Adaptives Bremslicht

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Adaptives Bremslicht (von einzelnen Herstellern auch aktives Bremslicht oder dynamisches Bremslicht genannt) wird verwendet, um den nachfolgenden Verkehr über die Stärke der Bremsung zu informieren. Adaptiv bedeutet anpassungsfähig, in diesem Fall meistens zweistufig. Es gibt verschiedene Arten von adaptiven Bremslichtern bzw. Notbremsanzeigen.

Adaptives Bremslicht mit Notbremserkennung[Bearbeiten]

Dieses adaptive Bremslicht wird inzwischen von verschiedenen Herstellern verwendet. Bei einer „normalen“ Bremsung leuchten die Bremslichter wie bei jedem anderen Auto, bei einer Notbremsung allerdings blinken die Bremslichter mehrmals pro Sekunde, z. B. bei Mercedes-Benz 5,5 mal pro Sek. Dadurch wird der nachfolgende Verkehr gewarnt und die Reaktionszeit laut einer Studie verkürzt. Wird bis zum Stillstand gebremst, schaltet sich anschließend die Warnblinkanlage ein (bei Mercedes-Benz, BMW, Renault und Volvo).

Bei Audi ist ein Bremslicht in Vorbereitung (2008), das bei einer normalen Bremsung stetig aufleuchtet, dagegen bei Not- und Panikbremsungen in wiederholten Intervallen von je zwei bis vier Sekunden rasch blinkt und darauf folgend je eine Sekunde stetig leuchtet.

Auch gibt es adaptive Bremslichter zur Nachrüstung, zum Beispiel das ZIB-Gefahrenbremslicht, Whipflash oder der Bremswarner B480. Zu beachten ist aber, dass deutschlandweit nur das ZIB-Gefahrenbremslicht eine offizielle Zulassung besitzt. [1]

Notbremsanzeige durch Warnblinkautomatik[Bearbeiten]

Bei anderen Herstellern, z. B. Ford, Mazda, Audi, Volkswagen oder Renault wird bei einer Notbremsung der nachfolgende Verkehr durch automatisches Einschalten der Warnblinkanlage gewarnt.

Für die Nachrüstung gibt es das Automatische Warnblinksystem. Bei einer Notbremsung oder einem Unfall wird vom Steuergerät automatisch die Warnblinkanlage eingeschaltet und zusätzlich blinkt die hochgesetzte Warnblinkleuchte (vergleichbar der dritten Bremsleuchte) mit erhöhter Frequenz. Abgeschaltet wird das Warnsignal mit dem Warnblinklichtschalter.

Adaptives Bremslicht mit zwei Bremslichtflächen[Bearbeiten]

Dieses adaptive Bremslicht wird teilweise von BMW verwendet (seit 2008 wird bei allen neuen Modellen ein Bremslicht mit Notbremserkennung verwendet) Es unterscheidet nicht, wie bei Mercedes, zwischen „normaler“ Bremsung und Notbremsung, sondern zwischen leichter (ein Bremslicht je Seite) und starker Bremsung – also nicht unbedingt Notbremsung –, die mit zwei Bremslichtern (in der Regel normales Bremslicht und Nebelschlussleuchte) an beiden Seiten angezeigt wird. Dabei leuchten alle Lichter deutlich heller als bei einer normalen Bremsung.

Notbremsauswertung durch das Steuergerät[Bearbeiten]

Das Steuergerät kann eine Notbremssituation nicht wirklich erkennen, sondern sich lediglich auf physikalische Parameter (Eingabedaten), die ihm gegeben werden, berufen, und daraus eine zur Situation bewertete Bremsung anpassen. In den meisten heutigen Kraftfahrzeugen muss, um die Bremsung zu initiieren, hierzu ein starker Druck auf das Bremspedal ausgeführt worden sein. Hier ein Beispielauszug der Daten, die vom Steuergerät ausgewertet werden können:

  • Betätigungsgeschwindigkeit oder -druck des Bremspedals
  • Eingriff durch ABS, ESP und eventuell weiterer Bremsassistenten
  • Geschwindigkeit des Fahrzeugs
  • IST-(tatsächliche) und SOLL-(gewünschte) Verzögerung
  • Haftreibung der Fahrbahn

Um auszuschließen, dass Gefahrensituationen – z. B. Auffahrunfälle wegen unnötiger Bremswegverkürzung für nachfolgende Fahrzeuge – durch eine fälschliche Notbremsanzeige entstehen, muss das Steuergerät eine Notbremsung sicher erkennen. Hierzu wesentlich wichtige Parameter wie:

  • der Abstand zum Vordermann, sei es Fahrzeug oder plötzlich auftretendes Hindernis (Kind in einer Spielstraße, Tiere oder Trecker auf einer Landstraße)

werden in den meisten heutigen Kraftfahrzeugen nicht erfasst, somit kann auch

  • der vorhandener Zeit- und Wegstreckenspielraum für eine Notbremsung

nicht durch das Steuergerät erkannt und für Berechnungen genutzt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl-Heinz Dietsche, Thomas Jäger, Robert Bosch GmbH: Kraftfahrtechnisches Taschenbuch. 25. Auflage, Friedr. Vieweg & Sohn Verlag, Wiesbaden, 2003, ISBN 3-528-23876-3
  • Robert Bosch (Hrsg): Autoelektrik Autoelektronik. 5. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Vieweg & Sohn Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-528-23872-8

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ZIB Gefahrenbremslicht (Deutsch). Abgerufen am 22. Januar 2010.