Aksel Jørgensen

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Aksel Jørgensen (* 3. Februar 1883 in Kopenhagen; † 9. Juni 1957) war ein Maler des dänischen Impressionismus und Vertreter der Skagens-Maler. Auch ist er für seine Jahre als Professor an der Königlich Dänischen Akademie bekannt, wo er viele der erfolgreichsten Illustratoren Dänemarks unterrichtete.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aksel Jørgensen wurde in Kopenhagen, Dänemark, geboren. Seine Eltern waren der Mechaniker Mathias Jørgensen und Maren Jørgensen (geb. Christense)[1]. Jørgensen besuchte ab 1905 die private Kunstschule „Frede Aamodts“, wo er Carl Jensen und Vilhelm Wils kennenlernte. Er debütierte 1908 an der freien Kunstausstellung „Den Frie Udstilling“. 1909 stellte er mit „De Tretten“, der Künstlergruppe „Die Dreizehn“, aus und präsentierte seine bevorzugten Sujets von Prostituierten und Mittellosen, die in abgerissenen Gebäuden in den ärmsten Vierteln Kopenhagens leben, und erregte damit die Aufmerksamkeit der Presse. Auch wurde er für seine Stiche bekannt, die sich durch große Licht- und Schattenflächen und durch die Verwendung der Holzmaserung auszeichnen, wie in seinem Porträt des Schriftstellers Jens Pedersen (1908). Jørgensen war selbst überzeugender Sozialist. Zusammen mit Storm P. gründete er 1908 die sozialkritische Satirezeitschrift Gnisten (der Funken) und veröffentlichte so einige seiner Skizzen. Von 1909 bis 1914 arbeitete Jørgensen an einer großen Werkserie, die Holger Drachmanns Leben und Poesie für das Drachmann-Gasthaus in Frederiksberg illustrierte. Dazu arbeitete er in dem Fischerort Skagen im Norden Dänemarks, wobei er stark von den Skagen-Malern beeinflusst wurde und schließlich zum wichtigen Vertreter der Malschule wurde. Er fertigte in dieser Zeit nicht weniger als 29 Holzschnitte an, einige davon mit vielschichtigem Kolorit. 1912 gab der berühmte dänische Kunstsammler Christian Tetzen-Lund eine große Gruppe seiner Werke in Auftrag, welche das Esszimmer seiner Villa schmückten. Jørgensens frühes Werk ist stark vom Impressionismus geprägt, inspiriert von seinen Erfahrungen mit Cézanne. Sein umfangreichstes Projekt waren etwa 50 Illustrationen zu Adam Oehlenschlägers Werk Nordens Guder (Götter des Nordens), welches er 1914 begann und 1928 fertigstellte. Jørgensen brauchte viele Jahre, um die Holzschnitte zu gravieren, an welchen mehrere seiner Schüler beteiligt waren. Das Werk wurde von Kunstkritikern als sehr kritisch und gespalten aufgefasst. Die größte Anerkennung erfuhr er durch einen Brief von Paul Signac, welcher das Werk sehr lobte. Ab 1920 konzentrierte er sich auf Komposition von Farbe und Perspektive für die Verwendung von Stillleben und Figurenbildern. Die Malweise Jørgensens wurde abstrakter und expressionistischer. Während dieser Zeit fertigte er wichtige öffentliche Arbeiten für das Studentenwohnheim „Studentergården“ (1921–23), das Kino „Vesterbros Bio“ (1942) und das „Arbejdermuseet“ (1955). 1930 veröffentlichte er neben Käthe Kollwitz, George Grosz und Hugo Gellert Werke in einer eigenen Ausgabe der Kunstzeitung Social Kunst, erschienen im Mondes Verlag. Er fertigte eine Vielzahl von Porträts an, darunter das des Politikers Frederik Borgbjerg (1949). 1935 wurde er Mitglied von „Den Frie Udstilling“, einem alternativen Ausstellungsforum.[2]

Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1920 wurde Jørgensen eine Professur an der Königlich Dänischen Akademie der Künste angeboten. Diese hatte er bis 1953 inne. Er ermutigte seine Studenten, Trends in ganz Europa zu beobachten, und betonte die Bedeutung von Linien und geometrischen Figuren. Besonderes Augenmerk wurde auf die Komposition von Perspektive der Natur gelegt.

Es sollte nicht zu viele Schleier geben. Ich will keine Vorhänge zwischen mir und dem Leben. (Aksel Jørgensen)

Auch organisierte er Wanderausstellungen für dänische Schulen. 1926 wurde ihm der Titel Ritter des Dannebrog-Ordens verliehen, 1943 der des Kommandanten 2. Grades. 1941 wurde ihm die Thorvaldsen-Medaille für die sozialkritischen Sujets seiner Anfangszeit verliehen.[3]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aksel Jørgensen, Die Badenden, 1912, Nationalgalerie Oslo

Jørgensens Werke befinden sich in einer Vielzahl von Museen, hauptsächlich in Dänemark.

  • Skagens Museum
  • Ribe Kunstmuseum
  • Silkeborg Art Museum
  • Nationalgalerie Oslo
  • The British Museum  
  • Kunsthalle Kiel
  • Museum of Art, Tel Aviv
  • Staatliches Kunstmuseum Kopenhagen
  • Nationalhistorisches Museum Frederiksborg

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jørgensen war ab 1908 auf zahlreichen dänischen und internationalen Ausstellungen vertreten. Hier eine Auswahl an Ausstellungen.

  • 1908 Freie Ausstellung Kopenhagen (Den Frie Udstilling)
  • 1909 Ole Halsunds Kunsthandel Østergade
  • 1909 Die Dreizehn (Den Frie Udstilling)
  • 1910 Freie Ausstellung Kopenhagen (Den Frie Udstilling)
  • 1912 internationale Ausstellung Rom
  • 1912 Aarhus
  • 1912–13 Die Skandinavische Ausstellung, New York; Chicago
  • 1914 Kunstsalon Rådhuspladsen
  • 1915 Kopenhagen Forarsudstillingen
  • 1916 Kopenhagen Forarsudstillingen
  • 1917 Grøninngen
  • 1919 Karl Peter Kunsthandel Nybrogade
  • 1924 Anton Hanson Auktionen
  • 1935 Die freie Ausstellung (Den Frie Udstilling)
  • 1936 Die freie Ausstellung (Den Frie Udstilling)
  • 1937 Die freie Ausstellung (Den Frie Udstilling)
  • 1938 Die freie Ausstellung (Den Frie Udstilling)
  • 1939 Die freie Ausstellung (Den Frie Udstilling)
  • 1940 Die freie Ausstellung (Den Frie Udstilling)
  • 1940 Grafisk Kunstnersamfund Charlottenborg
  • 1941 Kunstnernes Efterdrsudstilling
  • 1942 Die freie Ausstellung (Den Frie Udstilling)
  • 1945 Die freie Ausstellung (Den Frie Udstilling)
  • 1947 Die freie Ausstellung (Den Frie Udstilling)
  • 1959 Fyns Stiftsmuseum
  • 1968 Hørsholm Kunstforening
  • 1973 Kunst og Bolig Odsen
  • 1983 Silkeborg Kunstmuseum
  • 1984 Skovgaard Museum Viborg
  • 1990 Taksigelseskirken Kobenhagen
  • 1994 Munkseruphs
  • 1994 Clausens Kunsthandel Kopenhagen
  • 1999 Silkeborg Kunstmuseum[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eva de la Fuente Pedersen: Aksel Jørgensen. 1994, abgerufen am 26. November 2021 (dänisch).
  2. Eva de la Fuente Pedersen: Aksel Jørgensen. 1994, abgerufen am 25. November 2021 (dänisch).
  3. Troels Anderses: Aksel Jørgensen: liv og kunst. 1. Auflage. Borgen, 2002, ISBN 978-87-21-02026-2, S. 9 ff.
  4. Troels Anderses: Aksel Jørgensen: liv og kunst. Band 1. Borgen, 2002, ISBN 978-87-21-02026-2, S. 78 f.