedrohung und die Notwendigkeit zum Handeln außerhalb der Landesgrenzen führte zu einem Umdenken und dazu, dass die Kürzungen nicht im vorgesehenen Umfang durchgeführt wurden.

Afrika blieb immer im Fokus französischer Politik. Seit Kriegsende waren französische Landstreitkräfte auch immer wieder an Befriedungsaktionen in Afrika beteiligt. Seit der Unabhängigkeit der früheren Kolonien standen bis zu 30.000 Soldaten auf dem Kontinent. 1980 waren es 15.000 und 2012 noch 5000 Mann. 2014 waren wieder 9000 Mann dort stationiert.[19] 2016 waren französische Truppen in Mali bei der Bekämpfung der Terrororganisation Boko Haram eingesetzt.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mit dem 1er régiment d’infanterie besitzt Frankreich das sich am längsten im Dienst befindliche Infanterieregiment der Welt
  • Der Füsilier Jean Thurel war während seiner über 75-jährigen Dienstzeit Angehöriger des Régiment de Touraine. Am 17. September 1716 in das Regiment eingetreten, starb er als Veteran des jetzt „33e régiment d'infanterie de ligne“ am 10. März 1807

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • William Serman, Jean-Paul Bertaud, Nouvelle Histoire Militaire de la France, 1789-1919, 1998, éd. Fayard, ISBN 2-213-03168-1
  • E. Fieffé, Histoire des troupes étrangères au service de la France, depuis leur origine jusqu'à nos jours, 1854, réédition Terana 1991, 2 volumes, ISBN 2-904221-15-8
  • A. Corvisier, Dictionnaire d'Art et d'Histoire Militaires, 1988, PUF, ISBN 2-13-040178-3.
  • Général Louis Susane, Histoire de l'Artillerie française, 1874, réédition Terana 1992, ISBN 2-904221-04-2.
  • Général Louis Susane, Histoire de la Cavalerie française, 1874, reprint, ISBN 2-904221-04-2.
  • Philippe Contamine, La Guerre au Moyen Âge,
  • Victor Belhomme, L'Armée française en 1690, 1895, réédition Terana, 2007, ISBN 2-904221-28-X (Digitalisat)
  • John A. Lynn, Les guerres de Louis XIV, 1667-1714, 1999, traduction Perrin 2010, ISBN 978-2-262-02456-7, chapitre 2, p.|59-94.
  • Alain Pigeard, L'Armée de Napoléon, organisation et vie quotidienne, 2000, éd. Tallandier, ISBN 2-235-02264-2
  • L. Picard, La Cavalerie dans les guerres de la Révolution et de l'Empire, Saumur, 1895, réédité 2000 Éditions historiques Teissedre, 2 volumes, ISBN 2-912259-48-7..
  • André Bach, L'armée de Dreyfus, 2004, éd. Tallandier, ISBN 2-84734-039-4.
  • Henri Ortholan, L'Armée du Second Empire, 2009, SOTECA, ISBN 978-2-916385-23-5
  • Défense et Sécurité internationale (DSI), HS 07, 2009, Les Forces armées françaises, enjeux et défis d'une réforme en action.
  • Défense et Sécurité internationale (DSI), HS 13, 2010, Les Forces armées françaises, la mutation interarmées.
  • Défense et Sécurité internationale (DSI), n° 71, juin 2011, Réforme des armées en France, quel héritage pour l'avenir ?, p. 56-59.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Galt nur für die Infanterie
  2. Die französische Invasion in Irland wurde zurückgeschlagen
  3. Histoire de l'infanterie en France de Victor Louis Jean François Belhomme vol.5, p.146.
  4. Histoire de l'infanterie en France de Victor Louis Jean François Belhomme vol.5, p.145.
  5. etwas Garde Landsturm
  6. etwa Landsturm Unteroffizierskompanien
  7. etwa Landsturm-Füsiliere
  8. Histoire de l'infanterie en France de Victor Louis Jean François Belhomme vol. 5, p.152.
  9. Interview de Jean-Jacques Becker, Rôle des Algériens en 1914-1918 « L'utilisation des troupes coloniales comme chair à canon est une parfaite légende », Libération, 16 juin 2000 .
  10. Bernard Gérard Pioufrer „La Première Guerre mondiale“ De Lodi 2007.
  11. Louis Klein „L'encyclopédie de la Grande Guerre“ E/P/A Editions 2008 ISBN 978-2-85120-704-3.
  12. Jean Étienne Valluy & Pierre Dufourcq „La première guerre mondiale“ tome 2, Paris, Larousse, 1968, passage 323
  13. Jean-Philippe Liardet „L'artillerie française durant la Grande Guerre“ Champs de Bataille (magazine) numéro 10 février-mars-avril 2006 62 ISSN 1767-8765
  14. André Corvisier, Histoire militaire de la France: De 1871 à 1940, PUF, 1992, S. 354, S. 361.
  15. Stéphane Ferrard „France 1940 - l'armement terrestre“ Boulogne ETAI 1998 ISBN 2-7268-8380-X.
  16. p. 209 du Livre Blanc
  17. p. 209
  18. p. 222 du Livre Blanc
  19. http://www.jeuneafrique.com/Article/JA2804p036.xml0/ Interventions armées : l'Afrique de papa revient, vive l'ingérence ? „Jeune Afrique“ Rémi Carayol 13 octobre 2014 consulté le 14 octobre 2014.