Adolphe Menjou

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Adolphe Menjou und Kathryn Carver kurz vor ihrer Hochzeit in Paris 1928

Adolphe Jean Menjou (* 18. Februar 1890 in Pittsburgh, Pennsylvania; † 29. Oktober 1963 in Beverly Hills) war ein US-amerikanischer Schauspieler, der zwischen 1914 und 1960 in knapp über 150 Kinofilmen spielte und vor allem elegante Gentlemans verkörperte.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adolphe Menjou wurde 1890 in Pittsburgh als Sohn eines Franzosen und einer Irländerin geboren. Seine Mutter war weitläufig mit James Joyce verwandt.[1] Nachdem er zunächst eine Universitätsausbildung als Ingenieur abgeschlossen hatte, wurde Menjou vom Vaudeville-Theater angezogen und machte 1914 sein Filmdebüt im Kurzfilm The Acid Test. Im Ersten Weltkrieg diente er als Sanitäter.

Nach dem Krieg wurde Menjou 1921 vor allem durch seine Rollen in den Abenteuerfilmen Der Scheich mit Rudolph Valentino sowie Die drei Musketiere mit Douglas Fairbanks senior bekannt. In den 1920er-Jahren kultivierte er mit Filmen wie Charlie Chaplins Liebesdrama Die Nächte einer schönen Frau das Image des eleganten Gentlemans mit europäischem Charme. Mit Einführung des Tonfilms geriet seine Karriere zunächst ins Stocken. Er konnte sie aber Anfang der 1930er fortsetzen und trat etwa neben Marlene Dietrich im Film Marokko auf. Die Rolle eines gewitzten Reporters in der Komödie The Front Page brachte Menjou 1931 eine Oscar-Nominierung ein. In den 1930er-Jahren übernahm Menjou zumeist zweite Hauptrollen hinter den Hauptdarstellern in Filmen wie In einem anderen Land, Bühneneingang und Ein Stern geht auf. In den 1940er-Jahren ließ die Qualität von Menjous Filmen bis auf wenige Ausnahmen wie Frank Capras Komödie Der beste Mann nach. Mit dem Aufkommen des Fernsehens nach 1950 übernahm er auch Rollen in mehreren Fernsehsendungen. Eine seiner bekanntesten Rollen spielte Menjou 1957 als schurkenhafter General Broulard in Stanley Kubricks Filmklassiker Wege zum Ruhm.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Menjou einer der führenden Köpfe der Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals, einer Gruppierung der McCarthy-Ära, die in Hollywood Jagd auf Kommunisten und Liberale machte. Seine Karriere beendete er 1960 mit dem Film Alle lieben Pollyanna. Adolphe Menjou verfasste eine Autobiografie mit dem Titel It Took Nine Tailors. Auf dem Hollywood Walk of Fame erinnert ein Stern an ihn.

Menjou war dreimal verheiratet. Zuerst mit Kathryn Conn Tinsley, dann von 1928 bis 1934 mit Kathryn Carver und zuletzt mit Verree Teasdale von 1934 bis zu seinem Tod 1963. Menjou und Teasdale hatten ein Kind und traten außerdem in zwei Filmen gemeinsam auf. Er liegt neben Teasdale auf dem Hollywood Forever Cemetery begraben.

Das Menjou-Bärtchen, ein schmaler Schnurrbart, ist nach ihm benannt, da er ihn popularisierte.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adolphe Menjou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Google Books