Santa Catarina

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Santa Catarina
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Symbole
Flagge
Flagge
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Brasilien
Hauptstadt Florianópolis
Fläche 95.738 km²
Einwohner 6.248.436 (2010[1])
Dichte 65 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 BR-SC
Politik
Gouverneur Eduardo Pinho Moreira (seit 5. April 2018)
Partei Movimento Democrático Brasileiro (MDB)

Koordinaten: 27° 16′ S, 50° 29′ W

Haus Moellmann in Blumenau
Morgendämmerung in der Nähe von Caçador
Strand von Florianópolis

Santa Catarina (deutsch „Sankt Katharina“) ist ein Bundesstaat im Süden Brasiliens. In Santa Catarina gibt es eine erhebliche Anzahl Deutschstämmiger.[2] Berühmt ist Blumenau wegen seiner Fachwerkhäuser und seines Oktoberfests. Auch andere Städte wie die Hauptstadt Florianópolis, die Hafenstadt Itajaí, die Kleinstadt Pomerode sowie die Textilindustrie haben Santa Catarina bekanntgemacht.[3] Manche Orte mit deutschen Namen wurden portugiesiert, so Treze Tílias (Dreizehnlinden), das „brasilianische Tirol“.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fläche beträgt nur etwa 95.738 km² (2017), die Einwohnerzahl lag nach der Volkszählung 2010 bei 6.248.436. Die Zahl wurde vom IBGE am 1. Juli 2018 auf 7.075.494 Bewohner geschätzt.[1][4] Die Bevölkerungsdichte beträgt 65 Personen pro km². Damit zählt Santa Catarina zu den kleineren Bundesstaaten Brasiliens.

Der Bundesstaat grenzt im Westen mit einer kurzen Grenze an Argentinien. Im Osten wird Santa Catarina durch den Atlantik begrenzt, im Süden durch den brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul, im Norden durch Paraná.

Die Hauptstadt ist Florianópolis, andere bekannte Städte sind Joinville und Blumenau.

Landschaftlich wird der Bundesstaat in acht Regionen unterteilt.

Ehemalige geostatistische Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Santa Catarina wurde durch das Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) von 1989 bis 2017 in sechs geostatistische Mesoregionen gegliedert: Grande Florianópolis, Norte Catarinense, Oeste Catarinense, Serrana, Sul Catarinense und Vale do Itajaí.

Diese waren wiederum in insgesamt 20 Mikroregionen unterteilt: Araranguá, Blumenau, Canoinhas, Campos de Lages, Chapecó, Concórdia, Criciúma, Curitibanos, Florianópolis, Itajaí, Ituporanga, Joaçaba, Joinville, Rio do Sul, São Bento do Sul, São Miguel do Oeste, Tabuleiro, Tijucas, Tubarão und Xanxerê.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[5][4]
Zensus 1960 2.146.909
Zensus 1970 2.930.411
Zensus 1980 3.687.652
Zensus 1991 4.538.248
Zensus 2000 5.349.580
Zensus 2010 6.248.436
Schätzung 2018 7.075.494

Geschichte und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolonialzeit und „Republik Juliana“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts werden in Aufzeichnungen spanischer Seefahrer verschiedentlich Referenzen genannt, die auf Santa Catarina hindeuten. Sicher ist, dass im Jahr 1515 ein Schiff des Entdeckers Juan Díaz de Solís an der Küste des Bundesstaates Schiffbruch erlitt, was als Beginn der Kolonialisierung durch Spanier aufgefasst werden kann. Später kamen die Portugiesen nach Santa Catarina, insbesondere Auswanderer von den Azoren. Im 19. Jahrhundert ist eine verstärkte Einwanderung von Italienern, Polen, Russen, Belgiern und Deutschen zu verzeichnen.

Bis heute prägen diese Gruppen die Kultur Santa Catarinas mit und geben diesem Bundesstaat einen besonderen, europäisch geprägten Charme. Bekannt auch über die Grenzen Brasiliens hinaus ist u. a. das jährlich in Blumenau stattfindende Oktoberfest Blumenau.

1839 weitete sich die Farrapen-Revolution nach Santa Catarina aus, wo die kurzlebige Republik Juliana ausgerufen wurde.[6]

Besiedelung durch Auswanderer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Verfassung Santa Catarinas datiert aus dem Jahr 1891, die letzte Fassung wurde im Jahr 1989 angenommen. Die Exekutive wird von einem Gouverneur ausgeübt. Bei den Gouverneurswahlen in Santa Catarina 2010 erhielt der Kandidat Raimundo Colombo, der für die konservativ-wirtschaftsliberalen Demokraten angetreten war, 52,72 % der Stimmen.[7] Er wechselte 2011 zum Partido Social Democrático (PSD). Colombo wurde bei den Gouverneurswahlen in Brasilien 2014 wiedergewählt, trat aber zum 5. April 2018 zurück, da er einen Senatsposten anstrebt. Nachfolger und amtierender Gouverneur ist seit April 2018 bis zu den Wahlen in Brasilien 2018 sein ehemaliger Vizegouverneur Eduardo Pinho Moreira des Movimento Democrático Brasileiro (MDB).[8]

Die Legislative liegt bei dem Einkammersystem in Santa Catarina in Händen der Legislativversammlung von Santa Catarina oder Abgeordnetenversammlung (Assembleia Legislativa do Estado de Santa Catarina, ALESC), die aus 40 Parlamentariern besteht.[9] Die Legislaturperiode dauert vier Jahre. Für 2015 bis 2018 ist Silvio Dreveck (PP) Präsident dieses Landesparlaments.

In der 55. Legislaturperiode ab 1. Februar 2015 wird der Bundesstaat im Bundessenat von Brasilien von drei Senatoren vertreten: Dalírio Beber (PSDB), Dário Berger (PMDB) und Paulo Bauer (PSDB). 16 Abgeordnete vertreten den Bundesstaat in der Abgeordnetenkammer Brasiliens.

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtzahl der Städte in Santa Catarina mit dem Status eines Município (auch Munizipalstadt, Stadt mit Selbstverwaltungsrecht) beträgt 295. Von diesen sind viele in einer der zehn Metropolregionen zusammengeschlossen: Carbonífera, Chapecó, Contestado, Extremo Oeste, Florianópolis, Foz do Rio Itajaí, Lages, Norte/Nordeste Catarinense, Tubarão und Vale do Itajaí.

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten des Abschnitts Städte: OSM

Bevölkerungsdichte von Santa Catarina:
  • 0–25 Ew./km²
  • 25–50 Ew./km²
  • 50–100 Ew./km²
  • 100–150 Ew./km²
  • 150–200 Ew./km²
  • 200–300 Ew./km²
  • 300–400 Ew./km²
  • 400–500 Ew./km²
  • > 500 Ew./km²
  • Die zehn größten Städte in der Rangfolge der letzten Volkszählung von 2010 sind:

    Rang Gemeinde Einwohner
    Zensus 2000
    Einwohner
    Zensus 2010
    Schätzung
    2018
    01 JoinvilleCentro.jpg 01 Joinville Welt-Icon 000000000429604.0000000000429.604 000000000515288.0000000000515.288 000000000583144.0000000000583.144
    Avenida Beira Mar Norte Florianopolis.jpg 02 Florianópolis Welt-Icon 000000000342315.0000000000342.315 000000000421240.0000000000421.240 000000000492977.0000000000492.977
    Blumenau vista.jpg 03 Blumenau Welt-Icon 000000000261808.0000000000261.808 000000000309011.0000000000309.011 000000000352460.0000000000352.460
    SaoJose058.JPG 04 São José Welt-Icon 000000000173559.0000000000173.559 000000000209804.0000000000209.804 000000000242927.0000000000242.927
    Avenida Getúlio Vargas, Criciúma SC.jpg 05 Criciúma Welt-Icon 000000000170420.0000000000170.420 000000000192308.0000000000192.308 000000000213023.0000000000213.023
    Centro chapeco.jpg 06 Chapecó Welt-Icon 000000000146967.0000000000146.967 000000000183530.0000000000183.530 000000000216654.0000000000216.654
    Itajai Aerial.jpg 07 Itajaí Welt-Icon 000000000147494.0000000000147.494 000000000183373.0000000000183.373 000000000215895.0000000000215.895
    Jaraguá do Sul Landscape.jpg 08 Jaraguá do Sul Welt-Icon 000000000108489.0000000000108.489 000000000143123.0000000000143.123 000000000174158.0000000000174.158
    Colégio Industrial de Lages.jpg 09 Lages Welt-Icon 000000000157682.0000000000157.682 000000000156727.0000000000156.727 000000000157743.0000000000157.743
    Vias Palhoça.jpg 10 Palhoça Welt-Icon 000000000102742.0000000000102.742 000000000137334.0000000000137.334 000000000168259.0000000000168.259

    Quelle: IBGE

    Industrie und Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die wichtigsten Wirtschaftszweige in Santa Catarina sind die metallverarbeitende und Elektroindustrie um Joinville und Jaraguá do Sul, die Textil- und Glasindustrie um Blumenau, Brusque und Rio do Sul, die Holz verarbeitenden Industrien um Rio Negrinho, São Bento do Sul und Porto União, der Abbau von Mineralien, Fischerei und Viehzucht, sowie der Tourismus.

    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Walter Piazza: Santa Catarina, sua história. Universidade Federal de Santa Catarina, Florianópolis 1983.

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. a b Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE): Estados@ Santa Catarina – Panorama. Abgerufen am 3. Oktober 2018 (brasilianisches Portugiesisch).
    2. Ankunft der deutschen und italiener (Memento des Originals vom 29. August 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.santacatarinabrasil.com.br
    3. http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/12/brasiliens-joinville-stadt-im-deutsch-gepragten-sud-teilstaat-santa-catarina-lebensstandard-soziokulturelles-niveau-weit-uber-dem-landesdurchschnitt-fotoserie/
    4. a b Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE): Estimativas da população residente no Brasil e unidades da federação com data de referência em 1° de julho de 2018. (PDF; 2,6 MB) In: ibge.gov.br. 2018, abgerufen am 3. Oktober 2018 (brasilianisches Portugiesisch).
    5. Brasilien: Bundesstaaten und Großstädte - Einwohnerzahlen, Karten, Grafiken, Wetter und Web-Informationen. Abgerufen am 22. Dezember 2017.
    6. David X. Noack: Garibaldis Kampf für die Republik Rio Grande do Sul amerika21.de, 22. September 2012.
    7. Wahlergebnisse Wahlen 2010. Abgerufen am 15. August 2015 (portugiesisch).
    8. Colombo entrega carta de renúncia na Alesc para disputar eleições. In: G1. 5. April 2018 (brasilianisches Portugiesisch, globo.com [abgerufen am 3. Oktober 2018]).
    9. Todos Deputados, Website ALESC. Abgerufen am 26. April 2017 (brasilianisches Portugiesisch).