Ahr (Rienz)

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Ahr
Ahrn, Ahrnbach
Ahr in der Haxaue zwischen Luttach und Sand in Taufers

Ahr in der Haxaue zwischen Luttach und Sand in Taufers

Daten
Lage Südtirol, Italien
Flusssystem Etsch
Abfluss über Rienz → Eisack → Etsch → Adriatisches Meer
Quelle unterhalb der Birnlücke
47° 4′ 59″ N, 12° 12′ 38″ O
Mündung bei BruneckKoordinaten: 46° 47′ 34″ N, 11° 55′ 21″ O
46° 47′ 34″ N, 11° 55′ 21″ O
Mündungshöhe 810 m s.l.m.

Länge 52,3 km
Einzugsgebiet 629 km²
Abfluss MQ
15,2dep1
Linke Nebenflüsse Reinbach, Mühlbach
Rechte Nebenflüsse Weißenbach, Mühlwalder Bach
Gemeinden Prettau, Ahrntal, Sand in Taufers, Gais, Bruneck

Die Ahr (auch Ahrn, Ahrnbach; italienisch Aurino) ist mit einer Länge von rund 52,3 km[1] und einem Einzugsgebiet von rund 629 km² der wichtigste Nebenfluss der Rienz in Südtirol im Nordosten Italiens.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ahr entspringt auf rund 2500 m Höhe unterhalb der Birnlücke in der Venedigergruppe. Das Quellgebiet ist Teil des Naturparks Rieserferner-Ahrn. Die Ahr durchquert anschließend das gesamte Tauferer Ahrntal, wo ihr aus den Zillertaler Alpen und der Rieserfernergruppe zahlreiche Bäche zufließen. Die bedeutendsten davon sind linksseitig der Reinbach und der Mühlbach, rechtsseitig der Keilbach, der Weißenbach und der Mühlwalder Bach. Ortschaften an ihrem Ufer sind Prettau, St. Jakob, Luttach, Sand in Taufers, Mühlen in Taufers, Uttenheim, Gais und St. Georgen (in dieser Reihenfolge). Bei Bruneck erreicht die Ahr schließlich das Pustertal, wo sie auf 810 m Höhe in die Rienz mündet.[1]

Hydrologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hydrologisch gesehen ist die Ahr der Oberlauf der Etsch, da sie an ihrer Mündung in die Rienz der größere Fluss ist, die Rienz wiederum den Eisack an Wasserführung übertrifft und dieser beim Zusammenfluss mit der Etsch mehr Wasser führt als diese. Zudem bildet die Flussfolge Ahr-Rienz-Eisack-Etsch den längsten Fließweg aller Flussläufe im Flusssystem der Etsch.

Die Ahr im Flusssystem der Etsch

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Fall der Ahr wurde nicht das Tal nach dem Wasserlauf, sondern der Wasserlauf nach dem Tal benannt, was relativ ungewöhnlich ist. Ironischerweise jedoch rührt der Name tatsächlich vom Jahrbachl/Jahrbach her, einem kleinen Zufluss des Oberlaufes bei St. Jakob. Die alten Name der Ahr waren Pirlbach und Ache bzw. Achenbach, erst ab 1830 wird der Bach als Ahr bezeichnet. Der alte Name Pirl(bach) – noch 1772 für den Oberlauf erwähnt – wurde schon 893 und 1048 als Pirra bezeichnet[2] und mit dem von Venantius Fortunatus bereits um 585 genannten Byrrhus in Verbindung gebracht (dieser Name ist wohl wurzelverwandt mit dem griechischen pyr = Feuer und bedeutet somit Rotbach).[3] Die Termini Birnlücke an der Quelle und Birnfelder an der Mündung der Ahr sind noch heute existierende Zeugen des alten Bachnamens.[4]

Varianten für Ahr waren Ouren, Arn, Ourin, Ŏweren, de Ŏrne, de Ŏren, de Heure, de Eurne, de Oweren, Eurn, Euren, Ewern, Aeuren, Aüren, Äwren, Ern. Der Name stammt von der indogermanischen Wurzel awer und dem Suffix -ina ab und bedeutet Wasser, Fluss. Der Diphthong wurde dem mittelhochdeutschen ou, öu lautgleich und wurde wie dieses mundartlich im frühen 13. Jahrhundert zu a, aa, die Schreibung berücksichtigt dieses a, aa erst später. Die Bezeichnung (Ahr-)Aue wiederum kommt vom mittelhochdeutschen ouwe, was Wasser, vom Wasser umflossenes Land bedeutet.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ahr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b [1] der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 81 ff., Nr. 112 u. 218.
  3. Egon Kühebacher: Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte. Band 2. Bozen: Athesia 1995. ISBN 88-7014-827-0, S. 17.
  4. Gemeinde Ahrntal: Der Teldra Orts- und Flurnamenschatz. In: Ahrntal. Abgerufen am 20. April 2016.
  5. Ahraue | Stadtarchiv Bruneck. In: www.archiv-bruneck.it. Abgerufen am 20. April 2016.