Verkehrstod

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Unter dem Begriff Verkehrstod werden Todesfälle im Zusammenhang mit dem Verkehrswesen zusammengefasst. Häufig wird unter Verkehrstod ein Tod im Straßenverkehr verstanden, da international weit über 90 % der Verkehrstode im Straßenverkehr auftreten – in wohlhabenden Industriestaaten in der Regel im Individualverkehr. 50 bis 60 % der Verkehrstoten sind nicht Autoinsassen (Fahrer und Beifahrer), sondern Fahrer von Motorrädern, Mofas, Fahrrädern oder Fußgänger.

Die Zahl der Verkehrstoten wird in vielen Ländern in Form einer Unfallstatistik erfasst und kann in normierter Form (bezogen auf die Einwohnerzahl oder die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge) als Indiz für die Qualität der Verkehrswege und das Fahrverhalten der Kraftfahrer herangezogen werden. Die nationalen Zählweisen weichen dabei voneinander ab. In Europa wird derzeit üblicherweise die 30-Tage-Frist verwendet. Das heißt: nur eine Person, die innerhalb von 30 Tagen an den Folgen eines Verkehrsunfalls verstirbt, gilt als Verkehrstoter.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrstote in den USA seit 1900

Schon vor der Einführung des Autos gab es eine nicht unbeträchtliche Zahl an Verkehrstoten durch Kutschen und Fuhrwerke. Der vermutlich erste Mensch, der im motorisierten Straßenverkehr getötet wurde, war Bridget Driscoll, die am 17. August 1896 in London beim Überqueren einer Straße von einem Automobil mit Verbrennungsmotor erfasst wurde und wenige Minuten später an der zugefügten Kopfverletzung starb. Als der erste Unfalltote des motorisierten Verkehrs in Amerika gilt Henry Bliss, der am 13. September 1899 in New York von einem Elektroauto angefahren wurde und an den Verletzungen am folgenden Tag starb.

Dimensionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits die Summe der nationalen Erhebungen ergibt jährlich weltweit ca. 600.000 Todesfälle, also täglich im Schnitt ca. 1.600. Die tatsächlichen Zahlen liegen jedoch wesentlich höher, da beispielsweise in einigen Staaten (speziell in Afrika) keine diesbezüglichen Statistiken geführt werden. Nach Erhebungen und Schätzungen von Weltbank und Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich etwa 1 Million (Weltbank) bis 1,2 Millionen (WHO 2003) Menschen an den Folgen von Verkehrsunfällen.[1] Die Zahl der Verkehrstoten liegt damit weit über den Opferzahlen von Krieg, Genozid oder Terrorismus. Die Anzahl der Verletzten wird auf jährlich etwa 40 Millionen geschätzt.

Bereits im Jahre 1929 wurden in Deutschland 5867 Verkehrstote gezählt.[2]

In den Industrienationen sind die Opferzahlen seit Jahren rückläufig. In Europa liegen Verkehrsunfälle als Todesursache deutlich hinter dem Tod durch legale Drogen oder Suizid. So waren in Deutschland, Österreich, den Niederlanden oder der Schweiz die Opferzahlen, trotz kaum rückläufiger Zahlen der Verkehrsunfälle, auf ein Drittel gefallen. Besonders bemerkenswert ist dieser Rückgang vor dem Hintergrund gleichzeitig kontinuierlich ansteigender Kraftfahrzeugzahlen. Wären die tödlichen Unfallraten in Deutschland heute noch genau so hoch wie in den Jahren 1912 bzw. 1938, so wären jährlich 330.000 bzw. 120.000 Verkehrstote zu erwarten – tatsächlich sind es etwa 3.300.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrstote in Deutschland seit 1953
Jahr Verkehrstote
insgesamt[Anm. 1]
Veränderung
zum Vorjahr
davon
Autoinsassen
motorisierter
Fahrzeugbestand[Anm. 2]
Getötete pro
100.000 Kfz[Anm. 3]
1912 442 k.A. k.A. 70.006 631
1938 7.354 k.A. k.A. 3,2 Mio. 230
1950 7.408 k.A. k.A. 2,4 Mio. 308
1953 12.631 k.A. k.A. 4,8 Mio. 265
1960 14.406 +4,2 % k.A. 8,00 Mio. 180
1970 19.193 +15,3 % k.A. 16,78 Mio. 114
1980 13.041 (15.719) −1,4 % k.A. 27,12 Mio. 71
1981 11.674 (14.525) −10,5 % k.A. k.A.
1982 11.608 (14.083) −0,6 % k.A. k.A.
1983 11.732 (14.204) +1,1 % k.A. k.A.
1984 10.199 (12.750) −13,1 % k.A. k.A.
1985 8.400 (10.778) −17,6 % k.A. 30,62 Mio. 27
1986 8.948 (11.365) +6,5 % k.A. k.A.
1987 7.967 (10.172) −11,0 % k.A. k.A.
1988 8.213 (10.771) +3,1 % k.A. k.A.
1989 7.995 (10.497) −2,7 % k.A. k.A.
1990 7.906 (11.526) −1,1 % k.A. 35,75 Mio. 22
1991 11.300 (11.726) k.A. k.A.
1992 10.631 (11.062) −5,9 % k.A. k.A.
1993 9.949 (10.298) −6,4 % k.A. k.A.
1994 9.814 (10.072) −1,4 % k.A. k.A.
1995 9.454 (9.574) −3,7 % k.A. 47,47 Mio. 20
1996 8.758 (8.944) −7,4 % k.A. k.A.
1997 8.549 (8.739) −2,4 % k.A. k.A.
1998 7.792 (7.803) −8.9 % k.A. k.A.
1999 7.772 (7.866) −0,3 % k.A. k.A.
2000 7.503 (7.588) −3,5 % k.A. 51,36 Mio.
2001 6.977 (7.012) −7,0 % 4.023 52,48 Mio. 15
2002 6.842 (6.917) −1,9 % 4.005 53,30 Mio. 13
2003 6.613 (6.684) −3,4 % 3.774 53,66 Mio. 12
2004 5.842 (5.972) −11,6 % 3.238 54,08 Mio. 11
2005 5.361 (5.458) −8,2 % 2.833 48,18 Mio. 11
2006 5.091 (5.174) −5,0 % 2.683 48,44 Mio.
2007 4.949 (5.011) −2,8 % 2.625 48,99 Mio. 10
2008 4.477 (4.663) −9,5 % 2.368 49,33 Mio. 9
2009 4.152 (4.330) −7,3 % 2.110 49,60 Mio. 8
2010 3.648 (3.812) −12,1 % 1.840 50,18 Mio. 7
2011 4.009 (4.199) +9,9 % 1.986 50,90 Mio. 8
2012 3.600 (3.827) -10,1 % 1.791 51,74 Mio. 7
2013 3.339 (3.614) −7,2 % 1.588 52,39 Mio. 6
2014 3.377 +1,1 % 1.575 52,97 Mio. 6
2015 3.475 +2,9 % 53,72 Mio. 6

Zahlen bis einschl. 1990 nur alte Bundesländer, ab 1991 alte und neue Bundesländer.

Quelle: Statistisches Bundesamt www.destatis.de destatis.dedestatis.de destatis.dedestatis.de

  1. Quelle der Angaben in Klammern: gbe-bund.de → Gesundheitliche Lage → Sterblichkeit → Mortalität und Todesursachen → Tabellen → Sterbefälle durch Unfälle nach äußeren Ursachen und Unfallkategorien (ab 1998). Gliederungsmerkmale: Jahre, Region, Alter, Geschlecht, Nationalität, ICD-10 (V-Y), Unfallkategorie Verkehrstod (https://www.gbe-bund.de/oowa921-install/servlet/oowa/aw92/WS0100/_XWD_FORMPROC)
  2. separate Zahlen für am Straßenverkehr teilnehmende Fahrzeuge ohne vorübergehend stillgelegter Fahrzeuge sind erst ab einschließlich 2005 verfügbar, alle Zahlen vorher beziehen sich auf die Gesamtzahl der Kfz. Quellen für den Kfz-Bestand:
  3. bezogen auf am Verkehr teilnehmende Fahrzeuge, soweit separate Zahlen verfügbar

Im Jahr 2011 gingen 820 Verkehrstote in Deutschland auf Baumunfälle zurück.[3]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich wird die 30-Tage-Frist (siehe Einleitung) von 1961 (Beginn der statistischen Erfassung) bis 1965 und seit 1992 verwendet. Dazwischen war die von der UNO empfohlene 3-Tage-Frist in Anwendung. Beim Vergleich von Zahlen aus diesen unterschiedlichen Zeiträumen ist zu beachten, dass etwa 88 % der Verkehrstoten innerhalb der ersten 3 Tage versterben.

Trotz leicht steigender Unfallzahlen ist die Zahl der getöteten Personen in Österreich seit 1999 rückgängig: Das Jahr 2014 steigerte diesen Trend zum Jahr mit der geringsten Anzahl an Unfalltoten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950.

Jahr Verkehrstote Veränderung
zum Vorjahr
davon
Autoinsassen[4]
Kraftfahrzeugbestand[5]
1960 1.640 k.A. k.A. 1.311.109
1965 1.829 k.A. k.A. 1.809.766
1970 2.507 k.A. k.A. 2.201.021
1975 2.467 k.A. k.A. 2.767.463
1980 1.951 k.A. k.A. 3.384.492
1985 1.524 k.A. k.A. 3.801.531
1990 1.558 k.A. k.A. 4.239.784
1995 1.210 k.A. k.A. 4.914.538
1998 963 k.A. k.A. 5.309.220
1999 1.079 +12,0 % k.A. 5.470.948
2000 976 -9,6 % k.A. 5.571.444
2001 958 -1,8 % k.A. 5.684.244
2002 956 -0,2 % k.A. 5.419.073
2003 931 -2,6 % k.A. 5.505.927
2004 878 -5,7 % k.A. 5.575.677
2005 768 -12,5 % k.A. 5.646.882
2006 730 -5,0 % k.A. 5.722.624
2007 691 -5,3 % k.A. 5.796.973
2008 679 -1,7 % 367 5.873.281
2009 633 -6,8 % 328 5.981.075
2010 552 -12,8 % 292 6.091.881
2011 523 -5,2 % 290 6.195.207
2012 531 +1,5 % 279 6.299.756
2013[6] 455[7][4][8] -14,7 % 189 6.384.791
2014[7][8] 430 -5,5 % 191 k.A.
2015[9] 475 10,5 % 239 ca. 6.500.000

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in der Schweiz geht die Anzahl der Unfalltoten von Jahr zu Jahr zurück. Gurtpflicht, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Verbesserungen der Fahrzeugtechnik und im Rettungswesen aber auch verkehrstechnische und verkehrserzieherische Maßnahmen haben zu dieser Reduktion beigetragen. Mit der Einführung der 0,5-Promillegrenze zum 1. Januar 2005 (zuvor 0,8 Promille) hat sich die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten binnen Jahresfrist um 20 % reduziert. Gemessen an den insgesamt zurückgelegten Distanzen sind die Motorradfahrer die am stärksten gefährdeten Verkehrsteilnehmer. Auf dem Motorrad ist das Risiko, tödlich zu verunglücken 18-mal größer als im Auto. Bei Fahrradfahrern ist es siebenmal größer und bei den Fußgängern sechsmal. Das mittlere Sterbealter eines Verkehrsunfallopfers liegt bei 46 Jahren.

Jahr Verkehrstote Motorfahrzeugbestand Bemerkungen / gesetzliche Neuerungen
1929 370 0,100 Mio. gerundete Werte
1965 1.304 k.A.
1970 1.694 k.A.
1971 1.773 k.A. bisheriger Höchststand an Unfalltoten
1975 1.243 k.A.
1980 1.246 k.A. definitive Einführung 0,8-Promillegrenze
1981 k.A. k.A. Einführung Gurtentragobligatorium und Helmtragpflicht für Motorradfahrer
1984 k.A. k.A. Einführung Tempo 50 innerorts (zuvor 60)
1985 908 k.A. Einführung Tempo 120 auf Autobahnen und Tempo 80 außerorts (zuvor 130/100)
1990 954 3,777 Mio. Einführung Helmtragpflicht für Motorfahrradlenker
1991 860 3,881 Mio.
1992 834 3,936 Mio.
1993 723 3,965 Mio.
1994 679 4,034 Mio. Einführung Gurtenobligatorium für Rücksitzpassagiere
1995 692 4,121 Mio.
1996 616 4,173 Mio.
1997 587 4,260 Mio.
1998 597 4,349 Mio.
1999 583 4,471 Mio.
2000 592 4,585 Mio.
2001 544 4,707 Mio.
2002 513 4,809 Mio.
2003 546 4,888 Mio.
2004 510 4,969 Mio. Tragquote von Sicherheitsgurten unter Lenkern 81 %1
2005 409 5,043 Mio. Einführung 0,5-Promillegrenze und anlassfreie Kontrollen
2006 370 5,108 Mio. Tragquote von Sicherheitsgurten unter Lenkern 86 %1
2007 384 5,258 Mio. Zunahme vor allem im Tessin und der Westschweiz (+18 %)
2008 357 5,310 Mio.
2009 349 5,339 Mio.
2010 328 5,427 Mio.
2011 312[10] 5,551 Mio.
2012 339[11] 5,675 Mio. Trendunterbrechung durch schweres Busunglück in Siders (VS) mit 28 Toten
2013 257 5,765 Mio.[12] Drastische Erhöhung der Strafen für Verkehrsdelikte im Rahmen von „Via Secura“
2014 243 Einführung des obligatorischen Fahrens mit Licht am Tag

1 Gemischte Werte (innerorts/außerorts/Autobahn). Die Gurtentragquote ist innerorts am geringsten und auf der Autobahn am höchsten.

Aufgeschlüsselte Werte nach Verkehrsteilnahme seit 2004
Jahr Verkehrstote Personenwagen Fahrräder Motorräder Fußgänger Motorfahrräder Andere
2004 510 232 42 114 95 9 18
2005 409 178 37 86 69 6 33
2006 370 156 35 69 76 11 23
2007 384 162 30 82 79 7 24

Getötete im internationalen Vergleich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrstote pro 100,000 Einwohner, WHO 2004.[13]
  • NO DATA
  • < 5
  • 5-12.5
  • 12.5-20
  • 20-27.5
  • 27.5-35
  • 35-42.5
  • 42.5-50
  • 50-57.5
  • 57.5-65
  • 65-72.5
  • 72.5-80
  • > 80
Gesamtanzahl Verkehrstote pro 1 Mio. Einwohner (30-Tage-Frist)
Land 1980 1990 2000 2004 2006 2008 2010
Deutschland 193 140 91 71 62 55 45
Niederlande 142 92 68 50 45 43 32
Österreich 265 203 120 107 88 81 65
Schweiz 192 139 83 69 49 46 42
USA[14] 225 179 152 145 142 123 105[15]

Quellen: bfu, BFS, FARS

Vergleich europäischer Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2001 2002 2003 2004 2005 jährliche Veränderung

1970–2005

Belgien 3.070 2.346 2.396 1.801 1.976 1.449 1.470 1.486 1.315 1.353 ND 1.089 −2,9 %
Deutschland 19.193 17.332 15.207 10.070 11.428 9.454 7.503 6.977 6.842 6.613 5.842 5.361 −3,9 %
Dänemark 1.208 827 690 772 634 582 498 431 463 432 369 331 −3,6 %
Finnland 1.055 910 551 541 649 441 396 433 415 379 375 379 −2,9 %
Frankreich 16.445 14.355 13.672 11.387 11.215 8.891 8.079 8.160 7.655 6.058 5.530 5.318 −3,2 %
Griechenland 1.099 1.251 1.446 2.011 2.050 2.411 2.037 1.895 1.654 1.615 1.619 1.658 + 1,2 %
Irland 540 586 564 410 478 437 415 411 376 335 379 399 −1 %
Island 20 33 25 24 24 24 32 24 29 23 ND 19 −0,1 %
Italien 11.025 10.272 9.220 7.700 7.151 7.033 6.649 6.682 6.736 6.015 5.625 5.462 −1,9 %
Luxemburg 132 124 98 79 70 70 76 70 62 53 50 46 −2,8 %
Norwegen 560 539 362 402 332 305 341 275 312 280 259 224 −2,6 %
Niederlande 3.181 2.321 1.996 1.438 1.376 1.334 1.082 993 987 1.028 804 750 −4 %
Österreich 2.574 2.533 2.003 1.524 1.558 1.210 976 958 956 931 878 768 −3,4 %
Polen 3.446 5.633 6.002 4.688 7.333 6.900 6.294 5.534 5.827 5.640 5.712 5.444 + 1,3 %
Portugal 1.615 3.051 2.579 2.138 2.646 2.377 1.860 1.671 1.675 1.546 1.294 1.247 −0,7 %
Schweden 1.307 1.172 848 808 772 572 591 554 532 529 480 440 −3,1 %
Schweiz 1.643 1.206 1.209 881 925 692 592 544 513 546 510 409 −3,9 %
Slowakei ND ND ND ND 662 660 628 614 610 645 603 560 −0,3 %
Slowenien 620 596 558 464 517 415 313 278 269 242 274 258 −2,5 %
Spanien 5.456 5.833 6.522 6.374 9.032 5.751 5.776 5.517 5.347 5.399 4.741 4.442 −0,6 %
Tschechien 1.983 1.632 1.261 987 1.291 1.588 1.486 1334 1.431 1.447 1.382 1.286 −1,2 %
Ungarn 1.627 1.678 1.630 1.756 2.432 1.589 1.200 1.239 1.429 1.326 1.296 1.278 −0,7 %
Vereinigtes Königreich 7.499 6.366 6.010 5.165 5.217 3.621 3.409 3.450 3.431 3.508 3.368 3.336 −2,3 %

Quelle:[16]

Luftfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl schwerer Unfälle in der Linien-Luftfahrt ist sehr niedrig, allerdings ist im Falle eines Unfalls die Überlebenschance verhältnismäßig gering. Von 1959 bis 2013 gab es in der zivilen Luftfahrt insgesamt 1.859 Unfälle von Düsenflugzeugen (ausgenommen Flugzeuge aus Produktion in GUS und UdSSR). In 32,9 Prozent der Fälle waren Todesopfer zu beklagen, insgesamt knapp 30.566 Opfer. Im Zeitraum 2004 bis 2013 lag der Anteil der Unfälle mit Todesopfern bei 17,7 Prozent.[17] Durch die sehr genaue Aufarbeitung von Flugzeugabstürzen und daraus folgenden Verbesserungen ist deren Zahl darüber hinaus im Laufe der Zeit trotz massiv gestiegener Flugzahlen immer weiter gesunken. Eine Übersicht über die Unfälle können die Teillisten unter den Katastrophen der Luftfahrt geben, allerdings ohne Gegenüberstellung zu den absoluten Verkehrszahlen.

2014 waren im kommerziellen Luftverkehr weltweit 970 Todesopfer zu beklagen, im Jahr 2013 waren es 251.[18]

Kritik an der 30-Tage-Regel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1986 erschien eine Studie[19] der Universität Ulm, deren Autoren die Ansicht vertreten, dass „mit Zunahme der Möglichkeiten einer optimalen Versorgung der Unfallopfer bereits am Unfallort und den Fortschritten der Unfallchirurgie die Zahl der länger Überlebenden zunimmt, so dass die Frist von 30 Tagen zu kurz erscheint“.

Die Studie beziffert den Anteil der später als nach 30 Tagen Verstorbenen auf 5 bis 16 Prozent.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statistik für Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statistik für die Schweiz/Internationaler Vergleich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. science.orf.at
  2. Deutschland ist zu arm für Luxusstraßen. welt.de, 3. August 2007
  3. Claudia Ehrenstein: Auf dem Holzweg. In: Welt am Sonntag. Nr. 8, 23. Februar 2014, S. 8.
  4. a b Verletzte und Getötete nach Art der Beteiligung am Verkehr. Statistik Austria; abgerufen am 1. Januar 2015
  5. Fahrzeugbestand ab 1937. Statistik Austria
  6. Erstmals weniger als 500 Verkehrstote. oesterreich.orf.at
  7. a b Leichter Rückgang bei Verkehrstoten. orf.at, 1. Januar 2015; abgerufen am 1. Januar 2015.
  8. a b Verkehrsunfallstatistik Innenministerium: 430 Verkehrstote im abgelaufenen Jahr. 1. Januar 2015; abgerufen am 1. Januar 2015.
  9. 475 Verkehrstote im abgelaufenen Jahr Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 10,5 %, abgerufen am 28. März 2016.
  10. bfs.admin.ch
  11. bfs.admin.ch (PDF)
  12. auto-schweiz.ch
  13. WHO Disease and injury country estimates
  14. Fatality Analysis Reporting System Encyclopedia (englisch)
  15. autoblog.com
  16. Comparaisons européennes. Délégation à la Sécurité et à la Circulation Routières, 2008, archiviert vom Original am 27. Oktober 2007, abgerufen am 14. April 2011 (PDF, französisch).
  17. Accident Summary by Type of Operation. In: Statistical Summary of Commercial Jet Airplane Accidents. Boeing, August 2014, S. 14, abgerufen am 14. Dezember 2014 (PDF).
  18. 2014 gab es im Luftverkehr fast viermal so viele Tote wie 2013. derStandard.at, 6. Januar 2015; abgerufen am 6. Januar 2015.
  19. Zur kurz- und langfristigen Überlebenszeit bei tödlichen Straßenverkehrsunfällen

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