Actinomycetaceae

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Actinomycetaceae
Actinomyces israelii

Actinomyces israelii

Systematik
Domäne: Bakterien (Bacteria)
Abteilung: Actinobacteria
Ordnung: Actinomycetales
Unterordnung: Actinomycineae
Familie: Actinomycetaceae
Wissenschaftlicher Name
Actinomycetaceae
Buchanan 1918, emend. Stackebrandt et al. 1997

Actinomyzetaceae ist eine Familie der Bakterien-Ordnung Actinomycetales, zu denen man 5 Gattungen rechnet. Die Gattung Actinomyces enthält die meisten Arten. Charakteristisch für Actinomycetaceae sind langgestreckte, oft verzweigte Zellen, mit Ausnahme der Gattung Mobiluncus ohne aktive Bewegung, überwiegend anaerobes Wachstum und positives Verhalten in der Gram-Färbung.

Die Familie Actinomycetaceae wird oft auch als „Aktinomyzeten“ oder „Aktinomyceten“ bezeichnet. Diese Bezeichnungen sind jedoch nicht eindeutig, weil damit auch die Ordnung Actinomycetales und die Gattung Actinomyces bezeichnet werden.

Gestalt, Zellstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktinomyzeten bilden in der Regel gerade oder gekrümmte stäbchenförmige Zellen mit einem Durchmesser von 0,2 – 3,0 µm. Die Länge ist sehr unterschiedlich, es kommen kurze coccoide Zellen vor und auch lange fädige bis zu einer Länge von 50 µm oder sogar darüber. Einige Arten bilden kleine, verzweigte Myzelien. Die langfädigen Formen und Myzelien vermehren sich gelegentlich durch Zerfall in kurze Zellen (Segmentation). Aktinomyzeten sind grampositiv. Aktive Bewegung kommt nur bei der Gattung Mobiluncus vor, und zwar durch jeweils ein Flagellum oder durch mehrere (bis 8), die an einem Zellende angeordnet sind. Bei dieser Gattung kommen auch Formen vor, die zwar eine typische Zellwand grampositiver Bakterien besitzen, die aber so dünn ist, dass sie sich bei der Gram-Färbung gramvariabel oder gramnegativ verhalten.

Stoffwechsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktinomyzeten sind überwiegend anaerob, einige sind fakultativ aerob, nur wenige besitzen Katalase. Bei einigen Arten wird durch eine hohe Kohlenstoffdioxid- (CO2) bzw. Hydrogencarbonat- (HCO3) -Konzentration im Medium Wachstum unter aeroben Bedingungen ermöglicht. Die meisten Aktinomyzeten benötigen zum Wachstum ein komplexes Nährstoffangebot. Häufig haben sie einen fermentativen Energiestoffwechsel, bei dem Kohlenhydrate zu organischen Säuren umgesetzt werden, Bei der Gattung Varibaculum kommt Reduktion von Nitrat (NO3) zu Nitrit (NO2) vor bei der Gattung Mobiluncus wird Fumarat zu Malat reduziert und einige dieser Gattung können Nitrat reduzieren.

Vorkommen, Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Aktinomyzeten kommen in warmblütigen Wirbeltieren vor, entweder als Pathogene oder als Kommensalen. Das Temperaturoptimum des Wachstums liegt deshalb relativ hoch: 30 – 37 °C. Die Pathogene verursachen verschiedene Krankheiten, u. a. Aktinomykosen.

Gattungen und Arten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Actinomycetaceae umfasst die folgenden Gattungen,[1] dazu eine Auswahl von Arten:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus P. Schaal, Atteyet F. Yassin, Erko Stackebrandt: The Family Actinomycetaceae: The Genera Actinomyces, Actinobaculum, Arcanobacterium, Varibaculum, and Mobiluncus. In: Martin Dworkin, Stanley Falkow, Eugene Rosenberg, Karl-Heinz Schleifer, Erko Stackebrandt (Hrsg.): The Prokaryotes - A Handbook on the Biology of Bacteria. 3. Auflage, Bd. 3: Archaea. Bacteria: Firmicutes, Actinomycetes. Springer Verlag, New York 2006, S. 430–537, ISBN 978-0-387-25493-7 (Print), ISBN 978-0-387-30743-5 (Online), doi:10.1007/0-387-30743-5_21.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Euzéby JP. List of bacterial names with standing in nomenclature: a folder available on the Internet. Int. J. Syst. Bacteriol. 1997. 47:590-592. PMID 9103655. Familie Actinomycetaceae in LPSN (Memento des Originals vom 27. April 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bacterio.cict.fr, abgerufen am 5. Januar 2009.