Agrolândia

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Município de Agrolândia
Agrolândia
Agrolândia (Brasilien)
Agrolândia
Agrolândia
Koordinaten 27° 25′ S, 49° 50′ WKoordinaten: 27° 25′ S, 49° 50′ W
Lage von Agrolândia im Bundesstaat Santa CatarinaLage von Agrolândia im Bundesstaat Santa Catarina
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Gründung 25. Juli 1962
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Santa Catarina
Mesoregion Vale do Itajaí
Mikroregion Rio do Sul
Gliederung 1 Gesamtdistrikt
Höhe 364 m
Gewässer Rio Trombudo
Klima Cfa
Fläche 207,6 km²
Einwohner 9323 (2010, Zensus)
Dichte 44,9 Ew./km²
Schätzung 10.427 (zuletzt 1. Juli 2017)
Gemeindecode IBGE: 4200200
Zeitzone UTC-3
Website www.agrolandia.sc.gov.br (portugiesisch)
Politik
Stadtpräfekt Urbano José Dalcanale (2017–2020)
Partei PMDB
Kultur
Stadtfest 25. Juli (Stadtgründung)
Wirtschaft
BIP 139.291 Tsd. R$
14.940.577 R$ pro Kopf
(2008)
HDI 0,725 (2010)

Agrolândia, amtlich Município de Agrolândia, ist eine brasilianische Kleinstadt im Bundesstaat Santa Catarina. Sie liegt etwa 130 km von Blumenau und 274 km von der Hauptstadt Florianópolis entfernt. Agrolândia liegt im Alto Vale do Itajaí, auch Vale Europeu genannt. Die Bevölkerung wurde zum 1. Juli 2016 auf 10.427 Einwohner geschätzt, die Agrolandenser genannt werden.[1] Statistisch ergibt sich bei einer Fläche von 207,554 km² eine Bevölkerungsdichte von 44,9 Einwohner/km². Der Name bedeutet Landwirtschaftsstadt und kennzeichnet den früheren Haupterwerbszweig, heute liegt der Industriesektor an erster Stelle. Sie liegt an 123. Stelle der 295 Munizips von Santa Catarina.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Agrolândia hatte zwei verschiedene Phasen der Kolonisation. Im Jahr 1911 kamen zwei Brüder aus der Stadt Lages (Ricardo und Domingos Alves Paes). Sie begannen mit der Entwaldung und der Anpflanzung von Mais und Bohnen. Es wird von einigen Konflikten mit Indianern, die in der Nähe lebten, berichtet. Im Jahr 1913 verlegte die Familie Paes Alves ihren ständigen Wohnsitz nach Agrolândia.

Ab 1916 kamen weitere Familien zur Kolonisierung in den Ort, der damals Trombudo Alto (großer Rüssel), genannt wurde. Dies wohl deswegen, weil der Fluss zahlreiche Kurven besitzt und von daher einem Rüssel ähnelt. Die Ersterwähnung von „Trombudo“ (Serra do Trombudo) war am 5. Mai 1791 in einem Schreiben an den Gouverneur des Kapitanats São Paulo Bernardo José de Lorena.[2] Bereits 1880 waren deutsche Einwanderer nach Rio do Sul gelangt, zu dem das Territorium gehörte. Die Pioniere in Agrolândia waren u. a. John Will, Eduardo Will, Otto Zwick, Otto und Leopoldo Prochnow. Später kamen italienische Einwanderer hinzu. Der Ort ist heute noch von den deutschstämmigen Einwanderern geprägt.

Im Jahre 1957 wurde Trombudo Alto zu einem Bezirk (Distrito de Trombudo Alto) von Rio do Sul, dann 1958 von Trombudo Central, und am 12. Juni 1962 wurde die Stadt gegründet, die dann per Gesetz Nr. 831 den Namen Agrolândia erhielt.[3] Die Umsetzung dieser Namensänderung wird am 25. Juli jedes Jahr als Stadtfeiertag begangen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Biom ist der Mata Atlântica, durch den Ort fließt in nord-südlicher Richtung der Rio Trombudo, der in den Rio Itajaí do Oeste entwässert. Das Gebiet ist hügelig und bewaldet. Das Klima ist nach der Klimaklassifikation Köppen-Geiger subtropisch Cfa.

Umliegende Orte sind Agronômica, Atalanta, Petrolândia, Otacílio Costa, Braço do Trombudo und Trombudo Central.

Stadtverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Stadtpräfekt (Bürgermeister) wurde der 1905 geborene Warenhändler Adolfo Hedel. Bei der Kommunalwahl 2016 wurde für die Amtszeit 2017 bis 2020 Urbano José Dalcanale des Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB) gewählt, die Legislative liegt bei einem Stadtrat (Câmara de Vereadores) aus neun Stadtverordneten unter dem Vorsitz von Präsidentin Rejane Ana Schaade Sasse (14. Legislaturperiode).

Agrolândia bildet nur einen Verwaltungsdistrikt mit Sitz im Centro, dazu gehören noch Bairro São João, Bairro São João, Bairro Três Barras, Bairro Siegel, Bairro Ipiranga und die ländlichen Siedlungen auf dem rund 208 km² großen Territorium verteilten Serra dos Alves, Carrapatos, Serra Velha, Ribeirão Garganta, Rio Novo, Ribeirão das Pedras, Rio Bonito, São João, Ribeirão Xaxim, Ribeirão do Tigre, Valada do Tigre, Barra do Tigre und Pitangueira.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erreichbar ist Agrolândia über die Bundes- und Landesstraßen BR-470, SC-426 und aus östlicher Richtung über die SC-481. Neben der Landwirtschaft wird auch Tourismus entwickelt, so gehört es zu der als Caminhos do Alto Vale bekannten Tourismusregion. Statistisch-geographisch gehört der Ort zur Mikroregion Rio do Sul und diese zur Mesoregion Vale do Itajaí.

Der HDI liegt bei 0,725 und gilt als hoch.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luiz Saulo Adami: Agrolândia, de Trombudo Alto aos nossos tempos. 2. Auflage. S & T, Itajai 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IBGE: Cidades@ Santa Catarina: Agrolândia. Abgerufen am 12. Juli 2017 (portugiesisch).
  2. Manuel da Silva Mafra: Questão de Limites. Imprensa nacional, Rio de Janeiro 1902, S. 47.
  3. IBGE: Cidades@ Santa Catarina: Agrolândia - histórico. Abgerufen am 12. Juli 2017 (portugiesisch).