Adaptives Bremslicht

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Adaptives Bremslicht (von einzelnen Herstellern auch aktives Bremslicht oder dynamisches Bremslicht genannt) ist eine in der Regel auffälligere zweite Art des Bremslichts für starkes Bremsen in Notfällen zur Information des nachfolgenden Verkehrs.

Es gibt verschiedene Arten von adaptiven Bremslichtern bzw. Notbremsanzeigen.

Adaptives Bremslicht mit Notbremserkennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses adaptive Bremslicht wird inzwischen von verschiedenen Herstellern verwendet. Bei einer „normalen“ Bremsung leuchten die Bremslichter wie bei jedem anderen Auto, bei einer Notbremsung allerdings blinken die Bremslichter mehrmals pro Sekunde, z. B. bei Mercedes-Benz 5,5-mal pro Sekunde. Dadurch wird der nachfolgende Verkehr gewarnt und die Reaktionszeit laut einer Studie verkürzt. Wird bis zum Stillstand gebremst, schaltet sich anschließend die Warnblinkanlage ein (bei Mercedes-Benz, BMW, Renault und Volvo).

Bei Audi, Volkswagen, Seat und Skoda wird ein vergleichbares System verwendet. Bei starken Verzögerungen aus Geschwindigkeiten von mehr als 60 km/h blinkt das Bremslicht ca. 3-mal pro Sekunde. Sobald das Fahrzeug steht, leuchtet das Bremslicht dauerhaft und die Warnblinkanlage wird eingeschaltet.

Das Notbremslicht ist international – so auch in der EU – in den Zulassungsbestimmungen geregelt. Dies in den Regelungen R- 13H und R-48 der UN-ECE in Genf.

Diese besagen: Signalisierung über rotes oder gelbes Blinklicht vom Heck des KFZ. Zu Schalten bei Verzögerungen über 6m/s² und Geschwindigkeiten größer 50 km/h. Zu Schalten auch wenn/solange das ABS-System voll regelt.

Ausschaltung wenn: Geschwindigkeit unter 50 km/h sinkt Wenn Verzögerung zwischen 2,5 - 5,99m/s² sinkt. In diesem Bereich frei wählbar. Wenn ABS nicht mehr voll regelt. Diese Regelungen gelten ab 2011.

Wenn sich ein Hersteller für eine Notbremslichtfunktion entscheidet, sind diese Regelungen unbedingt einzuhalten, damit eine Zulassung gegeben werden kann.

Auch gibt es adaptive Bremslichter zur Nachrüstung. Zu beachten ist dabei, dass das Gerät eine offizielle Zulassung besitzen sollte.

Notbremsanzeige durch Warnblinkautomatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei anderen Herstellern, z. B. Ford (vor 2011), Mazda, Seat, Volkswagen und Renault wird bei einer Notbremsung der nachfolgende Verkehr durch automatisches Einschalten der Warnblinkanlage gewarnt.

Für die Nachrüstung gibt es das Automatische Warnblinksystem. Bei einer Notbremsung oder einem Unfall wird vom Steuergerät automatisch die Warnblinkanlage eingeschaltet und zusätzlich blinkt die hochgesetzte Warnblinkleuchte (vergleichbar der dritten Bremsleuchte) mit erhöhter Frequenz. Abgeschaltet wird das Warnsignal mit dem Warnblinklichtschalter.

Adaptives Bremslicht mit zwei Bremslichtflächen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses adaptive Bremslicht wird teilweise von BMW verwendet; seit 2008 wird bei allen neuen Modellen ein Bremslicht mit Notbremserkennung verwendet. Es unterscheidet nicht (wie bei Mercedes) zwischen „normaler“ Bremsung und Notbremsung, sondern zwischen leichter (ein Bremslicht je Seite) und starker Bremsung – also nicht unbedingt Notbremsung –, die mit zwei Bremslichtern (in der Regel normales Bremslicht und Nebelschlussleuchte) an beiden Seiten angezeigt wird. Dabei leuchten alle Lichter deutlich heller als bei einer normalen Bremsung.

Notbremsauswertung durch das Steuergerät[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Steuergerät kann eine Notbremssituation nicht direkt erkennen, sondern nur die physikalischen Parameter auswerten um daraus die Signalisierung an den Bremsleuchten der bewerteten Situation entsprechend zu steuern. In den meisten heutigen Kraftfahrzeugen muss ein starker Druck auf das Bremspedal ausgeführt worden sein, um die besondere Signalisierung zu initiieren. Folgende Daten können vom Steuergerät ausgewertet werden:

  • Tatsächliche (Ist-) und die (aus dem Pedaldruck ermittelte) gewünschte (Soll-)Verzögerung
  • Betätigungsgeschwindigkeit oder -druck des Bremspedals
  • Eingriff durch ABS, ESP und eventuell weiterer Bremsassistenten
  • Geschwindigkeit des Fahrzeugs
  • Haftreibung zwischen Reifen und Fahrbahn

Um auszuschließen, dass Gefahrensituationen – z. B. Auffahrunfälle wegen unnötiger Bremswegverkürzung für nachfolgende Fahrzeuge – durch eine fälschliche Notbremsanzeige entstehen, muss das Steuergerät eine Notbremsung sicher erkennen. Hierzu wesentliche Parameter wie der Abstand zum Hindernis, sei es das vorausfahrende Fahrzeug oder ein anderes plötzlich auftretendes Hindernis (Kinder, Tiere oder Traktoren) werden in den meisten heutigen Kraftfahrzeugen nicht erfasst, somit kann auch der vorhandene Zeit- und Wegstreckenspielraum für eine Notbremsung nicht durch das Steuergerät erkannt und für Berechnungen genutzt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl-Heinz Dietsche, Thomas Jäger, Robert Bosch GmbH: Kraftfahrtechnisches Taschenbuch. 25. Auflage, Friedr. Vieweg & Sohn Verlag, Wiesbaden, 2003, ISBN 3-528-23876-3
  • Robert Bosch (Hrsg.): Autoelektrik Autoelektronik. 5. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Vieweg & Sohn Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-528-23872-8