Adama Barrow

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Adama Barrow (2016)

Adama Barrow (* 16. Februar 1965 in Mansajang Kunda)[1] ist ein gambischer Unternehmer, Politiker der United Democratic Party und Präsident von Gambia.[2] Seine Machtübernahme nach der Präsidentschaftswahl 2016 wurde von seinem Amtsvorgänger Yahya Jammeh verzögert.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barrow wurde im Dorf Mansajang Kunda in der Nähe von Basse im Distrikt Fulladu East geboren. Er besuchte zunächst die Koba Kunda Primary School und die Crab Island Secondary School in der Hauptstadt Banjul, bevor er ein Stipendium für die Muslim High School erhielt. Nach seinem Studienabschluss arbeitete er als Handelsvertreter für Alhagie Musa & Sons.[3] Daraufhin lebte er Anfang der 2000er für einige Jahre in London, wo er einen Abschluss in Immobilienwirtschaft erwarb und als Wachmann in einem Kaufhaus arbeitete, um sich sein Studium zu finanzieren.[4]

Barrow kehrte nach seinem Studienabschluss nach Gambia zurück. 2006 gründete er das Unternehmen Majum Real Estate, dessen Chief Executive Officer er seitdem ist.[3]

In mehreren Interviews bezeichnete er sich als bekennenden workaholic.[5]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Präsidentschaftswahl 2016 wurde Barrow von einer Koalition aus sieben Oppositionsparteien ausgewählt, um gegen den langjährigen autokratischen Herrscher Yahya Jammeh anzutreten, der 1994 durch einen Putsch an die Macht gekommen und 1996 zum Präsidenten gewählt worden war.[6] Der langjährige Oppositionsführer Ousainou Darboe durfte nicht antreten, da er ab April 2016 eine Haftstrafe verbüßte.[7]

Bei der Wahl am 1. Dezember 2016 gewann Barrow überraschend gegen Jammeh, der seine Niederlage in der Wahlnacht eingestand.[8] Jammeh zog die Anerkennung wenige Tage später aufgrund von „Unregelmäßigkeiten beim Wahlverfahren“ zurück und warnte die Bevölkerung vor Protesten gegen seine Entscheidung.[9][10]

Als Yahya Jammeh auch am 19. Januar 2017, dem letzten Tag seiner Amtszeit, nicht zurücktrat, marschierten senegalesische Truppen, unterstützt durch Militäreinheiten anderer westafrikanischer Staaten, in Gambia ein, um die Machtübergabe zu erzwingen. Am selben Tag ließ sich Barrow in der gambischen Botschaft im Senegal als neuer Präsident vereidigen und forderte auf einer Pressekonferenz die gambischen Streitkräfte auf, die Waffen niederzulegen und ihn als rechtmäßigen Präsidenten anzuerkennen. Zuwiderhandlungen würden als „Rebellion“ gewertet.[11] Am 20. Januar erklärte Jammeh schließlich seinen Amtsverzicht und reiste ins Exil nach Äquatorialguinea. Nachdem Barrow Mitte Januar 2017 in der gambischen Botschaft im Senegal seinen Amtseid abgelegt hatte, wurde er am 18. Februar 2017 in der Nähe der Hauptstadt Banjul gelegenen Independence Stadium offiziell in sein Amt eingeführt.[12][13]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barrow hat zwei Ehefrauen und vier Kinder. Sein achtjähriger Sohn Habibu Barrow starb am 15. Januar 2017 durch Hundebisse. Barrow konnte wegen der instabilen Situation vor Antritt seiner Präsidentschaft nicht an der Beerdigung teilnehmen.

1988 wurde Barrow nach der Ablehnung seines Asylantrages aus Deutschland abgeschoben.[14]

Barrows Vater ist Mandinka, seine Mutter ist Fulbe, er wuchs in einem Dorf der Fulbe auf.[15] Er spricht Fulfulde; seine Frauen sind ebenfalls Fulbe. Er ist ein gläubiger sunnitischer Muslim.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 'Adama Barrow appears at independent electoral commission today', in: Website Metroafrique, 9. November 2016
  2. Das Ende eines Langzeitpräsidenten. In: tagesschau.de. 2. Dezember 2016, abgerufen am 23. Januar 2017.
  3. a b Who Is Adama Barrow? In: Kairo News. 1. September 2016, abgerufen am 23. Januar 2017 (englisch).
  4. Colin Freeman: Argos guard tackles Gambia strongman. In: The Times. 20. November 2016, abgerufen am 23. Januar 2017 (englisch).
  5. Ruth Maclean, Emma Graham-Harrison, Jamie Grierson: Adama Barrow: from Argos security guard to president of the Gambia. The Guardian, 2. Dezember 2016, abgerufen am 2. Dezember 2016 (englisch).
  6. Jaime Yaya Barry: Gambia’s Leader Vowed to Rule for a Billion Years. A Vote Will Test That.. In: New York Times, 30. November 2016. 
  7. Gambia opposition leader Ousainou Darboe freed on bail. bbc.com vom 5. Dezember 2016 (englisch), abgerufen am 9. Februar 2017
  8. Yahya Jammeh loses to Adama Barrow in Gambia election. aljazeera.com, abgerufen am 29. März 2018 (englisch)
  9. Präsident Jammeh erkennt Wahlergebnis doch nicht an Spiegel online, 10. Dezember 2016; abgerufen am 10. Dezember 2016.
  10. Gambia leader Yahya Jammeh rejects election result. BBC News, 10. Dezember 2016, abgerufen am 10. Dezember 2016 (englisch).
  11. Gambia crisis: Senegal troops enter to back new president. BBC News, 19. Januar 2017, abgerufen am 19. Januar 2017 (englisch).
  12. Gambia feiert Amtsübernahme von Barrow. (Memento des Originals vom 19. Februar 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tageblatt.lu Tageblatt, 18. Februar 2017, abgerufen am gleichen Tage.
  13. The Gambia: President Barrow sworn in at packed stadium. BBC News, 18. Februar 2017, abgerufen am gleichen Tage. (englisch)
  14. Gambia - Ein Land im politischen Aufbruch. In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 15. Dezember 2017]).
  15. The Gambia: Coaltion impediments and opportunities: a braod autopsy. gainako.com vom 7. November 2016 (englisch), abgerufen am 20. Januar 2017

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]