Achslast

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Die Achslast (auch Achsfahrmasse, Radsatzfahrmasse oder Radsatzlast genannt) eines Fahrzeugs ist der Anteil der Gesamtmasse (Eigenmasse + Masse der Ladung), der auf eine Achse bzw. einen Radsatz dieses Fahrzeugs entfällt.

Die Achslast wird in Tonnen (t) angegeben.

Bei gleichmäßiger Verteilung der Last und des Eigengewichts eines Fahrzeugs sind alle Achsen gleich belastet: .

Neben der effektiven Achslast ist auch die durch die Fahrgeschwindigkeit hervorgerufene dynamische Achslast entscheidend für den Verschleiß.

Die zulässigen Achslasten werden in Deutschland für den Straßenverkehr im § 34 StVZO festgelegt, für den Eisenbahnverkehr im § 8 EBO.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeichen 263 nach § 40 StVO: Verbot für Fahrzeuge über der angegebenen tatsächlichen Achslast

Hohe Achslasten wirken sich überproportional auf den Verschleiß der Fahrbahn und einhergehende Folgeschäden (Schlaglöcher) aus. Eine Studie der American Association of State Highway and Transportation Officials (AASHO) zeigt, dass das Schädigungsausmaß mit der vierten Potenz der Achslast ansteigt;[1] eine Verdoppelung der Achslast schädigt also die Fahrbahndecke 16-mal so stark wie die Ausgangslast, eine Vervierfachung verursacht bereits den 256-fachen Schaden.

Deshalb ist in den meisten Staaten die im regulären Verkehr maximal zulässige Achslast begrenzt.

Die Achs- bzw. Radsatzlast wird bei Rädern, die paarig gegenüberliegend und mit Rotationsachsen auf gleicher räumlicher Höhe – gemeint ist Stelle in Bezug auf die Fahrzeuglängsrichtung[2] – angeordnet sind, jedoch keine physisch verbindende Achse bzw. Welle haben, mit der halben Zahl der Räder errechnet. Doppelreifen werden dabei als Einzelräder gezählt.

Lkw[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lkw- und Sattelzüge, die das heute weit verbreitete Limit der maximal zulässigen Gesamtmasse von 40 t ausnützen, werden in der Regel mit 5 Achsen (Radsätzen) gebaut, von denen jede mit 8 t belastet wird. Die Räder der lenkenden 1. Achse sind Einzelräder von mitunter etwas größerem Durchmesser. Die Folgeachsen weisen häufig Zwillingsbereifung auf.

Schwere Lkw fahren typisch mit 8 bar Reifendruck. Wird eine einzelbereifte Achse mit 8 t belastet, entstehen idealisiert[3] 1000 cm2 Aufstandsfläche, vereinfacht ein Rechteck von 20 × 25 cm Größe je Reifen.

Selbstfahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Sondertransporte (schwer, lang, breit und/oder hoh) werden Selbstfahrer eingesetzt. Diese sind im Wesentlichen steife und kuppelbare Plattformen mit rasterförmig angeordneten und einzeln lenkbaren und hydraulisch definiert belasteten (isostatische Federung) Zwillingsrädern. Auf Höhe einer gedachten Achse liegen typisch 4 solcher Zwillingsräder, also 8 Reifen; jedoch ein Mehrfaches davon, wenn Selbstfahrer seitlich aneinander gekoppelt werden.

Schienenbahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zulässige Achslast und die zulässige Meterlast einer Strecke legen ihre Einordnung in eine Streckenklasse[4] fest.

Die meisten Hauptbahnstrecken in Deutschland sind für Radsatz- bzw. Achslasten von 22,5 t zugelassen. Als höchste von einem Eisenbahnunternehmen verwendete Radsatz- bzw. Achslast sind 40 t bei der Fortescue Railways in Australien bekannt.[5] Bei Straßenbahnen sind maximale Radsatzlasten von etwa 10 t üblich.[6] Bei Niederflurstraßenbahnen werden seit einigen Jahren Portalachsen verbaut, deren Radpaar nicht durch eine (kurze, direkte) mechanische Achse verbunden sind.

Aus der Achslast können streckenklassenabhängige Geschwindigkeitsbeschränkungen folgen, um den Verschleiß des Oberbaus zu begrenzen.

Als außergewöhnliche Sendung können die meisten Achslastüberschreitungen behandelt werden, solange es die Bauart des Wagens zulässt. Große Unterschiede zwischen den Achslasten eines Wagens sind jedoch besonders aufmerksam zu behandeln, da sie die Entgleisungswahrscheinlichkeit stark erhöhen.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. PDF (Memento des Originals vom 4. Juli 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fuks.org „Die Kosten der Verkehrsinfrastruktur“, S. 12
  2. Anm. Vergleiche Einzelradaufhängung
  3. Anm. Annahme: biegeweiche Reifen
  4. RIV-Anlage II, Verladerrichtlinien Band 1, Kapitel 3.1
  5. John Kirk: Fortescue opens the world's heaviest haul railway auf railwaygazette.com, vom 14. Juli 2008, in englischer Sprache, abgerufen am 9. Februar 2012
  6. Fahrzeuge. In: karlsruher-modell.de. TransportTechnologie-Consult Karlsruhe GmbH (TTK), abgerufen am 17. Januar 2017.
  7. Bei zweiachsigen Wagen darf das Verhältnis 2:1, und bei Drehgestellwagen 3:1 im Regelbetrieb nicht überschritten werden (RIV-Anlage II, Verladerrichtlinien Band 1, Kapitel 3.3)
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